Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 29 (11.12.1894)
- Date
- 1894-12-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/1304829-3453304-3453333--4156-3458588- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 29.. Seite. 3.. Im Bereiche der Humanität gibt es keinen Vorrang der ׳Bedürftigen';׳-^Wo-Mmer det FM emtritt/'HaMättzelne7Mtztz j hörM^ötefer-ößer ׳jener GtüpM szstschwach Htd^ um sich''selbst I ׳git' ^rhaMi/-.öder^äH;; reMch/LrleisteM •' ' hen^'Aagch! der'-MMtzkekt- und' Hinfälligkeit ׳keme^ Stütze.finden/ ' hahett/ Ätz׳! Bednrs^lgeü^ gketihen - Anspruch •י auf - die ׳ lre8evolle.Fürsorge Gesammtwelt. Innerhalb der Gliederung jener׳׳ ׳wohlthüMeir! ' StiMntzem' aber) - ">Ne solchen ׳^lnssirüchen ״ Nach Maßgabe derj Mäste-׳ gerecht werden, waltet dasvernünftige ׳ Gesetz; dass die^ Gesanuntheit mit ihren Kräften vor allem da einfetzt, wo stleinere ' Krcsise zzc schwach sind, um den Aufgaben der Humanität׳ zu eittsprechen. So ergibt sich ein wohlabgestusterunö'f eftgegliederter! BW^HNniMx'Thätigkeit, in dem jeder ^heil. das Mögliche -für.i ׳sich ihüb' üüd -das Ganze' unterstützend da eingreift, wo bie: Kräfte der Eiüzekneu versagen. ■ ׳•״״.־״׳ ■׳'״־''■■■׳ - Wenden wir dieses Gesetz auf die Frage an, welche von den dreivorgeschlcigenen großen Stiftungen, dio aus Anlass des - Negierüügsjnbiläums unseres erhabenen Monarchen errichtet werden'^sollen, den Vorzug verdiene, so ׳fällt der Schiedsspruch ünzweifelhäftezu: Grinsten der Pensiönsanstalt für Zsräel. Ge-' meindebeamte aus. 'Denn'die so׳ dringend gebotene Fürsorge für 'Sieche üüd Waisen 'fällt in den längst anerkannten Wirkungskreis der' einzelnen Geiüeiüden, wird' auch von'vielen Gemeinden ׳in musterhafter Weise bereits geübt' imfr kann von anderen mit voller Aussicht auf Erfolg in Angriff genommen werden: wo etwa der Ausnahmsfall eihtritt, dass einzelne Gemeinden zu schwach sind, den Anforderungen der Humanität hierin zu entsprechen, können sich die kleinen Gemeinwesen an benachbarte, reichere und stärkere anschließen, um diesem drückenden Uebel- -stände׳' abzuhelfen. Ueberdies hat der Wohlthätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen bereits viele Stiftungen für Waisen und Sieche ins Leben gerufen, und wenn diese leider noch immer nicht auslangen, so bedürfte es hier doch mehr einer localen Ausfüllung, Ergänzung und Verstärkung als einer Neugründung, welche das ganze Gebiet umspannt. Anders steht es um die Versorgung der alt und arbeitsunfähig gewordenen israel. Beamten. Die Befriedigung dieses wohlerworbenen Anspruches, ׳welcher allen Arbeitern im Dienste der Oeffentlichkeit längst zuerkannt ist, lässt sich nur durch Zusammenfassung aller Kräfte erreichen, da nach versicherungstechnischen Grundsätzen ein sehr großer Fond erforderlich ist, um eine Pensionirung zu verbürgen. Hier reicht die Kraft einer einzelnen Gemeinde fast niemals aus, wie das am besten durch das Beispiel der größten israel. Cultusgemeinde im Lande, der Gemeinde Prag, bewiesen wird, wo die Pensionirung der Gemeindebeamten auch noch nicht vollständig durchgeführt und z. B. im Punkte der Altersversorgung die Stellung der Cantoren keine bessere ist als auf dem Lande. Dass hier vor allem ein wohlthätiges Eingreifen des Ganzen Noth thut, wurde denn auch schon gelegentlich des 25-jährigen Negierungsjubiläums Sr. Majestät anerkannt und durch die Widmung einer bedeutenden Summe zu Gunsten einer Pensionsanstalt für die israel. Cultusgemeinden bezeugt. Allein diese Summe reicht zur Durchführung der Anstalt nicht aus, und so steht das Monument des Patriotismus und der Humanität, zu dem man damals den Grundstein legte, bis zum heutigen Tage unvollendet da. Der Ausbau des begonnenen Werkes wäre unserer Ueberzeugung nach die würdigste und wirksamste Verwirklichung der Absicht, gelegentlich des 50-jährigen Jubiläums des Kaisers dem erhabenen Monarchen durch eine wohlthätige Gründung zu huldigen. Dnrch die angestrebte Festigung und Erweiterung der als JubiläumsstifMg.LsL^ beWMeü^üMKelsigtzW^ichen Namen .unsrxes-? eMbenen. Monarchen; Mrenden;.Ptznsiosrs.antzstaft würde 1wUdMt.Männer abgeholfe», die als Lehrer, Miester oder Cültusbeamten ihre Lebensarbeit herrschtet haben urH- Hch zuletzt auf ein..unsicheres Gnadenbrot angewiesen sehen 0W gar zrrm -Darben verurtheilt sind. Zweitens würde׳ dadurch^emer Ehrenfocderung der- Gemeinden entsprochen, die gewiss den lebhaften Wunsch hege,!, ihre Angestellten vor Noth und unwürdiger Stellung im Alter geschützt zn.wissen,. drittens würden dadurch für alle Verrichtungen, die..den Beamten, der israeft Cultusgemeinden obliegen.im ganzen Lande sehr güte Kräfte gewonnen werden, .da die Bedingungen, für das Amt in einem Hauptpunkte besser gestaltet wären. Endlich fordert das Ansehen der gesummten Judenschaft Böhmens, dass die Cultusbeamten in ihrer Stellung gleich den Dienern der übrigen Kirchen- und Religionsgenossenschasten gesichert werden und nicht den Anblick der Hilflosigkeit in den Tagen ihrerUnfähigkeit gewähren. Alle Momente, die bei dem Plane dieser Richtung in Anschlag kommen, entsprechenden erhabenen Intentionen, die unser Monarch allezeit bethätigt, sowohl das humanitäre Moment, die Fürsorge für treue Diener des Gemeinwesens, wie die Bemühung um die innere Ordnung innerhalb der Gemeinden, die in . der Regierungszeit Sr. Majestät so große Fortschritte gemacht hat, sowie endlich das Streben nach Gleichstellung der jüdischen Cultus beamten mit den Beamten anderer Culte, in welcher Gleichstellung sich der Geist der consesfionellen Gleichberechtigung ausprügt, der die von Sr. Majestät sanctionirten Staatsgrundgesetze erfüllt. Durch alle diese Gründe ist klar und deutlich nachgewiesen, dass in erster Linie einheitlich dahin zu wirken wäre, durch Petitionen das verehrliche Comite in Prag zu bestimmen, dass die geplante Kräftigung und Erweiterung der bereits bestehenden Kaiser Franz Josef-Jubiläums-Stistung ihren im Alter zum überwiegenden Theile entweder gar nicht oder nur in ungenügender Weise versorgten Lehrern, Priestern und sonstigen Beamten zu Gute komme, dass zu Ehren des herrlichen Gedenktages eine Schuld der Humanität gegen treue geistige Arbeiter im Dienste der Religion, der Moral und des Wissens völlig geülgt und eine Ehrensorderung der gesanrmten Judenschaft Böhmens erfüllt werde. Wenn die verehrten Vorstände der Gemeinden diese Erwägungen beherzigen, werden sie sich den Dank unzähliger Familien erwerben, vieler unverschuldeter Noth steuern helfen, dazu beitragen, dass das Ansehen des jüdischen Gemein- Wesens gehoben, und dass ein Werk vollendet wird, das des großen Anlasses würdig ist, der alle Patrioten mit Begeisterung für das Gute erfüllt und dazu auffordert, diese Begeisterung dauernd zu bethätigen. *) *) Dem Ansuchen des Vorstandes dcS isr. Lehrervereines um Beröffcutlichung des vorstehenden Artikels haben wir gern willfahrt, da es sich hiebei um. die Förderung einer Humanitären Institution handelt. Zur Sache selbst wollen wir jedoch bemerken, dass der Beschlnssantrag des letzten Cantorentagcs in Bezug aus die Gründung einer Pcnsionscasse gleichfalls von dein Gedanken ausgieng, die Erinnerung an das 50 jährige NcgierungS-Jubiläum Sr. Majestät des Kaisers durch Gründung einer Humanitären Institution für ewige Zeiten festzuhalten und hiefür die Mit- Wirkung der israelitischen Enltusgemeindcu in Anspruch zu nehmen. Das Project, mit dem wir uns übrigens in einer der nächsten Nummern eingehender befassen werden, ist auf eine viel breitere Basis gestellt, da es sümmtliche Kronländcr umschließt, und die Vereinigung sämmtlicher israel. Cultusgemeinden zu einem großen Humanitätsacte anlässlich des RegicrungSfübiläüms scheint uns umso angezeigter, da Sc. Majestätdas Jubiläum nicht nur-als Landesvater von Böhmen, sondern als Herrscher der gesammtcn Monarchie begeht. Die Nedaction.