Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 15 (1895)
- Issue
- Heft 13 (21.5.1895)
- Date
- 1895-05-21
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung Seite 7. Collecte zu veranstalten, deren Resultat geradezu als ein glänzendes bezeichnet werden kann. Dank dem großen Wohlthätigkeitssinne unserer Gemeindemitglieder, sowie der rühmenswerthen echt collegialen Handlungsweise des Collegen Schlesinger war derselbe in der Lage, in kurzer Zeit 210 fl. dem humanen Zwecke zuzuführen. — (Indem wir dem verehrten Collegen Schlesinger hiemit unsere Anerkennung öffentlich ausdriicken, sprechen wir den Wunsch aus, dass auch andere Collegen seinem edlen Beispiele folgen mögen. Die Redaction.) Budapest. Nach hartnäckigem Kampfe ist endlich das Receptionsgesetz auch vom Magnatenhause angenommen worden. § 2 des Gesetzes, welcher den Uebertritt vom Judenthum zum Christenthum regeln sollte, wurde jedoch gestrichen. Alle liberalen Blätter feiern dieses Ereignis als einen Sieg der liberalen Sache. Krakau. In Saybusch, welches schon wiederholt der Schauplatz von Excessen war, sobald ein Jude sich dort ansässig machen wollte, haben aus gleichem Anlasse wieder Ausschreitungen stattgefunden. Man berichtet uns folgendes: Der Pöbel demolirte das Haus, in welchem ein jüdischer Sollicitator eines Advocaten aus der Vorstadt Zablocie Wohnung genommen hatte, und zerstörte die Einrichtungsgegenstände. Vierzehn Excedeuten wurden verhaftet, worauf der Pöbel mit neuerlichen Ausschreitungen drohte, wenn die Arretirten nicht freigelassen würden. Es wurde nun Militär requirirt und es erfolgten weitere Verhaftungen. Köln. Vor einigen Tagen verhandelte die hiesige Strafkammer gegen den Handelsmann Abr. David Lüttinger ans Rußland, der unter der Anklage stand, widerrechtlich rituelle Handlungen als Religionsdiener ansgeübt zu haben, indem er zwei seiner Glaubensgenossen in der Spitzengasse traute. Der als Sachverständiger vernommene Rabbiner Dr. Frank von hier erklärte, dass nach jüdischem Ritus zur Vollziehung der Ehefchließung ein Religionsdiener nicht erforderlich sei. Das Urtheil lautete auf Freisprechung. Stellende! ändrrung. Herr Cantor S. Schwarz, bisher in Wien (II. Brigittenau), wird am 1. Juli seinen Posten als Obercantor in Linz antreten, an dessen Stelle wurde Herr Cantor Rohmann aus Floridsdorf bei Wien engagirt. (Warnung I) In der vergangenen Woche hat sich ein Mann im Alter von etwa 45 Jahren, von hagerer Gestalt mit schwarzem Vollbart, als Cantor Körner aus Lemberg bei mehreren Wiener Cantoren vorgestellt und ihnen Unterstützungen herausgelockt. Der Betreffende scheint mit dem Schwindler, vor welchem Herr Obereantor Singermann aus Troppau in letzter Nummer warnte, identisch zu sein. Wir warnen daher die geehrten Collegen und Gemeinden, und es wäre im Interesse unseres Standes erwünscht, diesen Schwindler unschädlich zu machen. Zur Schechitaftage in Nr. 12. Auf die in der Oesterreichisch-ungarischen Cantorenzeitung Nr 12 enthaltene Frage, aufgeworfen von dem Herrn Jakob Herz in Troppau, erlaube ich mir Folgendes zu erwidern: In dem Abschnitte 60 des Sibche schJamim, welches Buch noch immer den jüdischen Schächtern zur Rechtschnur ihres Praktischen Berufes gilt, kommen folgende Bestimmungen vor: 1. ״Wenn ein dünnes Häutchen, ohne sich anderswo anzuheften, aus einer Blase an der Lunge zum Vorschein kommt und die Blase die Farbe der übrigen Theile der Lunge beibehalten, obwohl sie in Beziehung der erhöhten Fläche von der übrigen Lunge verschieden und als kleiner Auswuchs gabschuschith erkennbar ist, so kann doch das Fleisch eines solchen Viehes ohne jede Untersuchung oder bedika als brauchbar kascher erklärt werden". Aus diesem Theile des Abschnittes lernen wir, dass sircha teluja jozeah mitoch hagabschuschith gleich sircha telujah jozeah mitocli hatinri (Abschnitt 61) zu behandeln ist und als brauchbar ohne jede Untersuchung oder bedika eil: " werden kann. (Respons. Chatam sofer 36.) 2. ״Wenn aber eine sircha aus der buah tretend sich an einer anderen Stelle lemakom acher angeheftet und hinsichtlich der Farbe als auch hinsichtlich der Fläche mit den übrigen Theilen der Lunge unverändert geblieben, so kann diese Stelle einer Untersuchung unterzogen werden, so sie aber hinsichtlich der Farbe gleich jedoch hinsichtlich der Fläche von den übrigen Theilen der Lunge verschieden erscheint, so dass eine gabsebn-;schith erkennbar ist, dann muß das Fleisch des Viehes als; zum Genüsse unbrauchbar erklärt werden, ohne dass da eine ibedikah zulässlich ist." j Wer immerhin mit der Ausdrucksweise dieses Werkes ver-! traut ist. muß es als unzweifelhaft erkennen, dass der Verfasser; unter debukah lemakom acher nur einer sircha schein jkesidran und keinesfalls eine sircha mimakom lemakom; versteht. Siehe daselbst Abschnitt 54, wo es mit Bestimmtheit erwiesen ist, dass er unter sircha debukah lemakom acher . nur eine sircha schelo kesidran versteht.! Nun ist die Frage des Herrn Herz gelöst, da auch hinsichtlich; sircha jozea mitoch buah, sircha telujah mit sircha mimakom; lemakom gleich zu behandeln ist.! Ich habe noch zu erwähnen, dass der hochgelehrte und sehr fromme Rabbiner Rabbi Moses Sofer s. A. in seinen Responsen zum Jore deah Resp. 36 der Meinung ist, dass die erhöhte Fläche, die an der buah sichtbar ist, nicht als gabschuschith zu betrachten sei und da hinsichtlich der Farbe mit der übrigen Lunge beibehalten ist, so bleibt nur die sircha schelo kesidrau zurück, folglich ist da eine Untersuchung bedikah zulässig. Yealav nuchal lismoch aphilu schelo beschaath hadechak. Publirakionen des östere.-ungae. Cantoren-Vererne.s Bis zum 16. d. M. sind für die Witwe Grün b erg er, Prerau nachfolgende Pflichtbeiträge von je 1 fl. eingelaufen : Lemberger-Kuttenplan, Grünfeld-Wien, Rosenfeld-Pisek, Stein- Postelberg, Reiser-Neuern, Herz-Prerau, Hirsch-Wien, Löw-Jglau, Bauer-Wien, Piskaty-Goltsch-Jenikau, Haas-L. St. Miklos, Saller-Breitenbrunn, Grünftein-Kojetein, Jellinek-Mistelbach, Löwy-Neunkirchen, Kohn-Mähr.-Budwitz, Thaler-Oedenburg, Salomon-Wien, Singer-Wien, Schmitz-Göding, Blatt-Wien. Popper-Eger, Lederer-Eger, Hahn-Tefchen, Bußgang-Fatkenau. (Fortsetzung in nächster Nummer.) Jenen Collegen, welche, obwohl Nichtmitglieder des Cantorenvereines, trotzdem ihr Scherflein beigetragen, wird hiermit besonderer Dank abgestattet. M. Blatt, Cassier. Frtedenslkrnnnen. Eine Anthologie, herausgegeben von Leop. Kätscher, eingcleitet von Bertha v. Suttner und Konr. Friedr. Meyer, Leipzig, Ed. Wartig. — E pur si mnove! So rief der von der Inquisition zum Widerrufe gezwungene Galilei, dem mein ehemaliger Studiencollege, Rector Dr. Laurenz Müllncr, anlässlich des 70. Geburtstages meines geehrten Lehrers, Hofralh Prof. Dr. Robert Zimmermann, einen eingehenden Vortrag widmete und dieser Ausspruch: ״Sie bewegt sich doch" er gilt auch von der vor wenigen Jahren von der hochidcalen Frau Baronin v. Suttner initiirten Friedensbewegung, der sich seit drei Jahren die ethischen Gesellschaften behufs Förderung des socialen Friedens anschließen, während erstere durch interparlamentarische Conserenzen und Congresse, wie sie in Rom, Bern, Haag und Antwerpen abgehalten wurden, der Verwirklichung der prophetischen Berheißungvn vom ewigen Frieden sich widmen. Vorträge und entsprechende Lectüre sollen die Idee propagiren, dass fortan die Kriege nicht auf der Schneide des Schwertes, sondern durch allgemein anerkannte Schiedsgerichte geschlichtet werden mögen. Diesen Gedanken vertritt und verthcidigt auch vorliegende, vom Verleger auf das Eleganteste ausgestattete Collection von hervorragenden und tonangebenden Stimmen, deren weiteste Verbreitung und allseitige Beherzigung wirklich zu wünschen wäre, auf dass endlich sich erfülle das schöne Wort: Friede auf Erden! Grün. Den geehrten Collegen offerire meine ־Buch- und Steindruckarbeiten so Briefpapier,. Couverts, Visit- und Wunsch karten, Matriken-Drucksorten etc. zu sehr billigen Preisen, ferner Montefiore und Hirsch, Koschut, österr. Kaiserfamilie 39/51 Cm. ä 15 kr. in Oeldruck. Misrach ä 7 kr., Oedenkblätter fertig auf 50 Jahre berechnet, franco ä 80 kr. leere Blätter ä 16, 10 und 8 kr. Kautschukstempel, Messingstempel von 1 fl. aufwärts, Siegelmarken etc. etc. Petezkowitzer Buch- und Steindrnckerei, Kautschukstempelfabrik und Prägeanstalt des Adolf Türk, Obereantor in Mähr.-Ostran.