Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1897)
- Date
- 1897-01-11
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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MederMv! seiner« deffenEorbed! gewiitrkmaneu Merei toererruiigeiien, aber ־־־ immerhin 8ie in ihrem lückähWeu musikalischen Wissen ihr Heil erblicken. .;Mit der Zurückweisung des ״Kol" und der auf musikplischef Klaritgwirkung, ühzielenden Singweise der ״alten Schule" hörten allerdings׳ die lärmenden Producsiönen a'tzft:iiini |emer)ruhjger^ zartempfundeuen aber auch zartwirkenden Gesangswirkung Platz l zu machen: Das Wort-das bis in die Gegenwart in derh,pölüischen'; r Schul" noch mißhandelte Kriterium des jüdischen Gottesm EStttMiW inklsste die-echte Künstlerschaft zum Durchbruche gelangen. Ganz so auch auf un- י: sereimsHnagogalen Gebiete. Finden wir irgendwo Recitative anerkannter Autoren verzeichnet, so siild'׳dieselbnl -lediglich^als ZKM>WüAgrli^einev׳feigeyewMichülrtg eiilgehend«züMidirenidber niemals einfach uachzusingen. Anfzeichmuigen solcher Individuen aber Meftnitz ihren zu Markte gebrachten diesbezügficheih-SchösifÜjlgell lediglich, damit sie nachgesungen werden, Geschäfte machen wollen, selbsMHEWuWMba^M haM;Han.;NK MM derDigeDM die^m^WeikiWHten ^üd VMehen^d.er. äl dieystes, sollte und musste wieder zu feiuean ursprünglichen Rechte 3 gelangen, und so entstand die ruhige, in zarten Tönen sich bewegeüde Vortragssomr, - die allmählig zum modernen Recitative drängte. Der Mali godlu ma’seclio Nr. 5 und Li kmneh ojweelio Nr. 7 im Schir Zion I ist unstreitig als das allererste moderne Recitativ auf synägögal-gesänglichem ' Gebiete ׳ zu ' betrachten. Dieses Recitativ, tadellos in seiner' musikalischen Behandlung- und tadellos in. der Deklamation, welches noch Heute, nach mehr als einem halben Jahrhunderte seines Entstehens, als mustergiltig hingestellt werden muß, dieses Kunstideal hat Hem modernen Synagogengesange schwere, ünheichare Wunden' geschlagen, deren Narben vielleicht niemals Zuheilen dürften. Nicht der Heimgegangene Meister Sulzer mit dieser seiner herrlichen Schenkung an die Cantoren, auchuicht die Schenkung selbst, die wir ja oben als mustergiltig für alle Zeiten bezeichneten, sondern die Gesichtspunkte, unter denen dieses Recitativ betrachtet würde, brachten diese Schädigung zu Wege. Die meisten Cantoren sahen und sehen noch heute in diesem Recitative nichts anderes als ein äußerst bequemes Hilfsmittel, den Strahlenglanz der Sulzer'schen Künstlerschaft auch für sich in Anspruch zu nehmen, indem sie sich diese Piece einstudiren lassen und ängstlich nachsingen, als ob dieses Gesangsstück, welches für den Stimmcharakter Sulzers, für seine poetische Auffassung, für seinen fein nuancirten Vortrag rc. geschrieben wurde, so ohne weiters vom ersten Besten einfach nächgesungen werden könnte. Sulzer schuf dieses Recitativ gleichsam als Vorlegeblatt, als Muster für die Gattung, in welcher Weise derartige Gebettexte musik-deklamatorisch zu verarbeiten seien; er verzeichnete diese Noten als Richtschnur für etwaige Späterschöpfungen, aber bei Leibe nicht zum platten Nachsingen, zum einfachen Copiren. Nicht die Noten dieses Recitativs, sondern der demselben inuewohnende, erhabene Gedankenflug verdient unsere Beachtung und Anerkennung und muß uns veranlassen, Gleichwerthiges zu Wege zu bringen. Damit soll keineswegs behauptet sein, dass dieses Recitativ über- Haupt von Niemandem gesungen werden dürfte; aber wie Wenige von uns besitzen die intellektuelle Befähigung, in dieser Geheimschrift Sulzer'schen Geisteslebens zu lesen, und wie Viele erkühnen sich trotzdem, diese Piece mit dem Brusttöne der vollsten Ueberzeugung vorzutragen, in der Ueberzeugung, im ׳Geiste Sulzers zu handeln. Das einfachste, selbsterfundeneaber , eine: gewisse Eigenart bekundende Recitativ dünkt uns bedeutungsvoller - als das allgemein übliche Nach-und Absingen dieser" Noten. Es zeigt zunächst von einer gewissen selbstschöpferischen Fähigkeit' ,,.,pud Ermöglicht dem nach dieser freien Richtung ErnstHebenden, ÄenMch Mfhiesem Hchiete, Mwas Hollkommepes leisten. HM'nnen, - ^«wtchrend, -derjenige-ydex sich. daxawLewöhüt,..in-dem zweiWaften ׳ ״ - Schrmmer-erborgte» GksuM! zu Lflimmeru, ftüher odev^spätw'Z 'sMer^NgÄiart''UÄizü<h muß. . > finden wir - nicht, der Beachtung werth. Nachdiesen' vorangegangenen Andeutungen werden die Jünger auf jüdisch-cantoralem Gebiete zur Einsicht kommen, wohin sie ihr Augenmerk zu ,richteyhaben, um einstens den Bedeutungsgrad einer künstlerischen Gestaltungsfähigkeit für sich in Anspruch nehmen zu dürfen. 'Alles "Mbrige׳ gehört Znm- Handwerk. (Fortsetzung. folgt.) A. Iosef Karo und seine Zeitgenossen. Von Dr. M. H. F r i c d l ä 11 b c r. •-1 ■ . ׳(Schluss.)' ׳ י In Safet vollendete Koro sein bereits erwähntes Werk ״Leb Josef׳', das heute noch von 'allen Fachmännern vielfach benützt wird und als 'Repertorium des althalachischen Litteratur fast unentbehrlich ist. Karo schrieb auch unter dem Titel ״Kesef Miscline“ einen sehr gediegenen Commentar zu Maimonides : jjäd 'Chasaka“, in welchem er Maimonides gegen seine Gegner vertheidigte. Diesen beiden Werken folgte dann sein Religionscodex, .den er Schul chan Aruch nannte. Mit demselben wollte, er das bezwecken, was Maimonides' mit der Abfassung seines ״Jad CHasaka“ zu erreichen beabsichtigt hatte, nämlich den gebildeten Laien, denen es au Zeit gebricht, das große Meer des Talmud zu durchsegeln, das Studium der Religionsgesetze zu erleichtern. Karo's Schulchau A.ruch, zu dem spätere rabbinische Autoritäten treffliche Connnentare schrieben, wurde bald nach dessen Erscheinen von der Gesammtjudenheit als officieller Lehrcodex des 'jüdischen Religionsgesetzes anerkannt und gewürdigt. Trotz seines reichen Wissens und seines klaren Geistes war Karo, der Maimonides seines Zeitalters, dem: doch nicht frei von Vorurtheilen; denn während Maimonides außer dem Talmud auch derPhilosophie eingehende Studien gewidmet hatte, ׳ befasste sich Karo in den Mußestunden mit dem ׳Studium der Kabbala.. Er wurde hiezu von dem- Schwärmer Salomon Molcho lebhaft angeregt. Sälomon Molcho und sein älterer Gesinnungsgenosse David Reubeni haben um jene Zeit eine tiefe Bewegung innerhalb der Judenheit hervorgerufen und heillosen-Schaden ange- '1 richtet.- Der- Abenteurer Reubeni,: der sich einige Zeit in Arabien und "Nubien aufgehalten, trat plötztlich in Europa auf und gab - vor-- däss er ein! Bruder des Königs sei, der den iwÄrabien lebenden israelitischen Stamm׳ Reuben beherrsche,- daher er .sich Reubeni nannte: Sein! ganzes Wesen war auch! darnachapgethan - Und geeignet,' ihn für. einä'höchst sonderbare.-mysteriöse׳ Persönl'lichkeit'-zü'phaltend!Seine ׳Hautfarbe;! war schwarz^ und׳;-seine ^StdturU'schriklein, fast: zwerghast und-häuHMnmager. Mchts- "-destoNniger war er Nhn, müthig und-Mexschx.ockeu undx rühmte "ffrM dass'^''Mow^öftersrMekegenheikr/geftWdon) MtkMnem HWWlüchWnfffMhendeiWwbeul?MWfeM>-hM l ׳ M^ einMlSchtnchtlUMMannEschlägeWHäftMMW Mlästina,