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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1894-01-21 · Heft 3 (21.1.1894) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 3 (21.1.1894)
Date
1894-01-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 3. Oesterreichisch-ungarische Lantoren-Aertung. Seite 3. Die Zinsen des Vereinsvermögens erhielten sich bei der unwesentlichen Steigerung des letzteren auf gleicher Höhe, doch die Spenden und außerordentlichen Einnahmen waren Heuer etwas ergiebiger. Unendlich viel ließe sich hier erreichen, wenn die geehrten Vereinsmitglieder ein größeres Interesse für die Vereinskasse bethätigten. Von den zahlreichen, von Gemeinden und Privaten uns zugesagten Jahresbeiträgen sind uns nur sehr wenige zugekommen. Dass es in den meisten Fällen bei bloßen Versprechungen geblieben ist, ist in erster Linie der Lässigkeit der betreffenden Herren Collegen zuzuschreiben, die es trotz der ihnen übermittelten Sammelbogen unterlassen haben, die Ansinerksamkeit der Spender auf ihre Zusagen zu lenken. Wir hoffen, dass dieselben, je nach ihren Kräften, das Versümnte nachholen werden. Im Ausgabenconto heben wir in erster Reihe den dem berufsunfähig gewordenen Collegen Singer in Neubidschow gewährten Jnvaliditätsbeitrag von 200 fl. hervor. Der Witwenbeitrag für die Wittwe Klein in Budweis gehörte eigentlich noch in das Vereinsjahr 1893, da er jedoch in den ersten Tagen des Monates Jänner 1894 zur Auszahlung gelangte, wird derselbe erst im nächsten Jahresausweise verrechnet werden. Für anderweitige Unterstützungen wurde ein Betrag von 65 sl. verausgabt. Wol konnten wir nicht alle an uns herangetretenen Ansprüche befriedigen, aber immer waren wir bestrebt, in! Verhälniße zu unseren Mitteln helfend und fördernd zu wirken. Eine traurige Erfahrung, die wir hiebei gemacht, dürfen wir der Oefsentlichkeit nicht vorenthalten. Die Unterstiitzungsgesuche, die an uns gelangt sind, kamen zumeist von solchen Collegen, die dem Vereine nicht angehören und mussten demgemäß im Sinne der Vereinsstatuten abschlägig beschieden werden. Mögen also die Herren Collegen dem Cantoren-Vereine beitreten, solange sie in Amt und Stellung sind, nicht aber sich an diese collegiale Vereinigung erst dann erinnern, wenn sie von Noth und Elend bedrängt werden. Die beiden Posten ״Kanzleiregie" und ״Verwaltungsspesen" haben im heurigen Vereinsjahre eine Steigerung erfahren, da uns durch die erwähnten Eingaben an die Behörden, durch Aussendung der Sammelbögen, sowie durch die Vorbereitungen zum Cantorentage größere Auslagen erwuchsen, denen wir bei aller Sparsamkeit nicht entgehen konnten. Ein Trost bleibt uns nur, dass die Anlage keine unftuchtbare war. Als alljährlich wiederkehrende Ausgabsposten finden wir noch die Besoldung des Vereinssecretärs, des Vereinsdieners, sowie die statutarisch bestimmte Subvention an das Vereinsorgan. Bezüglich des letzteren müssen wir anerkennend hervorheben, dass die österr. Ungar. Cantorenzeitung bei den vom Vereine zur Förderung der sozialen Interessen des Cantorenstandes durchgeführten Schritten sich als unentbehrlicher Factor erwiesen hat und uns bei weiteren, in Vorbereitung befindlichen Actionen noch große Dienste leisten wird. Die Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben führt uns auch zu dem mühevollen Walten unseres verehrten Vereinscassiers, dem )vir fiir seine aufopfernde und ersprießliche Thätigkeit hiemit öffentlichen Dank aussprechen. Zum Schluffe unseres Berichtes sei uns die Erklärung gestattet, dass der Vereinsvorstand jederzeit bereit ist, für die Interessen und das allgemeine Wohl des Cantorenstandes mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften einzutreten und den Lohn für seine Thätigkeit nur darin sucht, von Jahr zu Jahr auf immer größere Erfolge hinweisenzu können. In diesem Bewusstsein soll uns kein Opfer zu groß sein, um es frohen Herzens und fteudigen Sinnes auf den Altar der gemeinsamen collegialen Wirksamkeit niederzulegen. Der Vorstand des österr. ungar. Cantoren-Vereines. Sitten und Bräuche der Inden im Orient. Bon Dr. M. G r ü n w a l d, Großrabbiner von Bulgarie.n Eine andere, nicht minder wichtige Frage ist es jedoch, zu erforschen, seit wann datirt die Aussprache des Kamez als o oder u. Daraus antwortet uns Luzatto: ') Molto prima dell’ invenzione dei segni vocali vigeva nell’ ebraica pronunzia una notabile diversitä tra 18 varie popolazione d’Ebrei; gia sussistendo il secondo Tempio dispersi in piü regioni. E noto che i Siri orientali (i caldei) pronunziano a il קפא? eheli Occidental! בני ארץ ישראל רסוריאה מערבאי profferiscono O. Lo stesso divario passava, is dico, nella pronnncia degli Ebrei ... I segni vocali ftirono inventati in Palestina. I Tiberiesi pronunziavano l’Ebraico piuttosto como i Siri Occidental!, che como gli Orientali. "Lange vor der Erfindung der Vocalzeichen war bei den verschiedenen Stämmen der hebräische)! Bevölkerung eine verschiedenartige Aussprache. Es ist bekannt, dass die östlichen Syrer (Chaldäer) das 1קפא wie a aussprechen, während die westlichen Syrer, die Einwohner Palästinas und Syriens dasselbe gleich wie o aussprechen. Dasselbe geschah auch meiner Ansicht nach, bei den Ebräern.. . Die Vocal- Zeichen wurden in Palästina erfunden und die Tiberianer, Einwohner der Stadt Tiberia, sprechen das Hebräische weit eher wie die West-Syrer als wie die Ost-Syrer aus". Und in demselben Epistolario S. D. Luzzatto's finden wir Seite 103—104 Folgendes: E grandemente avvalorata questa ipotesi daU esempio dei Sirie dei Caldei. I primi Maroniti i Griacobeti, abitanti della Palästina e della Sirie propriamente detta, pronunziano aneora oggidi O d o m e Abrohom anzi avendo nsato di nominare ciascheduno dei loro punti vocali col nome d’alcuno dei Patriarch! incomirsianto della vocale espressa da 6880 segno, chiamando p. c. col nome d’Isacco la vocale i e conquello d’TJria la 11, chiamano poi Odom la vocale «>. Al contrarisi secondi, i Nestoriani ed altri settarii, abitanti FAssiria e la Caldea, profferiscono como noi Adam i Abraham. Ne vabopporre l’ittuale promonzia deli Ebrei di Terra santa, 10 quäle relativamente al Kamez colla nostra si accorda conciassiache e certo che liodiermi Ebrei di Palestina sono tutti da 3träniere contrade nagli Ultimi secoli a stabilirsi, mentre i Siri che iri abitono vi sono indigeni e aborigene. ״Das Beispiel der Syrer und Chaldäer ist von großem Werthe. Die ersteren, die Maromter und Jacobiter, die Bewohner Palästinas und des eigentlichen Syriens, sprechen noch heutzutage Odom und Abrohom aus, wie sie auf jeden Vocol mit dem Namen eines Patriarchen bezeichnen; so heißt z. B. der Vocal i Isaak, der Vocal 1» Uria, der Vocal o Odom. Hingegen die Nestorianer und die übrigen Sekten, die in Assyrien und in Chaldaea, sprechen wie wir Adam und Abraham aus. Der Einwand, dass die heutige ') Epistolario p. 83.

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