Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 16 (1896)
- Issue
- Heft 5 (11.2.1896)
- Date
- 1896-02-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. L @ei£e;& DesterLeichisch-uügarische Lankören-IeitlMg. KrgMffaüove» rzu׳t!M<Lchien Md, ^LrklättnLie ritirte MtcülärpKMMsqz-׳P1H>Z^WM:EM88: ״ > ) s:::? L׳״׳/ ü־’ frj>€' > ^Bchs Hchr-L'^raEißhE :CüttüsgemMld^s ohne jede iinßkre MAche «nd Ahne Wänderungs HM Justjültionen -LaH der *inen* bald :bm WidexeÄ DrgtmWwtt Änsthließen, so - d ass' Mi zu' einer Änd ödersMen Orgcinffativw gehörigen Gemeinden kein besonderes Kriterium,־.; ja oft selbst keine gleichförmigen gottesdienstlichen. Institutionen besitzem, ÄnsofM in jeder einzelnen- Organisation sämmtliche Mten cultivirt werden, können, was sich inmitten der Hüdenschaft 1 unbeschadet ihres einheitlichen Wesens seit ihrer Zerstreutheit entwickelt haben und welchethatsachlich gemengt im Schoße jeder einzelnen Organisation angettDffen tverden können Bisher hat es-niemand unternommen, die Wahrheit dieser Behauptungenauch nur anzukämpfen. - : Her Umstand, dass es einem׳ Theil unserer Glaubensgenossen gefällt, sich ״OrkhodoM, den andern Theil aber Meolvgen^ zU nennen, stellt noch nicht das Recht festdass sich eut Theil der Glaubensgenossen der recipirten israelitischen Eonfessivn zu einer besonderen ״jüdischen glaubenstreuen Confcjftoir״ consirtuire, welcher Benennung wir in dem orthodoxen Orgünlsaüo'nsstätut begegnen. DieBenützung des Titels ״ autonome,' gdsetzestreue jüdische Confession" könnte auch dann verböten werden, wenn im Sinne des Gesetzes ״über die freie Religionsübung^ein Theil unseres Glaubensgenossen unter dem obenerwähnten Titel eine neue gesetzlich anerkannte Confession bilden woltte. ^8r; unsere Auffassung spricht die klare Bestimmung. des § ׳8׳ des ־ genannten Gesetzes, welche aus die Benennung der CöNsession Gewicht legt, und zwar nach der ministeriellen Motivierung ״aus-dem Grunde, weil es geschehen könnte, dass sich irgendeine Confession z.B.die der ,wahren Christen' nennen würde, was mit Rücksicht aus die übrigen EonfessioNen nicht gestattet werden könnte". (Schluss folgt') Litteratnr. Trfilas Nrrla. Wenn man auch den strebsamen Colleges die sich mit dem Componiren von Synagogenmusi? befassen/ oft zurufen möchte: altaassu od inelochbh letrumas hakandesch, so kann es doch nicht geleugnet Werden, dass es unter vielen Jüngern, die sich der schweren Aufgabe unterziehen, auch ein Schärftein zum Baue des Heiligthums bcizutragen. Manchen gibt, der dazu berufen ist, durch sein Talent mitzuarbeiten an dem noch lange nicht fertigen Bau der Musik für den jüdischen Gottesdienst. Was in Bezug auf 'Musik in der Synagoge unserer Zeit verlangt wird, ist nicht pyrotechnische Geschicklichkeit, sondern ein getragenes Recitativ für den Cantor und einMerschmelzen desselben mit dem vom Chore vorzutragenden, zuweilen den Cantor begleitenden, zuweilen unabhängig von diesem zu singenden tzHorsätzcn. Herr David No Vak ows ky, Chordirigent und zweiter Cantor in Odessa, scheint in seinen Tefilas Neila dieser Ansicht beigetreten zu sein.'In ׳den im traditionellen Style gehaltenen Nccitativen hat er gehörig Maaß.gehalten.und sich nicht so ganz auf den abschüssigen Weg begeben,, den-die meisten seiner Vorgänger nur zu sehr betreten haben. Das-Recitativ isi in dzescm Werkchen eine mit Würde sich sortbewegcnde Melodie, die nicht verfehlen kann, den Hörer zu wahrer Andacht zu stimmen und ihn vergessen zu lassen/׳-dass ein Künstler sich am Betpulte befindet, sondern vielmehr ein Priester, der im Namen der ׳Gemeinde die Ergüsse eines gottvertrauenden Herzens vorden Thron des Allerhöchsten zu bringen versucht. Die, meistens Vierstimmig gearbeiteten traditionellen Klänge sind, ich möchte sagen, selten besser behandelt worden als in diesem Hefte. Stimmlage und Stimmführung sowohl als Harmonie entsprechen dem ihnen unterlegten Texte und dürften nicht verfehlen, -eine,außerordentliche Wirkung hervorzubringen. Zeigt sich schon in der Behandlung dieses schwierigen Stoffes die Meisterhand des Componisien, Jo: ist dieselbe noch mehr in einzelnen Original-Compositionen Nnvcrkenubätt Das^ obwohl einfach, im gemessenen Style gehaltenen Nr. 16 /Oüv IbvLÜ-Äuf Seite 21, antiphonisch durchgeführt, muß jedes Gemüth «!Meisen: Die:außerordentliche Wirkung liegt hier hauptsächlich in der Einfachheit der Harmonie und dem lieblichen Baue der zu Herzen sprechenden Melodie..Hb.. 18 ©eite25 ״Attohnosen Jod“ mußals vorzüglich gelungen betrachtet -werden. Mit Ausnahme des Satzes ״V’attoh lamdenii“ bis;,Schuwbk -sh’iemo rfonecho“ ist die Arbeit eine wohldurchdachte, würdige rutd Lenr Texte vollkommen -angemessene. Die, bald vom Chore den Cantor begleitenden Passagen, wie diejenigen von Cantor und Chor abwechselnd vorzutragenden Stellen lassen, keine Monotonie aufkommen und geben dem Gänzen. die besonders für Neila erforderliche Weihe. In dem Fügalsatze rav maasectiem tocliu“ findet die Nummer einen höchst wirkungsvollen Abschluss. Vom musikalischen Standpunkte aus betrachtet, ist die Nummer 19 auf Seite 33 ebenso werthvoll als die Nummer 18; Praktisch jedoch durste dieselbe, nicht, so leicht verwendbar sein. Im Ganzen muß das Werk als -em''gellmgenes bezeichnet werden, das in dem Musikärchiv keiner Gemeinde fMen -Mte Änd' das ledev Cüntov mit Nutzen studiren kann. Dds Werk U^GroßsOctstv/׳ enthält 44 :Deiten. und ist typographisch sehr gut ausgestattet, Hoffentlich werden weitere Publikationen des Verfassers, die :sewc wünschenswerth waren,dadurch ermöglicht, dass dieses Erstlingswerk reichlich? Abnahme findet,.was vom Httzen wünscht' :׳ ' י י" י ־/-'•' - - - - --- - . / Alois Kais er,-Cantor inBaltimord׳ ' Kleme Ähromk / Z Wien» rat Februar 1896. Am 7^ d. ׳ M. wurde FM« Regina Finzi und am 9. M: Frau Rebecca Leon A d wt t M letzten Ruhestätte geleitet. Beide, seltene Zierden der türkischen Gemeinde, hochbetagt und eine höchst rühmenswerthe Vergangen-^ Heit hinter sich, waren auch dessen vollkommenwürdig, -dass nicht, nur die hervorragendsten Mitglieder der hiesigen türkischsephardischen Gemeinde, sondern - auch viele hochansehnliche Vertreter - der hiesigen - deutschen Gemeinde ihnen das letzte Geleite gaben.. Am Sarge der Frau Regina Finzi stünden ihre durch Wohlthätigkeitssinn und wahre Humanität ausgezeichneten Söhne, Jacques und Alfred, und ihre ebenso׳ wohlthätige Tochter, Frau Clara Danon, und deren treffliche Söhnet An der Bahre, der Frau Rebecca Leon ׳ Adutt trauertenihre wackeren, edlen Söhne, Abr. M. d'Jsraeli Morenu und Liceo, letzterer, langjähriger,'verdienstvoller Vorsteher, der Gemeinde und der Armenanstalt, sowie ihre durch seltene Menschenfreundlichkeit und mit besonders ausgezeichneten Geistesgaben geschmückte Tochter Frau Annica Benvenisti. Hinter diesen Leidtragenden schaarten sich die Enkel und Urenkel der Verblichenen. Rabbiner M. Päpo gab in seinen Trauerreden bewegten Ausdruck all dessen, was die Hingeschiedenen, nunmehr seligen Frauen im Leben waren. Er hob ihre unvergesslichen Tugenden, ihren seltenen Wohlthätigkeitssinn hervor und pries ihre würdigen Nachkommen, die stets bestrebt sind, diesen ehrwürdigen Vorbildern nachzuahmen. Obercantör I. Bauer versah die Trauergesänge höchst stimmungsvoll und bewegte tief durch seinen ergreifenden Vortrag alle Anwesenden. Wien. Am 2. Februar begieng Herr Professor Dr. Moriz . Benedikt sein vierzigjähriges Schriftstellerjubiläum, -aus welchem Anlasse dem berühmten Gelehrten Ovationen aus aller Herren Länder dargebracht wurden. Es bildete sich ein internationales Festcomite, welches durch Professor Ritter v. B a sch dem Jubilar eine silberne Plänquette mit dem Reliefpärträt Benedikts überreichen ließ. Wien. Am 16. d. M. findet der Elite-Ball des Frauen- Wohlthätigkeitsvereines im 8. Bezirke statt, welcher Verein unter der Leitung der wackeren und bestbekannten Präsidentin, Frau Amalie Beck, steht. Für dieses schöne Fest, dessen Reinerträgnis für die Bekleidung armer Kinder bestimmt ist, gibt sich in den besten Kreisen ein lebhaftes Interesse kund. An der Spitze des Festcomites steht der äußerst tüchtige Obmann, Herr Victor Fuch sb alg, Cassaverwahrer ist Herr Isidor B ern f e ld. Dem Comite gehören eine stattliche Anzahl Damen und Herren aus den besten Kreisen der Gesellschaft an. Die Musik besorgt die rühmlichste bekannte Kapelle, Ziehrer. . Wirn. Der Israelitische Frauenverein im 18. Bezirk, Währing, veröffentlicht soeben den Jahresbericht für das Jahr 1895, welcher ein Bild des humanen Wirkens , des Vereines bietet. Der Verein, welcher namentlich die Bekleidung von armen Kindern zu seiner Aufgabe gemacht, verdient alle Förderung^ Bei der am 29. Jänner 1896 stattgehabten Generalversammlung wurde sowohl dem Vorstande, als den Herren Rabbiner S o r, Cnltusvorftand Emauuel Hoffmann und dem Amtsleiter Max P et e r s el k a der Dank für ihr opferwilliges Wirken ausgesprochen. Wien. (Was schickt sich für einen Geistlichen?) Ein führendes Antisemitenblatt in Deutschland hat es jüngst einem protestantischen Geistlichen schwer angerechnet, weil er der Einweihung einer Synagoge .anwohnte und dabei die Anfangsworte des ״Vater unser" sprach. Heute ist es schwer zu sagen, was sich nach den Ansichten gewisser Leute für einen christlichen Priester schickt. Vielleicht folgendes Vorgehen, das sich jüngst in der Volksschule zu Hietzing ereignete. Der Katechet Kooperator Hilym ei b an er. machte nämlich in. der Religionsstunde die Kinder darauf aufmerksam, dass die Neuen Inhaber der Tabaktrafik am Hüuptplatze Juden seien und'dass die Kinder'