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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-06-15 · Heft 16 (15.6.1896) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 16 (15.6.1896)
Date
1896-06-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Ieitung. Nr. 16. einmal gewohnt waren, wie Orang-Utang-Affen zu Leben, diese werden nie durch sich, gegen sich selbst arbeiten und aus einer sprachlosen, verhärteten Thierheit zur Menschheit übergehen lernen. Wollte die Gottheit also, dass der Mensch Vernunft übte, so musste sie sich seiner auch mit Vernunft und Vorsicht annehmen. Erziehung, Kultur, Kmrst war ihm vom ersten Augenblicke seines Daseins unentbehrlich. Und so ist uns der specifische Charakter der Menschheit selbst für die innere Wahrheit dieser ältesten Philosophie unserer Geschichte (die bibl. Erzählung) Bürge. Wie nun aber die Gottheit sich der Menschen angeuommen, d. i. sie gelehrt, gewarnt und unterrichtet habe, hierüber zu ftagen als zu antworten, soll uns an einem anderen Orte die Tradition selbst Aufschluß geben". Bisher Herder. Diese Tradition finden wir in der Bibel und ausführlicher im Talmud. Er lehrt nämlich (Tr. Sanhedrin 56) unter anderm die inhaltsreiche Lehre, dass Gott schon dem Adam die 6 noachidischen Gebote lehrte, welche die Basis der Religions-,1 Recht- und Moralgesetze aller civilisirten Völker bilden. Es sind dies die Verbote: 1. des Götzendienstes, 2. der Gotteslästerung, 3. Menschen zu tödten, 4. Raub, 5. Unzucht, 6. das Gebot, Gerechügkeit zu üben. Ferner lehrt er: ״In Adam legte Gott den ersten Keim der Entwicklung kommender Geschlechter, zur. Culüvimug der Länder und Städte, zur Erfindung der Künste und Gewerbe. Seinen Leib schuf Gott von Babylon, dem Lande der Fruchtfülle, feinen Kopf von Palästina, der ältesten Heimat der wahren Intelligenz und der Gotteslehre. Adam reichte von der Erde bis zum Himmel, von einem Ende der Erde zum andern, — andeutend, dass er eine doppelte Bestimmung hat, eine irdische und eine himmlische, und dass er nicht, wie der Affe, unter allen Himmelsstrichen gedeihen kann. Adam war das Licht der Welt, der Priester und Lehrer der Bewohner der ganzen Erde. Ihm zeigte Gott alle künftigen Generattonen: sammt ihren weltlichen und geistlichen Führern bis an das Ende der Welt, d. h, die von der Menschheit durchzumachenden Entwicklungsmid Brldungsphasen. (S. Tr.B. Mez. 85, Abod. S. 5.״ Jugendzeit, die nur Praeger mittheilt, und die für ihn den" berühmten Stempel der Wlchrheit an der Stirne ttagen. Warum weigern sich aber die Herren von Bayreuth, an die Geschichten, von Wagner's Jugendliebe zu glauben? Man höre und staune! Wagners erste Liebe — war eine Jüdin. Es war in Leipzig zu Ende der dreißiger Jahre bei einem Besuche, den er seiner Schwester Louise, die damals am dortigen Stadttheater engagirt war, machte. In ihrem Zimmer lag ein ungewöhnlich großer Hund, der sofort Wagners ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nahm. Die Liebe des Meisters für die Thierwelt, namentlich für schöne Hunde, ist ja bekannt. Mit Vorliebe citirte er gern Karl Maria von Weber, der seinem Hunde, wenn er nicht gehorchen wollte, immer sagte: ״Wenn du so fortfährst, wirst du bald so dumm und schlecht' werden wie ein Mensch." Die Beschäftigung mit dem Hunde im Zimmer seiner Schwester ließ den jungen Wagner die An- Wesenheit einer jungen Dame gar nicht merken, die Praeger Leah nennt, und welche gekommen war, um diesen ihr gehörigen Hund Jago wieder abzuholen. ״Leah David war eine Freundin seiner Schwester, ein ungewöhnlich schönes-Mädchen vom selben Atter wie Richard Wagner und besaß den reizenden Typus der der portugiesischen Juden, der ganz orientalisch ist". Wagner sieng sofort Feuer. Er hatte sich noch nie einem eiem so schönen Mädchen genähert und noch in der späten Erinnerung an dieses Jugeudabenteuer sagte er: ״Ich war höchst erregt und fühlte zum ersten Mal im Leben den Ausbruch eines solchen Gefühls; das war die erste Liebe." Vater David war ein reicher Mann, der. gerne Künstler in seinem Hause sah, und Richard Wagner, der . bald dort ein- Brach. 31, Sota 64, Sanhedr. 38 und Chag. 12.) Diese und noch viele ähnliche Talmudstellen enthalten indireete Widerlegungen der Menschen-Affen-Hypothese, von welcher namentlich über die ursprüngliche Körperbildung Adams schon im Talmud (Tr. Erubim 18) eine Conttoverse zwischen zwei berühmten Schuloberhäuptern zu Babylon am Ende des 2. Jahrhunderts zu lesen ist. Dass schon Jahrtausende vor Darwin verschiedene Hypothesen über die Abstammung der Menschen verbreitet waren, - wird im Buche der Engel 17—.15) ספר המלאכים.) von Dr. Salomo Rubin wissenschaftlich nachgewiesen. Eine, vollständige, directe, umfassliche Widerlegung der Darwmischen und Büchner'schen Theorien enthält das durchgehends wissenschaftliche Buch: אכן ישה von Josef Judah Leib Sossnitz in Wilna 1875. Jedes der 13 Capitel beginnt mit einer ganz entsprechenden Bibel- oder Talmudstelle. Es werden daselbst die Ansichten der berühmtesten, ältesten und jüngsten Naturforscher mitgetheilt. Endlich nennen wir noch das lehrreiche Werk ״Vertheidigung der Sittlichkeit des mosaischen Gesetzes, des alten Bundes rc." von Aloys Sandbüchler. ״Ob die ersten Menschen blos Thiermenschen, die aus derErde gekommen, gewesen sind. ITHeil, 122—154. ״Auch das Buch der Bibel lügt nicht" von Dr. Karl Schöpfer. Beweis, dass die bibl. Lehre von der Erschaffung der Welt u. s. w. mit den wahren Resultaten der Wissenschaft sttmmt. 72—73. Auf die Darwinianer, die anstatt Gott ebenbildliche Menschen sich lieber zu Abkömmlingen eines Affen degradiren, dürften anwendbar sein die Worte: ״Und sie vertauschten ihre Ehre mit dem Bilde eines grasfressenden Ochsen", (Psalm 406. 20.), wie dies in folgendem Gedichte angedeutet wird: ״Seid stolz auf eure Ahnen, wozu denn uns befehden, gönnt uns die Quadrumanen, wie wir euch Quadruzeden!" Da diese falsche Theorie die Grundfesten der religiös-sittlichen Erziehung׳ der Kinder ganz wankend macht, so mögen Eltern sich hüten, vor ihren Kindern davon zu sprechen. Auch hier sind streng zu beherzigen die in Nr. 7 angeführten Worte: ״Des Kindes Gegenwart sei deiner Rede Hindernis." (Fortsetzung folgt.) geführt wurde, machte in diesem Hause viele Bekanntschaften, die ihm später nützlich wurden. Leah war David's einziges Kind. Sie hatte ihre Mutter früh verloren und der Vater that alles, was er ihr an den Augen absehen konnte. Es entspann sich bald ein freundliches Verhältnis zwischen Leah und dem jungen Meister. Er wurde gern empfangen und besonders zu allen musikalischen Soirven des Hauses zugezogen. An einem dieser Abende spielte auch ein Neffe des Hausherrn aus Holland mit großem Beifall einige Klavierstücke. Dieser Erfolg ärgerte Wagner so sehr, dass er sich heftig über das Klavierspiel des jungen Mannes ausließ. Ein bischen Eifersucht wird wohl auch dabei im Spiel gewesen sein. Als er aber nach vielem Drängen sich selbst an den Flügel setzte und recht ungeschickt spielte, wurde seine Sttmmung immer heftiger und er vergaß alle Rücksicht so weit, dass er geradezu wüthend und grob wurde. Nur die peinliche Sttlle, welche in der Gelellschaft eintrat, ließ ihn merken, dass er sich lächerlich benommen habe, er eilte aus dem Zimmer, nahm feinen Hut und stürmte ״mit Racheplänen aller Art in die Nacht hinaus. Zwei volle Tage gieng er nicht zu Davids; aber dann hielt es ihn nicht länger, es trieb ihn zu seiner Angebeteten — aber es war gerade Niemand zu Hause und man lud ihn nicht 'einmal, wie es sonst der Fall war, ein, Fräulein Leah zu erwarten. Tags darauf erhielt er ein Briefchen von ihr, welches Ihm ankündigte, ״dass Herr Meyers ihr zukünftiger Gemahl werde, und dass nach dem gestrigen Abend ein weiteres Zufammentreffen doch Wohl nicht gut passen würde und es deshalb vielleicht gar besser sei — alle Bekanntschaft auf einmal abzubrechen!"

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