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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1893-12-21 · Heft 30 (21.12.1893) · p. Seite 5

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
13 (1893)
Issue
Heft 30 (21.12.1893)
Date
1893-12-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 30. Vesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. Seite 5. 24. Der Regenbogen ist das Zeichen Gottes Versprechens : Gott hält treulich sein Versprechen. Auch wir müssen unser Versprechen halten. 25. Allein die Menschen thaten wieder Böses. In ihrem Hochmuthe wollten sie einen bis in den Himmel ragenden Thurm bauen. Gott vereitelte ihr Vorhaben: Wir sollen nicht hochmüthig sein. Den Hochmüthigen demüLhigt Gott. 26. Die Menschen vergaßen die Verehrung des wahren Gottes und beteten die Sonne, Mond und Sterne an oder machten sich selbst Götzen und Thierbilder aus Holz und Stein und beteten sie an: Der einzige wahre Gott ist unsichtbar, nur ihn dürfen wir anbeten. 27. Nur einen einzigen Mann gab es, der den einen einzigen wahren Gott vom Herzen liebte und ehrte: Dies war Abraham. Von ihm stammen wir Israeliten ab, er ist unser Stammvater. * * * Zweite Volksschulelasse. 1. Biblische Erzählungen, Gebete, Religionslehre. 1. Abraham erkennt den einzigen wahren Gott, den! Schöpfer der Welt — jauzer aur, maudi ani, Schema, boruch schem kewaud Abraham spricht seine Gotteserkenntnis aus. 2. Abraham verlässt auf Gottes Geheiß sein Vaterland; Wir schulden Gott unbedingten Gehorsam. ״Du sollst den Ewigen, Deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und deinem ganzen Vermögen", We’ohawto. 3. Abrahams Gottvertrauen: ״Wer auf Gott vertraut, hat fest gebaut." 4. Abrahams Friedliebe (die Hirten Lot's):. Meide das Böse, thue recht, suche den Frieden und strebe ihm nach. (Ps. 34, 15.). 5. Abrahams Edelmuth und Selbstlosigkeit (Sein Kampf mit den verbündeten Königen). ״Das Gute müssen wir deshalb thun, weil es gut ist, und nicht wegen des damit verbundenen Nutzens". 6. Abrahams Gastfreundschaft. Abrahams Menschenliebe (Seine Fürsprache für die Bewohner Sodom's). ״Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Weohawto lereacho. — Die Geb.ete vor und nach Tische (Wie in der ersten Classe, jedoch jetzt zuerst hebräisch, nachher ungarisch). — Die Benedietionen über Baum- und Erdfrüchte. 7. Die Vernichtung Sodom's und Gomorrha's. Die Rettung Lot's: Gott bestraft das Böse und belohnt das Gute, Er ist gerecht, Auch wir müssen gerecht sein. — Gerecht ist der Herr auf allen seinen Wegen. Zadik adonaj (Ps. 145. 17.) 8. Abrahams unbedingter Gehorsam gegen Gott (Selbst seinen Sohn will er ihm zum Opfer bringen): Gott ist unser fürsorglicher, güüger himmlischer Vater, wir müssen seinen Willen selbst dann thun, wenn wir dessen Gründe nicht kennen und dessen Richtigkeit nicht gleich einsehen. 9. Jsak und seine Söhne. (Jsak's Segen, Efan's Hass und Rachegedanken. Jakob's Flucht.): Du sollst nicht rachsüchtig und nicht unversöhnlich sein, sondern liebe deinen Nächsten wie dich selbst. (Mos. HL 19, 18.). 10. Jacob's Wanderschaft (Sein Traum; seine Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit); Gott verlässt die Bedrängten nicht. — Das Abendgebet hamapil (Den ersten Satz hebräisch, das Uebrige ungarisch.) 11. Jakob im Dienste Laban's (Seine Familie, seine Beschäfügung, sein Reichthum.): Gottes Segen begleitet den wahrhaften und arbeitsamen Menschen auf allen seinen Wegen. 12. Esau versöhnt sich mit Jakob: Geschwisterliebe. O wie schön, wie herrlich ist's, wenn. Geschwister in Eintracht leben. (Ps. 133. 1.) 13. Jakob erhält den Namen ״Israel". Wir, seine Nachkommen, sind ״Israeliten". Die Israeliten nannten sich früher Hebräer: Ich bin ein Hebräer, den Gott des Himmels fürchte ich. Ivri anochi (Jon. 1, 9.) 14. Jakob kehrt in sein Vaterland zurück. Seine Söhne. Jofef's Ruhmrederei: Wir sollen uns nicht rühmen. Hochmuth ist eine garstige Sünde, der kluge Mensch ist demüthig. — Auch die Brüder Josefs fehlten, sie waren herzlos und grausam. 15. Josef wird Gebieter über Egypten: Wer ist wie der Ewige, unser Gott, der hoch erhaben thront? Der tief herunter schauet im Himmel und auf Erden? Der aus dem Staub den Armen aufrichtel, aus dem Schlamme den Dürftigen emporhebt, um ihn zwischen Fürsten zu setzen! (Ps. 113. 5.) 16. Josef befreit Egypten und seine Familie vorn Hungertode: Gottes Fürsorge für die Völker. 17. Jofef's Begegnung mit seinem Bruder Benjamin. Seme Ergriffenheit. Die Prüfung der brüderlichen Treue. Juda's I muthiges Auftreten und sein aufopferungsvolles Anerbieten: Die Geschwister muss man mit Zärtlichkeit und Anhänglichkeit lieben. 18. Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen und verzeiht ihnen großmüthig: Wir sollen gegen einander nachsichüg sein und die Fehler Anderer verzeihen; denn auch wir selbst fehlen oft. 19. Jakob zieht mit seiner Familie nach Egypten. Gott versichert ihm, dass dies zu seinem Vortheile sein wird, segnet ihn und verheißet ihm, dass er seine Nachkommen zu einem großen Volke machen wird: Gott erzieht Israel mit Liebe zu seinem Volke. 20. Jacob's Tod und Beerdigung. Josef's Tod: Sie wollten in der heimatlichen Erde der Ahnen zur ewigen Ruhe bestattet werden. (Fortsetzung folgt.) Kleine Chronik. Wien, 14. December. Audienz d e s C u r a t or i u m s der Wiener israelitischen t h e o l o g i s ch e n Lehranstatt. Mit Beginn des laufenden Schuljahres wurde in Wien, wie den Lesern dieses Blattes bekannt ist, eine höhere israelitische theologische Lehranstalt zur Heranbildung von Rabbinern und israelitischen Religionslehrern eröffnet. Diese Lehranstalt verdankt ihre Entstehung hauptsächlich privater Wohlthäügkeit; außerdem hat die Staatsverwaltung diesem öfterreichychen Rabbiner-Seminar eine Subvenüon von jährlich 5000 fl. bewilligt. Das Curatorium dieser Anstalt beschloß nun seinerzeit in einer Sitzung, bei welcher noch der seither verstorbene Baron Moriz Königswarter den Vorsitz geführt hatte, eine Dankes-Deputaüon an den Kaiser zu entsenden. Dieselbe, bestehend aus dem Ober-Rabbiner Dr. Güdemann, den beiden Vice- Präsidenten des Curatoriums, Herren Karpeles und Reichsraths- Abgeordneten Dr. Byk (Lemberg), sowie den Mitgliedern David v. Gutmann und Dr, Lichtenstern (Prag), wurde heute vom Kaiser in Audienz empfangen. Ober-Rabbiner Dr. Güdemann sprach zuerst bedeckten Hauptes, mit Bewilligung des Kaisers, den riMell vorgeschriebenen Segensspruch und gab dann in warmen Worten den Gefühlen des Dankes für die gewährte Subvenüon Ausdrck. Der Kaiser sprach hierauf: ״Es gereicht Mir zur Befriedigung, der israelitischen theologischen Lehranstalt eine Subvenüon zu gewähren, und hege Ich die

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