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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-11-21 · Heft 27 (21.11.1895) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 27 (21.11.1895)
Date
1895-11-21
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Oesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. dlv. 27. Zur Schechitasbtzandlnng. Zu M17 .׳ dieses Blattes wurde ich auf die Response» ׳ 36 des Ohasam 80561׳ verwiesen, aus welchen hervorgeht, dass ein gewöhnliches gabschuschith blos eine kzas reuthe, wahrend jenes aus einer buah gebliebene gabschuscbitli ^Erhöhung) gar keine reuthe genannt wird. Die Beweis- Führungen stammen erstens von Siwche Schlamim 60 und zweitens aus Simla eliadasclia 39, 47 und endlich aus dem Gutachten des Preßburger Schächter-Collegiums. Ad I) mache ich auf Siwche Schlamim 20 aufmerksam. Dort heißt es ausdrücklich, dass ein gabschuschith nur dann koscher zu erklären ist, wenn eine zweite reuthe nicht dabei ist. Selbstverständlich verstehen wir unter dem Ausdrucke reuthe sowohl ׳ eine gomure als auch eine stam reuthe; Wenn nun ein gewöhnliches gabschuschith, von welchem dort die Rede ist, eine kzas reuthe wäre, warum sollte dieses mit einer stam reuthe trefe sein, da doch eine stam reuthe mit einer reuthe kzas ausgesprochen koscher ist. Ad H) spricht Simla chadascha auch nur von einer Erhöhung, welche von einer buah geblieben ist. Die Folgerung vom Vorhergegangenen ist die, dass ein gabschuschith eine stam reuthe ist, daher mit. serche tluja trefe, während jene aus einer buah gebliebene Erhöhung blos eine kzas reuthe ist, daher mit serche tluja koscher ist. Ad IH) befremdet mich das Gutachten dieser Schochtim, wie aus folgendem hervorgehen wird. Wenn die Ansicht richtig sein sollte, wie aus den angeführten Responsen erhellt, dass ein gewöhnliches gabschuschith blos eine kzas reuthe und die aus einer buah gebliebene Erhöhung gar keine reuthe ist, so bleibt doch die Frage offen, warum sollte man in diesein gegebenen Falle, nämlich, wenn von einer buah gebliebene Er- Höhung eine serche debuka vorkömmt, nicht lösen dürfen, nachdem doch eine zweite reuthe nicht vorhanden ist. Dieses stnde ich aber im Chasam Sofer nicht, und es befremdet mich daher das Gutachten des Schächter-Collegiums. Die dyrtselbst schwache Beweisführung des Herrn Kauders aus Jore dea 37, 2 scheint factisch schwach, weil dort Ture Sohof deutlich erwähnt ״wlo durne l’serche tluja hajozea mitoeh hatinre", also tiure, nicht gabschuschith wird als reuthe kzas betrachtet; Meiner Ansicht, dass serche tluja, welche auf einer von einer buah gebliebenen Erhöhung nach dem Aufblasen der Lunge ganz verschwindet, (seliawo lebosor harea) die serche trotzdem gelöst werden soll, um sich zu überzeugen, ob unter der serche alles!gedeckt ist, wie Rabbi Moses Minz sehr richtig bemerkt, führt Herr Kauders Robund Ohasaka entgegen. Wie uns die Erfahrung lehrt, kommt es oft vor, dass die Lunge wegen einer reuthe aufgeblasen wird, und wenn zufällig eine buah auf einer anderen Stelle der Lunge u. zw. ohne Belang ist, dieselbe durch das Anfblasen der Lunge, theilweise, oft der größte Theil derselben, aber nicht ganz gedeckt ist. Nun wo ist da der Rob? Selbstredend entfällt die Ohasaka, weil ich doch die reuthe in so lange im Auge zu behalten habe, bis. ׳ich-mich überzeuge, dass dieselbe entfernt ist. / Bezugüch meines ״Heche timze" nämlich, wo ein gabschuschith allein als trefe zu betrachten ist, welche Bemerkung Herr Kauders nicht sehr liebenswürdig bekritelt, bitte ich die Herren College» über folgenden Fall um Bescheid. Wenn bezat jemin harea neben der una ein gewohnliches gabschuschith gewachsen ist, dann folgt die una aruka weuwa, dann die una ktana. Sollen wir es als koscher oder trefe erklären? Zudem ich noch hinzufüge, dass es durchaus nicht meine Absicht ist, zu polemisiren oder Talmudstellen zu Tage zu fördern, sondern, dass es mir vielmehr daran gelegen ist, dass diese und ähnliche Debatten sowohl auf mich wie auch auf andere College» belehrend einwirken, danke ich Herrn Kauders, dass er mir, wenn auch etwas schroff, aber trotzdem zur Sache erwidert hat. Ich kann auch nicht umhin, mein Bedauern darüber auszusprecheu, dass die Theilnahme an solchen Debatten sowohl bei den Herren Collegen als auch bei den Herren Rabbinen eine so wenig rege gewesen ist. Jacob Herz, Troppan. Kleine Chronik Wien. Sonntag den 24. November 2 Uhr Nachmittags findet im Leopoldstädter Tempel die Trauung des Fräulein Sophie Blatt,Tochter unseres hochgeschätztenVereinscassiers Cantor Moritz Blatt, mit Herrn Hermann Schneid er statt. Wien. Donnerstag den 14. d. M. fand in der Schiffsynagoge für den jüngst verstorbenen Begründer des Bethanses, Herr I. L. Freistadtl, ein ״Hesped" statt, ebenso für den kurz vorher dahingeschiedenen berühmten Rabbiner G. Fischer in Stuhlweißenburg. Der Tempel war aus diesem Anlasse schwarz drapirt und von fast sämmtlichen Mitglieder besucht.. Die Trauerrede hielt Herr Rabbiner I. B. K o h n und erntete wie immer lebhaften Beifall. Zum Schlüsse recitirte Herr Cantor W i t m a u n das El mole Rachamim in ergreifender Weise. Wien. Sonntag den 17. d. M. fand im Tempel der türk. isr. Gemeinde die Trauung des Frl. Jenny Papo, Tochter des Rabbiners Michael Papo, mit Herrn S. Papo aus Sarajevo, statt. Als Beistand des Bräutigams fungirte der Präses Herr Marcus M. Ruf so. Zur Trauung hatten sich fast sämmtliche Mitglieder der Gemeinde eingefunden. Den Trainingsakt vollzog der Vater der Braut, .Rabbiner Papo, den liturgischen Theil Obercantor Bauer. Wien. Auf dem israelitischen Friedhofe wurde Freitag den 15. November auf dem Grabe Dr. Adolf F i s ch h o s's, des alten Legionärs und Einsiedlers von Emmersdorf, ein Denkmal enthüllt und gestaltete sich die Erinncrungsseier zu einer eben so würdigen, als erhebenden. Vor 11 Uhr hatten sich in. weitem Umkreise um das Denkmal die Theilnehmer — 500 an der Zahl — gruppirt. Man sah in der Versammlung: die Hosrnthe Michael Rauscher und Angelo Ritter v. Kuh, Gcneraldirector Ritter von Borkenau, städtischen Archivar Dr. Glosse Magistrats-Secretär Dr. von Radler, David Ritter von Gutm a n n, den Vicepräsidenten der Cnltusgemeinde S i m o n mit den Cultusvorständen Dr. Alfred Stern, Landesschulrath Dr. Gustav K o h n, kaiserl. Rath L e i n k a u f, Secretär Dr. Lieben^ Chefredacteur Dr. Richard B u n z l, die Vertreter des Journalisten- und Schriftstellervereines ״Concordia" Dr. Ignaz Deutsch und Epstein, die Schriftsteller Dr. Gustav Freund, Adolf R. von Nassau und Emanuel Ban m g a.r t e n, die Architccteu F l e i sch e r und Frankl, Baurath Ritter von Gold sch 11t i d t, Director F ifche r der. Leopoldstädter Kinderbewahranstalt, den amerikanischen Consul Herz, Dr. Bauer als Obmann des- Bürgerclub auf der Wieden, Professor׳ Dr. Benedikt, die Neichsrathsabgeordnctcn W r a b c tz, N o s k e und Dr. Krön a- Wetter, den ehemaligen Reichsrathsabgeordneten Dr. Lewak o w s k i mit dem Lemberger Gemeinderathe N a w a k o w i c z, eine. Deputation der Gemeinde Emmersdorf, geführt vom Gutsbesitzet Theodor Mich n er, eine Deputation der freisinnigen Ge- Werbepartei, geführt, von K r e t s ch m e r, die Brüder Moriz und Alois Fischh os, die Nichte Frau Dr. Jacques Fischer, ferner als Vertreter der academischen. Legionäre vom Jahre 1843 Ritter von Matscheko, Negierungsrath Mora w etz, Doctor

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