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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-10-01 · Heft 23 (1.10.1896) · page 1

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 23 (1.10.1896)
Date
1896-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Qesterreiehisoh-ungarischö Redaction «..Administration Wie», 2Novaragasie 27.; IC* k. österr. ^)ostsxarcafse Lh«ck-Lonto Nr. 635,240. Inserate werden billigst berechnet. Manuskripte werden nichtretoürnirt. * y C entral *Org an fiir die InkereMn her Cmrtoren und Cuttusbiemnten. x sch e i n t j e d e n z e h n L e n S « s- Begründer: ObercaNtor tsvod Lauvr. Wien» 1. Ortobe r 189b. PränuinerationS-PreiS. FiirEM»tore>rr«.CttltnsbrLrnt» iw V-sterrvich-Nng««» Ganzjährig . . . . st. 5.— Lalbjäürig ...... st. »L» FiirTan1vrr1rn.Cr»lt»sbe«mtv inr Ausland! Ganzjährig.10 5BN§Ä. oder 5 Rudel. Fiir Privat» und Instilul» Ganzjährig . ... st. K.— Abvinrrrnents- ». Insertion«- ׳ betrag» fnid irr Wir» zaWrar. Mit heutiger Numrnrr beginnt das 4. NuarLal des heurigen Jahrganges und ton* ersuchen höfischst um umgehende Erneuerung des/Adonnements. Die Administration. Nus der Wiener Cullusgemeinde. ׳; >Jmden4üMen MMndM^gW^es^uL.ZeiL.der hoherü -.FestesnebenA^Mmennr^besöstdersdrennenden Tagesfragen wohl' kein Thema, das mit so viel Eifer und mit so großer Leiden- Waftlichkeit discutipt würde, wie die Cantvrfrage: Es ist dies : eine alte Gepflogenheit, die immerhin beweist,. welche . hohe ׳ ^Bedeutung von jeher der cantoralen Function, im jüdischen -; Gottesdienste beigemessen wurde, und wahrscheinlich darauf zurück- . znsühren ist, dass die innige Wiedergabe der traditionellen Melodien sich stets als ein mächtiger Hebel zur Förderung der Andacht -erwiesen hat. In den kleinen Gemeinden, wo leider ein öfterer Wechsel in der. Person des Cantors. eintritt, erhebt, sich fast alljährlich nach dieser Richtung ein Widerstreit, der Ansichten- und .nicht selten kommt cs vor, dass der Friede und das Gedeihender Gemeinde von dermehr oder minder glücklichen Wahl des Cantors bestimmt wird. Die großen Gemeinden, hingegen, wo .sich Alles in festen Geleisen bewegt, bleiben.zumeist von derlei Aufregungen verschont, und nur selten schafft der Zufall, eine - Cantorfrage, wie. dies im heurigen Jahre auch in der Wiener Cullusgemeinde der Fall war. Kurz vor den hohen Feiertagen erkrankte der Obercantor an der großen Leopoldstädter.Synagoge, und es wurden, trotzdem die Erkrankung eine günstige Wendung, nahm, Zweifel laut, ob der Wiedergenesene den grdßett Anstrengungen, welche die cantoralen Functionen an den Festätzen mit. sich bringen, gewachsen sei» werde. Es war jedenfalls eine löbliche Vorsicht des- Cultus- Vorstandes, dafür Sorge?zu tragen, dass der, Gottesdienst am Rosch-haschonoh und Jom-Kippur einen ungestörten Fortgang nehme, wenn wir aber die diesbezüglich getroffenen Verfügungen in's Auge fassen, müssen wir offen bekennen, .dass wir dieselbe»; nicht;billigen können. Zur Vertretung, des ersten Cantors ist zunächst der zweite Cantor, berufen, und speciell an der Leopoldstädter Synagoge, wo die zweite Cqntorstelle von einem längjährigen, allgemein beliebten unp in der Vertretung des ersten . Cantors. wohl, versirlen Functionär versehen wird, war es: um -so weniger, nothwendig, durch Heranziehung einer drittest.in der? .Gemeinde und deren Liturgie fremden Person.den zweiten Cantor zurückzusetzen. Es handelt sich nicht so sehr um die. einzelne' : Function, dader QbeMmtor ja ohnehin fast ganz seinen Dienst verrichten konnte, Stellvertretung sich nur (tuf # Minimum beschränkte, es ist vielmehr, abgesehen von jeder Person, Pie vom Vorstande herbeigesührte principielle Erledigung der Frage, wem nach Recht und Gepsiogenheit die Vertretung des ersten Cantors zukömmt, gegen die wir,uns, als ein die Interessen her Cantören wahrendes Organ, wendW-müssen. In früheren Zeiten wäre ein solcher Vorgang nnmöMch. gewesen, schon darum, weil es üblich war׳ in allen wichtigen,eantoralen und gesanglich liturgischen Fragen auch das Votum der ersten eantoralen .,Funcstonäre zu beachten, ein Usus,׳ der leider abhanden gekommen ^rstnW zu unieremBeEKW'MW'M'Ven^neuen Statuten der Wiener Cultusgemeinde, -so viel Unwesentliches sie anderseits enthalten, keinen Ausdruck gefunden hat. . Man wirb uns vielleicht einwenden, dass wir in naturgemäßer Vertretung der Cantoren einen einseitigen und subjectiven Standpunkt - einnehmen, aber wer dem Gottesdienste im Lcopoldstädter Tempel an den hohen Festtagen beiwohnte und auf die daselbst lautgewordenen Stimmen aufhorchte, der konnte .wahrnehmen, dass die Mehrzahl der Gemeindemitglieder unsere Anschammgen theilte und es namentlich mißliebig ausnahm, dass der. durch-das unglückliche Experiment nothwendig gewordene, öftere Personenwechsel vor der Bundeslade einer Rollenvertheilung im Theater frappant ähnlich sah und auf die Andacht störend einwirkte. Mit vollem Rechte wurde da die Ansicht vertreten, dass der Schulchan in einer Synagoge der Wiener Cultusgemeinde ein viel zu ehrwürdiger und vornehmer Platz, um auf demselben Experimente zu machen, und dass die Gemeinde bei ,ihrer mißlichen financiellen Lage diese Auslagen, die ihr die .Stellvertretung׳ verursachte, wohl hätte ersparen können.; Wenn wir es auch als unsere Pflicht erachteten, diesen behauerlichen Vorfall an der Leotzoldstädter Synagoge öffentlich zur Sprache zu bringen, so liegt es uns dennoch vollkommen ferne, denselben zu irgend einer. Aktion gegen den Cultusvorstand auszunützen, dessen anderweitige Verdienste wir gerne anerkennen. Es gährt ohnedies genug in der Wiener Cultusgemeinde. Die .Neukonstituirung des Vorstandes auf Grund der׳ neuen Statuten soll Ende dieses. Jahres vollzogen werden, und überall werden bereits eifrige Wahlvorbereitungen getroffen. Eine bedeutsame Kundgebung nach dieser Richtung erfolgte jüngst in der General- Versammlung des ״Politischen Bolksvereines", woselbst sich der -Obmann des ,Vereines, Hwr Mr. Hermann Fialla, über die Mission des neuen Vorstandes folgendermaßen äußerte: T ״Wohl: in keinem ernsteren Zestpunkte, als dem gegenwärtigen. tonnte die Losung jener wichtigen:Aufgabe an uns :herantreten-: welche uns heute hier versammelt. :Ringsum: von Seindest umgeben^ sollen.wir daran schreiten, rmserHaus, unser

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