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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1892-10-02 · Heft 24 (2.10.1892) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 24 (2.10.1892)
Date
1892-10-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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£«:< 4... (?)esterreichisch^nzarische <Lantc>röN-Ze'ltuug. r , Stamme 7111״ ׳schauen" entspricht. In der talmudischen Zeit führte diesen Namen der Gerichts- und Synagogendiener, auch der Kinderlehrer. Das Vorbeten war Ehrensache, und als Vorbeter fungirten die Würdigsten der Gemeinde. Aus der talmudischen Zeit nennen wir N. Akiba, N. Elieser; es führten den Titel ״Vorbeter" (Keroba) R. Alexander, N. Eleasar b. Simon u. a. m. Zur Würdigkeit - eines Vorbeters gehören Unbescholtenheit, Demuth und Beliebtheit bei den Gemeindemitgliedern, eine liebliche und-angenehme Stimme, Bewandertsein in der Thora, den Prophetcn und Hagiographen, auch im Midrasch, in der Halacha und Agada, sowie in den Benediktionen. Als Erstes jedoch wird angegeben: Gewandtheit in Verlesen, deutliche und correkte Aussprache.') Zur Eorrekiheit in der Aussprache gehörte, hass er die gleichlautenden Buchstaben, z. V. א mit j; 11. a. m. nicht verwechselte. So lies; man die Bewohner von Chaipah, Scytopolis und Tibaon nicht zum Vorbeten zu, weil sie -das א-■mit ע verwechselten.׳) Die Unbescholtenheit, des Vorbeters wird von Jugend auf gefordert, was jedoch von denspäteren Talmudlehrern nicht so streng genommen wurde, wenn der anzustellende Vorbeter die früheren Vergchungen bereut, sich gebessert und nichts Sündliches an sich hasten gelassen hat').-Die Anstellung eines unwürdigen Vorbeters wird sehr gerügt und. darauf die Mahnung( worle des Propheten Jeremia 5k. 12. 7. 8. bezogen: ״Ich verließ mein Haus, mied mein Erbe, gab preis das-Liebste meiner Seele dem Ballen der Feinde. Mein Erbe, ward mir, wie ein Löwe im Walde,- man brüllt mich gräßlich an, darum-hasse -ich es.-') Im Noll falle, wenn kein Vorbeter mit obigen Eigenschaften gefunden wird, soll der Veste in der Genicindc, der durch Weisheit und gute׳ Werkevor Andern hervvrragt, ') '?aanilli 1ria: (Sehuldh.• aruch! Ofitdii Chajltti Kap, 53.) ־) MegiUah S34. ־ 3) Orach Chajim a. a. o.. die Kommentare und Rcsponsen das. laallitli S. 16b. Nr.24 ׳.- zum Vorbeten aufgefordert werden. Eine fernere Bedingung war das Alter; der Vorbeter soll volle Mannbarkeit erreicht haben, die an dem Bartwuchs erkannt wird, doch darf im Nothfalle auch ein Knabe nach zurückgelegtem 13. Jahre vorbeten. Rühmlich wird hervorgehoben, wenn der Vorbeter durch schöne Stimme und Gesang .. den Gottesdienst zu verherrlichen vermag. Wir lesen darüber: ״Ehre den Ewigen von deinem Vermögen" (Sp. Sal. 3. 9.), d. i., wenn du eine schöne, angenehme Stimme hast, tritt vor das Betpult und trage das Scheniagebet vor." So rief R. Eleasar ben Hakappor seinem Schwestersohn Chija, der eine angenehme Singstimme besaß, zu: ״Mache dich auf und ehre Gott mit dem, womit er dich begnadigt hat!" Ebenso wird von einem gewissen Gabboth erzählt, der eine vorzüglich schöne Stimme hattedass bei seiner jährlichen Wallfahrt nach Jerusalem sich dort um ihn Alle versammelten, um seine Stimme zü hören. Auf ungerechte Weise wurde er später zum Tode verurtheilt; es war das Jahr, wo er die Wallfahrt nach Jerusalem unterließ, und da hieß es, dass dies ihm in Folge der Unterlassung dieser Wallfahrtsreise zugekommen wäre. In noch nachdruckövollerer Weise wiederholt sich diese Mahnungin dem Buche Söhar (S. 249b.): ״Jeder, der sich anschickt Gotteshymnen vorzutragen, soll es mit einer angenehmen Stimme, thun, damit es den Anderen, die cs hören, angenehm wird. Besitzt er keine solche Stimme, so unterlasse er, dieselbe zu erheben." Ein Lieblingsthema der Hechaloth K. 24 war, Israel soll dem harmonischen Gesänge , der himmlischen Schaaren nachahmen. Schon im 8. und 9. Jahrhundert wurde.viel auf eine angenehme Stimme des Vorbeters gegeben, wobei man andere Mängel übersah. Der Karaec Jehuda Hadassi und Jehuda ״ Halevi (im 11. Jahrhundert) bezeugen das Absingew verschiedener Pijutstücke.') Abraham Jbn Esra berichtet, dass man gewisse Melodien bei einem Pijut vermerkte׳). Es wird berichtet, dass die dichtenden Vorbeter, ') Eschkol cap. 18, 20, 83, 140, 362. Ivusari (ed. Cassel) S. 177. ■ף Zu Ps. 7,1 u. 21,1. Die Kedrutung -rsWortes ״Cbasan“. Dass der Vorbeter im Hebräischen הזן ist benannt, , Ist dir, lieber -Leser, schon längst bekannt, Dass aber-dies Wort -drei göttliche Namen enthält, Ist. etwas,- was nicht einem Jeden einfällt. Merke wohl auf, du wirst gleich sehen, Wie -sie -aus den dm Buchstaben stN hervorgehen. N S, | 7, J 60, zusammen 65 an der Zahl- Gleicht --- «t 1, 10'--- י ,50 נ ,4 ר,) addire einmal, Schreibt man die Namen der Buchstaben vollständig aus Und nimmt aus jedem -den Mittelbuchstaben heraus, Es wird aus ־־ 5.1תA aus p — ebenfalls י und aus pl das ו sein, So findest du, — 10, 6 =־= .ך ,10 י, also 26 im Verein. Das ׳ist die -Zähl im Namen יהרה Jehcvah, Nämlich ' 10, u. s. w. es findet sich 26 allda. Wenn du ׳ wiederum die Endbuchstaben 400 --- ת, J 50, und 50 --- ן, zur Berechnung wählst, Du dann in Summa, runde 500 zählst. Wirst du die 2 Endbuchstaben aus pV .יוד למגי.דלת heraukheben, So wird sich dir alsdann eben dieselbe Zahl ergeben. Es sind dies die Buchstaben, die in enthalten, Das bedeutet der Mächtigste unter allen Gewalten, p ----- 60,430 - לת,-N --- 10, Summire sie, so wirst du 500 sehen. Diese drei Gottesnamen sind somit im Worte sN vereint, Wenn er's au richtig mit Gott meint. Einem Vorbeter hingegen, dessen Herz die Andacht nicht rührt, Eigentlich der NamenpH nicht gebührt. Bei ihm werden-die Buchstaben versetzt, So dass aus pn (umgekehrt) Ml wird zuletzt. Was es zu bedeuten hat, die Uebersetzung dich unterweist, NÄ im Hebräischen ״Verworfen" heißt. Ein solcher Vorbeter hat seinen Beruf — verfehlt, Da er zu den Verworfenen zählt. Möge die Betrachtung. wirken dahin, Dass jeder Vorbeter ein pfi sei im wahren Sinn, Dass ihm seine Aufgabe zu Herzen gehe, Dass er mit Atidacht vor dem Schöpfer stehe, Damit seine -Gdbete seiner Gemeinde Gnade erflehen, EntsyLechend dem Zwecke, zu dem er ward ersehen. W. R»

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