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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-09-02 · Heft 20 (2.9.1895) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 20 (2.9.1895)
Date
1895-09-02
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 20. Oesterreichisch-ungarischeLantoren-Zeitung. Seite 7. Les Herrn Cantor Herrmann Goldenberg und der ausgezeichneten Predigt des Herrn Rabbiner Hahn nahm die Feier einen schönen und würdigen Verlauf. Tartzau. Am 5. August feierte die hiesige Cultusgemeinde den 40. Jahrestag der Anstellung ihres Rabbiners m!d Seelforgers Herrn I. Schidloff in ebenso feierlicher als erhebender ׳Weise. Da aber an diesem Tage gerade 49 Jahre abliefen, dass .Herr Schidloff das ehrwürdige Amt eines Rabbiners überhaupt antrat, so war hier eine seltene Doppelfeier, an welcher bei der allgemeinen Beliebtheit unseres greisen Seelsorgers alle gesellschaftlichen Kreise in weitgehendster und herzlichster Weise theilnahmen. Schon am Abend vor dem Feste wurde dem Jubilar von der Musik-Capelle ein Ständchen gebracht, welche Capelle sich auch bei dem Festcommerse mit ihrem Streichorchester einstellte. Am Festtage selbst sprachen bei dem Jubilar zahlreiche -Gratulanten vor, darunter der Kreuzherren-Ordenspriester und Stadtdechant Herr Pater Pfob, die Vorstände der Cultus- .gemeinde und der Vereine, der Bürgermeister und Neichsrathsabgeordnete Herr Heinrich Swoboda, die Directoren der Bürgerschulen; der fürstliche Secretär überbrachte die Glückwünsche Sr. Durchlaucht des Fürsten Alfred zu Windischgrätz, und zuletzt -erschien das locale Festcomite, welches nebst den Glückwünschen ein Ehrengeschenk überreichte. Nachmittags fand im isr. Tempel ein Festgottesdienst statt, bei welchem der Delegirte des Landesrabbinerverbandes, Sr. Ehrwürden Herr Dr. S. Stern, Rabbiner in Saaz, die Festpredigt hielt, welche auf die zahlreich Anwesenden einen erhebenden Eindruck machte. Aus Anlass der Jubiläumsseier wurden zum erstenmale und ausnahmsweise die Gesänge von einem eigens zu dieser Feier gebildeten Herren- und Damenchor mit Begleitung eines Harmoniums durchgeführt. Hiebei lernten wir in unserem Obercantor Herrn Josef Hiller nicht nur einen ausgezeichneten, vorzüglich geschulten Sänger kennen, welcher mit seiner prächtigen Baritonstimme alle Anwesenden geradezu entzückte, sondern er erwies sich auch als ein Meister im Gesangsunterricht, denn er hatte in verhältnismäßig ganz kurzer Zeit den gemischten Chor derart kunstgerecht herangebildet, dass ihm nach beendigtem Gottesdienste von allen Functionären Dank und An- -erkennung ausgesprochen wurde. Am Abend des Festes wurde im Saale des Herrenhauses ein Commers abgehalten, welcher in der animirtesten Weise verlief. Toast folgte auf Toast, und abwechselnd mit zeitweiser Verlesung der aus aller Herren Ländern .eingelaufenen zahlreichen Glückwünsche, gelangten hübsche Musik- Piecen zum Vortrage. Das schöne Fest wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Herr Rabbiner I. Schidloff ist 1817 in ׳Altstadt an der mährischen Grenze geboren und hat nach Absolvirung des Gymnasiums in Nikolsburg zuerst in Prag, dann .bei dem berühmten talmudischen Gelehrten Rabbi Moses Sofer seine Studien gemacht. Er ist einer der ältesten Rabbiner Oesterreichs und einer der wenigen Schüler, welcher aus jener damals berühmten Schule noch am Leben ist. Möge ihm der liebe Gott noch ein langes, glückliches, dem Wohle seiner Gemeinde gewidmetes Leben schenken. Tvoppau, 27. August. Die Grundsteinlegung zum neuen Tempel hat hier gestern stattgefnnden und einen sehr würdigen -und feierlichen Verlauf genommen. Um halb 9 Uhr Früh versammelten sich die Gemeindemitglieder zu einem feierlichen Gottesdienst, bei dem Herr Obercantor Singermann mit seinem trefflichen Chore in sehr erhebender Weise celebrirte, worauf .Herr Rabbiner Dr. Blüh eine schöne und warme Ansprache hielt. Nach dem Gottesdienste begaben sich die Functionäre und die Gemeinde-Mitglieder zum Bauplatze. Der Vorsteher Dr. Sonnenschein verlas die Urkunde und der Rabbiner sprach sodann ein Weihe-Gebet. Hierauf folgten die üblichen Hammerschlüge, von den Functionären und den Vorstands-Mitgliedern von schönen, sinnreichen Sprüchen begleitet. Die Einweihung des Tempels wird zu des Kaisers Geburtstag am 18. August 1896 stattfinden. Teschen, im August 1895. Vor Kurzem feierte Herr Sigmund Kohn, Vicepräses und Tempelvorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde, in körperlicher und geistiger Frische im Kreise seiner Kinder und Anverwandten, die sich alle in den .angesehensten Lebensstellungen befinden, feinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlasse versammelte sich der Gesammt-Ausschuß unter. Führung seines wackeren Präses, Herrn. I. PH. Glesinger, und der änderen geehrten Vorsteher, Herren Moritz Fasal nnd Adolf Tugendhat, in der Wohnung des Jubilars, um denselben namens der Gemeinde zu beglückwünschen und ihm für seine nahezu 39-jährige ersprießliche Wirksamkeit auf allen Gebieten der Cultusgemeinde-Verwaltung den wärmsten Dank und die wohlverdiente Anerkennung auszusprechen. Se. Ehrwürden, Herr Rabbiner Dr. Adolf Leimdörfer, der gerade um diese Zeit zur Erholung in Trencsin-Teplitz weilte, sandte schriftlich seine Gratulation, während die anderen Gemeindebeamten persönlich ihre Huldigung darbrachten. Am darauffolgenden Sabbate wurde der Jubilar zur Thora gerufen, wo von Herrn Cantor A. Hahn ein zu diesem Zwecke eigens abgefasster und von dessen Sohne, dem strebsamen jungen Techniker an der Wiener Hochschule, Herrn Julius Hahn, kaligraphisch künstlerisch ausgeführter Mi-scheberach in wahrhaft ergreifender und erhebender Weise vorgetragen und dem Jubilar in zierlicher Mappe überreicht wurde. Den Jubilar schmücken die schönsten Bürger- Lugenden. Seine industrielle Thätigkeit verschafft Vielen nährende Arbeit und er bewährte sich stets als ein fürsorglicher Herr seiner Arbeiter. Besonders hervorgehoben und zum nachahmenswerthen Beispiele verzeichnet zu werden verdient die Thatsache, dass der ehrenwerthe Jubilar in der Eigenschaft als Vorsteher der Cultusgemeinde sich mit vollem Rechte auch der wahren Liebe und Verehrung der Cultusbeamten erfreut, deren Wohlfahrt er stets nach besten Kräften zu fördern sucht, deren Verdienste er anerkennt und denen gegenüber er sich stets als warmer und unparteiischer Beschützer ihrer Rechte bewährt. Solche Männer, welche sich durch gemeinnütziges Wirken, durch inniges und herzliches Zusammenleben mit ihren Mitbürgern, durch Förderung des Gemeinwohles, durch Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit im Umgänge auszeichnen, repräsentiren das Judenthum in der besten Weise und verdienen um dessentwillen insbesondere die Anerkennung ihrer Glaubensgenossen in hohem Maße. — Möge der Jubilar sich noch lange, lange eines frohen und glücklichen Lebens bei ungetrübter Gesundheit und ungeschwächter Manneskraft an der Seite seiner edlen Gattin und im Kreise seiner Kinder und Verwandten erfteuen. Die geehrten Herren Abonnenten in Mähre», Böhmen, Galizien und N.-Oest., welchen am 1. Juli P ost-C heks zngesendet wurden, werden dringendst ersucht, endlich von denselben Gebrauch zn machen. Ebenso ersuchen wir unsere geschätzten Abonnenten in Ungarn, welche noch ftirs laufende Quartal den Abonnements-Betrag trotz mehrfacher Mahnung nicht beglichen haben, dies umgehend thnn zn wollen. Die Administration. «Rabbinen, Cantoren und Chor! H verfertigt äusserst geschmackvoll und billigst U ~ »נ H Auch werden alle Gattungen Herrenkleider aus den | H feinsten Stoffen nach neuester Fa<*on ausgefuhrt. j* Von der hohen k. k. Laadesschulbehörde eone. priv. MUSIK-SCHÜLE M0R1NI Wien, H., Taborstpasse 22. Schüleraufnahme täglich von 912—־ Uhr und! von 3— & Uhr. Stimmbegabte Herren und Damen können in den Chor eintreten. — Mo na tab ei trag 1 fl. Prospecte, Lehrplan gratis und franco. Für Auswärtige auf Wunsch Pension im Institute.

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