Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 21 (1.9.1896)
- Date
- 1896-09-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 77% known words query
- IRI
…/1304829-3453365-3453386--4618-3459099- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
GWiWMMWAllnsche׳ Nr; 21; iMcht/M^'WerllSÄ^ in -fMmKandL-Lm JunKsMel Lüf stM . auch in dem Zeitalter des Antisemitismus erhebt sich über .dem Horizonte M-Jmlgisraä, das Bild des ZnkunftsiftaelsI? MsereJugend^ LröWet uns?dasBild unserer GemdinbA Edenthums - der ZMD. Köpffchüstelnd ' äüßeLt: - 8er MererÄeser dieser Behauptung gegeitüVer mchr Lls einen steifen ZwMsel^DMrrige Zuküuft des, cwenstdrese?Kmder dask׳gelobte Land Äus׳MÄbrm/st)ie Mcht^mehr.betest köunew Und׳-Ämü Jubeltz thume nichts mehr halteu.ObdieVater besser beten und mehr und richtiger ihr Jadenthüm Halten? M eine andere Frage. Würden die Väter das Betenverstehen; hätten sie gebetet, dann hätten die Kinder. Ls-Luch Erlernt, und .weniger' als die 'Eltern von׳, der Religibn halten,- werden die Kinder auch.nicht. ׳Ich verspreche'mir ein Mehr.- Es׳ rührt-sich .undregt sich Xm Jung- Wwl dcr ^Gegenwart? Brachten: wir unsere, fetzige Jugend, die stulürende und nicht s studivende, Und - vergleichen - sie' mit dem Jungisrael 8ersogenannten ReforMMt.- Diesesletztere -war- und' blieb ein NoHrDudeilthum- und unser Jungisrael ist ein Doch- Zudenthmn. - Jenes?׳ hasteteander -Oberfläche? dieses -dringt immer üeM ir?sJanev§ Wie bei der- Belagerung Jerusalems»׳ die Juden beifedek'Bresche eine neue Mauer im Fnuern auffiihrten, sich -immer-tiefer in's Innere bis-; m den Tempelzürückzogön so 1 Mst ׳jede WeMmg' in der -GHhichte- -Israels dieses- 'sich׳ Mchr'dWdLs^JMere^zürüi^ichem? - -' '•; •-- - ' *•׳•׳״ ••׳'׳•• Jungisrael tritt auf die Trauer- oder Lüstspiel-Weltbühne nicht als ׳Aufdringling sondern eben als - Jungisrael und will sich ׳allen ebenbürtigbewähren und behaupten. Ob national, ob svzwlistisch,. ob deutsch-freisinnigob czechisch die' Couleur, das Bewusstsein ist:und bleibt Jungisrael.--״ - - ׳ v -- ,':.׳״׳׳ Seine Rüstung holt Jungisrael aus dem richtigen Arsenal, dem Mischen Schriftthmn. Jungisrael beginnt seine Geschichte zu studireü, seine Vergangenheit zu - erforschen und sich - zur Erkenntnis bringen zu wollen. Soll das Selbstbewusstsein nicht Lu ׳ Selbstüberhebung, Selbstvergötterung, Selbstberäucherung und Chauvmismüs äusarten, so muß das rechte Wissen, das SichMelbst-Wisseu und Kennen sein Fundament bilden. Die viel geschmähte, viel verlästerte Jugend, die mißverstandene Jugend, die nicht hebräisch beten kann, den Neligionsübungen fast mit-ebenso geringer Begeisterung wie ihre Väter gegenübersteht, beginnt Mische Geschichte, Mische Litteratur zu treiben, lässt sich Vorträge darüber halten, gründet jüdische Lese- und Redehallen, lässt sich über die Propheten, über die Dichter, über die Weisen Israels belehren. Ist Jungisrael in Wien und in Prag nicht wie Jungisrael zu Esra und Nehemias Zeiten? Ju der einen Hand führt es die Waffe und steht dem Arier nicht nach; in der andern Hand die geistige Kelle zum Aufbau, des Zukunfts-Israels. Jungisrael unterscheidet sich von Altisrael dmn es offenbart eine neue, propagandistische Seite. ״Nach rechts und links mußt du-dich ausbreiten!" Mit welcher! Genugchuung erMLte es jedes echt fühlende jüdische Herz, als von Prag- -aus neuerdings eine Verbindung der jüdischen Hochschulen gemeldet würde, die sich zur gegenseitigen Belehrung in der- Geschichte und. im- Schriftthume Israelsverbinden, die Jung- -' Israel von Wienin Prag fortsetzen und unbekümmert um Hans uM Mäuerwerk den -Geist-in sich Kim -Leben erwecken und- 8ie^ MfLrstchrwg'ZüngrsräM En 'BSHmenÄejMnden. Die-PropagandamW ׳-ÄHrig öüäd'r^H-'?sortgesetzt^-ÄeMn. - Wer ׳chät -FungT MEschltM/l Groß^DeütschlÄnd, -VaS'z'üeü^WMtsthe-!MisÄrriiP gDhaKMMlchkLMsMaM,^ rüM jMolÄe^'Mdnicht-Wichelm» hMn d8sEeMsHeMrWh MchMesj׳sv«M§A Mhü, heNKÄlMD bereinL'MnA die GesängöerMe;??die Adelst deutschen??-Gedanken näM ^en׳'-fernstes -Winkel ׳M׳׳Reiches^DüWMSo FWgiskW nach? ällW größerest'stind MUekW-GerUMenHro- PagW werden: Es^ Äüffen ׳ubKall!VerbindungenfürMörfek und kleinere OrWGäüberbände sti-'-s Lebest getusest stiME üm auf-׳dem Wege^vow Lesev^reinen; Lesecstkelst? durch -He- ZWnd dLs-JunMrLel-Mit--jüdischem BeÄüWAWiü!s^Wettd-stMn: Wir^rekrnüren' das JÄigisrkel-MhtaÜM׳^M׳-'dem!׳müWrchen Geschlechtes׳sondern^ vielmehr.'Mich ׳'׳aus dem weiblichen? Hier beginnt ^i^EaÄzPWdsti8er^HraMi?׳.Dlb׳׳^auenj?irdek׳'beM>׳ SrMMbn'MnWaEMWd>Mies^Mt?-wie׳M׳MPestnnfeW: wenigsagenden?ü»8-- MmgleistLndeü 'lFräüeüvüeine/'?nur׳׳Hst humanitäre- Seste^sich? M- Aufgabe?geMcht:?T>äs;isst fur״M Gegenwart MnzstcherflÜsfig?׳WfftzreNrmerst n1ch ׳W0hjt^Weits- Pflege?ist" gänz-'verältek und--wstd:?nt ׳ ivenkgest Hahren/Rüch bewährteren? Müstern^eme״A18ere ׳Deftsttt ^ämiDven^-müflÄ Die-Jungfrauenbunds brauchender Mt sW-JüMsrM^ ' Unsere steMche - Jügend -MEM1rst'׳JNngisräest zW jüdischen'-Bewusstsein erweckt׳' werden;' muß erwachest. \Ohne Mädchen - und ׳Frauen' giebstes keine Auferstehung für ׳ Israel.' Mit unseren jetzigen^ Mädchen und Frauen? gehest wir -einer erschreckenben'ZükuNft? entgegen?' Das BischenRDgionsunterricht iw den?8׳ Claffen 'istschneller, als man glaubt,׳ verflüchtigt. Bel ' der ErKehungsthatigkest -in Volks- -und?Bügerschule gibt 8er Üüterricht im Deutschen, ׳ die Lectüre, die Geschichte mehr als erwü'nscht'Gelegestheit, nichts' weniger als jüdisches Bewusstsein den ׳ Mädchen ׳ einzuflößen.-Dazu kommt׳ die Schule am ׳Sabbat; Tritt׳ das -Mädchen ״aus der jüdischen Schule-so wirdjjgipL. jüdischen Ellern; die ־ alles mögliche-fM itcL E'rzsttznng ׳ sthrer׳ Knaben und Mädchenopfern, da es׳ jüdische höhere Töchter- . schulen nicht gibt — und worüber ich ein nächstes Kapitel ׳zu schreiben mir Vorbehalte—für eine weitere Ausbildungaufprivatem Wege gesorgt. Da wandern unsere Mädchen, wenn auch nicht durch eine vierzigjährige, so doch durch eine mehrjährige Wüste; von der Musikstalion zur Oase der Litteratur, von hier zur Mtterguelle der Sprachen, dann zum Frohndienst dev Handarbeit und endlich zur Endstation der Tanzstunde. Religion, Judenthum, jüdisches Leben, jüdische Geschichte, jüdisches Schrlftthum ist für sie die wanderndeBundeslade, die von einem Orte zum andern geschickt wird, aber keinen festen Ruhepunkt weder in ihrem Herzen und in ihrer Seele, noch in ihrem Leben, in ihrem Gedanken- und Gefühlskreise besitzt. Am Sabbath sind unsere jungen Damen am fleißigsten ans der Manderung mit dem Gelehrten-Mobiliar, doch auf dem Weg zum Gotteshause' mit einem zierlichen Siddürchen in der Hand findest du selten eine unserer reizenden Jungisraelitinen! Und sie haben doch sonst י so viel freie Zeit, ihre neueste Chic-Toilette spazieren zu-führen:; Der Samstag muß ausgenützt werden, denn auch jüdische - Lehrerinnen wollen am Sonntag (!) auch Ruhe haben! - -; -״? Da^wird Jüngisräel bev den Mädchen nothstendig. Wir l aden die W iener Damen-Jungisrael, Fräulein - Schalst - und -Genoffinen ein, den jüdischen Burschenschäffen es nach'-zü thun, \ üÄd^ -ist8 '״ie ׳ -Provinz? in ^erster Reihe nstch Böhmen zu kommen j und" Vorträge zu halten, Jungfrauen? BiWens ffür ihre :Jb»Kst^njMerbMünd?HeMt'Hem׳M8Wen üerträut׳zü machen׳ j Lriss'-mast sHv-^MldA^sem^kaE^ür-Poefle"un8^Uünft VN