Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 25 (21.10.1896)
- Date
- 1896-10-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 20. . Wt. so ^tarkeri Kampfmitteln, ausgerüstet, trat-ich. Mp. Heu EanvEM^egen^Dn Bettelstab m Me dh^M^m1b).'hesi^M ^'"'WWvläMe', die^. auf.)ihre groß^ii-'Gäbeii ))pochten,)) vMr) HsiMis )M!f hie'!!nvergieichlich)))größere Sünune1((״velche Dbige Nachlässe, repräsentirleü,יי die factifch.den ganzen Cässaständ der Sammlung, ,ans.wo.gen... Jch^E!!ne14e--an eine ühuliM-Mnekdote aus der Zöit im Talmud die . Arbeit des. Jntellectesin.. Gelölverth Uinsetzt - und ihr׳ die Supre!natie--zttgefpvöchen Mrd.'WiA gMlkgten züMMfultate, dassesjedemei,!zelkle1lHa!ksie1Ä^ anheim gestellt wdrde, entweder Bahn- und Schifsskarte'i! für sich und jeiite Familie, oder deren reducirten Geldeswerth Zunehmen., welches Letztere, nur die Zaghafte!! und Llltersschwachen thateu und später bereuten. - . " Wie würbe da aufgebrochen'! Mit welchem )Mnth und mit welcher Wehmuth! Mit welcher Liebe und. mit welche!!! Zorn! O du heißgeliebtes, böses Vaterland, welches deine Kinder, die ' du' ernähren kannst, ausspeiest!) Welche wi.dersprechendeil Gefühle sah ich damals nt den Blicken der Ansn> anderer, .welche .mein Haus ."belagerten, auflodern! . Viele Familien kampirten in!' Freien in meinem 'Hausgarten, weil sie erst später an.die Aeihe zur'Uuswanderung kamen und inzwischen öbdachlos wurden. Denn die Postdampfer Boltens konnten wöchentlich, nur höchstens 200 Auswanderer, mit so ermäßigten Karten lttitnehmen. '. ' י Wir gaben' den Hausierern und den Ihrigen unentgeltlich Bahn- und' Schiffskarten, wie auch etwas Bargeld für die erste Zeit' ihrer Ärchlnst in Amerika mit, ließen ihnen auf allen größeren Stationen Speise und Trank verabreichen, 11. z.. in Czernowitz, Lemberg, Krakau, Breslau und. Berlin. Edle Männer, zarte Damenhälide reichten ihnen Labung. Ein Seelenlabsal gab ihnen aber Victor von Offenheim mit seinem Itbschiedsgrnße: ,,Gebe Gott, dass die armen Auswanderer in der neuen Welt das erhoffte Glück finden!" '".)Sie fanden es. Keiner unserer Jasfyer Auswanderer ist heimgekehrt. Alle fanden in Amerika Arbeit und Brot. Denn die Hausierer sind die Lastthiere unter den M e ns ch en, welche ihre Füße wund laufen, ihre Kehlen heiser schreien, ihre Schnlteru vom Winkel schief krümmen lassen, um ihren Kindern ein ehrliches St ü ck ch e n B r o t heimzubringen. Und in Amerika ist jede ehrliche Arbeit geachtet, das trockene Brot billig und die Menschenkraft theuer. Nur Faulenzer und Tagediebe sind dort dem Untergänge geweiht. In Europa aber vergeuden Faulenzer und Tagediebe wohlbesoldet die ihnen von Gott für kürze Spannen Zeit verliehenen Lebensstunden damit, auf den Galerien von Repräsentativkvrp.erschaftell Anträge zu bejubeln, die den Hausierern ihren Lebensunterhalt abznschneideu bezwecken. Und es finden sich Behörden, die diese Anträge befürworten!. Dieselben Behörden werden aber dereinst gezwungen sein, die. brodlos gemachten Hausierer aufzugreifen und auf Staatskosten zu versorge!!; denn Niemand wird in der Lage fein,, ihnen 'zu einem änderen Gewerbe zu verhelfen, das sie nicht gelernt haben. Wer wird Hausierer? Kein anderer als ein alter Kaufmann, welcher abgewirtschaftet und bei aller Fachkunde nicht im Stande ist, einen Läden zu halten. Da muß er aufladen.und. sein Gewölbe auf seinem Körper herumf tragen. Er.muß zu den Kunden wandern, anstatt dieselben zu D . kommen zu lassen, muß viele vergebliche Gänge machen) bevor' ihm einer .Etwas abwirft, er ist also nach , wie. vor Kaufmann!, ,finx ein geplagter, Kümmerlich lebender. WH soll. aus ihm werdeiw. weim.ihinder Binkel vom.der Schulter, das : arniseMe^ Kotbchön uvir der Seite) ׳ die״'Äie Höfe vom Anke! gerissen wird? Eilu Erwerb loser, ein Vagabund oder — behüte : Gott.—-, ein Verbrecher! ... ... ... . .; Order sollen wir hi.er in O e st e r r: e i. ck) Uüswanderuugs- : comites bilden, Sammtunge!!' veranstälteu, durch Hamburger : interconfefsipnelle Philanthropen und Nachtreter Offenheims, die Gottlob auch bei uns nicht arisgestörben sinds billige Schifisiind Fahrkarten.'Kr die bedrohten Hausierer erwirken? Würden di^HoWrdrreetiMn,.' ׳em^-soWL ^Trerbeff der Barmherzigkest billigen, die dem Staate / die Schmach׳ der organisirten Aus-- Wanderung einer. von ihm ausgehungerten ganzen Elaste ehrliches arbeitender Bürger , für die Weltgeschichte bereiten möchte, Könnten wir selbst es übers Herz bringen, unserem theueren Vaterlande das Leid zuzufügen, ihm seine unschuldigen Kinder zu entführen, wogegen "sich die eingeborenen ruinümschen Juden im-Jahre 1884, obwohl sie. dort als Parias betrachtet werdend sy sehr sträubten? ״■•• Und warum diese Hetze gegen die arme;! Hausierer? Wem schaden sie? Der Kundschaft gewiss nicht, der sie ihre minimalsten Bedürfniße, zu deren'Besorgung es sich..nicht lohnte Treppe ab Treppe auf zu gehen und Zeit , zu verschwenden, ins Hans bringen. Der Kaufmannschaft aber auch nicht,״Weil sie doch ihren Kram eben bei derfeben kaufen. Sie sind nur diesem oder jenem Krämer individuell eine Greuel, der kaufmännischen Gilde aber, als Ganzes..gedacht, eine Kundschaft wie jede anderem Und ist denn heutzutage nicht jeder Kaufmann ein bischen Hausierer? Hausieren nicht die schön, bemalten Wägen, welche die Maaren der' großen Kaufherren Jederman ins Haus stellen, in ,allen Stadttheilen herum? Schreien nicht ihre Annoncen auf allen Straßenecken und in allen Zeitimgen, Kalendern. Reifebnchern re. ״Handele! Handele! Nichts zu handeln?" Belästigen ihre Agenten, Reifende, Makler nicht mehr als die armen Hausierer? Sind Jene nicht aufdringlicher als Diese? Und wenn der Genußmensch im Restaurant bei seiner so und sovielten ״Halben" oder im Kaffeehanse bei seinem ״Mokka" und seinen ״Fliegenden" in dieser stundenlangen ״Arbeit" einen Moment von einem armen Hausierer mit der schüchternen Frage gestört wird, ob der ״gnädige Herr" ihm etwas abkanfen möchte — ist das eine solche Todsünde, dass man die ganze Rotte Korach der Hausierer dafür dem Hungertode weihen soll? ״Ich bin der Mann, der den Jammer unter der Fuchtel des Grimmes mit angesehen hat". Ich sah sie im Jahre 1884 in Jassy, die Gilde der Hausierer, als ein grausames Gesetz sie ihres Gewerbes beraubt hat. Ich sah die rathlosen Männer, ihre hohlwangigen Weiber, ihre hungernden Kinder. Was' wussten die Deputirten, die in den ersten Hotels der Haupstadt wohnten, von dem Unheil, welches sie anstifteten? Nachdem sie das Hausiergesetz votirten, durften sie sich wohl im Buffet der Kammer ein Gläschen von der edelsten Sorte zu Gemnthe geführt und dabei sich irgend einer ihnen gelungenen Phrase gefreut'haben, die von .der Galerie so lebhaft beklatscht wurde, dass der Präsident drohen musste, die Galerie zu räumen. Sie sitzen noch heute in Kammer und Senat״ während ihre Opfer schon längst expatriirt und durch das Fegefeuer erst des Elends und dann der Wanderung gewandelt sind. Soll mir in Oesterreich ein gleicher Anblick bevorstehen? ' Denke ich daran, sö Mnürts'mir das Herz‘ züsammerr.