Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 24 (11.10.1896)
- Date
- 1896-10-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6. GGsterxejchisch-ftngarischeLanloremAeitüng. Nr. 24 -Nnchden eigenen Angaben Eoldmannks würde er im Jahm 163d Ln; Mneinnatt/Ohio, geboren Ond nahm uüLK dem Grgttten.M!mren 'George MünS?.aM BürgELege als CoMbattünt Theil.. Diese Aenderung seines Namens sucht der - Betreffende Liämrch zu eMLren, Lass er etwaigen Nachforschungen;'- seiner Frau zu entgehen wünschte, die ihm das Leben während 'seines Ehfftandes zur Hölle gÄnacht und ihn) weit er den Frieden Mer Astes; geliebt. Ln den Krieg getrieben habe. Nach-Beendigung Des Krieges ließ sich Goldmann in Chicago nieder, nahm dort sein Mckemtes;Geschäft nls Uhrmacher und Zuwelier wieder .auf und; brachte es Int Laufe der Jahre zu einem gewissen Wohlstände. < 7. . Da. sein. Gesundheitszustand viel zu wünschen -übrig ließ,! zog' er sich Lm-Jahre 1868 vom Geschäft zurück und unternahm ׳ auf Aurathen seines Arztes eine Reise nach Eutopa.^ Bei dieser Gelegenheit -stattete er auch״ dem ׳ in -Russisch-Polen gelegenen! Städtchen Stopnizä, dem- Geburtsort seiner Ellern,:einen Besuch äb,!mnd zwar zu seinem größten Leidwesen, denn - von diesem Zeitpunkte an will Gvldmann eine Reihe recht schlimmer Tage Lurchgeinachthaben. Als. die Ortsbehörden von ihm verlangten) Ms. W. ׳W.!-gchörWer;Wesse:lMtimire) will: er ihnen seinen ameMMschiM^Äust^spM^Mit; dem er sich wohlweislich :vor! seiner Abreise nach Europa versehen, behändigt haben. Dü indessen kein Mitglied der Ortsbetzörden Englisch verstand, und Gvldmann:weder der russischen,, noch der .polnischen - Sprache mächtig war, so war -es unmöglich, -zu - einer wünschenswerthen Verständigung zu gelangen. ״- :;; -! :7 Als dann' Goldmann auf der Wiederherausgabe, seines Gastes bestand, hat man ihn nach seiner Behauptung ohne Weiteres gefesselt, und m's Gefängnis geworfen, indem man ihn beschuldigte, dass er aus der russischen-Armee desertirt sei. -Zu diesem Schüfe habe man den Nachweis zu erbringen gesucht dass sein wahrer Name Israel Joel Schwartz sei/Als indessen dieser Nachweis nicht gelungen - sch habe man die gegen ihn ן wegen Fahnenflucht erhobene Anklage ׳ fallen lassen, ihn aber; alsdann des Schmuggelns beschuldigt. Nachdem ׳manihm sein j ganzes Geld und seine sämmtlichen Werthfachen abgenömm'en,! hohe man ihm 24 Stunden Zeitgegeben, zur Vermeidung) weiterer Unannehmlichkeiten russisches Gebiet zu verlassen. - -! - ׳ Goldmaun kchxte so schnell wie möglich - nach New-Iork; MÄlk m!d wandte sich mit einer Beschwerde über die ihm in - Rußland zu Theil gewordene Behandlung an das Staats- : Departement in Washington,!das auch im Jahre 1889 eine; Untwsuchung Ln dem Falle anordnete. Volle drei Jahre zog) sich die Sache Hin und wurde schließlich gänzlich fallen gelassen,! da die russische Regierung auf ׳Grund gefälschter Papiere, so! behauptet' wenigstens Goldmann, den Nachweis erbrachte, dass : er chatsächlich aus der russischen Armee deserttrt -und dass seine! Jdeutttüt mit Schwartz durch die eigene Mutter festgestellt; worden sei. 7 .-7 .7 : : j GochMaüws Anwalt will jetzt im Stande sein, nächzuj weisen, dass die ganze Sache gegen seinen Klienten von den; russischen Behörden abgckartet und dass. die׳ Ver. Staatenj Regierung durch gefälschte Dokumente hinteres Licht geführt; wordewffei. Aus diesem Grunde will der Anwalt denn auch: darauf bestehen, dass der Fall von Neuem ausgenommen und j der Schadenersatzprozeß zum Aüstrag gebracht werde. 7!:/;;". Littrratur. Culturstudieu Lbrr-das Iudrrrthum von Nahida Remy sLaMus), Berlag vM.Dn^.Dun1tzpLinHerlin.: 5 Mk. — ״ GrüläWches Süldium WaMWtHiebe׳ und -BegeistMng für alles Gute und Schöne hat hier ein Werk geschaffen, welches Mer das JWenthüm Helles Licht verbreitet und nicht nur dem FjMstcheuÄen angenchme BelehruW bietet, sondern auch auf den jüdisch geLAdeteu Jüden geradezu herzerquickend wirkt. Bon allen Seiten wird die!Forderung laut, gegenüber - den vielen maßlosen Verhetzungen. und Verlästerungen des Juden- Hwns das Selbstbewusstsein OK Juden zu wecken und zu Hsbem- ׳WohM-׳.dÄnl-:׳-Die>Cnttürstudien bieten das!beste .MttÄ: däM Ich glaube/ nicht>dass eß je, einem Juden einfallen wird, in dem Worte Jude eine Beschimpfung׳zu erblicken, sobald er-dieses Buch gelesen hat. Viel inniger:wird er dann vielmehr 'seinen׳Dank;GÄ1;;abstallen/Mss?er:/Lhn!. als Juden -geschaffen. 'Die Verfasserin! denkt viel. bescheidener!von ihrem-Buche, wenn sie Seite 234 schreibt!: ״Wie reich whrde ich mich belohnt sehen, wenn. dieses Buch in einigen erkalteten Herzen neue - Wärme für - die Religionder. Vorfahren anfacht'e! Hat sie doch auch mir/ der-Christin)! durch das Studium ihrer Lehrer und Propheten unendlichen,; geistigen. Gewinn und Genuß gebracht" — Schon der eine Satz könnte uns stolzes Selbstbewusstsein einflößen: ״Meines Wissens. ist zu keiner.׳ Zeit irgendeinem - Volke.eingefallen,!seinem Schöpfer für Empfang -von Unterricht zu danken. Der In d e .allein dankt Gott für seine Erziehung, und.Belehrung. ״ S.: 3. Das ganze Capitel übertägliche- Andacht der Juden .ist. eine begeisterte und begeisternde Lobrede ׳ auf das Judenth'nm. Für den von Ignoranten viel: verschmähten Talmud-! hatdie Verfasserin folgende - Worte: -Es, ist׳ eben eine. Schatzkammer, die /für Jeden,;, der: ehrlich in-.ihr sucht, in Hülle und Fülle köstlichen Schmuck darbietet zur Verschönerung und Veredelung .des inneren Lehens." S. 24t — Der: hebräischen Spräche ist ein ganzes Capitel gewidmet,! welches ich am liebsten ganz wiedergeben möchte zur besonderen Beherzigung für Rabbiner - Und Religionslehrer,-aber auch für )manchen Cultusvorsteher, dem die hebräische Gebetsprache ׳- lästig .-4 weil unverständlich ist.: Ich hege jedoch:die^Hoffnung, hass jntine Zeilen' die Bekanntschaft mit dem ganzen trefflichen Buche bei gar! Manchem ver- Mitteln wird, und die werden es gewiss nicht bereuen, ein solches Mittel zu השם VN's) in ״Händen zü haben. .Nur noch ein Wort' - eines׳ /berühmten, christlichen Theologen, welches Verfasserin aus ,Semiten ^nd^ Jndogermaiiene! von Gran ciürt, möchte ich hersetzenc ״Alle anderen Völker, soweit sie nicht von Israel gelernt haben,- sind so tief in die Sünde hineingerathen, hass sie aufhörten zü wissen, wasSünde i st. -^4- Gewiss ein Jndenknecht dieser! Herr Gran. 4 . Dr. Kahan, Rabbiner in, Waidhofen ä. d. Th. - Kieme Chronik. Wien. Sr. :Majestät der K aiser hat den Colnponisten Carl Goldm ark durch Verleihung des Ritterkreuzes Ds Leopold-Ordens ausgezeichnet. M! .7 Wien. Der Verein ),Ferienheim" veranstaltetes am 4 October anlässlich des.Namensfestes Sr. Majestät des Misers im. Ballsaale Ronacher ein Kinderfest für die aus denMerienkolonien heimgekehrten 340 Knaben und Mädchen. Nach dem Einmärsche dK Kinder, wobei die Knaben in kteidsamen'Uniformen und strammer militärischer Haltung vor dem Publikum defilirten׳, hielt ein Mädchen eine schwungvolle Ansprache,; in welcher der Dank für die Gönner des Vereines zum Ausdrucke gelangte. Hierauf folgten verschiedene Vorträge und . Productionen, die von: den zahlreichen Gästen lebhaft applaüdirt wurden. Zum Schluffe wurde die Volkshymne abgesungen und hierauf den Kindern eine Festjause verabreicht-. Baden bei WiLN» den 5. October 1896. Gestern um 1 Uhr Mittag war -her Landaufenthalt des Herrn David :Ritter v'vn G NttMann der Sammelplatz einer illüstren -Gesellschaft, welche der; Vermählung des ' Frl. Helene von Guttman mi t d em Attach6 d ör ita 1 ienijchen Botschaft in Paris,Herrn Dr. jnr. Victor Grafen di- Carrobio, beiwohnte. Diejugendliche Braut würde von ihren Eltern, .. Herrn David Ritter von Guttman und Frau Sophie vonWüttMann, und Oer Bräutigam! von feiner Mutter, Frau Gräfin Elisa di Carrobio, geb) von Jacur, und seinem Onkel> ' dem ' italienischen- Parläments-Deputirten Herrn von Jacur,. zum Traualtar geleitet. Den Trauungsact vollzog Oberrabbiüer Dr.׳ Güdeman-n - im Beisein des - Badener Orts- Rabbiner Dr. Reich. Herr Dr. Güdemann schickte dem eigentlichen Trauungsacte eine geistvolle Ansprache voraus,- in deren Verlaufe : er. Veranlassung nahm, aüf-' -den -weftbekannten jüdischidealen Familiensinn der Eltern der Braut hinzuweisen und dem Brautpaare empfahldiesen׳ heglückenden Gesichtspunkt auch in senrem üMm;Hause/M beachtÄt^weil hievon-die-BeMndüütz