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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-10-01 · Heft 23 (1.10.1896) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 23 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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W, 23 Seite A. -. MAWH7ein MliflM jüdischM JMerM stndet daduxchL seme^MDige,!nächhaMe WrdeWM v״;;/!. ■:/^Wcrch^eWMermchmMHr^MitgWeyahi:desrVorstmche^ Mxd natürgemäß!einev aMrvrhenfllche- --Md:!KtzA: liefung "Kes Interesses an den GemeiudeangesegenhMen;bewW^ deffeu BettbMg wir gerade!ich-unseren-Zeitläuften nicht: dringend gechig änstreben können; je größer — innerhalb vernünftiger: Grenzen —. der Kreis geeigneter Männer ist, welche an der Gemeindeverwaltung^-. Mitwirken, desto mehr berufene -Vertreter u!K Vertheiöiger besitzen wir, dafern dieselben ihrer Mission geAM!werdtn,' desto zahlreicher werden die' Glaubensgenosse weiche sich für jüdische Zwecke zu begeisten vermögen^ (AllseMge Zustimmung.) ־ ׳ ׳ : Mit dieser den oligarchischen Charakter darstellenden Frage imengsten Zusammenhang steht das plutokrgtische -Moment unserer^ :Gemeindeverfassung, vermöge dessen die Wahlberechtigung der- . Gemeindemitglieder von einer minimalen Steuerleistüng jährlicher zehn Gulden abhängig gemacht wird. Schon in der vorbereitenden Commission wurde der Ruf laut nach einem Minimalcensus von fünf Gulden, — er verhallte׳ unter budgetären und vermeintlich Humanitären Bedenken, die sich noch lauter geltend machten. ׳ Wie ich vermeine, irrthümlich, mit Unrecht! Auch hier, präponderirt und entscheidet ein höherer Gesichts- Punkt, und zwar wiederum die Heranziehung eines neuen, großen, unmittelbaren Jnteressenkreises für die Angelegenheiten der- Gemeinde. All' die vielen Hunderte, welche von jedweder Cultussteuerzahlung ausgeschlossen sind, stehen fern undfremd den: Schicksalen der Gemeinde gegenüber, ja sie halten sich nicht einmal für berechtigt, ein Interesse an den Angelegenheiten der׳ Gemeinde zu bekunden. Die selbst geringe Steuerleistung ist ein neues Band, welches sie mit ihrer Gemeinde,' mit den anderen., Steuerzahlern verknüpft und sie des demüthigenden Gefühles enthebt,' zu jenen Armen gezählt zu werden, von'denen man nichts ׳ verlangt - und-denen die Gemeinde allenfalls Wohlthaten und Unterstützung gewährt. ׳ Und dennoch können und wollen gar Viele die Fünfgulden-. steuer. leisten, und ich schätze das Ergebnis hieraus — auch, finanziell — für viel größer, als die Gefahr׳ der Verlockung , für derzeit höher Besteuerte. (Lebhafte Zustimmung.) Wenn die Motive des Statuts von׳ der vermeintlich Humanitären Auffassung ausgehen, dass Derjenige׳, dem 10 fl. an Cultussteuer ׳ zu zahlen beschwerlich ist, überhaupt befreit sein soll, so scheint mir dies nicht durchwegs richtig, und es wird zweifellos viele Glaubensgenossen geben, die es unangenehm empfinden, wenn nmn ihnen eine derlei almosenhafte Berücksichtigung zu Theil werden lässt (Lebhafter Beifall), und sollten wirklich Fälle sich ergeben, in denen selbst diese Steuerbelastung empfindlich erscheint, dann liegt es an und in der Art der Einhebung dieser Steuer, Wandel zu schaffen, und es wird sich hierin die richtig aufgefasste Humanität bethätigen. Ich erachte es daher als eine dringende Anforderung an unsere Canditaten und an unseren künftigen Cultusvorstand, dass sie sich zu einer Ausgestaltung des neuen Statuts nach der doppelten Richtung bekennen, dass: 1׳ ׳. Die Mitgliederzahl des Vorstandes unter sachgemäßer Reorganistrung seiner Competenz und Agenden erheblich vermehrt und - 2. das Minimum der jährlichen Cultussteuerleistungauf fünf Gulden herabgesetzt und - schon ׳mit dieser Leistung -das active ׳und:passive Wahlrecht verbunden werde. (Allgemeiner, lauter Beifall). - : - ־-•■--־י>•: Diese zwei grundsätzlichen - Aenderungen unseres.Gemeindestatuts sind aber ׳ auch, abgesehen ׳ von ihren unmittelbaren Wirkungen, in hohem Grade bestimmt und geeignet, einen mächtigen und ׳ nachhaltigen! Einfluß ׳ auszuüben auf die-Art -und Weise,.׳ wie!- der - neu?zu bildende Vorstand seine. Aufgabe -und: :seinen , Beruf״!aufzufaffen!: und -die Dünsche MM dle-ErwaMngM׳:zu erftzllenchabe>n welche: ihm entgEenzubUngeNüMi^Miener^Juden--: schafk einxnatj'lEches.; und.;endliche EMlluW.heischendesKHt Hat.1 - W)MWenner-nichdundMM׳and?wird ffiH dieserHrjenntznis ׳ wMMAen, daß, hexKoMand der EuftnsgeWinde eine admim-!sftative. ^WexHatz M, derM CompeteW nM nur gesetzliG!die Natur ihres Berufes! ן KgebM äeqKMMe HMuug djeser mit dqm freiwillig -iMGÄM iU-derMMM..fMD«rDndlich» daß sie zu chrem be-! sonderen Posttttate.gegMD^eineW^ÄLwerber um das Mandat!garnjchterhoben zu werden brqucht.! , Mvch damit ist die ernste -und inhaltsvolle Mission des EMißMrstandss bei weitem nicht erschöpft, j ')■ - Es ist eine Matte und gerade in unseren Tagen — aller-! dings dem Gepräge dieser traurigen GeWywqrt entsprechend —.! bestätigte Wahrheit, dass nicht:der todte Buchstabe des Gesetzes!und nicht der äußere Rahmen eines bestimmte Wirkungskreises!für-desstn Anwendung und Ausfüllung — vielmehr nur der Geist und die Aufsaffung -entscheidend ׳ist, mit welchen mau das:! Gesetz durchdringt״ kraftwelcher, man - den äußeren Rahmen mit ׳ :Inhalt und Leben erfüllt. - Ist dieser Geist gut und edel, selbstlos und hingebungs- -voll, muchig und .selbstbewußt, .streben dessen Träger nach;idealen!Zielen,..-Mt demn siechre Mission׳ erhöhen und verklären,!dann Hindert auch nicht das starrste Gesetz und. nicht der engste?Rahmen weit über die positive Satzung und Aufgabe hinaus j Großes und Dauerndes zu leisten,: Schönes und Dankenswerthss!zu vollbringem (Stürmischer Beifall.)! . Und da komme ich aus einen Punkt, der - in den letzten! Jahren das allgemeine und schmerzliche Befremden und Miß- :fallen der Wiener und wohl aller Glaubensgenossen wachgerufen ׳Hat. Schwerlich entbehrt wurde an dem Vorstände des größten!jüdischen Gemeinwesens, -innerhalb dessen Marken der Anti-!semitismus die wüstesten Orgien feiert,: in' all den Jahren unserer neuesten Leidensepoche eine offene, erhebende Kundgebung «des Gemeinsinnes und Gemeingefühles, welche der bedrängte!Wiener .Judenschaft den ermuthigenden Beweis dargeboten hätte, MsE ihr Cultusvorstand in WirMchkeit sich als ihr Vertreter -!fühle, um den sie sich hoffnungsfreudig fchaaren und der ihr das! Gefühl der Vereinsamung und Führerlosigkeit zu benehmen Vermocht hätte. ' Man vermisste schmerzlich jedwede Kundgebung gleichen Empfindens, des Mannesmuthes nach oben, des Zusammenschlusses: nach unten, und doch besitzt die österreichische Judenschaft keine andere legitime Repräsentanz als die ihrer Cultusvorstände, keine anderen officiellen Wortführer als jene, welche ihr Glaube und ihr : Vertrauen an die Spitze ihrer religionsgenossenschaftlichen Verbände zu berufen pflegt. Fern sei von mir die Ungerechtigkeit, diese Erscheinung etwa aus die einzelnen Persönlichkeiten zurückzuführen, aus denen der abtretende Vorstand zusammengesetzt ist. Ich vermeine vielmehr, die Ursache theilweise mindestens in dem äußeren Umstande erblicken zu sollen, dass wir schon seit dem Jahre 1890 keinen gewählten Vorstand ׳ besitzen, vielmehr blos ein durch Verfügung der Regierung eingesetztes provisorisches Verwaltungscollegium,; dessen Function mit dem bevorstehenden Jnslebentreten des neuen,Statuts erlischt. Alle Ehre und-Anerkennung diesen.vortrefflichen Männern, ihrem Eifer, ihrer Thätigkeit und ihrer Pflichterfüllung, kraft deren sie das neue Statut uns als ihr Vermächtnis hinterkaffen; in ihren Glaubensgenossen jedoch, in der Gesammtheit der Gemeindemitglieder suchten sie nicht die Wurzeln ihrer Kraft und fanden deshalb auch nicht das Bedürfnis oder die Entschlossenheit, fürsie thatkräftig einzustehen und ihnen zu werden, was der Cnltusvorstand eines so mächtigen Gemeinwesens seinen Genossen sein soll: Anwalt, Vertheitiger, Führer! (Stürmischer Beifalls - ׳Und wenn wir dem künftigen Vorstande diese erhabene;Mission vindiciren und unsere- Candidaten ganz besonders auch unter ׳diesem׳ Gesichtswinkel auf Ihre Befähigung. Unabhängigkeit!WMie Und — last not; leaat — auf ihr jüdisches HerK und j^nvftnden-prüfen werden, ß blechen mirnur: inüHberein-? flimmnng- Wtz - dett . attesten TrOWnew Kdischen ׳ WeKfaffunM-!wMisiü Mmch-׳.-MechWgK:-chÄhßL-.:«M׳, HM׳ -sMoßWi Md jsWHMn״- derMdtznschaft an; die SMe der Gemmde? rgestM lnMden״mickM;Mr, Machst alLiAdministratoren, .Mmchr M

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