Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 29 (11.12.1895)
- Date
- 1895-12-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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;Seite 4 Oesterrerchifch-üngänsche Lantoren-Ieitung Nr. 29. 4 ' §10. . . Kinder von Beamten, welche sowohl vom Vater als von der Mutter verwaist sind, oder blos vom Vater verwaiste Kinder, deren Mutter des Pensionsanspruches verlustig geworden ist, erhalten, so lange sie unversorgt sind und das Normalalter noch nicht vollstreckt haben, jene Pension sammt Erziehungsbeiträgen, welche ihre Mutter erhalten haben würde, doch darf der Gesammtbezug auch nicht mehr als 600 fl. betragen. Sobald ein Kind stirbt, eine anderweitige Versorgung er- oder das Normalalter erreicht hat, wird der auf dasselbe!lntheil an der Pension, sowie dessen Erziehrmgtzbeitrag eiugezogen. 4 •4״ 8 11. Beamte und Diener werden außer dem im § 5 normirten Falle ihres Pensionsanspruches verlustig, wenn sie dem Dienste freiwillig entsagen oder aus einem der im § 33 Etat, angeführten Gründe entlassen werden. . . § 12• Die Witwen nach Beamten und Dienern Haben keinen Anspruch auf die Pension, resp. verlieren denselben: 1) wenn die Ehe mit dem Beamten oder Diener erst im Ruhestande geschlossen wurde, 2) wenn die Witwe einen zwar noch in der activen Dienstleistung stehenden, aber mehr als 60 Jahre alten Beamten oder Diener geheirathet hat und mit demselben nicht wenigstens 4 Jahre im Ehestande gelebt hat, 3) wenn sie zur Zeit des Todes ihres Gatten von demselben geschieden leben, es mag die Scheidung gerichtlich, rituell oder nur außergerichtlich stattgesunden haben, 4) wenn die Wittwe sich wieder verehelicht, 5) wenn sie zu einer anderen Religion Übertritt, 6) wenn sie sich durch unsittlichen Lebenswandel der Unterstützung unwürdig gemacht hat, 7) wenn sie wegen eines Verbrechens, eines Vergehens oder einer Uebertretung aus Gewinnsucht oder gegen Von Jerusalem nach Brtlehem. Aus der N.-Y. St.-Z., mitgetheilt von Rev. OsiaS H och glück. (Fortsetzung.) Der Weg vom Oelberg nach Bethanien zieht sich etwa «inen halben Kilometer an der Südseite des ersteren hin, wendet sich darauf gegen Mittag und führt dann über den schmalen Kamm, welcher, den Oelberg mit der Höhe oberhalb Bethaniens verbindet. Gegenwärtig ist Bethanien ein unbedeutendes. Dorf, das wegen des Wunders der Auferweckung des Lazarus von den Eingeboren El-Azarijeh genannt wird. Man zeigt daselbst noch die Grabhöhle des Lazarus, sowie die Ruinen der Häuser der Maria und Martha. Ein schmaler Fußpfad führt von Bethanien über den ״Berg des Aergernißes" nach dem Flecken Tiloa oder Kefr Silwan. Der Name ״Berg des Aergernißes" bezieht sich darauf, dass dort die Opferstätten gewesen sein sollen, welche Salomo, derAsthoreth, dem Greuel von Zion, und Chamos, dem Greuel von Moab, und Niolech, dem Greuel der Kinder Amons, errichten ließ. (2. Könige, 23, 13.) Etwa 300 Meter südlich von Silva, ein wenig unterhalb der Stelle, wo sich das Kidrou- und Hinnomthal vereinigen, liegt der historische Brunnen El-Rogel. Von hier aus führte mein Weg durch das ד sogenannte Hinnomthyl, eine tiefe . und enge Schlucht im Süd«! . von Jerusalem, in welcher unter, d er R^iermrg desKönigs Ahas und'Manaffe die Einwohner von ZemWW M 'Mnder l deMFeüergott Molech opferten. In diesem Thale bestndet sich auch der unter dem Namen -Hackeldama" die öffentliche Sittlichkeit sich schuldig gemacht hat, ohne Rücksicht darauf, ob sie deshalb gerichtlich in Untersuchung gezogen wurde... ' ■י.■;' ־ ׳13 § . : . Die Erziehungsbeiträge der Waisen hören mit dem Tage des erreichten Normalalters oder Mit׳ dem ' Eintritte einer Versorgung auf. § 14. / Jeder Beamte oder Diener hat 4% seines für den Ruhegenuss anrechenbaren Gehaltes in monatlichen gleichzeitig mit dem Gehalte fällig werdenden Raten in der Pensionsfond der-: Cultusgemeinde einzuzahlen, die an dev israelitischen Volksschule jeweilig angestellte Lehrerin hat jedoch nur einen 2% Beitrag für den Pensionsfond zu leisten. . ' § 15. Auf die bereits im Dienste der israelitischen Cultusgemeinde in Troppau befindlichen Beamten und Diener finden die obigen Bestimmungen nur mit der Beschränkung Anwendung, dass denselben je ein Jahr, durch welches sie den Beitrag für den Pensionsfond leisten, für 4 zur Pension anrechenbare Jahre zählt, bis sie auf diese Weise so viele zur. Pension anrechenbare Jahre erlangen, als sie Dienstjahre haben. ׳ § 16. Für bte an der israelitischen Volksschule angestellten Lehrer hat dieses Pensions-Normale für den Fall der Auflassung der Schule nur infoferne Wirksamkeit, .dass dieselben vom vollstreckten 10. bis nach vollstreckten 20. Dienstjahre eine. Abfertigung von 2 Drittel des Gehaltes, vom vollstreckten 20., bis nach vollstrecktem 25. Dienstjahre einen ganzjährigen Gehalt als Abfertigung und in beiden Fällen die in den Pensiousfond geleisteten Beiträge -sammt 4 % Zinsen erhalten; tritt dagegen die Auflassung der Schule nach vollstrecktem 25. Dienstjahre ein, so treten die Bestimmungen dieses Normales in Kraft. bekannte Töpfersacker, welchen die Hohepriester um die 30 Silberlinge kauften. . . Weiter nordwestlich, da wo das : Hinnomthal mit. dem Thale Gihon zusammentrifft, ist der sogenannte ״Untere Teich: von Gihon" oder Birket es Sultan.,Derselbe ist nahezu 600 Fuß lang, 250 Fuß breit und etwa 30 Fuß tief: Verfolgt man von hier aus den Lauf des Thales, so gelangt man nach dem Plateau, auf welchem. Jerusalem steht. Ungefähr eine halbe Meile von der Stadtmauer entfernt ist der ״Obere Teich von Gihon", oder Birket es Mamila. Oestlich davon sieht man die große russische Niederlassung, welche ein Consulat, eine Käthedrale, zwei Hospize für männliche und weibliche Pilger, ein Haus für die Geistlichkeit und Reisenden höheren Standes, sowie ein Hospital in sich schließt und wie eine riesige Festung ganz Jerusalem überragt. . In ihrer Nähe erhebt sich das anspruchslose Gebäude der deutschen Waisenhauses, sowie die Kirche der arabisch-protestantischen Gemeinde. Zwischen dem Russenbau und dem Jaffathor, gerade da, wo die Landstraße sich südlich nach Betlehem und Hebron dreht, steht ein einsames Wirthshaus, welches von einem Deutschen namens Krockenberger gehalten wird. : Ich. .verkehrte daselbst häufig, da es das einzige öffentliche Local war, wo durstige Seelen nach des Tages Mühe und Arbeit sich erquicken konnten. Sogar der gestrenge. Herr Rector des österreichischen Pilger- Hauses verschmähte es nicht, daselbst ab und zu eins hinter die Binde zu gießen, und nur wenige Tage vor -meiner Abreise wurde mir das Vergnügen zu Th eil, den liebenswürdigen, protestantischen Pastor Müller nebst Gemahlin aus Betlehöm kennen zu lernen. ׳ Ich war gerade irn Begriffdiesen wohlbekannten