Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 30 (11.12.1896)
- Date
- 1896-12-11
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Gesterreichisch-ungamschsLantoren-Ieitung. Sir. 30 deu L^ttHräMchefördert-rlpd gekräfützt wird. Belm WGn MütM1lMe/Ul Wien habe ich ünd andere Collegen MregMM gWbU, WchGvM^cMeseWichtwerdeil kann- ׳ uH ^hÄM^viAH^uErMHäirzUM derselben -noch Einiges nachiUoN Echrte PräDiüm des Eantoren- VereinesMN Entschuldigung bitten, denn das Verlangen, das M an dasselbe stelle, ist vielleicht ein zuweitgehendes ,׳rmd DW..:KsVN^.׳-Es,Hat.^tth nämlich gezeigt, dass der Einfluss viÄer Eantoren bei ihren Gemein§G i Knn :miniMckep istd:- Hl׳ jihr Verlangen blieb und bleibt unberücksichtigt. In solchen Fällen «Hen keine Cnntorenversammlungen, von;dMN die Gemeinden oft nichts wissen, auch nicht Circulare, die sie ad!acta legen. Ich glaube, das einzig wirksame Mittel wäre hier-! das persönliche Eingreifen eines oder mehrerer Vertreter des Cantyren-VWeines. Dieselben sollten zu diesem Zwecke während der Sommermonate eine Rundreise unternehmen und schon nach den ersten Ergebnißen das fernere Verhalten in Betracht ziehen. Die DireMe däzu HAts '"der '""׳MnMerEereüi,' ׳ '׳resp.^LSs 'י" PräWium dessÄben zu ertheilen. In allererster Linie müsste׳. aber^mLeusmLerMrener-Cultusgemeinde.etwas geschchen. ^Der . Bevollmächügte hätte sodann eine leichtere Arbeit, da die anderen Gemeinden sicherlich dem Beispiele der Groß-Cultusgemeinde folgen würden. Das Jahr 1898 könnte nicht würdiger begangen werden, und darum erlaube ich mir, diesen Vorschlag den! verehrten Präsidium des Cantoreü-Vereines zur gefälligen Aenntniszu büngem ־־'״/־’״:״ י• ■י י '׳'׳,"׳ : Obercautor in Odessa. Am 29׳. d. M. ist wieder Einer der Altmeister -׳des Stznagogkngesanges, Obereantor -Osias A b r a ß in Odessa, ins Jenseits abberufen worden, und; der Heimgang dieses gottbegnadeten Sängers dürfte in allen Eantorenkreisen besondere und! inmge Theiluahme erwecken.! Mit ihm würde nicht nur ein berühmter Cantor, sondern auch der "Senior der russischen Ghasomm zu Grabe getragen. : .! - ' Der Ruf des Verstorbenen fand aber nicht nur in ganz Russland' vollste Anerkennung, er drang weit über die Grenzen seines Vaterlandes nach Deutschland, Oesterreich, überallhin, wo man jüdischen Gesang liebte, und auch in diesem Blatte hat Herr Obercantor Josef Singer bereits vor längerer Zeit dsn WirLn Osias Abraß' einen längeren Arükel gewidmet Und; Lessen Werk ^,Lillnotll doll" eingehend besprochen: Wer aber den Verblichenen nicht selbst gehört hat, kann sich׳ gar keinen Begriff machen, von welch' phänomenaler Bedeutung er als SüngW und Cantor gewesen M Schreiber dieser Zeilen/ welcher ihn durch 20 Mhre im Odessaer Tempel gehört hat, glaubt stch sdürum als Fachmann dazu berufen die Verdienste Abraß' um deN cantoraleu Gesang hervorzuheben. Wraß war als moderner Eantor unvergleichlich im Vortrageder Gesänge׳ Meister Sulzers. Durch: ihn wurde der ^scllir Lion“ ׳in Ddessa eingefuhrt, und mit seiner geschulten LM sMoreirBaritönstimme brachte er diese Gesänge M vollsten GMiüg, .׳.so..hass -Man ihn mit Rechll den Interpreten Sützers -Mu^ Eonnte. Wber als ׳ her Mste Machfolger des berühmten RM BezaM WasüN, beK welchem! Abraß als Sopran-SiNgerl tradWMen.Mßsäng^,Hnd.LH WtzH? dG^Men.HHusß: Ho brachte er zum Beispiel der!;,Ri LssölliLollö" ltjib ,MaiKM chatpen.11“ von Weintraub mNd Pieceuandereö ülteäEömtzönisten, wie Naumburg Und Lowy, wie. kein anderer.zur -Geltung. Der Umfäng seiner Stimme-feinMözzä voce alaSnlzer-sowie seine wunderbare Coloratur waren ungewöhnlich und bewunderungswürdig. Sein Vortrag war hinreißend, voll Feuer und Begeisterung, und alle Zuhörer, nicht nur Juden, sondern a'üch ÄndersZkäübrge, zumeist! Künstler, Opernsänger^ ja sogar Fürsten- Mche In den Tempel kamen, um ihn zu hören, zollten ihm Lob, Bewunderung und Anerkennung. Auf ihn kann man mit Recht anwende.n.׳die Worte: Olleivel al dalldin w’lau mischtakchin. Schreiber .dieser Zeilen betrachtet es als einen Act der Pietät, die Gesänge von Abraß, so wie er sie von ihm in Odessa vortragen gehört hat,'in Wien aufzuführen, und sie haben auch hier jederzeit den besten Anklang gefunden. Im Nachfolgenden sei noch der Bericht einer russischen Zeitung wiedergegeben. Die ״Ode'sski Lis16k“ VöM 15. (27.) November schreibt: ״Gestern war das Leichenbegängnis des ältesten Obercautors des israelitischen. Haupttempels in Odessa, Osias Abraß, der einst hier eine große Popularität unter den Juden und Nichtjuden genossen hat. Osias Abraß war währOd H5 JähMWbMantor des HMpttempels. Noch als Knabe zeichnete er.sich : durch seine phänomenale Stimme aus und wurde' ins Ausland zur'Vollendung seiner musikalischen Ausbildung geschickk. In Odessa führte Abraß im Tempel einen Chor ein, der vor ihm nicht existirte, und schrieb eine Menge musikalischer - Werke, - sowie das bekannte Werk ^Limrdth-doll^ das in allen russischen Synagogen eingeführt isll Das Begräbnis zeichnete sich - durch Prunk und große MenschenbetheiligüNg aus. Dem Sür-ge folgten drei׳ Chöre der HäüPtMägogen- sowie sämmtliche Rabbiner und1 Eantoren. Der Sarg war mit Kränzen bedeckt, gewidmet von seinen Verehrern und Gönnern. Abraß hinterließ eine Frau, Töchter und Schwiegersohn, die in ihrem eigenen Hause wohnen." - / /; : : ׳ : ׳ יי ״ : Mit Osias- Abraß ist der größte und gefeierteste Vertreter des cantoralen Gesanges in Russland dahingegangen.- Friede seiner Asche! Wäthi nischmossau -zriiroh "bizranr hachajiin. '׳. ׳■ Z. Weinberg er, - I. Cantor an der Fugbach-Synägoge, ln: MikN- Zum Espitel der Nigmnmsammlung. Von Cantor Isidor Schwarz in Linz. ' Vor einigen MoNaten war in der österr.- ung. Cantören- Zeitung und auch in den jüdischen Fachblättern Deutschlands ein Aufsatz, -aus der Feder des Professor Dr. S t einth al zu.lesen-: dessen Tenor in dem Wörtchen ^Nigun" ausklang. .Professor Steinthal, derPlinius der Berliner Judenschaft, - redet nie: zur ungelegenen Zeit und seine Worte Hallen wie klingendös Erz, wenn er sich ihrer zum Zwecke der Wissenschaft bedient, jener Wissenschaft, der er sich mit Leib und Seele vermählt hat. Er weiß auch in der Regel, was er will, ja er weiß es ganz genau- und dennoch Hader uns mit besagtem ׳Aufsatz einKukucksei ins Nest : gelegtl Gegenständlich ist das! ganze, umfangreiche Thema inl siuigen/Sätzen erschöpft, klar ־־; und > einfachwie es Litteraten heben, so klär und einfach, dass kein- Mensch -es erräth,;was daraüs/werden soll. .lJnüeinerwinzigi kleinenLllilla SüdLeütschlands, wo : der. Löreleystein Heine:s׳ niederwärts -M14 AHeine^blicktmöglich/׳dort/-wo:Mr ^Rüdesheimer":i fein gHwZßwHÄ, Wäv- 0t Mch uMbeWeWch lll LerMiodekgabe׳ der feurig MMMut lstch holt,/ist! DoctoinSteiNchäkL'geVoremu'rEm