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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-10-01 · Heft 23 (1.10.1896) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 23 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ä 25T j _ Gesterreichisch-ungarische Lantorerr-Zeilung SeiieH^ lveW m eEner-MsKuntern^n-EinwiMug auf ihre Glaubensgenossen ünd'5 in :mh~\ wirkungsvollen, bekämpfenden Abwehr AM'^Mn--besMde-Was'DLen!die Ehre des Mischen Namens, gegen Neffen Moral, gegen dessen historische Bedeutung und gegen dessen Stellüng im Völkerleben v'erlogen und verleumderisch zu Unserem Ruin vorgebrach und verbreitet wird; ich' erachte es als Fehler, diese-Kräfte, deren Wissensschatz und ' die Persönliche. Eignung dieser Männer.brachliegen zu lassest und uns unserer berufsmäßigen VorkärNpfer zu begeben. Frei von jedweder -verhetzenden Tendenz, ganz ungleich' den-uNwutdigen Erscheinungen, denen wir auf dem feindlichen Kampfplätze nur zu oft begegnen, könnten unsere Rabbiner durch belehrende öffentliche Vorträge ihre und des Judenthums Würde bekunden Und der ׳Lüge, dem Mißverstände Wahrheit spendend und. fördernd entgegentreten. . Wohin soll unsere Passivität noch führen? . :, Mit Entrüstung und Beschämung folgen wir den Erscheinungen der letzten Tage. Da wird ein reactionärer Katholikentag' , von dem Statthalter in Salzburg, ein direkt antisemitischer Bauerntag von dem Niederösterreichischen Statthalter begrüßt und in beiden Fällen den Zielen und Bestrebungen Erfolg und Gedeihen. gewünscht, : Und was geschieht? Auf diesem' Bauerntage werden wir in demselben Rathhause, dessen Hauptportal mit dem! Reliefbildniße unseres vortrefflichen Architekten Fleischer als eines-hervorragenden MiterbMers geschmückt ist, ״Fremdlinge". gescholten und an derselben Stelle, als der Genossenschafts-- tag mit . der Jauche antisemitischer Beredtsamkeit überschüttet wurde,'als ״Feinde" stigmatisirt, deren man sich erwehren müsse. Warum, haben wir noch sticht versucht oder gewagt, einen ähnlichen österreichisch-israelitischest Gemeindetag oder Notablen- Congreß einzuberufen, um auch der Ehre einer Begrüßung von Regierungswegen theilhaft zu werden, und unsere Gesinnungen zu demonstriren? (Lebhafter, anhaltender Beifall.) Sprechen wir es daher als eine ernste Aufgabe der nächsten Zukunft stnS: ' '׳ 6.^ Die«.apologetische . Mission unserer Rabbiner zu' derwirklichen. : ... Der Redner wendete sich hierauf der wirthschaftlichen Lage der Gemeinde zu, verglich dieselbe mit der Berliner Gemeinde und stellte als 7. Programmpunkt auf: ״Feststellung und Erhaltung des Gleichgewichtes im Haushalte der Kultusgemeinde". Mit der Aufforderung an die Wähler, von den aufgestellten Prinzipien sich bei der Neuwahlleiten zu lassen, schloß Dr. Fiallas eine mit vielem Beifalle aufgenommene Rede." Es liegt gär nicht in der Tendenz unseres Blattes, irgendwelche Wahlpolitik zu treiben, unsere einzige Ausgabe besteht darin, ohne Außerachtlassung des allgemeinen Wöhles, die Interessen unserer College» zu vertreten, und darum haben wir nur den einen Wunsch, dass der neue Cultusvorstand die Bedeutung des Cantorates für den jüdischen Gottesdienst gebührend würdige und niemals vergessen möge, dass ein Cantor es gewesen, der in Wien einen Mustergottesdienst für die ganze geschaffen und in so hervorragender Weise mitgewirkt hat, um dieses ehrwürdige, jüdische Gemeindewesen zur Höhe seines Ruhmes zu führen. . 1—2. Pädagogische Aphorismen aus dem Talmud und den Midraschim nebst Parallelstellen aus der Bibel und aus Schriften moderner Pädagogik. . Von Israel Sing er. autor. Rabbiner, Religionsprofessor am Obergymnasiunr zu S. A. Ujhely. (Fortsetzung.) Nachdruck verhüten. ״Welche Frau ist alt?" Auf diese Frage haben die Talmudgelehrten verschiedene. Antworten gegeben.. Die Einend, sagten: alt ist jene Frau, ,welche ihre, Nächstbekannten für alt ׳ erklären. Andere wieder meinten, alt. sei diejenige Frau, , die . man Mutter, Mütterchen: nennt, ohne dass sie sich dessen, schämt, r oder die bei diesem Zurufe nicht aufgeregt wird. (Tr. Nidah^ 9.) Der Jerusal. Talmud bemerkt in Tosefoth daselbst hiezu 1 sehr treffend: ״Jede, die würdig ist, dass man sie Mutter nentze." Die erste Ansicht hat blos eine rituelle Beziehung, aber die anderen Antworten enthalten aucheine höchst wichtige pädagogische Lehre, wie dies die angeführten Worte im Jerusal. Talmud genügend bekunden. Denn nur eine wurUge Mutter wird sich, wenn man ihr diesen erhabenen . Ehrennamen zuruft, nicht schämen, und nicht zürnen, sondern vielmehr daMiA Freude7 empfinden; aber eine Unwürdige, d. h. eine solche״ dre diesen Namen unverdient führt, indem sie in sündhafter Weise ihre: heiligen Mutterpflichten betreffs der Kindererziehung äußer Acht lässt, die mag hierüber zürnen und vor innneren .Borwürfen erröthen. /' . ״ ד־ ל ״Der verzeihlichste, nein, nicht der verzeihlichste, sondern der schönste, der rühmlichste Stolz des Weibes find ihre Kinder."^ (Dieter) ״Das Heil der Erziehung können verzogenen oder verziehenden Staaten und beschäftigten Vätern nur die Mütter bringen. Ihr aber, die ihr nicht erzieht, Mütter, wie müM ihr euch eures Undankes für ein unverdientes Glück schämen, vor - jeder kinderlosen Gattin, und erröthen, dass eine Würdige nach dem Himmel seufzt, den ihr, wie gefallene Engel, verlaffen." (I. Paul.) Dass schon der Talmud die erste Stelle in der Kinder-, erziehung den Frauen, resp. den Müttern angewiesen hat, ist. aus nachfolgenden Worten zu ersehen. Er sagt in seiner Bilderspräche:.Als Sicherstellung, dass Israel die zu offenbarende Lehre erhalten wird, nahm Gott, die Kinder an. (S. Nr. 9.) , Jedoch bevor Gott die Thora gab, befahl er Moses folgendes: - So sollst du dem Haufe Jakobs sagen תאמר und den Söhnen Israels ankündigen 2) .ותגיד. M. 19. 4. u. s. w.) Hiezu bemerkt der Talmud, dass unter Haus Jakobs hie Frauen zu verstehen sind, denn die Frau ist das Haus, (s. 21. Nr.) und von diesen ist''die religiös-sittliche Erziehung der Kinder, die sie zur Sicherstellung für die Einhaltung der ihnen zu offenbarenden Lehre gaben, abhängig. Ferner bemerkt er, bei den Frauen wird »sagen" anürott rnkott eine weiche, sanfte Sprache angewendet, weil die Mütter sich gegen ihre Kinder einer sanften Sprache bedienen, über gegen die Männer wird ״ankündigen" deworimt koschim kegidin harte Drohworte, gebraucht, gleich ihrer harten Sprache gegen ihre Kinder. (Midr. Jalk. 1. Nr. 276 u. Raschi z. St.) ״Wenn die zärtliche Stimme der Mutter; die Annmth ihrer Geberde und ihr sanfter Blick in das Herz des Kindes dringen, so flößt hingegen die männliche Stimme des Vaters, sein Ernst und sein strenger Blick in schwierigen Fällen ihm Achtung ein und zwingen es zmn Gehorsam." (Aimä Martin) ״Wohl den Kindern, deren Vater nicht zu ernst und deren Mutter nicht zu freundlich ist." (Dieter) Die Pflichten der Mutter gegen ihre Kinder find die körperliche Pflege und Beförderung der physischen und geistigen Entwicklung der im Kinde vorhandenen Keime und Anlagen, bis sie sich selber erziehen können; Zur physischen Pflege gehört in erster Linie nach dem Talmud und den Pädagogen nebst .äußerlicher Reinhaltung des Kindes, dass sie ohne Gefährdung ihrer Gesundheit ihr Kind selber säuge oder Me; besonders -wenn das Kind sie schon kennt und von keiner Fremdemsaugen will. Der Talmud rechnet dies auch als einen Genußfür die Mutter und behauptet, dass ein blindes Kind, seine Mutter unter mehreren Frauen an dem Gerüche und dem Geschmacke .der Milch" erkennt. (Tr. Ketub. 59— 60.) »Wird denn em . Weib vergessen. ihresKindes und sich nicht erbarmen des Kindes ‘ ihres Leibes. (Profit Jesaja 49. 45.) ״Auch Drache« reiche«

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