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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-09-13 · Heft 22 (13.9.1896) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 22 (13.9.1896)
Date
1896-09-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2. GesterreichLsch-Mgarische Lantoren-Zeitung. Str. 22. Es Märe Haft verlo^nd, Hieft Betrachtungen auch nach anderer MiHtuug Hortzufpiunen, :allein das Hvürde chns heute zu wM sichren, Hg Mir zunächst nur unsere ,Stellungnahme zu Her AeueÄch angetWen Petition ^betreffs der Höhmischen Gememdestatuten motiviren wollen. So sehr wir unserer Pflicht bewusst firib, dass wir Alles thun und fördern müssen, wüs Len Interessen unserer engeren und weiteren Berufsgenossenschaft dienlich ist, und so sehr wir durch unser bisheriges Wirken den ernsten ׳Willen ׳bekundet haben, Las׳ Wohl ׳der Gesammtheit stets in die erste Linie zu Tücken, so können wir dennoch nicht einer neuerlichen Petition an das hohe Cultusministerium das /Wort reden, und zwar einfach darum, weil wir uns keinerlei Erfolg Don derselbe» versprechen. Abgesehen davon,:dass das Ministerium, wie wir uns vor nicht langer Zeit persönlich überzeugen konnten, Mer Alles sehr gut insormirt ist und in der zweiten Petition nichts wesentlich Neues vorgebracht werden könnte, müssen wir uns die Frage vorlegen: Was sollen wir denn eigentlich vom hohen Ministerium verlangen? Die Abänderung sämmtlicher uns unangenehmen Gememdestatuten? Ja, das ist einfach .ganz unmöglich! Die Statuten sind fast durchwegs genehmigt, die Cultusgemeindeu auf Grund dieser genehmigten Statuten constituirt, und da steht, ohne direktes Ansuchen oder Einwilligung der Gemeinden, auch dem Ministerium nicht das Recht zu, eine Aenderung dieser Statuten anzuordnen. Selbst wenn es also unseren Wünschen vollstes Gehör schenken wollte, würde es durch die Bestimmungen des -Gesetzes daran; gehindert werden. Und dass jene -Gemeinden, die ln den Statuten so ungerechte Bestimmungen ausgenommen und durch Genehmigung derselben ein, wenn auch nur scheinbar rechtliches ׳ Mittel erworben haben, ihre Cültnsbeamten vom Obersten bis! zum Untersten nach Gutdünken quälen und schinden zu können, das mühsam Erworbene gutwillig;und aus höherem Antriebe - Wieder aus Händen lassen, das werden -sich doch selbst die ': wenn. ,Auch nur ,passiv, hätte Heilnehmen soMn׳ jst -.durch He Lässigkeit und Indolenz der Collegen gescheitert, Die lmmO-!währende Bestätigung dieser traurigen Erfahrung mußselbst den eifrigsten Vorkämpfer für Allgemeine, ideale HrMmiMiAe Güter stumpf machen, und wir wundern uns oft über lins selbst, dass wir unter solchen, für die jüdischen Cültnsbeamten :wahrhaft beschämenden Verhältnißen nicht'schon längst die Flinte in's Korn geworfen und den Glauben an die Existenzberechtigung unseres Standes verloren haben. Wir haben es noch heute nicht verwunden, wie schmählich sich die Berufsgeuossenschaft.bei der vom Cantorenvereine geplanten Gründung ,eines -Pensionsfondes benommen hat. Zeit, Geld und Mühe wurde in großem Maße geopfert, um-eine-Institution in's Lebeuzu rufen, die allein geeignet wäre, den jüdischen Cultusbeamtenstand aus seinem Elend emporzureißen und ihn auch für ideale Güter empfindlich zu machen, aber trotz aller Weckrufe der Cantorenzeitung, trotz aller Bestrebungen des Cantorenvereines unheimliche Stille auf der ganzen -Linie. Nicht dass der Weg, den wir -betreten, ein ׳.falscher gewesen wäre — der Bericht des israel. Landeslehrer- -Vereines in Böhmen zeigt ,ja,, dass jeder Verein die von uns vorgezeichneten Bahnen wandeln muß — nein, den jüdischen Cültnsbeamten fehlt Las Verständnis und -der Sinn, wie das eigene Wohl durch das allgemeine Beste gefördert wird. Nicht nur bei uus Cantoren ist dies der Fall, .obwohl hier am meisten, alle Kategorien des Cultusbeamtenständes leiden an dem Mangel des Gefühles der Zusammengehörigkeit, und im Zeitalter der Association .muß.sie dieser Defect,immer tiefer in's.Elend dringen. Der geschätzte -College, der die Petition anregte, mag vielleicht unsere Schilderung für übertrieben halten, aber er wird die ׳Richtigkeit derselben einsehen, -wenn wir ihm mittheilen, -dass für seinen, auf das Wohl der Gesammtheit abzielenden Antrag, der -Niemanden auch nur einen -Kreuzer Geld kostet, bis heute H ü n f (!) Zustimmungen eingetroffen -sind. Nun, will größten Optimisten unter uns nicht einbilden. Dem Staate steht! wohl ein gewisses Aufsichtsrecht zu, aber die Bestimmungen des Cultüsgesetzes bezüglich der Anstellung, Entlassung und Besoldung! der Religionsdiener — und gerade in dieser Richtung bewegen; sich alle unsere Wünsche und Beschwerden — sind so vage, dass das Ministerium selbst auf Grund des staatlichen Aussichtsrechtes eine diesbezügliche Revision oder Abänderung eines bereits genehmigten Gemeindestatutes nicht zwangweise vornehmen könnte. In einzelnen Fällen, wo eine directe Gesetzesverletzung vorliegt, mag vielleicht auf administrativem Wege Abhilfe möglich sein, eine Action auf der ganzen Linie ist aber aussichtslos. Und darum wird sich auch nach unserem Dafürhalten der österr. ungar. Eantoren-Verein an der geplanten Petition, soweit sie sich gegen gewisse Bestimmungen bereits genehmigter Statuten richtet, ׳kaum betheiligen. Wenn eine einzelne Privatperson von der Behörde mit einer Beschwerde abgewiesen wird, so ist nicht viel dabei verloren, eine Corporaüon schädigt über ihr Ansehen, wenn sie mit!ihrem ganzen ״Gewichte für eine Sache eintritt, er noch immer, mit 5 Unterschriften, eine Petition an das-hohe Ministerium richten? - Wir glauben, er -wird von diesem-Wahne radikal geheilt sein. So lange die jüdischenCultüsbeamten in solche lethargischem Zustande dahinleben, wird alles Petitioniren nichts nützen und ihr Verhältnis in und zu den Gultusgemeinden ׳keine Besserung erfahren. Da gibt es nur ein Mittel, und das ist: st r a m m e, einhertlich e Organisatio n. Die Cantoren-Zeitung und der. Eantoren-Verein haben diese Organisation unter der Berufsgenossenschaft vermittelt, und wem der Sinn -für sein eigenes Wohl, wie-für das Wohl seines Standes noch nicht ganz abgestorben ist, dem ist der Weg gezeigt, wohin er sich zu wenden hat, wenn ihm seine eigene Zukunft und die'seines;Berufes am Herzen liegt. ______ -Von B. S i n g e r, Jungbunzlau. .(Schluss). der von vornherein jeder ׳ Erfolg abgesprochen werden -muß. Noch ein anderes Höchst wichtiges Moment mag dem Vorstände des österr. ungar. Cantoren-Vereines die größte Zurück- Haltung aüferlegen, und das ist Hie ׳leider -schon ׳so oft gerügte und gegeißelte Judoleuzd erW erufsg enos-sen^ -Jeder SHM, den der Vorstmtd zum Wöhle der ׳Gesammtheit selbst unternommen, ist gelungen-Me Bestrebung, bei-welcheras nur auf seine eigene Arbeit und׳ -M«he dnkam, war Äon Erfolg heglütet; aber jede Action, an welcher' auch die Nesämmtheit> Im großen Gegensätze zu ׳Rubin steht M a xG. Lö w e nst ämm mit seinem Werke ״-Levairotii 1W1 odLj^.herausgegeben von -seinem Söhne -Franz Josef ׳ -Löwenstanfm. - iEinschweichelnde Melodien, klare und effektvolle iHärmonisirung -der Ehorsätze, vollständige ׳ Annäherung -an Sulzer, ^zeitweise Anwendung theatralischer Effecte;ÄöwenstaniM.׳(Vater)warein-echterEhasan, döffen-Rufffchon -voll HeWr Prager AnstellunghdÄirte. Ws List daher 2einleuchtend) 'chaAniinWiNM;Werke udie;itraditionMn Gefänge^Äne sbesondere׳WellungHeinnHmen, ^.und'7dass ׳einzelne

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