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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1896-02-11 · Heft 5 (11.2.1896) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
16 (1896)
Issue
Heft 5 (11.2.1896)
Date
1896-02-11
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nn . GesteiKichifch-nngaristhe LantoremIertung Seite Z. deshalb dort ja nichts kaufen -sollen. Da erhob sich eine Schülerin, die kleine Marie A u e r. Meldete sich mid sagte weinend: ״A b e r M - bitt',"'Herr Katechet, mir sän ja Christen!." MoMm wurde das Mädchen von den Mitschülerinnen. als ^Jüdin" verhöhnt; die Schulkinder, verbreiteten im Bezirke, dass dis Trafik am Hanptplatze Juden, gehöre, und einzelne ׳ von ihnen machten wiederholt den Spass, die Thür der Trafik׳ zu öffnen und-hlneinzurufen: ״Da sitzt die Jüdin.". Die Inhaber der Trafik, EMHeleute A ü er. _ erstatteten..,nnu. über diese»׳ ,Vorgehen,des. Katecheten die Anzeige beim Schüldirector Herrn M a y d l. Der Katechet -erklärte, er׳ habe die Marie Auer für ״eine Jüdin" gehalten;' weil sie nicht ׳im Katalog eingetragen war. .Wie der Katechet sein Benehmen auch-in dem Falle rechtfertigen zu können glaubte, wem! die. betreffende Schülerin und ihre Eltern thatsächlich Juden, wären, ist uns nicht bekannt. Die Vorgesetzte Schulbehörde wird sich' aber jedenfalls mit dein Vorgehen des Katecheten Himmelbauer zu beschäftigen haben. - ‘ Waidhvfen a. d. Thaya. Nach beifällig abgehaltenem Probevortrage würde Herr Dr. Isidor K a H an aus. ' Leipzig für die hiesige Cultusgemeinde einstimmig zum Rabbiner gewählt, s ׳: PrpMntz, am 7. Februar. Vergangenen Samstag feierte der hiesige Kleiderfabrikant, Herr Joachim Poll ak, mit seiner edlen Gemahlin Frau Li fette, geborene Eisler, das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubliär war in seiner Jugend ein Talmudji'mger und schöpfte diese Wissenschaft aus den unvetsiegbaren Quellen der hiesigen und Preßbürger Zssodlwa. Als er sich verheirathete und seinen eigenen Haushalt gründen wusste,- da bewährte sich bei ihch das Sprichwort ״aus einem Bochur lässt sich Alles machen", und er wurde — Schneider, d. h. er musste es werden, um sein sehr kleines Kleidergeschäft nach damaligem strengem Gesetze führen zu dürfen. Das Glück war ihm aber hold und alsbald stieg er zum Fabrikanten empor, so ׳ dass seit mehreren Jahren sein Fabriksetablifsement einen ganzen Häusercomplex unserer Ringstraße ausfüllt. Der Reichthum machte ihn jedoch nicht stolz, er hatte vielmehr immer nur die eine Sorge, wie der Noch der Armen möglichst ybzuhelfen sei, und so war auch stets, beim Erblicken eines Dürftigen schon eine ansehnliche Gabe in seiner Hand vorbereitet. Trotzdem sein Geld in alle Humanitären Anstalten reichlich floß, vermied er es vorsichtig, irgend eine Ehrenstelle anzunehmen, um ja nicht die Grenzen seiner Bescheidenheit zu überschreiten. Leider stellte sich in letzterer Zeit bei ihm ein Leiden ein, das ihn verhinderte, dem Jubelfeste im Tempel selbst beizuwohnen. Aus diesem Anlasse verrichtete unserer ehrwürdiger Rabbiner, Herr Dr. Hoff, vor der Thora in schwungvoller deutscher Sprache ein so ergreifendes. Gebet für das Jubelpaar, dass Alles zu Thränen gerührt wurde, und Herr Ober-Cantor Epstein sprach sehr effectvoll den vom Schreiber dieses verfassten Mi-Scheberach, wobei die Kinder und Verwandten des Jubelpaares ansehnliche Summen spendeten. Möge dem edlen Jubelpaare gegönnt sein, auch die diamantene Hochzeit bei vollkommener Gesundheit zur Freude aller ihrer Verwandten und Bekannten zu feiern. L. ׳ Brünn. Dr. Adolf Stränsky, ein getaufter Jude, gefällt sich seit seiner kurzen Thätigkeit als Landtagsabgeordneter darin, den Dr. Carl Lueger ins Tschechische zu übersetzen, wobei er sich, selbstverständlich uw die Gesetze der Logik und der allgemein giftigen Sitte blutwenig kümmert. Eine Probe seiner Leistungsfähigkeit genüge statt vieler: In der Sitzung des mährischen Landtages vom 21. Jänner griff dieser tschechische Vertreter in unqualificirbarer Weise die deutsch-liberale Majorität des mährischen Landesausschusses an, weil dieselbe die Stelle eines Directors an der Brünner Landesirrenanstalt nicht einem Juden, sondern einem angeblichen Antisemiten deutsch-nationaler Couleur verliehen hätte, der nicht der tschechischen Sprache kundig wäre.- Hiebei warf der tschechische Judenhasser semitischer Abstammung den. Deutsch-Liberalen den craffesten Nepotismus vor, beschuldigte sie, für ihre eigenen Taschen zu sorgen u. s. w. Die. ' deutsch-lieberale Partei handle den Juden gegenüber undankbar, ohne die Gelder des Parteifreundes Herrn Auspitz wäre sie die allerärmste — also perorirte der Convertit — und ließ dabei Hiebe auf Hiehe. gegen die Juden fallen. Auf den Zwischenruf des Landtagsabgeordneten von Auspitz. Göding re.. HerrnEdnard.Schfeima-y^er: .״Sie waren za selbst ein Jubel" erwiderte der Lneger-Copist: ״Wenn die Juden von Auspitz so gescheit , wären, wie W es bin, dann wären siekein Abgeordeter." Dr.. Stränsky hat mit diesen -Worten aus der tfckwchischerr ÄgstationsNche Ar - Brünn ein - Geheimnis etwas unvorsichtig ausgeplaudert, das allerdings für Biele schon längst kein Geheimnis, mehr war. Das 'Streben der tschechischen Agitation geht dahin, ,&i& ZichyA MWenA -zu.׳LestiWM^.;--Äus denr-deutsch-liberalen Lager in das tschechische hinüberzuwandern. Dann würden den Juden, - so flötet es in süßen Syrenentönen, V.ortheile über Vortheileerwachsen, denn die.Tschechen seien von Natur aus die wärmsten- JüdenfreUnde:;u. s.-1y: -Merk-- würdigerweise wollen diemährischenJuden mchtfis Kftheit werden wie der Eonvertit Dr. Adolf Stränsky- und sind gesonnen, nach wie vor zu. der deutfch-lieberalen Sache Yen. -und fest zu HMen. - Pintsnt DswaoH st äoria Lsrontss l And PAs Mt Fug und Recht; Wo' erschollen' die ersten Stkibrd-Rufe..m Oesterreich?äßer veranstaltete die ersten Judenhetzenjn Oefierreich? Diese Fragen zü beantworten sei dem ״gescheiten" Dr. Udplf Stränsky überlassen. ׳ -׳/ - Wiener Bank-V«rrin. Montag, den. 10. Februar findet bie Subscription auf die 4% vosnifch-tzrrxegmvimfchsLändyesnnLöktzs im Nominalbeträge von 24 Millionen Kronen statt. Das gesummte Landesvermögen Bosniens und der Herzegowina sowie die Einkünfte derselben haften für die pünktliche Rückzahlung der Anleihe und ist das Geld» erfordernis für die diesfallige Annuität schon im Landesbudget pro 189» vallständig bedeckt. Der erste Eoupon ist am 1. Februar 1896 fällig. Die Rückzahlung erfolgt ab 1. Mai 1896. Die Subscription findet statt: in -Sarajewo bei der Priv. Landesbank für Bosnien und Herzegowina, in Mostar bei der Filiale derselben, in Wien beim Wiener Bank-Verein und dessen Depofitcnkassen und Wechselstuben im I., II, III., IV., VI., VIII., IX. Bezirke, in Prag beim Wiener Bank-Verein, Filiale Prag, in Brünn beim Wiener Bank-Verein, Filiale Brünn, in Graz beim Wiener Bank-Verein, Filiale Graz (vorm. 85. Neufeld), in Triest bei der Filiale der Anglo-Oesterreichischen Bank, in Budapest bei der Ungarischen Bank für Industrie und Handel, Actiengesellschaft, in Berlin bei der Deutschen Bank, in Breslau bei dem Schlesischen Bank-Verein, in Frankfurt a. M. bei der Frankfurter Filiale der Deutschen Bank und der Deutschen Vereinsbank, in München bei der Bayrischen Filiale der Denschen Banh in Stuttgart bei der Württembergischt.n Bereinsbank, in Zürich bei der Schweizerischen Creditanstalt zu den an diesen Plätzen kundgemachten Bedingungen. Für die österreichisch-ungarischen und bosnischen Plätze gelten nachstehende Bedingungen: 1. Die Zeichnung findet während der üblichen Geschäftsstunden auf Grund der zu diesem Prospecte gehörigen An-- meldefocmulare statt. Früherer Schluss der Zeichnung bleibt dem Ermessen jeder einzelnen Stelle Vorbehalten. 2. Der Subskriptionspreis beträgt 973/4 Perzent, zuzüglich 5 Percent Stückzinsen vom 1. Februar a c. bis zum Zahlungstage. 3. Bei der Subscription ist eine Kaution von 5 Percent des gezeichneten Nominalbetrages in baar oder in solchen Effecten zu hinterlcgen, die die Subscriptionsstelle als zulässig erklärt. Anmeldungen auf bestimmte Abschnitte können nur insoweit möglich berücksichtigt werden. Jeder Zeichner wird so bald als möglich nach Schluss der Zeichnung schriftlich benachrichtigt, ob und in welchem Umfange seine Anmeldung Berücksichtigung gefunden hat. 5. Die Abnahme der zuger heilten Originalstücke kann gegen Zahlung, des Preises (vgl. Nr. 2) vom 20. Februar a. c. ab stattsinden und mutz spätestens am 31. März a. c. erfolgen. Wiener Kank-Vrrern> Ungarische Bank für Industrie und Handel Actiengesellschaft. Privilegirte Landesbank für Bosnien und Herzegowina. CirIR.IEISIEal-A-Ihd:‘* Lebens-Versieh erungs-Gesellsehaft in London. FILIALE FÜR ÖSTERREICH: -Wien, I., Giselastrasse Kr. t im Hanse der Gesellschaft. FILIALE FÜR UNGARN: Budapest, Franz Josefsplate L und £ im Hanse der Gesellschaft. Activa der Gesellschaft am 3L Deeember 1893 . Kronen 131,435.637 Seit dem Bestände der. Gesellschaft wurden Anträge mit einem Versieherungscapital von Kronen 1.936,242.647 eingereicht Liberale Bedingungen. Billige Präuiien. Unverfallbarkeit und Unanfechtbarkeit der Policen« Besondere Vortheile gewähren Darlelieuspoüceji, welche den Ablebensfall durch Selbstmord oder Duell schon vom Beginn der Versicherung an decken. Prospecte und Tarife, auf Grund welcher die Gesellschaft Policen ausstellt, sowie Antrags-Formulare werden unentgeltlich ausgefolgt durch die Herren Agenten in allen Städten der öster« reichisch-ungarischen Monarchie und. durchdie Filialen für Oesterreich Md Ungarn.

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