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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1894-05-11 · Heft 13 (11.5.1894) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 13 (11.5.1894)
Date
1894-05-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Oesterrcichisch-ungarische Lantoren-Aeitnng. Nr. 13. md Zulässigen Btittel Zur Aufklärung des Volkes und Beämpfung des!noderncn Rassen- und Religionskmnpfes in Auvendnng gebracht habe. Das Vereinsmitglicd Herr David Wachtel bemerkt hieraus ur Anschlüsse an die gemachten Vorschläge wegen Anwerbung :euer Mitglieder, dass die Rabbineu sämmtlicher Gemeinden nrzweg Zun: Eintritt in den Verein veranlasst werden mögen. lieber Antrag des Herrn Tr. Bloch werden zum dritten Teile der Tagesordnung die austretcuden Vorstandsmitglieder, ne Herren Sigmund Ritter v. Bauer, Dr. Felix Katzau, geiunch Kiren stein, Dr. A. Stern und Dr. Sigmund Wahrnanu -nieder- und der Herr Rabbiner Dr. A. Schmied! neu n den Vorstand des Vereines xrsr 9,061a,M9bi0n6m gewählt. & *4 i*,' & 4■ v 4־ P -»*׳• Jr % & V■ * 4 Wien. (Ansrns für die Abgebrannten in Sl e n -Sande c.) Zun! .noeiten Male seit 4 Jahren, ja gerade an demselben Tage, den 17. April d. I., ist unsere Stadt von einem unglücklichen Geschicke ereilt worden. Eine FenerZürunst, dm;ich mn vehementer ^chnelt-areck üocr magere Stadt ansbreitete, zerstörte in nur wenigen Stunden zwei Dritcheile der Zn:;re!;t von nn'/eren Glanbensgenogen, ehrniraen und strebsmnen Miuiucatcn und Handwerkern, bewohnten Stadt. Das schwer erworbene Gut, durch Entbehrungen ״nsannneugesparte Vsrrnögen der achtbarsten Kansteute, ist den Flammen Znrn Opfer gefallen. Familie:!, die bis nun im Wohlstände lebten und sich eines ansehnlichen ReichthnmZ erfreuten, sind in wenigen Stunden Zn Belrlern geworden. Die reichen und geachtetsten Kauslente betteln jetzt n-n Brot Zur Erhaltung ihrer Binder. Unsäglich und Herz- Zerreißend ist der Jammer und die BerZweislnng der armen Daser der Flammen, zu denen unsere Glaubensgenossen das größte Conti.-gent sielten. Reiche Hausbesitzer stehen händeringend vor ihrer einstigen Zu Schutt gewordenen Habe und wissen nicht, wo sie ihre Familien uuterbnngen können. Der auf circa3 Millionen bezifferte Schaden wird fast ganz von unseren Glaubensgenossen getragen, denen die israel. Cnltnsgemeinde, vor 4 Jahren -Ober vom Feuer hein-gesucht, ׳nicht ciunral das NSLhigste Zur Linderung der Noch bieten kann. Wir wenden uns daher an unsere Glaubensgenossen ׳ רחכגים בני דחמדס"nrr, die die schönste Rtenschentngend — das Wohlthun — Ziert, und appelliren an den so oft und bei jeder Gelegenheit bekundeten Mildtbäligrettchintr mir der Bitte, unsere verarmten, vom Unglücke hrimgesnchten Glaubensgenossen Zn unterstützen und die Spenden Zn Händen des Vorstandes der israelitischen Cnltnsgemeinde 0::׳ ,a jen.oen. an ■,T (X וי K ,י• י Oft C,n.vU 1 Oöi -־׳. I :1 V.- U :1 Ü 1 t, ״£U. V-1f.UU Nsv-L. A. Halberstamm. A. Nebenzahl Rabbiner. Cultnsvvrstand. Verzeichnis der bis heilte denisrael. Cnltnsgemeinde- Vorstände tu ZLen-Sandec für die jüdischen Abbrändler zugekommenen Spenden: Von! Vereine Bne brith Krakau st. 100, von den Vorstände!! der iwaelitiscben Cultnsgemeinden in: Nmnmrtt fl. 71-30, Lemberg fl. '50, Przcmysl fl. 100, HodaorZe sl. 50 und 2 Kisten Mazzcs, Bielitz fl. 50, Kvlomca fl. 40, Wadowic; sl. 2 und 2 Kisten Kleider, Budapest fl. 100 (telegraphisch), Prag sl. 30 (telegraphisch), Tachan sl. 7010. Brünn sl. 200, Wien sl. 2000, vom Leseverein israel. Jugend Nzeszow fl. 3550׳, vom Frauen- Woylthätigkeitsverein Przemysl sl. 10 und eine Kiste Wäsche, von- Herrn E. Ro-Znian, Bursztyn sl. 36, von R. Liefman Söhne Nachfolger Hanrbnrg sl. 50, von Herrn Rudolf Hammerschlag K-roscienko a. D. fl. 5365׳ (Sammlung), von Herrn Leopold Redlich Vistritz am Hostin sl. 5, von Herrn I. H. Langermann Rabbiner, Grvmniksl. 12-50. Zusammen sl. 307805׳ baar. — Außerdem sind uns zugekommen: Vom Vorstande der israel. Cnstusgemcinde Krakau eine Waggouladung Mazzoth, vorn Wrßist ä 'gst-ick Bureau des Baron Hirsch Krakau eine Waggon!adnug svartossel, von Herrn Ignaz Fluss, Wien, II., Herminengasse 23, 1 Kiste Kleider, vom Vorstände der israel. Cnltnsgemeinde Samok 1 Kiste Kleider und Wäsche und 2 Kasten Mazzoth, die wir alle der Bestimmung zugeführt haben. Wir sagen allen hochherzigen Spendern in! Namen unserer schwer heimgesuchten Glaubensgenossen wärmsten und innigsten Dank. Der Vorstand der israel. Cnltnsgemeinde. Nen-Sandez, 1. Mai 1894. Wien. (Z u r S ch ä ch t f r a g e). 291 israelitische Cultnsgemeinden Oesterreichs haben den! Ministerium nachstehende Resolution unterbreitet: Die endesgesertigten Vertretungen israelitischer Cultnsgemeinden erklären hiermit einstimmig: 1. das alle strenggläubigen Israeliten die in dem jüdischen Ritus begründete Schlachtnngsrveise als ein hochwichtiges biblisches Gebot beobachten und in dem Genüsse des Fleisches von ans andere Weise geschlachteten Thiereu eine schwere Sünde erblicken, dass denselben sonach durch ein Verbot der jüdischen Schlachtnngsweise der Genuß des Fleisches unmöglich gemacht würde, dass 2. die gesamrnte israelitische Bevölkerung ohne Unterschied der religiösen Richtung in den! Verbote der jüdischen Schlachtnngsweise einen schweren Eingriff in das staatsgrundgesetzlich gewährleistete Recht der vollen Glaubens- und Gewissenfreiheit, sowie in das in gleicher Weise sanrüonirte Recht der gesetzlich anerkannten israelitischen Neligivnsgesellschast auf freie Neligions- Übung und selbstständige Ordnung und Verwaltung ihrer inneren Angelegenheiten erblickt; dass 3. vom Standpunkte der Humanitat und der Hygiene, insolange überhaupt das Fleisch von Thieren zur menschlichen Ernährung verwendet wird, gegen die jüdische Schlachtungsweise gar keine begründete Einwendung geltend geinacht werden kann, dies auch von dem hohen k.!. Ministerium des Innern auf Grund gepflogener Erhebungen mit Erlass von! 11. April 1893, Z. 2560, ferner von zahlreichen Corporationen und wissenschaftlichen Autoritäten in dem sub ./־ beifolgenden Gutachten, neuester!'׳ in dem 8!1b •/2 beigeschlossenen wissenschaftlichen Werke des kais. russischen Hosrathes med. Dr. I. A. Dernbo anerkannt wird, dass auch von christlicher Seite die jüdische Schlachtweise vielfach geübt und von Thierschntzvereinen um die obligatorische Einführung dieser Schlachtweise petilionirt wird. Der Beschluss des Grazer Gemeinderathes, welcher von der hohen Statthalterei wegen Competenz-Ueberschreitnng aufgehoben wurde, ist sonach auch irr merito in gar keiner Weise begründet. Wien. Unter allgemeiner Theilnahme wurde vor Kurzem Frau Babette Snschny, Gattin des Herrn Salomon Snschuy, zu Grabe getragen. Die Dahingeschiedene, eine Schwägerin des Herrn Cantor Snschny in Budapest, war ein Allster edler Weiblichkeit, übte viel Wohlthaten und erfreute sich allgemeiner Hochachtung und Werthschätzung. Wien. Herr Gesangsprofessor Gustav Geiringer voraustaltete mit seinen Schülern Montag, den 30. April 7*3 Uhr Nachmittags in! Deutschen Volkstheater eine Schülerprodnctivn, bei welcher Fragmente und Sccnen aus den Opern, ״Hans Heiling", ״Aida", ״Don Carlos", ״Nienzi", ״Die Afrikanern!", ״Der Maskenball" und ״Der König Halls gesagt", zur Anssührnng gelangten. Die Leistungen waren durchaus gute. In erster Linie überraschte Herr Gustav Friedrich, derzeit Quartett-Sänger am Stadttempel, ein noch sehr junger Mann, Friedrich (Fuchsgelb) bezieht eine Snstentationsgage Herrn Baron Rothschild und ist bereits nach Hamburg engagirt. Nach der gelungenen Leistung im ״Maskenball" fand er bei den zahlreich anwesenden Fachmännern besonderen Beifall. Von den Damen zeichneten sich Frl. Köhler, Mitglied der k. k. Hofoper und Frl. Johanna Weiß, aus. Frl. Köhler verfügt über eine sehr schöne Altstimme und eine nicht geringe Bühnen- Routine. Frl. Weiß, die Tochter des bekannten und beliebten Restaurateur in der Praterstraße, ist eine reizende Bühnenerscheinung mit einen schönen Mezzo-Sopran und verräth großes dramatisches Talent. Frl Weiß wird nach vollendeten! Studium eine vorzügliche Kraft für die Opernbnhnen werden. Weiter trugen zum Gelingen des Ganzen noch die Damen, Frl. Sarella, Frl. Lorma, Frl. Carls!!, Frl. Costaido,

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