Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 16 (28.6.1895)
- Date
- 1895-06-28
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 16: Vesterreichisch-üngarische Luntoren-Zeitürtg, Seite 7. Parteiprogram, an dem die Juden Mährens treu festhalten, vor der Verdunklung durch die Partes selbst, zr^ schützen. Die Wahleines'Abgeordneten für unfern Bezirk' bietet zum erstenmale, .seit diese Strömung nach .Ausdruck ringt, Gelegenheit, einem Candidaten, der das Vertrauen -auch der jüdischen/Wähler für sich in ׳ Anspruch nimmt, diese ׳ Beschwerden ans Herz zu legen. Die jüdischen Wähler von Proßnitz erwarten, dass ihr Abgeördneteo׳im Club der- Vereinigten Linken dahin wirken werde, dass״ die. deutsch-liberale Partei die verfassungsmäßig gewährleistete!Gleichberechtigung: der Juden energischer wahre und' die Verletzung ihrer Grundrechte kräftiger verhindere, als dies bis nun ^geschehen ist". — Bezüglich dieser Erklärung berief ,sfch..Herr Bürgermeister v. Engel׳ auf sein'bereits entwickeltes Programm, Welches/.kemen Zweifel darüber lasse, wie er über Confessionen und deren Nechie" denke. Die Erklärung Singer's billige er vollinhaltlich.; sie ׳!enthalte nichts, als die richtigen Principien der deutsch-liberalen Partei, und er erachte sich derpflichtet, als Abgeordneter diese Principien zur Geltung zu bringen und Hr geführten. Beschwerde nach Kräften abzuhelfen. .. Bunzlau. Die anmuthige Tochter unseres beliebten Predigers und CMors, Herrn Moriz .Tintner, hat sich mit Herrn Cantor Lustig in Stockerau (Nied. Oesterr.) verlobt. Paris. Die ganze vornehme Gesellschaft von Paris hat dieser' Tage. der Trauung des Barons Henri de Rothschild mit Fräulein Mathilde v. Weißweiller beigewohnt. Das Fest erregte umso größeres Aufsehen, als feit 35 Jahren in Paris keine Trauung eines Barons Rothschild stattfand. Der Bräutigam ist ein Sohn der verwittweten ׳Baronin James Rothschild, Enkel der Baronin Nathaniel, Neffe der Herzogin v. Gramont und der Fürstin-v. Wagram. Er ist kein Finanzmann, wie die andern Rotschild's, sondern — Mediciner. Obwohl erst 23 Jahre alt, ist er feit einem Jahre externer Secundararzt des Spitals -Rccker und dem Dienste des Primarius Dr. Dieulafoy zugetheilt. Sowie -er mit seinen Studier! vollständig fertig ist, wird er die Direction des großen Spitals in Becksur-Mer übernehmen, das seine Mutter gestiftet hat und in welchem bereits 5000 Kranke Unentgeltlich verpflegt und operirt wurden. Die Trauung wurde durch den Grand Rabin von Paris, Zadoc-Kahn, assistirt vom Rabbiner Weill, rm Tempel der Rue de la Victoire vorgenommen. Hierauf fand ein Empfang bei der Baronin Nathaniel Rothschild in ihrem grandiosen Palais der Rue Saint-Honore statt, dessen weitläufige Gürten für dieses Fest einen unvergleichlichen Schauplatz boten. Dass die Hochzeitsgeschenke geradezu königliche waren, versieht sich von selbst. Es ist unmöglich, hier auch nur eine annähernde Liste derselben zu geben; dieselben füllten vier große Säle und man kann sich einen Begnff. von ihnen machen, wenn man erfährt, dass in den.letzten Tagen allein für dieselbenbei Pariser Juvelieren 6 Millionen FrWs ansgegeben wurden.-Erwähnt-fei hier nur ein alter Rubinenschmück, der nicht seinesgleichen in Europa hat und den die Baronin- Nathaniel spendete. Derselbe!besteht aus einem Blätter-Bandeäü^ zwei Bracelets,' einem ans drei ungeheuren Rubinen'bestehenden Kleeblatt und einem wunderbaren Kollier, gebildet aus Brillantenschleifen, die ein Centrum von von Rubinen umgeben und aus fünf Rubinen-Penöelo.ques. Fabelhaft, wie dieses prachtvolle Hochzeitsgeschenk, wären auch noch Unzählige andere, und! es giebt kaum eine vornehme Famitte in Paris, welche nicht ebenfalls ihr Geschenk für diese Gelegenheit dargebracht hätte. Dass dieses Fest, zu welchem die ganze elegante׳ Welt von Paris erschienen war, ungeheure Summen verschlang, versteht sich von selbst. Dem Gewerbe und den verschiedenen Kunstindustrien von Paris wären solche Gelegenheitennoch oft zu wünschen. Allein auch die Armen giengen nicht leer aus. Baronin Nathaniel Rothschild ließ durch die Municipalität 20.000 Francs an die Armen der zwanzig Pariser Arrondissements vertheilen und spendete überdies 30.000 Francs für verschiedene Wohlthätigkeits-Anstalten ohne Unterschied der Confession. Das Neuvermählte Paar ist nach dem herrlichen Schlosse Veaux-de-Cornay abgereist, wo dasselbe seine Flitter- Wochen zubringen wird. Man kann mit Recht sagen, dass dies der erste Mediciner war, der eine so Prachtvolle Hochzeitsfeier hatte; freilich ist auch nicht jeder Sohn Aeskulaps auch ein solcher eines Barons Rothschild. Nrw-Hork» 31. Mai. Rev. Dr. D. Davidsohn, früher in Cincinnati und jetzt in Montgomery, ist von der Congregation ״Ahawath Chesed ־ zum Nachfolger Dr. A. Ko Huts für zwei Jahre gewählt worden. In Anbetracht des großen Ansehens, welches. der leider allzufrüh verstorbene Dr. Kohut dies- und jenseits des Oceans genossen hat. ist die Berufung für Herrn Dr. Davidsohn eine um so ehrenvollere. SLrllbNbrsetzung. Die Herren I. Friedmann und H. Loinger, beide Schüler der Cantoren-Bildungsanstalt des Obercantor Bauer in Wien, sind Ersterer als Obercantor in Güns, Letzterer als 2. Cantor in Keszthely angestellt worden. Concurs. Bei der Israel, conc.! Privat- Volksschule der Cultusgemeinde Hörelitz per DuZnik ist die Stelle ' eines geprüften Lehrers, der zugleich CH äsen und Kore und im Sinne des, Gesetzes Rabbiner sein muß, vom 15. September mit einem Jahresgchälte von 550 fl. und üblichen Emolumenten nebst freier Wohnung zu besetzen. Bewerberum diesen Posten haben ihre Zeugnisabschriften, an den Vorstand zu richten. Reisespesen werden nur dem Acc'eptirten vergütet. Horelitz, im Juni 1895. Cultus-Vorstand. Concurs. In der Cultusgemeinde Mühl- Hausen bei Tabor wird ein mit der Rabbinatsbcfähigung sich ausweisender Lehrer, der beider Landessprachen vollkommen mächtig ist, gleichzeitig die Functionen eines Cantor und Kore versehen kann, ab-1. September 1893 mit. dem fixen Jahresgehalte von achthundert Gulden ausgenommen. Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Zeugnisabschr. längstens bis zum 30. Juni an - den Vorstand einsenden. Probe- Vortrag unbedingt erwünscht׳ doch, werden nur. dem Acceptirtcn die Reisespesen vergütet. Cultusgemeinde Mühlhausen, am 4. Juni 1895. Cultusvorstand. Concurs An der conc. israel. einclaffigen Privat-Volksschule in Czernowitz bei Tübor gelangt vom 1. October 1895 die Stelle eines geprüften Lehrers zur Besetzung. Mit diesem Posten ist ein Jahresgehalt von 500 fl. und freie. Wohnung verbunden. Be- Werber wollen ihre belegten Gesuche mit genauer Angabe ihrer Familienvcrhältniße längstens bis 15. Juli!. I. an den Gefertigten portofrei einsenden. Dem Acceptirtcn werden die Reisespescn vergütet. Czernowitz, 10. Juni 1895. Wilhelm Arnstein, Cultusvorsteher. Coucups• Bei der isral. Cultusgemeinde Neustadtl b. Haid ist vom I. September 1895 angefangen, eventuell noch eher die Stelle eines gesetzlich autorisirten Rabbiners, der die Function als Vorbeter, Kore und Schochet zu vollziehen hat, zu besetzen. Gehalt 400 fl., Ertrag der Schechita und des Neligionsuntcrrichtes in Neustadtl und Haid mindestens 300 fl., freie Wohnung nebst Emolumenten. Offerte mit Zeugnissen sind bis 30. Juni an den Cultusvorstand zu richten. Dem ' Acceptirtcn. werden die Reisekosten beim Dienstcsantritte ersetzt. Cultus- Vorstand Neustadtl bei Haid, im Juni 1895. In meinem Verlage erschien: בעל תפלה Baal T’filla oder Der practische Vorbeter von A. BAER. Dritte vermehrte und verbesserte Auflage. Ladenpreis fl. 18.50 Cantoren in kleinen Gemeinden und Seminaristen erhalten anf Verlangen Preisermässigung. Frankfurt a./M• J. Kauffmaim. Buchhandlung. 38 « 38 38 38 « *3 « 38 38 38 3s 38. für Rabbinen, Cantoren und 61mh verfertigt äusserst geschmackvoll und billigst IM. G־o 1 <1 bei*gv Schneidermeister X., Xneisclxsaaa.lst 3- Auch werden alle Gattungen Herrenkleider aus den feinsten Stoffen nach neuester Fa<jon ausgefuhrt.