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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1894-02-01 · Heft 4 (1.2.1894) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 4 (1.2.1894)
Date
1894-02-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 4. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Aeitung. Seite 3. und glaubt dafür uns schadlos zu halten mit der im Namen seines Vaters angeführten Bemerkung, dass die richtige Lesart nicht ד,ץ sondern א י ן sei, weil Schma'ja und Abtalion als Proselyten kein הי (He) aussprechen konnten". In Moriz Sternes jüngst veröffentlichtem Buche: ״Urkundliche Beiträge über die Stellung der Päpste zu den Juden" (Kiel 1893.) lesen wir auf Seite 9 den Namen Heran, und der Herausgeber bemerkt zu diesem Eigennamen in der Anmerkung: ״Wohl ebenso wie Haron=Aliaron". Ich muß wohl nicht erst hervorheben, dass die Franzosen, die das Deutsche sprechen, zumeist den Vocal im Anlaut aspirirten und andererseits das 11״" im Anlaut wie einen spiritus lenis aussprechen. Ja nicht nur in der A n s s p r a ch e, sondern auch in der Schrift verwechseln die nicht sehr gebildeten und geschulten romanischen Völker den spiritus asper mit dem spiritus lenis und umgekehrt. Besonders deutlich tritt dies hervor, wenn die zwei Buchstaben ״He" und ״Ales" neben einander stehen. Man merkt bei dem Sprecher förmlich die Qual, wenn er solche Worte aussprechen muß, wie z. B. האל (liael — die Allmacht) lautet bei ihm wie aliel und andererseits אהבה (ababa) baba. Der Buchstabe ב (Beth) wird, wenn es ein Dagesch hat wie bh, und ohne Dagesch wie b ausgesprochen. Der Buchstabe ג (Gimmel) wird wie g ausgesprochen, und habe ich bis jetzt keinen Unterschied in der Aussprache zwischen ג mit oder ohne Dagesch bemerkt. Der Buchstabe ד (Daleth) wird wie d ausgesprochen, im Auslaute jedoch wird es dem zajin sich nähernd angehört'), besonders auffallend habe ich dies in Tatar-Bazardschith und in Philippopel wahrgenommen. Der Buchstabe wird, wie bereits erwähnt, größtentheils, besonders im Anlaute, fast gar nicht gehört. Dass es im Auslaute auch bei den Aschkenasim falls kein Mappik im ,.He׳' ist, auch lautlos verhallt, ist bekannt. Dass dies ursprüuglich nicht der Fall war, muß nicht erst gesagt werden. Nicht nur die bekannte von uns citirte Stelle im babyl. Talmud Tractat Megülab Fol. 28: נפשנו חכתה ist ein Beweis, dass im Anlaut das He mit dem Cheth ,verwechselt wurde, sondern folgende Stelle im Talmud babyl. Baba Mezia Fol. 29a אמר רב חסדא כל השערים כנעלים חוץ משערי אונאה Rabbi Chisda שנאמר הנה ה' נצב על חומת אנך ומדו אנך sagt: Alle Thore können verschlossen, die der Kränkung in Wort oder in That jedoch niemals, denn so heißt es (Amos Cap. 7 Vers 7): Siehe, der Ewige stand auf einer Mauer (gerichtet nach dem Senkblei) und in seiner Hand ein Senkblei. * 2) Zum Verständnis dieser Talmudstelle ist es nöthig zu bemerken, dass die Folgerung der Wahrheit dieses Ausspruches ') Vgl. Diez Grammatik der romanischen Sprachen (1' p. 363). D hat am Ende der Wörter (in der spanischen Sprache) eine eigenthümlich lispelnde Aussprache, die sich (Francescu) einem sd oder zd mit sehr weichem z oder 8 nähert, so dass Madrid fast wie Madrizd klingt, wie denn die Alten, z. B. Berces auch M a d r i z schreiben. Vgl. meine Arbeit ״Ueber den jüdisch-spanischen Dialekt" p. 9. . . 2) Es sei hier bemerkt, dass nicht nur Rabbi Chisda, sondern auch Rabbi Elcascr und Rabbi Abohu dieselbe Lautähnlichkeit zur Basis ihrer Schlussfolgerung machen (ibid. i. 6. Baba Meziah,Fol. 59a). — Dass übrigens solche Lautähnlichkeiten mehr hagadischen als halachischen Charakter hatten, muß dem Fachmann nicht erst gesagt werden. Aehnliche Deductionen haben sich auch bei den nichtjüdischen Völkern bis ins vorige Jahrhundert erhalten und waren zu Luther's Zeiten bei deutschen Gelehrten in hoher Blüthe; so sollte z. B. Eisleben, der Geburtsort Luther's lat. Islebia als Beweis dienen, dass Luther ein ,א'ש לב י ך »ein Mann göttlichen Herzens." gewesen... , aus der Lautähnlichkeit des Wortes onaäh (Kränkung Betrug) mit anach (Senkblei) sich ergiebt. Man ersieht daraus, dass auch das a u s lautende ,,He״ in Bezug auf die Aussprache sich dem ,.Lai׳' näherte. Dass das 0 im Worte onaab mit dem. Worte anaeb nicht völlig übereinstimmt, ist für die Lautverwandtschaft, resp. Lautähnlichkeit des auslautenden b im Worte onaab! belanglos. Das ¥aw wird überall, wo es consonantisch ausgesprochen wird, den w- Laut haben. (Fortsetzung folgt). Der jüdische Religionsunterricht in Budapest. (Fortsetzung.) H. Hebräisch-Lesen. Wiederholung des in der ersten Clasie durchgenommenen Lehrstoffes. Später sind als Leseübung die wichtigeren Theile des Morgengebetes für Wochentage zu nehmen. Dritte Volksfchulrlastr. 1. Biblische Erzählungen, Religionslehre, Gebete. 1. Gebet vor der Religionssümde. 2. Gebet nach der Religionsstunde. 3. Die Kinder Israels in Egypten. Knechtsch ast. Gott erhört ihr Flehen: Gott verlässt die Dulder im Elend nicht. Nicht aus ewig wird der Dürftige vergessen bleiben, die Hoffnung der Bedrückten schwindet nicht für immer. (Ps. 9, 19.) 4. Geburt Moses. Seine Erziehung (Obwohl er doch am königlichen Hofe erzogen wird, gedenkt er doch in Liebe seiner Geschwister und vergisst seine Abstammung nicht.): In der Noch erkennt man die wahre Freundschaft und Liebe. 5. Das Betragen Moses missfällt dem königlichen Hof, weshab er genöthigt ist, nach Midjan zu flüchten. Er finbet im Hause Jetros Gastfreundschaft und später sein Familienglück, 6. Die Sendung Moses'. Seine Bescheidenheit: Wenn Gott mit uns, wer gegen uns? 7. Gott führt sein Volk Israel aus Egypten heraus. Das Fest der Besreiung. Pessacb. Erklärung der Hagadab, besonders der Ma nisobtannob-Frage. 8. Durchzug durch's rothe Meer. Israels Trinmphgesaug: ״Wer ist wie Du, unter den Mächtigen, o Ewiger? Wer ist wie Du geschmückt mit Heiligkeit? Ni komauebo boelim adonaj. — Der Ewige wird regieren immer und ewig adonaj jimlocb leolom woed. 9. Offenbarung am Sinai. Gott weiht sein Volk zu seinem heiligen Priesterreiche. Die zehn Gebote (ungarisch blos das I. und V. Gebot und den ersten Vers des H. Gebotes auch hebräisch): Die Lehre, die uns Moses gegeben, ist ein Erbgut der Gemeinde Jakob's. Taurob ziwo lonu mauscbe. 10. Das Fest der Offenbarung ebag baschowuautb. 11. Das goldene Kalb. Gott erbarmt sich seines Volkes Israel. Gott ist die höchste Vollkommenheit! Adonaj adonaj el racbum. 12. Wanderung Israels durch die Wüste. Gottes Fürsorge (Manna, Wachteln, Felsenwasser). Das Laubhüttenfest, Obag bassukaus. B) Religionsunterricht an den Mittelschulen. Das engere Ziel des Religionsunterrichtes an den Mittelschulen ist: Die nach höherer Bildung strebende Jugend mittelst eingehender Kenntniße zum vollen Bewusstsein des weltgeschicht-

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