Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 17 (1897)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1897)
- Date
- 1897-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. M.eflerreichisch-uklgariMe Lantore.p.-Atzitung. Nr. 1׳ Wien.- (I sr.aelitis ch - th eo lo g is ch e Leh 1־־, A n ft tz l t). In her gm UZ h. M. stättgefundenen 'Sitzung deD Curätoriüms dieser Lehranstalt Wurde der bisherige 4. Vice- Präsident, Herr Moritz Kärpeleszum Präsidenten -des Enratoxmms einstimmig gewählt. Vorgänger! desselben: waren die seither verstorbenen Moritz' Freiherr von König und Wilhelm Ritter von. Gutmann. . .. . WMr. (Vereist zur HeLung der 'M ew erb ein W i e n). ' Zum Zwecke der Abhaltung Zeines Festballes, dessen Reiuerträgnis zur Gründung eines Gewerbeheims bestimmt ist, findet Samstag, den 26. d. M., Abends Halb 8 Uhr, im Prachtsaale des Restaurant ״Kaiserhof" eme Comitösitzung mit Vor-, trägen statt. Das Comite, welches bereits aus ca. 100 Personen den besten Wiener Gesellschaftskreise' besteht,' ist bemühf, nicht nur ein amüsantes, reiches Programm für den Festabend zusammenzustellen, sondern auch' die" Comiteabende änimirt zu gestalten. .An!der Spitze des. Eomites stehen die Herren : S. B r o d,: Präses, Dr. F r e u 11b, H. Beck, Leopold Gut t in au n. Wien. Der jüngst in Paris verstorbene Baron James Hirsch war auch eine in .Oesterreich wohlbekannte Persönlichkeit. Seit etwa zehn Jahren'nahmer seinen Landaufenthalt in -Oberösterreich, wo er das dem Grafen Coudenhove gehörige Schloß O t t e n s h e i in gepachtet hatte. r Baron Hirsch beabsichfigte, dasselbe käuflich an sich zu -bringen, allein die Per- Laussuntechandlnngen zerschlugen sich, und Baron Hirsch erwarb vor neun Jahren das Schloß B e r g h e i m, welches er jedes Jahr irn Frühjahre bezog und dort bis Ende November verblieb. Den Winter verbrachte er in Paris. In Bergheim wurden große Jagden abgehalten, an welchen hohe Jagdgäste theituahmen. Vor drei Jahren befand sich unter denselben der Präsident der französische» Republik, F a u r e. -Heuer verblieb Baron Hirsch nicht so lange in Bergheim wie sonst, denn er überfiedelte bereits vor vier Wochen mit seiner Familie nach Paris. Paron Hirsch erfreute sich der besten Gesundheit und nichts ließ darauf schließen, dass der kräftige Mann so bald, vom Tode ereilt würde. Er betheiligte sich auch Heuer lebhaft an dem Jagdvergnügen und war bis vor seiner Abreise nach Poris in der aufgeräumtesten Stimmung. Vor seiner Abreise bHer-bergte er im Schlosse seine beiden Bruder und -deren Familienmitglieder, von denen einer in Paris, der andere in München lebt. Baron Hirsch hat sehr viele Wohlthaten ausg«A-ht. Er tvar am 19. Juli 1834 geboren und in erster Ehe mit Margffpethe Daglitsch, in zweiter Ehe (seit 1880) mit Zenaide, eiuer Tochter des Samsiel P o l i a k o f f, russischen wirklichen Staatsraches, vermählt. FÄKenau. Herr Eantor L Kurzweil-aus Salzburg ist »ach überaus beifällig aufgenommenem Probevortrage in uuserer Gemeinde acceptiert worden und hat seine Stellung bereits angetreten. ׳ HudSPLst. In der jüngst stattgehabten Sitzung des Ausschussesder Pester isr. Relilgionsgemeinde brachte Präses Herr.Gigmuud K o h sie r folgende!Spenden zur Kenntnis: a) zur ArmMUnterstiitzung: Wifwe Frau Bernhard R u st de Rußt Herr Wilhelm F u chs Mr Anschaffung von Brennmaterigl) je 2Wfl.,- Lord st. Comp. 100: fl. :(zur Anschaffung von Brennmaterial), die Familie weil. Frau Kacharina Eng elDmau u 25 fl., - Herr Wton G.y ö r g Y e y 20 fl., Herr Fritz Katz a u 15und die Familie weil. Frau Moritz Weil 10 fl.; b) für das isr. Spital: im Wege-des ״Pester Lloyd" 50 fl., Herr N Gsittm-anu 10 fl.; e) für die KinderbMeidmrg: im Wege des ״Pest«: Lloyd" 118 fl. 60 S.; d) für das Mele Brody-Kinderspital: im Wege des ״Pester Lloyd". M) fl,, Herr Karl-D omoffy (Erträgnis der WöhlthätigkeitsvorsteAmg) Z50 fl.; im Wege des ״Neuen Pester Journals" ISsfl.-; 6) für das Taubstmnmeninstitut: im Wege des ״Pester Äpyd"! 60 fl.;f) zur Anschaffung von Heilserum: Herr SiLWind Geiger 10 fl ' -.WeWr. Herr Sig. Szengery, .der Sohn des ßDher-- -oaytors I. Smger m Wieir, ist eines der meistbeschästigten und dMchWsten Mitglieder unserer Dpernbühne. Er ist bisher in- IPMeuHaDoWärtieu, und z»var m ״TarÄhauser", ״Troichadour, »Hugenotten",-״Fldelio", ״Margarethe." (Gastspiel der Bellincioni), ״Mangeljmanu"," .״Lohengrin", -'״Äfda" (Gastspiel der.Udinj),. ״Walküre",״Travlätä" (Gastspiel! der Prcvosti), (,Bajazzo"', ״Lucia" (Gastspiele׳ der Bellincioni), (,Nigoletto"' (Gästspicl der! Howe) ausgetreten und in der'Gunst des PüblicNms immer mehr gestiegen. Biele Anerkennung brachte ihm - auch - die Mitwirküug- ' in einem geistlichen Concerte in der Johanncskirchc, wobei! er in -einem,Baritonsolo, Ps. 84 von Lcwandowst'i, und. .!inmeiner Arie äsitz (,Paulus" von Mendelssohn durch. Stimme und Vortrag glänzte.' Die hiesige, sonst strenge Kritik zollt dein jungen Küststlör uneingeschränktes Lob, und so schreibt ׳ z. B.' die׳ ,(Stetklner -Ostscezeitung" über die letzte' Nigolctto-Vorstcllüng׳ folgendes: ״Sig. Szengery (Nigoletto) war vorzüglich in׳ Spiel, Declamation und Gesang. Cr verstand cs, durch motioirtcu und geschickten Uebcrgaug vom Gesang in den Sprechton .die Wirkung'noch zu' erhöhen. Im 3. Act 'die erzwungene Fröhlichkeit, 'die -Herzergreifende Bitte' an die Edlen, die Herzen 'von Märmör häbest müssten, um solcher Inständigkeit zu widerstehen, ׳ die kurze Freude, als er seine Tochter umfängt, dann die furchtbare Gewissheit ihrer Schande .und die glühende Rachsucht gegen den. Herzog, wärest Belege wärm empfundener Küustlerschäft und überzeugender Gestaltungskraft". ' - ׳ ' ׳ י ' - Liftrratsir. -*' : AnlrläsLr und Verkheidigrr des Talnrüd, von Doctor H- Cvitein. .Frankfurt a. M., bei Kaufmann, 30-kr. . Eine sehr interessastte, lehrreiche und darum sehr cmpfchlenswerthe Abhandlung! Solche gedicZcne Schriften müssten über die gesammte jüdische Litterätur( incl. die Bibel,-abgcfasst und unter das Volk verbreitet werden. Die. Herren Collegen würden sich gewiss den Dank ihrer!Gemeinden verdienen, wenn sie ähnliche Schriften in öffentlicher ' Versammlung möglichst' oft' vorlesen würden und nachträglich ans etwaige Anfragen manchen Punkt näher beleuchteten. Eines will ich noch hinzu fügen. Der Verfasser begeht einen Jrrthum, wenn er den Spruch: Eakaul toJüj b’iüazöl waphilu Sepher Torah schebehechal dem Talmud znschreibt, der Spruch ist. nicht ins Talmud, sondern, wie ich glaube, im Lobar 6bo60seb zu finden ' Rabbiner Dr.׳ I.' Kahän. '..׳- Torim Wacharusim. Sammlung hebräischer Gedichte von Maier. K a's, Lehrer der hebräischen Sprache in Wien. Ein recht nettes B1nl> Hebräischer- Originaldichtungcn und mehrere Uebcrsctzungen enthaltend,! ist soeben im Selbstverläge desv Verfassers, Wien, IX., Mariannengasse'2ö, erschienen, worauf wir die Leser unseres Blattes sehr gerne aufmerksoin machen. Wir haben schon längst Gelegenheit gehabt, den Herrn Autor alssrinen sehr tüchtigen Hebraisten kennen zu lernen, und weisen, auf diese Sammlung hin, worin durchaus nicht, wie der Verfasser gar zu bescheiden im' Titelblatte meint, bloße ״Reihen und Verse", sondern ganze, vollständige Gedichte enthalten sind', die von jedem Kennerderhebräischen Sprache als Schöpfungen einer wahrhaften Lyrik nachempfunden werden. Herr, Käs versteht es, in einer ungezwungenen, fast kindlich naiven' Weiseerhabene Gedanken in der schlichtesten sprachlichen Gewandung zu geben und sic dem Lehrer, trotz der Ausführlichkeit mancher. Stücke, angenehm zu machen. Dics gilt ganz besonders von den Originaldichtungen, aber selbst die Uebersetzungen nach deutschen. und.', ungarischen Stücken sind gelungen zu nennen, wie beispielsweise jene kleinen Kinderlieber, die jedem Lehrer ans den' Volksschnlbüchern bekannt sind und nach Form und Inhalt dem Kenner z.usagcii werden: Dass der Autor selbst ein Ungar ist, gereicht nur den nngarischcn Collegen, unter denen so viele güte Hebraisten sind, zur Ehre und!wird dein Buche viele Freunde und Leser verschaffen. : r - -- I- Beruh. Straffer. " Feuilleton. Weines Vaters Türkenpfeife. ' Von Hosp'rediger From'mek -׳ ״Mein Vater hat nie geraucht und doch eine Pfeife gehabt.' Dass er sticht rauchte, kam daher,׳ dass er es für eine äbscheuliche Gewohnheit hielt- und die selige Mutter stimmte' dem vollkommen bei. Und doch hielt er.eine Pfeife hoch und wert. Sie! hatte einest langen geringelten Schlauch, oben eine große Bernsteinspitze, die wie eine- Eichel aussah, und unten eineu .schönen,, roth'en,! türkischen Knopf mit Gold eingelegt. Gieng der Vasir einmal an die obere Schublade seilles Pultes und -nn-sereins kam jsist dazu, tzäb's-'!viel- Fratzen (und'!!wenig- Antwort!׳׳ Vergilbte Zettelgetrocknete Blumen, ein׳schöner Roselikranz aus Jerusalem, , qtte Münzen und auch dje Türkenpfeife lagen darin. Jg, waruiy.