Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 14 (1.6.1895)
- Date
- 1895-06-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Gesterreichisch-üngarische Lairtoren-Zeitung Seite 7. Nr. 14. Juden, welche dafür verantwortlich zu machen sind," endete der Redner unter dem Beifalle seiner Parteigenossen und schlug folgenden Antrag vor: ״Die Regierung wird von der Kammer zur energischen Unterdrückung der betrügerischen Machenschaften der hohen Bankkreise und zur Verfolgung der Complizen jeder Richtung, welche dieselbe unterstützen, aufgefordert." — Deputirter Naquet beleuchtet die Frage vom Standpunkte der Philosophie, giebt einen historischen Ueberblick über das Judenthum und bemerkt, wenn die jüdischen Banken geplündert würden, wäre das gleiche Schicksal bald für die anderen zu erwarten. Na.quet schließt seine Ausführungen, indem er auf die Vaterlandsliebe der Juden, auf deren Dankbarkeit für Frankreich, das sie. anerkannte, hinweist und sagt, der Antisemitismus sei eine antisociale Lehre. — Minister des Innern, Ley g ues, bemerkt, dass diese Debatte zu keinem Resultate führen könne. Die Regierung könne nur erklären, dass sie die Achtung vor dem Gesetze von Jedermann ohne Parteilichkeit fordern werde. Die Republik sei kein Regime der Begünstigung. Mterstur. Trauuugslied. Es bedarf wohl keiner Erwähnung, dass bei feierlichen Anlässen religiöse Lieder in der Muttersprache gesungen, als 'Einlagen anregend auf das Gemüth wirken. Ein solches Lied liegt uns .heute unter drin Titel ״O segne, Herr!" zur Begutachtung vor. Der junge Componist, Herr Emil Br o d in Prag, hat Talent und versteht die Situation zu erfassen. Das Trauungslied für Solo, Chor mit Orgelbegleitung ist, wenn auch nicht originell, so doch recht melodisch und seelisch gearbeitet, leicht ausführbar und wird bei jeder Aufführung wohlgefällig ausgenommen werden. Sollen wir von unserem Standpunkte aus unser Endurtheil zusammenfassen, so müssen wir die Composition als eine gelungene und brauchbare bezeichnen und können nur wünschen, dass Herr Brod auf diesem Gebiete zur Verherrlichung unserer Andachten weitere glückliche Versuche machen möge. M. Tintner, Bunzlau. ,.Kries und Sirs. 1870/1871." Ein Gedenkbuch. Zur Feier der 25-jährigen Wiederkehr der größten deutschen Waffenthat und der Be- Gründung des deutschen Kaiserreiches giebt die bekannte Verlagsbuchhandlung S ch a l I & Grund, Geschäftsleitung des ״Vereins der Bücherfreunde" unterstützt von .Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog von Baden und gefördert, von Sr. Excelleuz dem General der Cavallcrie, Grafen A. v. Schlieffen Chef des großen Generalstabes und General-Adjutant Sr. Majestät des Kaisers, ein nationales Gcdenkwerk, ein Jubiläumswerk heraus. Es ist eine Thatsache, dass der Krieg von 1870/1871, die größte Waffenthat der Deutschen, auf welcher das deutsche Staatsleben beruht, nur wenig in das Volksbewusstsein übergegangen ist. Die günstigen Verhältnisse des 26-jährigen Feldzugsjubtläums bieten die Möglichkeit, dies zu bessern, bieten zugleich die Möglichkeit, ein wirklich nationales — nicht nur ein, sondern das — Jubiläumswerk zu schaffen. Für einen unerhört billigen Preis wird ein Buch geliefert, gleich hervorragend in Ausstattung wie Inhalt. Es wird auf vorzügliches holzfreies Papier gedruckt und erhält künstlerischen Pracht- . einband. Es ist im Bilderschmucke vornehm und doch reich gehalten, durch zahlreiche Porträts, Abbildungen von Ortschaften, bei denen gefachten .wurde, Denkmäler, auf den Schlachtfeldern, bezeichnende Episoden und gute Gemälde, etwa 300 an der Zahl. Von den Hauptschlachten werden Einzelkarten, von Gefechten und Märschen Skizzen im Texte beigefügt. In seiner Gesammtheit wird also das Werk eine Leistung darstellen, wie sie noch nicht dem Büchermärkte geboten worden ist. Der ideale Werth des Buches wirddadurch erhöht, dass der Reinertrag für das Kaiser Wilhelm National- Denkmal ehemaliger Soldaten auf dem Kyffhäuscr bestimmt ist. Das überaus reich und vornehm ausgestattete Jubiläumswerk kostet gebunden in Prachthfliid mit reicher Goldpregung nur 6.— Mark. Bei Vorausbestellung bis zum 15. Juni werden 5% Rabatt gewährt. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung sowie die Verlagsbuchhandlung von Schall & Grund, Berlin W. 62, Kurfürstenstr. 128, entgegen. Puülirationen des öflerr.-ungav. Cantoren-Bereines. Den Pflichtbeitrag für die Witwe Grün b erg er, Prerau haben weiters eingesendet: Rotter-Wien, Schlesinger- Mislitz, Holzer-Mislitz, Teltsch-Wien, Schönfeld-Tab, Baß!- Wien, Rotter-Przibram, Kohn-Rakonitz, Brunner-Jglan, Neumann- St. Pölten, Blum-Schlan, Weiß-Tobitschau, Friedländer-Silos Bolhas, Freisinger-Pilsen, Posamentir-Humpoletz, Bermann-B. Leipa, Neumann-Hollabrunn, Kraus-Prag, Gutmann-Prag, Löw-Jglau, Münz-Turoz Szt. Miklos, Lösegeld-Proßnitz, Rausnitz-Michelndorf. Indem wir die geehrten Mitglieder um umgehende Einsendung der restlichen Pflichtbeiträge ersuchen, statten wir den Nichtmitgliedern, die gleichfalls ihr Scherflein beigetragen, besonderen Dank ab. M. Blatt, Cassier, II., Tempelgasse 3. Wir maehen die geehrten Leser auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospeet der Verlagsfirma Wilhelm Friedrich in Leipzig über das von derselben herausgegebene hochbedeutsame philosophische Werk Metaphysik von Dr. J. Rulf besonders aufmerksam. 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