Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 22 (13.9.1896)
- Date
- 1896-09-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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H; li L■ p r Seite 4. Gesterreichisch-ungarische Lantören-Aeitüng Nr. 22. Len Fond haben, keine Gnade, die eine - Stiftung von wenigen Gulden. gewahren kann. Nach langen und vielfachen. Unter-; Handlungen gelang es der einmüthig dastehenden Lehrervereinigüng, dass die Lehrer ihre Beiträge leisteten, und der Fond konnte seine Thätigkeit beginnen. Da geschah es nun, dass die Repräsentanz der böhm. Landesjudenschaft aus den! freigewordenen Dvmesücalfond abermals aus Anlass des 46-jährigen Regierungsjubiläums dem Pensionsftinde 46.000 fl. widmete, so dass der Fond heute die Höhe von 91.000 fl. erreicht hat. Ueber die neugespeudeten 40.000 fl. entwarf die Repräsentanz einen neuen Stistsbrief, der aber von der höhen k. W Statthalterei zu Prag nicht genehmigt wmde, sondern es kam der Auftrag, die Lehrer sollen selbst zuerst einen auf dem - Vereinsgesetze basirenden Penstonsverein begründen und die Repräsentanz soll mit ihrem gewidmeten Beittage von 47.200 fl. den Verein be- oder züstiften. ' - - - -Den Schwerpunkt der ganzen Action sollen also die Lehrer u. s. w. bilden, sie sollten die entsprechenden Schritte thun/ d. h. Statuten aüsarbeitenberathen, beschließen, der Behörde zur Bestätigung unterbreiten und sich dann mit der Repräsentanz ins Einvernehmen setzen. Das war die Aufgabe, die die General-- Versammlung lösen sollte. Allein in großen Körperschaften Lassen sich schwer solche Aufgaben lösen, deshalb wurde nach einem-Referate des Mitgliedes, Rabbiner A. Stein, Sobeslaü, ein aus 5 Mitgliedern bestehendes Comits gewählt, in welches nebst dem Antragsteller noch Herr D.' Löwi-Prag, HoffmanM Jungbunzlau u. s. w. berufen wurden, die ein solches Elaboratausärbeiten und dann mit dem Comits der Repräsentanz 'zusammen das Statut verfassen sollten. - ״■־■•: ג־r;׳ Allseits wurde conditio «me qua non der Grundsatz aufgestellt, das möglichste Entgegenkommen der Repräsentanz gegenüber zu bezeugen, damit der Pensionsverein als einheitliches. Ganzes auch weiterbestehen möge. Von den weitern Anträgen seien: hervorgehoben: Die würdige Feier des 50-jährigen Regierungs- Jerusalem. Re'lsemomenle von Bernhard Stern, Konstantinopel.. (Aus d. Bert. Tagbl.) Viele Wege führen nach Jerusalem. Auf vielerlei Art kann man selbst von dem nahen Jaffa nach der heiligen Stadt gelangen. — zu Fuß, zu Pferde, zu Wagen, auf Eseln, auf Kameelen und seit zwei Jahren auch mit der Eisenbahn; nur nicht zu Wasser. . . Verzichtet man auf die Eisenbahntour, so kann man, nach Lner Aufzählung meines Dragvmans, noch immer — im Wagen fahrend, reitend oder zu Fuß — mindestens drei perschiäene Wege einschlagen. , Der eine geht über die Saron-Ebene nach Lydda, nach Modin — dem jetzigen Midea,: der Heimat der Makkabäer —ף nach Bet-Ur —; wo einst Josua stand, nach' Südwesten in's - Thal hinsehend/ und wo er Sonne und Mond stillstehen hieß — - dmm nach dem alten Emmans oder dem jetzigen El Kabebe, über das alte Gibeon oder das. heuüge Ed Dschib und . endlich über Nebi Samuel nach der heiligen Stadt. ׳ Der zweite Weg zweigt von Lydda ab nach Ramleh, Ekron, Asdud, Askalon, Gazza, Lachis^ Bet.Djebrin- Hebrvn, nach den :׳ TÄcheu Salomos, Bethlehem und Jemsalem. . . - - . . Die dritte Straße endlich fiihrt. auf dem ältesten noch in Debmuch befindüchen Wege.vpu ׳Ramleh ׳^ nach Lattun rürd , Mrjet Jearem und über Nlb und 'Neptöa nach' Jerusalem. - '"r"Ich entschied mich jedoch für die - Eisenbahnreise. ] 7:^ÜI ׳ Eine Eisenbahn in -PalästinaE schon das M eine Merkf Dürdigkeit, die Mhaft interesstrt. . Alle dieft, heiligen, - uralten, jj subiläums Sr. Majestät im Jahre 1898: zu begehen, indem der Verein eine Stiftung in's Leben rufe, : zu. dem der Verein, resp. die Vereinskaffa 100 fl. und die Mitglieder selbst durch freiwillige Sammlungen einen viel größeren Beittag aufbringen. Die Zinsen des Capitals sollen alljährlich; am. 2. Dezember an bedürftige Lehrer u. s. w., resp. deren unversorgte Wittwen vertheilt werden. Wir; erwarten zuversichtlich, dass mindestens 4—500 fl. zu diesem Zwecke aufgebracht werden. Dass auch sonst interne Festfeierlichkeiten veranstaltet werden, wurde als selbstverständlich beschlossen. . - Im weiteren Verlaufe der. Verhandlungen gelangte ein Antrag des" Mitgliedes A. Stein zur Annahme^ der auf einen parallelen Schritt, wie der österr.-ungar. Cantoreuverein ihn beim hohen k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht zu thun beabsichtigt, abzielte. Bei den darauf folgenden:Wahlen gieng der frühere Vorstand mit großer Majorität wieder aus der Urne hervor, u., : Gleichen Beginn der Versammlung wurde ein Huldigungstelegramm an Se. .Majestät abgesandt und unter lautem Hoch auf Se. Majestät wurde die Versammlung um 4 Uhr Nachmittags geschlossen. - .. Noch müssen wir, wollen wir als gewissenhafte Berichterstatter gelten, erwähnendass dem : bisherigen Vorstande, insbesondere den Herren Obmann Springer und Schriftführer Fremid, protokollarisch der Dank der Versammlung einstimmig votiert'wurde.; 1 ׳; Wir wollen ferner erwähnen, dass der Vorstand als solcher , sich auch an die hohe k. k. Regierung gewandt,׳ dass . auf diei, jüdischen Cultußbeämten bei der' von' der. Regierung geplanten Altersversorgung gebührende Rücksicht zu. Nehmen sei. Es sollte, auch der österr.-ungar. CantoreN-Verein da. mitthun, der Vorstand desselben :sitzt ja in Wien ׳.Und könnte dies am besten durch eine Deputation beim hohen f. I. Ministeriunl unterstützen. Das wäre eine. sehr, wichtige. Aufgabe. . Hoffentlich urberühmten Ortschaften — Eisenbahnstationen, mit Glockensignal, profanem weltlichen Treiben! Auch hier alles genau nach der Minute, alles abgezirkelt-׳ alles pedantisch, nüchtern. Wo hat die Romantik, die Ruhe, die Sehnsucht nach Abgeschiedenheit und Welteinsamkeit noch ein Plätzchen, wenn die Andacht auf dem heiligsten Erdenplätzchen durch der! grellen Pfiff der Locomotive aufgeschreckt wird, wenn der Weihrauch sich mit dem Dampf der Eisenbahn mischt, wenn das Rasseln der Waggons die Stille an den heiligen Gräbern stört, wenn die Schienen sich rauh und erbarmungslos durch, die Haine Und Straßen winden, welche fromme Scheu, Pietät und Glaube ein Jahrtausend..lang vor -jeder profanen. Berührung gehütet! . . . Nun ist das alles, alles anders mit einem Male!. Auf den Trümmern der ruhmreichsten und jammervollsten Vergangenheit errichtet die materialistische Neuzeit ihre practischen [ Werke, spannt sie ihre Schienennetze aus, stelltsie ihre Telegraphen- - stangen hin, zieht sie ihre elektrischen Drähte, von - Grab. zu : Grab, von Schutt zu Schutt, von Stadt zu Stadt.- Und dort, wo ein Jahrtausend lang nur des Pilgers Fuß hingeschritten, wo seit Ewigkeiten her nur des Pilgers Gebete, Nur des Pilgers Weherufe . Und Wonnerüfe die wunderbare Stille unterbrochen —׳ dort erscheinen sie, die Ingenieure und i Architekten, mit ihren Armeen von Geniesoldaten und Hand- Werkern und hämmern und sprengen- und bauen,, zerschmettern [ sie Felsen, verbinden sie Klüfte und überbrücken sie . Flüsse;• nndpSeen.; - / - Mit^ mttkwürdigen Gefühlen betritt man! das Bähühöfsgebaude von ׳Jaffa? Es ist nicht einmalffo.׳ groß wieder Bahnhof j kMevkleinen -Station: iu ElWpW. ^Undpdennöch. ist ses Mer i interessanter. als.-in..allen., andeMHahnhöfm >Mr .WM. :