Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 17 (15.7.1895)
- Date
- 1895-07-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/1304829-3453335-3453352--4321-3458770- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 17. Gesterreichisch-ungarische Lantyren-Zeitung Seite 5. Schulchan aruch unter telujah auch mimakom lemakom zu verstehen. Ueber die Entscheidung ׳des Rabbi Moses Münz sage ich: Ina halaeha nekabel ־weim ladin josch teschnba, erstens solange wir nicht überzeugt sind, dass die Farbe der buah mit der übrigen reah differirt, so kann von einer renta keine Rede sein Da gilt die Regel acbsnke renta 10 nracbsiconom, dann haben wir da mit einem rob zu thun. Bei den meisten Thieren verwandelt entweder sich die Farbe der bnab in der Gänze zu der reab oder gar nicht, dass aber ein Theil der bnab es thun soll und der andere nicht, das gehört zu den seltensten Ausnahmen. Dann gilt die Regel bebemab bechajeba becheskes befcer omedech, dann en lann ela ma scheenenn rooth. Da lässt sich nicht anwenden kol milta deika librure 10 semscbinom achasaka. Da wir hier haben rob und chasaka. Dann muß es im Falle ika livrure heißen ant ant, entweder oder. Hier aber kann der der Fall eintreten, dass bei der Ablösung der sircha ein Riss von dem bodek gemacht wird, da eine Geschicklichkeit und Fertigkeit nothwendig ist und bei der größten Vorsicht, die der bodek in Anwendung bringt, doch ein Riss in der Haut der reab entsteht, wodurch nicht untersucht werden kann, ob da die Farbe von der übrigen reab nicht unterschieden ist. Ueber die zweite Frage des Herrn Herz sage ich ihm, ' dass dies nicht unter die schaloth gehört, sondern unter das genns von heche timza, welches erfunden worden ist, um den Verstand zu schärfen; es ist dies eine Art von Räthseln, zu deren Lösung ich in diesem Augenblicke nicht aufgelegt bin. Es fällt mir ein, dass dies auf diese Art zu lösen ist, u. zw. So zwei nnoth angewachsen sind, und wo die Verbindung aushört, eine gabschnschith zwischen den zwei unoth besteht. Die Ursache dieses terexbntb kann sich jeder erklären. A. B. Kanders, Humpoletz. Kleine Chronik Wien, 8. Juli. Heute nach Mitternacht ist in hohem Alter Frau Sophie Baronin Todsco in ihrem Palais, I-, Kärntnerstraße Nr. 51, aus dem Leben geschieden. Vor einigen Wochen war Baronin Todesco vom Schlage gerührt worden und seitdem in Bewusstlosigkeit verfallen, aus welcher sie nicht mehr erwachen sollte. Die Verblichene war die Witwe des vor mehreren Jahren verstorbenen Bankiers Eduard Freiherrn von Todesco. Baronin Todesco, eine geborene von Gomperz, hat ihre beiden Schwestern Minna von Gomperz, welche große Verdienste um das Rudolphinerhaus hat, und die treueste Freundin Bauernfeld's, Frau Josephine von Werth ei m st ein, hinscheiden gesehen. Im Jahre 1876 traf sie ein herber Schicksalsschlag, indem ihr einziger reichbegabter Sohn Hermann an den Folgen eines Sturzes vom Pferde starb. Baronin Todesco hinterlässt drei Töchter, von denen eine an den englischen Staatsmann Sir Henry Worms vermalt ist. Im Jahre 1864 fanden in prunkvoller Weise die Vermälungsfeierlichkeiten in dem damals neu erbauten Palais in der Kärntnerstraße statt. Eine zweite Tochter ist an den Banker v. Lieben verheiratet und die dritte hatte das Herrenhausmitglied Baron Ludwig Oppenheimer geehelicht. Den Tod der Baronin Todesco betrauern ferner ihre drei Brüder: Herrenhausmitglied und Präsident der Handelskammer in Brünn, Julius von Gomperz, Gemal der einst vielgefeierten Sängerin Bettelheim, der Vice-Präsident der Creditanstatt, Max v. Gomperz, und der bekannte Gelehrte Hofrath Theodor v. Gomperz. Mit Sophie Freiin v. Todesco ist eine edle Dame von hervorragenden Eigenschaften aus dem Leben geschieden. Die Verblichene war eine Wohlthäterin im großen Style und förderte seit jeher Kunst und Wissenschaft in munificenter Weise. Drnch Jahrzehnte bildete das Haus Todesco den Mittelpunkt der Kunstwelt, der Gelehrten- und Schriftstellerkreise. Besonders innige Freundschaft verband Baronin Todesco mit Bauernfeld, der bekanntlich in der Villa ihrer im Vorjahre verstorbenen Schwester, der Frau v. Wertheimst e i n in Döbling, aus dem Leben schied. Bauernfeld legte großen Werth auf das litterarische Urtheil der Schwestern Wert- Heimstein und Todesco und Pflegte den Damen zuerst seine neuesten Lustspiele vorzulesen. Der Salon Todesco war besonders in den Sechziger-Jahren in Blüche; die Gelehrten Arneth und Unger, die Tondichter Goldmark und Rubinstein, die Dichter Mosenthal, Saar und Wilbrandt, sowie Maler und Schauspieler vornehmsten Ranges fanden dort anmuthige Geselligkeit; Eduard Hans lick, der dem interessanten Kreise angehörte, hat in seinen kürzlich erschienenen Erinnerungen den Häusern Todesco und Wertheimslein sinnige Worte gewidmet. Das humanitäre Wirken der Verblichenen hat sich auf alle Institute gemeinnützigen und philanthrophischen Charakters erstreckt; ihr Wohlthätigkeits-Budget, für dessen Verwaltung eine besondere Beamtenschaft fungirte, verschlang jährlich große Summen. Außerdem hat sie im Stillen eine große Reihe von Wiener Familien erhalten, mit denen sie fortwährend in Contact blieb; viele Künstlerinnen und Künstler, welche jetzt klangvolle Namen tragen, verdankten der Unterstützung der Baronin Todesco die Möglichkeit, ihre Studien zu beginnen; Manchen, die im Dunkel und in tiefer Nothlage unterzugehen drohten, hat sie hilfreiche Hand geboten, bis sie zur Nuhmeshöhe sich 1 emporschwangen. Nicht minder offene Hand hatte die Verblichene für die Förderung wissenschaftlicher Arbeiten und Forschungen; zuletzt noch hat sie bei der Afrika-Expedition Holub's ihre Munistcenz bethütigt. Die Armen Wiens verlieren in der Heimgegangenen eine Trösterin, die unermüdlich ihre Gaben spendete, ohne den Heischenden nach Nationalität oder Glauben zu fragen, die oft in den entlegensten Vororten die Stätten der Dürftigen aufsuchte, um Rettung und Linderung der Noch zu bringen. Das Leichenbegängnis fand Donnerstag Vormittags statt. Der Empfangssaal im 1. Stock des Wohnhauses, Kärntnerstraße 51 war von Leidtragenden und Trauergästen aus den vornehmsten Wiener Kreisen dicht gefüllt. Einige Minuten nach 10 Ühr wurde der Sarg geschlossen und unter Absingung eines Trauerchores durch Obercantor Singer, assistirt von den Cantoren Schiller und Blatt die Treppe hinabgetragen und auf den 4spünnigen Leichenwagen gehoben, der sich nach dem Döblinger Friedhofe in Bewegung setzte. In der Ceremonienhalle wurde der Sarg auf den Katafalk gestellt und nach den üblichen Gebeten trat Oberrabbiner Dr. Güdemann vor und sprach einen warmen Nachruf. Hierauf wurde der Sarg zur Familiengruft getragen und an der Seite des Gemals der Verblichenen in die Tiefe gesenkt. Der Dichter Ferdinand v. Saar trat an die Gruft heran und rief der edlen Frau Abschiedsworte nach, in denen er ihres Humanitären Wirkens, ihres Edelsinnes, der sie alle schönen Künste unterstützen ließ und ihr Haus zum Vereinigungspunkt der vornehmsten Geister machte, gedachte. Namens der israelitischen Kinderbewahranstalt sprach noch Baurath Ritter v. Goldschmidt, der das unermüdliche Wirken der Todten im Dienste der Humanität beleuchtete und namentlich ihrer Thätigkeit für die Kiuderbewahranstalt gedachte. Damit schloss die Trauerfeier. Wien, 8. Juli. Gestern fand die Trauung der anmuthigen Tochter des Blinden-Jnstrtuts-Directors an der Hohen Warte, Frl. Paula Heller, mit Herrn med. Br. Reiner im Tempel der Seitenstettengasse in solennster Weise statt und wohnten dem feierlichen Acte viele Honoraüoren, darunter Architect Fleischer, Cultusvorsteher Dr. Stein, Prediger Löwy, Rabbiner Grün, Schriftsteller Brunner, Director Plohn, Dr. Rosenthal u. v. a. bei. Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann vollzog die Ceremonie und hob besonders den Segen der ftommen Häuslichkeit hervor, den beide Brautleute an sich selbst erfahren, namentlich wäre das edle Beispiel liebevollster Opferwilligkeit und auftichtiger Theilnahme für ftemdes Glück und Geschick im Hause des Herrn Directors Heller bildend und bekehrend, ebenso sei der ärztliche Beruf des Bräutigams nur auf der