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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1894-05-11 · Heft 13 (11.5.1894) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 13 (11.5.1894)
Date
1894-05-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 13. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Seite 5. Während seines Aufenthaltes in Jerusalem reiste Sabbatai einmal nach Egypten, um in Kairo seinen Freund und Gönner, den reichbegüterten Münzmeisier Raphael Joseph Chelebi, zil bitten, der armen von irgend einen! Pascha hart bedrückten und bedrängten Gemeinde zu Jerusalem Hilfe zu leisten. Chelebi nahm umsoweniger Anstand, dem Wunsche seines Günstlings zu entsprechen, als er, ein eifriger Verehrer der Kabbala, in Sabbatai den wahren, von Gott gesandten Messias erblicken zu müssen glaubte. Hier in Kairo heiratete Sabbatai im Hause seines Verehrers Chelebi ein schönes polnisches Mädchen von zweideutigen: Rufe, Namens Sara, mit den: er nach Jerusalem zurückkehrte, lieber die Art und Weise, wie Sabbatai zur dritten Frau gekommen ist, wurden allerlei abenteuerliche Gerüchte verbreitet, die darnach angethan waren, den angeblichen Messias zu glorifizieren..... .... ... (Schluss folgt.) Generalversammümg der ״Israel. Allianz zu Wien." Am Sonntag, den 29. April d. I. fand im Sitznngssaale der israelitischen Cultusgemeinde die Generalversammlung der ״Israelitischen Allianz zu Wien" statt. Der Präsident, Herr David Ritter vo׳n Gntrnann, begrüßte die anwesenden Vereinsmitglieder und hielt einen tiefempfundenen Nachruf den im Vorjahre verewigten Förderern des Vereines, Herrn Moriz Freiherrn von Königswarter, der den: Vereine als Stifter und Beirath angehörte, und Sr. Ehrwürden Herrn Dr. Adolf Jellinek, der seit den: Bestände des Vereines zu dessen Vorstande gehörte. Zum Zeichen der Trauer erhöbe!: sich die Anwesenden von den Sitzen. Zum ersten Punkte der Tagesordnung spricht Reichsrathsabgeordneter Herr Dr. Bloch der Vereinsleitung den wärmsten Dank der Mitglieder für ihre :unsichtige Leitung ans und stellt ״Wohl ein Zeichen, dass die Verfolgungen in Rußland noch stets andauern" — bemerkte ich. ״Das Merkwürdige an der Sache ist — erwiderte der Baron — dass unter allen dieser: Ausbrüchen des Glaubens- und Rassenhasses zumeist nur die armen, die küurmerlich ihr Leben fristenden Inden zu leiden haben, die doch als wahre Parias der Gesellschaft eher der vollsten Theilnahme ihrer Mitmenschen würdig wären. Sich ihrer in ihrer Noth und Bedrängnis zu erbarmen, ihnen die Mittel und Wege einer neuen, :neschenwürdigeren, glücklicheren Existenz zu bieten, wäre wohl, eine edle Aufgabe der reichen Glaubensgenossen, denen auch in Russland fein Haar gekrümmt wird. Wie oft hört man allerwürts sagen, die Juden bilden eine Macht im Staate und in der Gesellschaft. Allein das Kriterium der Macht ist doch, dass sie gewisse Ziele, welche in ihrem Interesse einer gemeinsamen Hilfsaction für ihre bedürftigen, vom heimatlichen Herde vertriebenen Glaubensgenossen sich einigen. Und doch verdienten diese armen, mit täglicher Noth und Sorge kämpfenden Inden, welche die ausschließlichen Opfer der Antisemitismus sind, das vollste Mitleid u!:d die vollste Unterstützung seitens der Reichen. Dein: nicht sie — die Armen — prangen mit jenem Luxus, der den Neid der Menge erweckt." Als ich gegenüber den rohen, gehässigen Ausbrüchen des Antisemitismus i!: gewisser: Cultnrstaaten auf die Thatsache hinwies, dass diese Seuche ir: Ungarn nie recht Verbreitung sinder: konnte, sagte der Baron: ״Ja von Ungarn ist Manches zu lernen. Das ist eine ritterliche und Politisch kluge Nation." den Antrag, dass dem Vorstande das Absolutorium ertheilt werde. Die Anwesenden genehmigten mit Beifall der: Antrag. Das Vereinsrnitglied Herr Wilhetrn Pappenheirr: meldet sich zum Worte und erkennt die umfangreiche und mühevolle Thätigkeit des Vorstandes zu Gunsten der Hebung jüdischer Culturinteressen ar: u::d setzt in einer längeren Rede die Ursache!: u::d Gründe der bedauerlich geringen Betheiligung der Inder: in Oesterreich und Ungarn an dem Vereine auseinander. Der Jahresbeitrag von 3 fl. sei so gering, dass nur wenige unserer Glaubensgenossen ihn nicht leister: könnten. Es wäre zweckentsprechend, wenn die israelitische Allianz ir: Budapest eine Art Zweigverein ins Leber: riefe, da man leider selbst ir: Sache:!, die das Judenthum als solches angehen, vielfach der dualistischen Gestaltung der Monarchie Rechnung tragen rnüsse, der Appell an die Rabbiner: und Cultusvorsteher, dieses sehr alte Hansmittel jüdischer Vereine erweisen, sich als::::zulänglich. Es müsste ein Modus gefunden werden, dass Rabbiner: und Cnltns- Vorsteher 60 Ipso Mitglieder der israelitischer: Allianz werden. Herr Pappenhein: wirst die Frage auf, ob der Grund an den: geringer: Interesse unserer Glaubensgenossen ar: der Allianz nicht auch darin zu suchen sei, dass die Menge der jüdischen Bevölkerung sehr selten und dies auch nur mangelhaft über die Ziele und Zwecke, über die Thätigkeit und Leistr:ngeu des Vereines unterrichtet werde. Es mache sich eben der Mangel eir:es inneren Contaetes zwischen der Leitung des Vereines und den: Publicum fühlbar, darum wäre es angezeigt, dass der Vorstand von Zeit zu Zeit zwanglose gesellige Abende veranstalte, zu denen jedes Vereinsrnitglied Zutritt hätte und wo man nähere Mittheilungen über die Bemühungen und Erfolge des Vereines zu erfahren bekäme. Namentlich wäre es wünschenswert!), etwas über die Einflussnahme des Vereines betreffs der von den Judenfeinden muthwillig aufgerollten Schächtfrage und der in jüngster Zeit von der Kanzel her betriebenen schmachvollen Judeuhetze zu vernehmen. Der Präsident, Herr David Ritter von Gutmann, dankt für das Interesse, das der Redner an: Vereine nehme, die Mitglieder dürfen versichert sein, dass die Vorsteher Alles aufbieten, um die Interessen des Judenthums ir: wirksamster Weise gegen Ungerechtigkeiten und Bedrückurrger: in Schutz zu nehmen. Die Stellung des Vereines sei insoferne precär, als er einerseits im Sinne der statutarischen Bestimmnuger: ir: politischen Dingen absolut keine Jngerenz ausübe!: könne und dürfe und als Verein ohne Gefahr für seiner: Bestand irr den Streit cinzugreifen nicht berechtigt sei. Andererseits sind den: Vereine durch seine knapper: Geldnrittel in seiner Wirksamkeit enge Grerrzen gezogen. Im Vorjahre seien 47.000 fl. für russische Hilfszwecke verausgabt worden. Am 1. Jänner habe der russische Hilfsfond, der inzwischen noch beträchtlich zr:sa:nr!:engeschmolze!: sei, nur mehr 14.000 fl. betragen. Der Verein habe indessen, wie aus der Bilar:z hervorgeht, seinen Stammfond, der in den früherer: Jahren wiederholt angegriffen Werder: musste, mit 7000 fl. gestärkt. Die Lage der Juden sei eine derartige, dass mar: auf schlimme Ereigniße gefasst sei!: müsse, und daher sei es nothwendig, dass der Verein gegebenen Falles über Mittel verfüge, um werkthätige Hilfe bringen zu können, zumal es nicht angeht, von Fall zu Fall Sammlungen zu veranstalte׳.:. Herr Dr. Alfred Stern ergänzt diese Ar:sführrr׳.:ge!r durch Mittheilunger: über die Initiative des Vereines zur i u;!u[U111t1)Ct)C1?»i!.ן ן:.* לe itiiu jc01! inser!׳׳->!!oe!י%ן1.י>1 ,׳ oer j Verein noch in allen Angelegenheiten die überhaupt nröglicher:

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