Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 13 (1893)
- Issue
- Heft 8 (11.3.1893)
- Date
- 1893-03-11
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 8. Desterrerchisch-ungarische Lantoren-Aeitung. Seite 7. zum großen Theile ohne Unterschied der Confession von 1878 bis heute mit beispielloser Freigebigkeit ans menschenfreundlicher Großmuth 1.500,000 fl. geopfert haben. Ich ergreife mit Freude die Gelegenheit, für diese unvergleichliche Opferbereitschaft, mit welcher Euer Hochwohlg. obgleich fern von uns, bestrebt waren, das Emporblühen linfcrer Cultur zu fordern, unser Unterrichtswcsen zu heben, die Tbranen in den Augen der durch Elend und Elemeutar-Ereigniße Heimgesuchten zu trocknen, meine tiefste Dankbarkeit und meinen anerkennenden Dank auszusprechen. Empfangen Sie, Euer Hochwoblgeboren, den aufrichtigen Ausdruck meiner besonderen Verehrung. Budapest, 27. Februar 1893. Graf Albin Csaky. Jungbnnzlau. Von der Schrift: lieber den Einfluss der Psalmen auf die Entwicklung der christlichen Liturgie und Hymnologie mit steter Rücksichtnahme auf die talmudisch-midraschische Littera'tur von Dr. M. Grünwald, Bczirksrabbiner.imb Nedacteur des jüdischen Centralblattes in Jungbuuzlau ist soeben das siinfte, d. h. das Schlußbeft erschienen. Das gesammte Werk ist durch die Buchhandlung I. K a u f f m a n n in Frankfurt a. M. zu beziehen. : Tabor. In der Nacht auf Samstag, den 25. d. M. brachen im hiesigen ׳ israelitischen Tempel unbekannte Diebe ein, welche nicht nur die daselbst befindlichen Kostbarkeiten mit sich nahmen, sondern überdies noch in dem Gotteshause mit vandalischer Zerstörungslust hausten, so dass die Bevölkerung, unter welcher der kecke Einbruch großes Aufsehen erregte, die unbekannten Thäter allgemein als ״antisemitische Diebe" bezeichnet. Die Gauner stahlen die prächtigen Thoramäntel, unter welchen sich auch einer aus rothem Sammt befand, welcher mit Gold reich verziert und mit kunstvollen Stickereien versehen war, trennten von zwei Altardecken die goldenen Fransen und Borten ab und hatten sich überdies noch einen werthvollen Neberwurf aus weißem Atlas mit reichen Verzierungen zum Mitnehmen bereit gelegt, scheinen jedoch bei ihrer Entfernung an diesen vergessen §1t haben Die ewige Lampe rissen sie herab und schlugen dieselbe in Stücke. Die beiden gekreuzten Dreiecke, welche sich an der Spitze der Altarwölbung befinden, wurden von den Dieben beschädigt, von der Opferbüchse das Schloss gewaltsam abgeschlagen und der Inhalt geraubt. Ein aufdem Chor untere gebrachter Schrank, in welchem sich allerlei gottesdienstliche Gewänder befanden, wurde gewaltsam erbrochen und sein Inhalt herausgezerrt und durcheinander geworfen, ohne dass sich jedoch die Diebe etwas davon angeeignet hätten. Dagegen nahmen sie die seidene, mit goldener Borte verzierte Stola des Rabbiners, die silbernen Verzierungen von der Stola des Cantors und die silberne Hand nlit silberner Kette, welche beim Lesen der Thora verwendet wird, mit. Die Diebe scheinen mit den Localitaten wohl vertraut gewesen zu sein, und es herrscht allgemeiner Unwille darüber, dass sie Muße fanden, ihr vandalisches Werk so gründlich und ungcstört auszuführen. Galgocz. Vor drei Monaten bildete sich ein Verein von lernbegierigen jungen ׳Leuten, welche den seit 12 Jahren hier fungierenden Cantor Moses Kriener ersuchten, sie in die ihnen bisher verschlossen gebliebenen Mysterien der Gesangskunst einzuweihen. Dem pädagogischen Geschicke des Lehrers, wie dem lobenswerthen Eifer der Schüler war es zu dank.n, dass die Vereins- Mitglieder schon nach kurzer Zeit es unternehmen konnten, sich der Oeffentlichkeit vorzustellen, und zwar sofort, mit durchdringenden! Erfolge. Sonntag, den 5. d. M., abends fand im großen Saale des herrschaftlichen Hotels ein Concert statt, welches 20 Piecen umfasste. Ungarische und deutsche Volkslieder wechselten mit Solo- Vorträgen und einem humoristischen Singspiel, dargestellt von den Herren: Klein, Goldstein, Braun und Szeßler, ab. Der Saal war gedrängt voll, was nicht zu geringem Theile der zahlreich erschieneuen hiesigen christlichen Intelligenz zu danken ist. Das Auditorium war einmüthig im Lobe, besonders der gesangskundige protestantische Seelsorger und die anwefenden Schulmänner, welche den Leistungen des jungen Vereines vollste Anerkennung zollten und dem Kapellmeister und Gesangslehrer, Herm Cantor Kriener, ihre Ueberraschung über seine Lehrerfolge in den schmeichelhaftesten Worten ausdrückten. Herr Cantor Kriener gedenkt auch, den jungen Verein als Synagogenchor anlässlich der kommenden Feiertage zu benützen, wozu ein Theil der Vereinsmitglieder sich gerne bereit erklärte. Len Jehudah. Salzburg. Hr. Cantor Moritz Kurzweil aus Kolleschowitz ist nach beifällig aufgenommenem Probevortrage als Cantor und Neligionslehrer hier einstimmig aeceptirt werden. Kolomea. Am 7. Februar fand hier die Trauung des Herrn Michael Zupnik, k. k. Steueramtsadjnickt aus Drohobvc;, mit Frl. Isidora Freudenberg, Tochter des hiesigen Advokaten Dr. Freudenberg, statt. Der Trauungsact wurde von seiner Ebr würden Dr. Caro, Rabbiner und Prediger aus Lemberg, völligen, und den Gesangstheil versah zur größten Zufriedenheit der Cantor und Lehrer Herr Jakob Scheid mit dem von ihm einstudirten Chore. Rom. lieber die in Nom. abgebrannten Synagogen wird noch berichtet: Einer Tradition zufolge, bestand die große Synagoge schon lange vor der Zerstörung des zweiten Tempels, und es wird von den jüdischen Königen und Prinzen des herodianischen Hauses erzählt, dass so oft sie Nom besuchten, sie in der großen Synagoge ihr Gebet verrichtet haben sollten. Die andern vier Synagogen sollen nur 500 Jahre alt sein und sind von den aus Spanien und Portugal vertriebenen Juden, welche unter der Protection der Päpste sich in Nom ansiedelten, errichtet worden. Die Wände der großen Synagoge waren mit Darstellungen der heiligen Gefäße, die Titus aus Jerusalem mitbrachte, und die auf dem berühmten Arco di Tito reproduziert sind, geschmückt. Die Synagoge wurde im Jahre 1864 mit einem Kostenaufwande von 500,000 Lire neu errichtet; der Schaden aber überschreitet diese Summe, wird jedoch durch die Versicheung vollständig gedeckt. Während des Brandes hat Signor Leone Pavoncello, ein Mitglied des Synagogen-Rates durch große Bravour sich ausgezeichnet.- Beim ersten Feuerlärm und dem Rufe .,Salvatc dumque il Thora”, (rettet die Thora) stürmte er durch das Flammenmeer bis zur heiligen Lade und entnahm derselben die Thorarollen und brachte sie unversehrt auf die Straße. Seinem Beispiele folgten der Oberrabbiner Ehrcnrcich und andere, bis die letzte Sepher-Thora gerettet war. Auch Frauen drängten sich heran, und wollten diesem frommen aber gefährlichen Unternehmen sich anschließen und konnten nur mit Gewalt von ihren! Vorhaben zurückgehalten werden. Bei -dem Brande waren der Präfcct und der Bürgermeister, der Chef 'der Polizei und die Adsiltautcn des Königs und der Königin zugegen, welche letzteren speciell von den Majestäten «beschickt wurden, um über die Ausdehnung des Brandes Mittheilung zu machen. Berichtigung. Die Musikbeilage in voriger Nummer enthält nachfolgende Druckfehler: Leite 1 על הראשונים לפסח Zeile 5 von unten letzten Taet statt Triolen c d c ließ: e als 1 ״ Note und d e als '■״ Noten. Seite 2 בלח דןךי Zeile 6 von oben statt letzte ', Note b ließ '״ Note b. Seite 2 Zeile 7 fällt die Panse mit Punkt weg. Leite 2 Zeile 4 von unten am Anfang der Zeile lies g;1 b. a b als 'js Noten. Seite 3 המקוכך Zeile 3 von oben letzter Takt statt e lies cs. Leite 3 לא אסלת Zeile 4 von nnten setze auf die' .Mote kdas Trillcrzeichen. Seite 4 ,-!על הראשונים לםפיר Zeile 7 von oben. Anfang der Zeile lieS k g as nach oben als ’ s Noten verbunden mit b as b. Zeile 4 von unten lasse aus die Sylbe ro die Noten mit den Strichen nach oben weg, lies bloß das obere c h und as ober dem ', k am Anfang der nachfolgenden Zeile als Triolen. AVISO Mit Befriedigung constaiiren wir, dass die Mehrzahl der rückständigen Abonnenten unserer Aufforderung Folge geleistet hat, und erhalten dieselben die Musikbeilage mit dieswöchentlieber Nummer. Nun richten wir noch an die wenigen Übriggebliebenen die Bitte, ihrer Pflicht dem Fachblatte gegenüber nachzukommen und den Abonnementsbetrag umgehend einzusenden• Die nächste Musikbeilage erscheint nach Pessach. Die Redaktion.