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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-11-21 · Heft 27 (21.11.1895) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 27 (21.11.1895)
Date
1895-11-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 27. Oesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung Seite 5. Hierauf erfolgt die Abgabe der Stimmzettel von Seite der übrigen Wähler, zu welchem Ende dieselben durch ein Mitglied der Wahlcommission in der Reihenfolge, wie ihre Namen in der Wählerliste eingetragen sind, aufgerufen werden, worauf jeder Aufgernfene persönlich seine Stimmzettel der Wahlcommission behufs Hineinlage in die Wahlurne zu übergeben hat. Bei Wahlen durch Bevollmächtigte ist auch die Vollmacht abzugeben. Wahlberechtigte, die nach geschehenem Aufrufe ihres ׳Namens kommen, haben erst nach Verlesung der ganzen Wählerliste ihre Stimmzettel abzugeben und sich deshalb bei der Wahlcommission zu melden. § 61. Die Abgabe des Stimmzettels ist in der Wählerliste neben dem Namen des Wählers in der dafür vorbereiteten ׳Collone ersichtlich zu machen. Nebstdem wird ein Abstimmungs- Verzeichnis geführt, in welchem die Namen jener Wähler, welche ihre Stimmzettel abgeben, in fortlaufender Reihenfolge zu verzeichnen sind. Das Abstimmungsgesetz bildet die Controle der Eintragung der Stimmzettelabgabe in die Wählerliste. § 62. . Die Annahme der Stimmen wird nach Ablauf der fiir die Abgabe derselben im Voraus bestimmten Zeitdauer, solange noch Wähler, welche ihre Stimmen abgeben wollen, im Wahllocale vorhanden sind, stattfinden. Nach Ablauf der für die Dauer der Wahl festgesetzten Zeit wird der Wahlact geschlossen und das Scrutinium vorgenommen. Das Scrutinium wird damit begonnen, dass die Stimmzettel aus der Wahlurne herausgenommen und gezählt werden. Sodann entfaltet ein Mitglied der Wahlcommission jeden Stimmzettel einzeln und übergibt ihn dem Vorsitzenden, welcher denselben laut abliest und zur Einsichtnahme an die Commissions- Mitglieder reicht. Hiebei sind von zwei Mitgliedern der Commission über die Personen, welche Stimmen erhalten haben, je eine Stimmliste zu führen, welche beide Stimmlisten übereinstimmen müssen. In der Stimmliste, ist jeder, der eine Sümme erhält, namentlich zu verzeichnen und neben seinem Namen die Zahl. 1, bei der zweiten auf ihn fallenden Stimme die Zahl 2 u. s. m. beizusetzen.! Die Muhammedaner glauben, dass Christus auf dem Oelberg und Mnhammed ans dem Berge Moria zu Gericht sitzen wird. Ein Seil soll alsdann vom Berge Moria nach dem Oelberg hinüber führen, über welches Jeder gehen muß. Die Guten werden mit Leichtigkeit hinüber kommen, während die Bösen in den Abgrund fallen. Wenn man vom Stephansthor in das Kidronthal hinabsteigt, so trifft man rechts am Wege den Platz, wo der heilige Stephan gesteinigt worden sein soll, ganz unten endlich, auf der Sohle des Thales, die Grabeskirche der ״Allerseligsten", in der sich gleichzeitig auch die Grabstätte der Eltern Maria's, Joachim und Anna, sowie das Grab ihres Gatten, des heiligen Joseph, sich befindet. Das traditionelle Grab der Maria, welches von 24 goldenen Ampeln Tag und Nacht erleuchtet wird, ist in einer unterirdischen, in den Felsen gehauenen Capelle, in welcher! von den Franziskanern jeden Morgen Messe gelesen wird.! Etwas südlich von der Grabeskirche der Maria liegt der Garten Gethsemane, ein hübsch mit Blumenbeeten angelegtes Grundstück, welches von einer hohen Mauer eingeschlossen ist. Die uralten Oelbäume, welche hier stehen, verdienen es wohl, dass man sie aufmerksam betrachtet. Heißt es doch von ihnen, dass unter ihrem Laubwerk der Heiland und seine Jünger sehr häufig geruht haben. Die Umfassungsmauern des Gartens sind mit den 14 sogenannten Leidensstationen geschmückt, welche in jeder katholischen Kirche zu finden sind. In der Nordostecke steht ein kleines Gebäude, welches von zwei Franciskanern bewohnt wird, welche dem Garten die zärtlichste Pfiege angedeihen lassen. § 63. Gewählt sind diejenigen, welche die meisten Stimmen aus sich vereinigt haben. Absolute Stimmenmehrheit ist nicht erforderlich. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los, welches vom Vorsitzenden der Wahlcomwission in Gegenwart dieser Commission und der anwesenden Wähler gezogen wird. (Bei geforderter absoluter Stimmenmehrheit hätte zu gelten: § 63 a) Gewählt sind jene, Welche die absolute Mehrheit der giltig abgegebenen Stimmen erhalten. Ergiebt sich eine solche nicht, so findet am 8. Tage nach dem Wahltage zu gleicher Stunde und an demselben Orte die engere Wähl zwischen jenen Mitgliedern statt, welche die nächst meisten Stimmer: erhalten haben. Das Stattfinden der engeren Wahl ist durch Plakatirung oder auf die sonst im Orte übliche Weise durch Anschlag int öffentlichen Bethause zu verlautbaren. In die engere Wahl ist die doppelte Anzahl der zu wählenden CandidaLen einzubeziehen. Ergibt sich bei der Einbeziehung in die engere Wahl zwischerr mehreren Candidaten Stimmengleichheit, so entscheidet das Los, welches vom Vorsitzenden (wie in alinea 3, § 63) gezögert wird. Jede auf eine andere Person fallende Stimme ist ungiltig. Ergibt die engere Wahl Stimmengleichheit, so enscheidet das Los. (Für jene Cultusgemeinden, welche das. System der Wahl in zwei Wahlkörpern einzuführen beabsichtigen, hätten anstatt des vorstehenden § 63 folgende Bestimmungen zrr gelten:) 8 63 a) Zuerst wühlt der zweite Wahlkörper und erst nach Bekanntgabe des Resultates dieser Wahl der erste Wahlkörper. Die bei der Wahl im ersten Wahlkörper auf Personen, die bereits im zweiten Wahlkörper gewühlt worden sind, fallenden Stimen sind ungiltig. 8 63 b) Gewählt erscheinen in jedem Wahlkörper diejenigen, welche die meisten Stimmen auf sich vereinigt haben. Absolute Stimmenmehrheit ist nicht erforderlich. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los, welches vom Vorsitzenden der Wahlcommiffion in Gegenwart dieser Com- Mission und der anwesenden Wähler gezogen wird.! (Fortsetzung folgt). In unmittelbarer Nähe des Gethsemane-Gartens ist die unter, dem Namen ״Höhle der Todesangst" bekannte Grotte, in welcher Christus in der Nacht seiner Gefangennehmung Blut geschwitzt haben soll. Ein sehr schönes Altargemälde illustrirt die Szene von Lukas 22, 43: ״lind da kam ein Engel vom Himmel und stärkte ihn." Unweit von dieser Stätte wird der- Platz gezeigt, wo die drei Apostel Petrus, Jakobus und Johannes schliefen, während ihr Herr und Meister den schwersten Seelenkampf auszustehen hatte. Vor: hier aus führt ein rauher und steiler Pfad de» Oelberg hinauf. Ungefähr aus halbem Wege bezeichnet ein Thurm die Stelle, wo Christus weinte über Jerusalem. (Lukas 19, 41). Auf dem Gipfel des Oelbergs erhebt sich die sogenmlnte Himmelfahrtskapelle, eine Moschee, welche an Stelle! der s. Z. von der Kaiserin Helena errichteten Basilika erbaut! worden ist. Im Hofe dieser Moschee ist ein kleines achteckiges Gebäude, in welchem der Fußtritt Christi gezeigt wird, welchen er bei seiner Auffahrt auf einem Stein zurückgelassen haben soll. Einige hundert Schritte südwestlich von der Himmelfahrtscapelle steht die prächtige, von der französischen Prinzessin Aurslie de la Tour d'Auvergne erbaute Pater Nosterkirche. Die Vorhalle derselben ist mit 32 weißen Marmortaseln geschmückt, aus welchen das ״Vater Unser" in ebenso vielen Sprachen eingravirt ist. Unter der Kirche ist eine Höhle, in welcher Christus seinen Jüngern das Vater Unser gelehrt haben soll. (Fortsetzung folgt.)

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