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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1895-04-21 · Heft 10 (21.4.1895) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
15 (1895)
Issue
Heft 10 (21.4.1895)
Date
1895-04-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Mheist. ׳■; Das- Schwierige, ist nun, wie bei dein. beständig, oscil- - WklchM.׳Psydek,::'ditz>Mtt^-. die.Wahrheit.— Gott:.zu. finden. > Der Seelsorgerhex:^M;-soll..׳aber helfen, diese Wahrheit für) .NejM8en,::welche,-sie-jsuchen»d7Msfind.ig zu machen; altem man! Handelt - nuchristlich/ wenp:mau den- Andersgläubigen wegen seiner ׳ Überzeugung) kränkt-, :angreift.- stört, / -Demnach können auch . :Christerl und Israeliten, welch) letztere/ja auch an einen außerweltlicken Gott glauben-, ganz;gut beisammenleben..; : Wien. (Nothnagel-Stiftung,) Wir haben vor einiger Zeit; gemeldet, dass eine Anzahl von Freunden und. Verehrern -des Herrn Hosrathes Professor Dr. NotHnagel eine Stiftung für j Studenten, errichtet: hat.. Das, Comite, an. dessen. Spitze :einige Merzte.stehen, ,gibt nun.bekannt, dass, es seine Aufgabe beendet und zur Activirnng.und:Uebernahme derselben von Seite:, der Wiener Universität die nöthigen Schritte eingeleitet habe. Ws zum Jnslebentreten der Stiftung erliege der eingegangene Betrag von 54.000 fl.- bei.der Niederösterreichischen Escompte-Gesellschäft. Diese Stiftung werde für immerwährende Zeiten den Namen Nothnagells ttagen,: und Professor Nothnagel .selbst ' werde, so lange er lebe, einen bestimmenden Einfluss auf. die Verwendung derselben, nusüben. Es sei bestimmt worden, eine Anzahl von Stipendien fiir unbemittelte Studirende und Rigorosanten an dermedicinischen Facultät zu creiren. Die Stiftung werde eine inter.confessionelle. sein. Zum Schlüsse spricht das .Comits seinen innigsten Dank, für die ihm gewordene werkthätige; Unterstützung seitens der:Spender aus und schließt der Surrende un die Spender eine Zuschrift des Hofrathes Nothnagel bei. Dieselbe lautet: ״EuerHochwohlgeboren! Was für das schwer- Derwundete Empfinden das Höchste ist, Sie thun es: Sie üben Güte und Milde..—. und über die traurigste Ungerechtigkeit breiten Sie den. sanften Glanz einer edlen und hochherzigen Handlung, und mit derselbenverbinden Sie für mich, der ich nur dem heißen Drange meines Gefühles gefolgt bin, nur gethan habe, was heiligste Pflicht der Menschlichkeit gebietet, einen mich so tief ergreifenden Ausdruck Ihrer Sympathie. Als eines der kostbarsten Besitzthümer meines Lebens will ich denselben stets bewahren, und aus bewegtem Herzen sage ich Ihnen innigsten Dank dafür. Was sie für Bedrängte gethan haben, um ihnen den harten Kampf ums Dasein zu erleichtern, wird den Segen bringen, der auf jeder guten That ruht. Mir aber ist es ein erhebendes Gefiihl,. dass durch Ihre hochherzige Stiftung mein Name mit -unserer ruhmreichen Alma mater verkniipft bleiben wird. In ausgezeichneter Hochachtung Euer Hochwohlgeboren ganz ergebener Dr. Nothnagel." Mit der Durchführung der Stiftung wurde der Wiener Hof- und Gerichts-Advocat Dr. Adolph Steinbetraut. : ,Wien. Einen Tag vor Erelv-Peffach ist hier der Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Ludwig S inn o n, ein Sohn des Präses der Wiener Cultusgemeinde und Gemeinderathes Gustav Simon, nach viertägiger Krankheit im Z5. Lebensjahre einer Blinddarmentzündung erlegen. Das unerwartete Hinscheiden Dr. Simons, der durch seinen Charakter und durch seine Fähigkeilen, hochgeschätzt war, erregte lebhafte Theilnahme. Dr. Simon trat auch durch seine künstlerischen Neigungen hervor und war Mitglied des Singvereines. Er war seit elf Monaten in glücklichster Ehe vermählt und hinterlässt außer der schmerzgebeugten Witwe! ein Söhnchen. im Alter von vier Wochen. Erew-Pessach Nachmittags hat das Leichenbegängnis unter zahlreicher Betheiligung stattgefunden. -In der Cercmonien-Halle des Central- Friedhofes hatten sich nebst dem greisen Vater und den nächsten Angehörigen des Dahingeschiedenen die Vorstandsmitglieder der Cultusgemeiydc, zahlreiche Gemeinderäthe und Bezirksausschüsse, viele Industrielle, Vertreter der Advocaten-Kammer und Collegen des Verblichenen eingefunden. Nachdem Ober-Cantor Singer die. üblichen Traucrpsalme angestimmt hatte, betrat Oberrabiner Dr. Güdemann die Estrade und hielt eine tiefempfundene Grabrede. Am offenen Grabe sprachen namens der Advocaten- Kammer Dr- Kr i ß und namens des Wiener Kaufmännischen Vereines, dessen Rechtsanwalt Dr. Ludwig Simon gewesen ist, der Präses Alfred, v. Lindheim dem Dahengeschiedenen herzliche Nachrufe. Wien. Hochgeehrter Herr Redakteur! In Ergänzung eines jüngst in Ihrem Blatte veröffentlichten Aufsatzes sei mir die Mittheilung gestattet, dass ich bereits in mehreren zu Stuttgart, Wiesbaden und anderwärts für einen ״interconfessionellen Friedensbund" plaidirenden Vorttägen ähnliche Reformvorschläge machte behufs Eliminirung der Gebete um Rückkehr nach Palästina und Reprostination des Opferaltares und ist es meines Erachtens total überflüssig, hierüber viele Worte zu verlieren. Ist die Lehre des Judenthums gut und existenzberechtigt, so muß sie ihre Lebens- und Leistungs- > fähigkeit zur Veredlung des jüdischen Volkes und indirect für sie gelassen. Doch Chanele, die sich zwar mit ihm stets ungezwungen unterhielt, schien seine Gefühle nicht zu theilen. Seine hochmüthigen Manieren und seine plumpe Selbstgefälligkeit mißfielen ihr, während das bescheidene Wesen Nathans, der: ihr schon als Kind viele Aufmerksamkeit widmete, mit ihr gespielt, sie auf den Rücken getragen und Alles gethan, um ihr die Zeit zu verkürzen, sie heftig anzog. Sie liebte ihn schon längst mit der ganzen Gluth ihres jungen Herzens, jedoch ohne dass ihre Gefühle von dem jungen Manne in demselben Maße erwidert worden wären. Nathan liebte wohl das holde Mädchen, das sich vor seinen Augen zur schönsten Jungftau entwickeltes bescheiden über alle Maßen wagte er es aber nicht, seine Augen zu der gefeierten Tochter des berühmten Chasens zu erheben, und er hielt sich daher in angemessener Ferne. Doch Bernat, der kaum seine Gefühle beherrschen konnte und sich in seinem Dünkel von dem holden Mädchen geliebt wähnte, fürchtete, dass ihm ein Anderer zuvor kommen könnte, und hielt beim Chasen um ihre Hand an. Letzterer versprach ihm, mit Chanele über seinen Antrag zu sprechen. Bei -dieser Gelegenheit gestand Chanele erröthend ihrem Vater, dass sie Feigenbaum liebe und dass ihr Herz demselben schon lange gehöre. Kaschtian, der dem jungen Mann, in väterlicher Liebe zugethan war und dessen vorzüglichen Charakter kannte, war ob dieses Geständnißes hoch erfreut; und auch der freudig überraschte . Nathan konnte es kaum fassen. Ein solches Glück hatte er sich nicht einmal zu erträumen gewagt. So verlobten sich die Liebenden und die Balbatim, welche merkwürdiger Weise dies vorausgesehen haben wollten, waren darüber sehr befriedigt. Nur Einer, brach bei dieser Nachricht in beispiellose Wuth und Empörung aus und dieser Eine war der Erzieher Bernat. Er fühlte sich durch seine Abweisung auf das Tiefste verletzt und gedemüthigt und maß alle Schuld seiner Niederlage Feigenbaum bei, den er innerlich Jnttigant und Schleicher schält; denn er war in dem Wahne, Feigenbaum der von seiner Liebe Kenntniss hatte, habe ihn bei der Kaschtians verleumdet, um so für sich die Liebe Chaneles zu erschleichen. Dass Bernat nun das Haus des Chasen mied, ist selbstverständlich; aber auch seinem ehemaligen Freunde ttug er einen unauslöschlichen Hass nach, und so oft er ihm begegnete, warf er demselben einen solchen verächtlichen Blick zu, dass dieser unwillkürlich zusammenfuhr. Feigenbaum hatte eine dunkle Vorahnung, dass er mit Bernat noch einmal in offene Feindschaft gerathen werde. Dem Chasen und seiner Familie gieng es in dieser Beziehung auch nicht viel besser. Traf der Erzieher mit Einem aus derselben zusammen, so dass kein Ausweichen mehr möglich war, gieng er mit kaltem Gruße vorbei, und die Herzgewinnende Freundlichkeit, die bei einer früheren Begegnung seine Züge zu beleben pflegte, machte einen finsterem Ausdruck Platz. Nicht lange darauf verließ Bernat Preßburg, um in Pest eine Erzieherstelle anzutreten. Sein Principal, ein Bankier, namens Sami Grünfeld, hatte eine Schwägerin, die einst eine gefeierte Schönheit gewesen, aber vor Jahren das Unglück hatte, einen ״Fehltritt" zu begehen und ihrer Familie Schande zu machen. Grünfeld erkannte sofort, dass Bernat für sie der geeignete Gatte wäre, und gab seinem Erzieher zu verstehen, dass er die Hand derselben erhalten könne. Gleichzeitig versprach er. ihn in seinem Geschäfte v ortheilhaft anzustellen. (Fortsetzung folgt.).

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