Mannheim
Compact Memory

Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-10-01 · Heft 23 (1.10.1896) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 23 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
78% known words query
IRI
…/1304829-3453365-3453388--4634-3459117
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 2. Vefterreichisch-ungakischeLantoren-Zeitung. Nr. 23. GemeiMU» MWBNschKellen-WebKesMDrdPWtz^oß mib bedeu^Wge^Mt,;MM Alli^ ÄnWLsemM DaHHBrüderlich und füßMch zu vereinigen? ׳. r ,! -v-*:־, BM? sMmE^ ^M^^MeDMngM Mr WviWDKnMstwKn und' stz^K?HÄ dem 'JnkraMreten -?des RrtikelsrlV!jenes unserer StaaMrundgesetze, welches die dolle Gewissensfreiheit verbürgt und die Unabhängigkeit der bürgerlichen und politischen.Rechje von de!» Religioilsbekennüüße verkündigt, ist jenem' Träume,' der uns׳ feit dänwks ׳üuifieng, dass.dieser ^gxsMiche, in?der.Aerechtigkeit wie in der Cnltur begründete Fortschritt-den Dämon? des Judenhasses, unterdrücken werde, ein furchtbares Erwachen geftrlgt. Wir wurden aüsgescheucht aus der Zuversicht-; welche uns erfüllte. , und unser Schmerz erscheint uns desto langwieriger und empfindlicher, je kürzer? die Zeit war, während Melcher uns. dieser HossnÄrgsstr'lchl leuchtete. : - Die antisemitische Drangsal, die sich seit mehr denn -15. Jahren wider Ms erhoben, ist grausam in ihrer Planmäßigkeit, pechangnisvoll Ln ihrer Durchführung. Ja, diese Moderne Kampfeswelse überbietet alle Feindseligkeiten früherer Zeiten, indem Alleswas - wir sind und was ׳wir >thunwas wir mnstreben oder.Mterlasien, unsere Ehre, unser Berus, unser, Besitz, Mser VatNand. Unsere' Religion — Alles zum Gegenstände' der gröbsteMVerleumdungentstelltundgefälscht/Älles indiegistigsten Waffen verkehrt wird, um uns systematisch der Vernichtung zuzüsühren. Nnd wie sehr sich diese Kämpse^weise Ms Erfolges zu erfreuen mnd zu berühmen vermag, zeigt der-Umfang, -den; die Merheerung angenommen -hat./ Aus ׳den tiefsten Schichten! der Gesellschaft-sind - diese Feindseligkeiten - und deren - Wirkungen Hinaüfgedrungen dis in - die Höchsten Regionen-des-staatlichen AnMföcmlen -Lebchs — wir fehM hören und -empfinden -sie, vüffDÄen Ln -der- F0M Unddoch - -gleichartigim Wesen-׳ ebÄrso Ln den' -johlenden Kreisen draußen -,vor der LiM״, wie -in den wechevollen Sälen der ׳Hochschulen und äüf den -Fauteuilsder Machchabeüden Männer den Regierungen.- So!-weit ist die-Gut-, wickdrug dieser unheilvollen Dinge Hrdiehen, dassnachdem das große Gemeindrwesen der -MsiimWtMl^WeichMderHeil^chsä^ dieses Geistes Merworfen wurde,., die Befürchtung gerechtfertigt ist, dass dieser Geist auch in Ven ׳gesetzgebenden /KörpWchästien sich eine Mehrheit' seiner Repräsentanten erringe, deren Be- Hätigung Mläbsehbar und unberechenbar/M Und wenn, was nicht zu verkennen- - eine der Äümittelbären Folgen dieser Mißgestaltüng unserer öffentlichen -BerhAlyiße darin besteht, dass wir Juden immer MM und MM aus dem Gebiete des politischen Lebens zurückgedrängtnachgerade verdräng welden. so gewinnt in dem Mäße, als diese'׳Erschemnng mns -bedroht, desw mehr an Bedeutung unsere - Heimstätte, dienoch unsere alleinige, uneingeschränkte DomäneHildet, und unser׳ derzeitige Ausgabe, nunmehr an deren Ausgestältung und Neu Bestellung M schreiten. ו . Die wiMommnne, laugst-erwünschte Veranlaffüng^hiezu Bietet uns das neue Stiüüt fiir dieWittierUMlitische ׳Cultüsgemeittde. Dieses neue Statut ist hervorgegängenäüsMühevollen, ernsten׳ «ach -allen - Richtungen- Hin Umfassenden^Arbeiten ׳des derzeitigen Gemeindevorstandes, die zu ihrer- ׳Vollendung eines Zeitraumes von- MM ׳Äs fünf Jahren bedurften, - eines Zeitraumesder ׳ausgefüllt ist mit der ernsten Sorge des scheidenden -Vorstandes/ feiner ׳Gememde ellvasWefriedigendes ׳und den BeHAMißen WnffprMendes darWNen: ׳ - ־ ׳ ׳ ׳ Wir Msprechen nur׳ einer Dfiicht der Dankbarkeit, wir diesem- Vvrstaride- ^gerade - ängfichts Einzelner söMtz hier anwesenden-lMitgReder-'fiir diesegÄHe׳ Arbeit und - -die wvWerdiente Anerkennung;״'M. nuMsei WilMMestMet/MdiesK^SMüt? aMdiefi EöMrMgen M chlMfenäüsdMenWchFdMemügenfiMWMeuichtMWa emdMWtesWahMgnövMGndsinme.ineMMr^^MgE" keineswegs eine.?Canditatenrede—!!ehmMSie dieMiM! mMe ErkMmg MDenP'W MMdjMlligMWchfWgeKMn zu MWtz hat,HViderMuchrWch!NÄ^u ErÜäWng- ^iMasst-MmHD hieWrch^öMvoMMxeMMDd Unbefangenheitmeiner Worte und^AetiönUM währen MMRh bitte, dieselbe nur in diesem Sinne und keineswegs als׳ Uesier- Hebung.aufzufassen. Wenn ich nun an die BehandlungdesStoffes -selbst »reite,,M? »verde ich. Hier.fiMbesondere -nur jene -Momentes -einex Betrachtung ׳ unterziehen, welche das fundamentale. Wesen und den principiellen Charakter dieses Statuts, und-der durch dasselbe begründeten neuen Gemeindeorganisation betreffen- — init-Hiifi ansetzung aller Details, deren Besprechung anderen Gelegenheiten Vorbehaltenbleibenqmöge.; ' 'Die erste Frage betrifft die Art und den. Charakter dieser neuen Verfassung, die uns unter Sanction seitens Her Regierung nun als Gesetz gegeben wurde und die wohl auch einer: bestimmtes staatsrechtlichen - Kategorie einzureihen sein wird, /durch tvelche ihr Inhalt und ihre Natur gekennzeichnet erscheint. Die Antwort muß meines? Erachtens dahin lauten, dass diese auf dein Principe der,׳Autonomie beruhende Verfassung eine oligarchisch Plutokrätische ist. '-/■׳ ,־־i - - Schon die Nennung dieser zwei schier anachronistischen^ Begriffe und zumal deren. Vereinigung regt den. Widerspruch -und den Wunsch nach -einer Aenderung an, welcher durchaus miMftLrgezid - eÜMMsietheit.?oder dem Geisteder?VerneiuWg, vielmehr dem pflichtmäßigen Bestreben entspringt,. aus dem etM vorhandenen Guten das Bessere herauszuentwickeln.?Das Migarchische Moinent drückt sich insbesondere in jener BMmWM..des-Statuttz^Ms,...Mch.e..yls,dM.Mzjge..bMchMde, beschließende und vollziehende, als das omnipotente Vertretungs- und Verwaltungsorgan der Cultusgemeinde deren Vorstand :rchrnürt;MMWnsMefi gleichwohl?auf die Zahl von nur? 24 Mitgliedern beschränkt.! Aus dem dem Statute beigegebenen -Molivenberichte ist zu :ersehen,, dass die Frage Megen der Anzahl der- Vorstands- ^mitgküder? auch in .dein Schoße jener Commission Grörterung fandwelche mit der Ausarbeitung des Statutenentwurses?betraut war, .— und gerade die Anschauungen, welche da zum?gelangten, zeigen,, dass dieser-Punkt einer Remedur dringend bedürftig, ist. Wenn als -entscheidend der rein technisch-manipulative -Gesichtspunkt. angeführt wurde, dass für einen Verwältü'ngskörper, der sich auch-mitder Erledigung der -,laufenden Geschäfte" .zu befassen hat, die Zahl von 24 Mitgliedern sogar eher .zu -׳groß üst, so - mag dies für einen' geschäftsführenden -Ausschüss feine volle -Richtigkeit Haben, — ich aber muß bestreiten, dass?der das Wohl und -Wehe der -Gemeinde -beherrschende Cültus-?Vorstand -auf das-NiveauZeines solchen Ausschusses herabgedrückt werden /dürfte. (Lebhafter Beifall.) , : Der bureaukratischen Rücksicht für die Methöde der.Be- Handlung-Her; communälen Tägesgeschäfte konnte und föllte nicht das - oberste. Princip?der rGeMeindeverfassung untergeordnet werden, welches nach einer weitaus größeren Anzahl von ׳Re- Präsentantenverlangt,: die?nicht mm der gewohnten -Amts- und;Geschäftsordnung willen-ferngchalten werdendürfen. , - . . »Hier-!warMrdüstmnschwerdurch eine Theilung der-Gewalten -WdEompstenzen-äbzuHelfen׳,- ^wie dies ja auch-imdemWaküte chürch iSchaffnng..dWffiebMKchrLgell-?Vertretercollegiumsjedoch 4n.derMnzuläüglicheAWeise; geschiM, dass ׳ d asselb e-d emBorstanö e entnommen r -wird,;;dessen - numerische: Dürftigkeit ab er- -trotzdem mitchenj ״laufendell-Geschästen^ gerechtfertigt werden soll? - .?>.,? ״!■;-Meithöhere.?Gesichtspunkte? sprechen' hingegen sür^dessen -MsgisbigeMbvmehrttng.? - -- / // / /? י , s- > /;HnvÄrdekst ivevbietehchie-Werechtitz^eltudieIMünopEstrüng derW^chtiMÄdencHänden vdchäktnißMäHigWMiger/wöV'dexyl BMrst /rfedöch -:Mag Ätte^Mersönlichsr BsneÄuüg /?Raum. | Ovdem MblLMr SM Ändec?ThaffAche- Mss׳,mnftr ÄMigsW■j: M chiesE MLchtMenrMrgelegNchÄt Bie MNtjasivLÄWgriffenrW,' Eerschrint.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.