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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-03-21 · Heft 9 (21.3.1896) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 9 (21.3.1896)
Date
1896-03-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 9. Gesterreichisch-ungansche Lantoren-Zeitunz. Seite 3. Haltes, oft den geschicktesten und begabtesten Fachmann entwerthet und zu einem' Taugenichts heräbwürdigt: Gerade deswegendarfderjenige/ welcher-wirklich die geistige Impotenz in sitze ttägt;!sich UM' allerwenigsten zück - billigen ״Werkzeug für Wes" : herbeilassen, um nicht - das Kainszeichen der ״Unwissenheit dadurch auf seine Stirne, einzuhrägeN und ffofort von Md eck als.' ״Schmiedes Erkannt' "zn-'Mrdtzn.'WaS'•׳macht' d'enn^-'die HerremDoktoren groß und geachtet in ihren Gemeirwen ünd was verleiht ihnen den Muth,' zu imponiren? Nicht ihre Gelehrsamkeit, mit der es' so mancher Rabbiner, der nicht Doctor ist, äusnehmen kann; ihr hoher Gehalt ist es und die im geraden Verhültniße damit stehenden Nebeneinkünfte! ' So ein ״Schmiedel"׳ soll Alles umsonst oder fast umsonst machen^ und er wähntauch oft, es stehe ihm ein ׳anständiges Honorar gar nicht -zu, während der ״Schinied^ seine hohen- Ansprüche erhebt und erhebenmuß und darf Es' nehme sich ' daher ' ein jeder in Acht; sich zu einem solchen Spielbällen herabzusetzen. Die Ge- , meinden chingegen, die nicht hinreichend leistungsfähig sind, diese müssen, ja die sollen keinen selbständigen Rabbiner haben, oder sie müssen sich nach dem Gesetze mit einem -,Rabbinatsstellverfteter"- begnügen, um den Rabbinerstand nicht so herabzusehen. Ebenso sollen Diejenigen, die keine hinreichende Fachkenntnis besitzen, nur als Rabbinats stellv erireter sungiren. Wie kommt denn Einer dazu, Rabbiner sein zu wollen, der nicht einen Abschnitt Nisobna oder gar Thora lesen kann? Und wie können Gemeinden sich entschließen, ihre Religion und : den Rabbinerstand so zu beschimpfen? (Schluss folgt.) ״Lot Milleniumi Zsoltär“ 125 ׳ es 126 'solo es kareneknek orgona-kiserettel szerzette Grünzweig Adolf od aradi izr. hitközseg kornogyo opus 204. Zwei Milleniums-Psalmen 125 und 126 für Solo, Chor und Orgel, componirt von Adolf Grünzweig, Chormeister in Arad. Sg ungefähr dürfte die obige Aufschrift, ins Deutsche übertragen, lauten, und obgleich diese Gabe Meister Grünzweigs, wie ersichtlich, der Millenniumsfeier in Ungarn gewidmet ist, so fühlen wir uns trotzdem veranlasst, dieselbe einer allgemeinen Würdigung zu unterziehen und zu empfehlen. Die erste Com- Position Ps. 125 Lobst hamaa’los, habote'cbim ba'donoj in F-dur ist eine anmuthige, musikalisch seingegliederte Arbeit, die offenbar vom Herzen leicht in die Feder geflossen und in gleich freundlicher Weise sich auch in die Herzen der andächtigen Zuhörer hineinschmeicheln wird. Die Pisce erscheint polyphon geradezu meisterhaft behandelt; die Melodie sprudelt in allen, überaus selbstständig gehaltenen Stimmen wie ein frisch dahinrieselnder, erquickender Born und verschafft sich sogar in dem zumeist obligaten Orgelpart wohlthätige Geltung. Zudem versteht , eß., -unser. liehenswsirdiger Meister bei dieser großangelegten, hymnenartigen iComposition durch Theilung der Arbeit, Chor, Cantor- -und Sopran-Solo, wie treffliche Orgel-Intermezzi, stir wohlHällbdAbwechslungzu sorgen Und die AufmMamkeft dauernd zu feffeln? 'ChprsoHUD. - 8.'Ja -jp sonstavb würde pMeicht Hast jdch Mnissoiio.chprch^die Verlegung des IckDrM- ,part Wllapt. apgewendeten -Contrapupktes in die. Singstimmen wesenllD gewinnen- .was übrigens 1eicht> bewckkstelligt -Herhen ckann?^NHfleWebste^ HrME^äMo'׳ S. ff wM׳ öoN seinem LchH^EWDenHeMDMgßpW LÜm 7P werden, wie es den Zuhörer mit wahrhafter Befriedigung erfüllen wird. Form- und-stilgewandt. Hhrt der Componist beim Chorsatze S. 11 68 po^ole.. Qyveii zum Anfangsmotiv zurück unp bringt die treffliche Composition zu einem künftLexisch abgestlndeten Ahschluffe. I Ber einer' Aufführung dieser 'Nummer möchtest' wir' 'zup''ÄHru^g!)es ^e^Linhaltes empfehlen, den Haster auf dem WöHe Mrsl S. 8, ' erste Zeile chegzulassen, däplit der Gedankengapg für Zorstl bazaäibün durch Theilung der beiden innig zusarWMehön'genMoste m 'xorsL. und.MckäLpck Dt vernichtet werde;׳ MchfaM/erlsubM׳ yir uns auf einige zwar leM bemerkbare, äher für Uneingeweihte immerhin störende Dmckfehler austnerksam zu machen.*) . . '' Die zweite Nummer, Pst. 126, L-dnr, Text: ״Als uns aus dem Elend. Gott nach Zion führte." reiht sich musikalisch poll- .und glstchwexthig der vorigen an. Wir finden auch hier all die charakteristische Feinheiten, mit denen Meister Grünzweig die Kinder seiner Muse in sy reicher Weise auszustatten versteht: roohlchuende Melodie, blendende Harmonisiruyg und leichte, ungezwungene Stimmführung bei wirklich prachtvoller Modulation vereinigen sich zu einem farbenprächtigen Gebilde wahrhaft schöner Mnsik, welche die Seele zu Gott erhebt, zur Andacht und znm Frieden. Die Einschiebung der etwas exotisch klingenden ungarischen Hymne (Szozat) möge nicht beirren, da die Intervallenfolge der ungarischen Musik dem Synagogengesange viel verwandter ist als der protestantische Choral, gegen dessen Schwerfälligkeit das rasch pulsstende jüdische Blut sich in gleicher Weise auflehnt, wie die Prosodie der hebräischen Worte gegen strenggemessene, protestantisch-deutsche Choraltöne. Bei etwas gemilderter Vortragsweise des ungarischen Rhythmus wird sogar dieser Theil der Composition synagogal anheimelnd wirken und auch diese Nummer ein schätzenswerther Beitrag, zur Litteratur des Synagogengesanges werden. - Es erfüllt auch den Kritiker mit wahrhafter Genugthung. inmitten dieser in unserer Zeit zu Markte gebrachten, Zweifelhaften synagogal-gesanglichen Productionen endlich wieder einmal einer Arbeit zu begegnen, der gegenüber man Lob und Anerkennung unumschränkt auszusprechen veranlasst ist, und diesen Lorbeer der Anerkennung reichen wir unserem lieben Meister Grünzweig neidlos und wohlverdient. Dem Musiker Grünzweig allerdings, nicht aber dem Kaufmann Grünzweig. Das Geschäft scheint unser lieber Freund Grünzweig gleich allen Idealisten herzlich schlecht zu verstehen. Das vorliegende Opus weist unter seinen Texten hebräische, ungarische und deutsche Worte auf, wie kommt es, dass der Umschlag lediglich eine ungarische Aufschrift trägt, der gegenüber wir Nichtungarn geradezu fragend stehen bleiben. Wir befürchten, dass es vielen nichtungarischen Cantoren gleich uns ergehen wird, ja dass Viele eben hurch diese ungarische Aufschrift zu der unberechtigten Annahme verleitet werden könnten, die fraglichen Compositionen seien lediglich für ungarische Synagogen bestimmt. Auf die Grundlosigkeit einer solchen Annahme sei hier eindringlichst hingewieftu,unddas Werkchen selbst allen Gotteshäuserw des Judenthums wiftmiftns empfohlen. ' Obercantor Singer, Wien. .*) Seite 1, letzte Orzelzeile, zweiter Takt fehlt beim D daZ Ber» anderuugszeichem SMe.6־, erste Hrgelzeile, letzter Takt, must beim Basä-A statt cheffluMun^zeMeNs em^eaz' -stehen. Seite 7, erste ^»rgelz?^, Dritter Taffbeim fiefenBafs-A-statt, des AuflösungI» ein BeränderunM- Zeichen.

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