Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 23 (15.9.1892)
- Date
- 1892-09-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 23. Oesterreichisch-ungarisch e Lantoren-Zeitung. Seite 2 Handschr. 1809. 6. Nathan. Psalmen und Hochzeitslieder. Pgmt.- und Papier-Handschr. 1815. 7. Gumpert, G. I. Sabbath- -und Festgesänge für die Synagoge in Kopenhagen. Ziffernschrift. Kopenhagen 1836. 9. Baer, Aaron. Sammlung von Synagogengesängen für das ganze Jahr. Papier-Handschr. . 1791. 10. Christian, Friede. Albert. Beschreibung des jüdischen Osterfestes sammt Gesängen mit Mensuralnoten. Leipzig 1677. Das Merkchen hat einen Appendix, welcher mit folgendem. - Wortlaut beginnt: ״Appendix etlicher lächerlichen und wundersamen Lieder, so die heutigen Juden bey celebrirung ihres vermeynten Osterfest die erste und andere Nacht zu singen pflegen." . Die dtummern 11—13, drei Schofar moderner Arbeit) sind von geringerem Interesse, wiewohl die Schofar einen ausgezeichneten Ton ha.ben sollen. 14. Ma chsor. Druck Venedig 1587. Auf Seite 190 über den fettgedruckten Worten sind Symbole für Schofartöne. 18. Heilpronn Moses. Rituale. Druck Amsterdam 1662. Der Holzschnitt zeigt einen Schofarbläser. 16. Kirchha hn. Synagogengesänge. Druck Fürth 1727. 17. Pfeiffer, A. T. Ueber die Musik der alten Hebräer. Erlangen 1779. Abbildungen von alten hebräischen Instrumenten. 18. G e r s o n, C h r i■ft i 0 n. Talmudischer Judenschatz (Chelec). Helmstadt 1610. Lied mit Mensuralnoten, Sangweise beim Vortrag des Talmud.' 19. De Sola,.D. A. Rev. The ancient Melodies. London 1857. (Neue Ausgabe alter Melodien.) An unnummerirten Objecten sind in der Bimbaum'schen - -Collection noch bemerkenswerth:1. Em an. Riecht, Streitschrift über, die ^igunim zumDuLdan. Der. Titel des Werkes lautet-: 1-: ג^ת,בכורות ר עמנועל ריקי נגד •התוספת בכורי קצר בק-של 2 ברכת כהנים.. Nossi Sal. Madrigal 160q, J.acoch. Finzi (Todesco). Noten zu den Accenten der Psalmen. 41 Esther von Haydn. Original-Textbuch (Englisch) mit hebräischer Uebersetzung. 5. Sflrka von David. 1699. 6. Nachum Streusand. Streitschrift gegen Frauenchor und Orgel. (New-Iork). Das Werk ist hebräisch und hat folgenden Titel: ללמד לתועים בינה יצא.מנחם לעבודת המלך נגד המתירים שירת הנשים והארגעל בב״רב בשעת התפילה מאת נחום שטרייזאנד• Von hervorragendem Interesse wäre es sicherlich, wenn der glückliche Besitzer dieser Collection, welche jedoch, wie er uns selbst. . versicherte, nur einen geringen Theil seiner Sammlung bildet, unseren. Lesern weitere Mittheilungen über den Inhalt dieser. Werke, sowie, über die Art und Weise, wie er in deren Besitz gelangte, geben, wollte. Vielleicht sieht sich Herr Obercantor Birnbaum durch diesen, öffentlichen Appell zu einem solchen Acte wahrer Eollegialität ver-. veranlasst. Ein Gang durch die Rotunde und deren Adnexe bietet uns an einigen Stellen auch Erinnerungen an unseren verewigten Altmeister Profeffor Salomon Sulzcr. In der Abtheilung ״Judaica" zunächst die bekannte Biographie Sulzers von Kulke. Dann in den Interieurs der hervorragenden Componisten ein lebensgroßes Oelgemälde, welches Sulzer iu der schönsten Blüthe des Mannesalters darstellt. (Ausstellerin Frau Fanny Königsberger). Außerdem. hat Herr Professor Eduard Hans lick in Wien ein an ihn gerichtetes Schreiben Sulzers ausgestellt und letzterem hiemit einpietätvolles Andenken bewahtt, das umso höher zu schätzen ist, als die Ausstellung von Briefen und handschriftlichen Aufzeichnungen sich nur auf wahrhaft bedeutsame Persönlichkeiten erstreckt. Zur Ausdrucksfähigkeil der Mustk. Wenn wir Umschau halten in der Zahl der einzelnen Künste, welche wäre es, die in gleicher Weise es vermöchte, das Herz zu rühren, zu trösten und doch wieder zu höchster Leidenschaft zu entflammen, wenn nicht die Tonkunst? Wo die Sprache versagt, wo die Worte fehlen, da knüpfen die Töne an und nicht mit Unrecht . sagt der Dichter: ״Süße Liebe denkt in. Tönen, denn Gedanken stehen zu fern." Und weiß die Musik-wirklich jedes Gefühl zu treffen, jede Saite desselben sympathisch zu berühren? Und ist es jedes Tonstück, das sich einer solchen Macht über das Herz rühmen darf? Wenn in einem Stücke schon, das Hauptmotiv das Gefühls nicht erregt, der Phantasie keinen Stoff zum Weiterschaffen gibt, dann empfinden wir von dem Klange vor allem den affizierenden Nervenreiz. Wird dieser fortgesetzt dadurch, dass das Stück in seinem Verlaufe ebensowenig des Mitfühlend Werthes bietet, etwa durch mangelhaft verbundene oder zerrissene Gedanken, unschöne Harmonien, dann wirkt dieser Nervenreiz zuerst langweilend und endlich schmerzend. Dieses Gepräge finden wir bei vielen Salonstücken, die heutzutage in fabrikmäßigem Betriebe in die; Welt gesetzt und theuer bezahlt werden. Anders jene Stücke,, in denen schon das erste Motiv in seiner Melodie, und Harmonie das Gemüth sympathisch berührt, in welchem die -weiteren Gedanken wohlgeordnet und folgerichtig sich anschließen. Hier findet die Phantasie Stoff, weiterzubilden. Sie eilt den. Empfindungen des Componisten voraus, findet : Befriedigung, wenn ihre ׳eigene weitere. Entwickelung auch vom Autor gewollt,-und glücklich der-Tondichter,-dem..bei dieser oder jener Stelle, des. Tonstückes ein leises, wohl kaumbewusstes :Neigen des Hauptes des Zuhörers die Uebereinstimmung in den beiderseitigen Empfindungen bestätigt.. Die angenehm wirkende Mustk unterscheidet sich wieder allgemein in traurig und freudig wirkende. Ich glaube inersterer Unterscheidung auf keinen Widerspruch zu stoßen. Denn auch elegische und tief schmerzliche Musik wird ähnlich der Tragödie, die durch Ausgleich der Affecte das Gefühl der Ruhe hervorbringt, . im Grunde anziehend wirken; man öffnet ihr bereitwillig gleich einem Freunde das Herz; liegt doch auch in der Wehnmth ein gut. Theil Freude verborgen. Die Trauer erweckende- Musik kann nun in manchen Schattierungen auftreten. Tiefer Ernst ziemt dem Trauermarsche, den Schmerz eines Helden, gegen den sich daö Schicksal erhob, . zeichnet der erste Satz der 9. Symphonie von Beethoven, weibliche Sentimentalität -finden wir bei Mendelssohn, Schumann trifft in seiner Fis m oll-Sonate des Herzens tiefsten Gram und Leidenschaft, in Chopin vereinigt sich Leidenschaft, Elegie mit Grazie. Wer. kennt nicht - das wilde und doch so anmuthige B moll-Scherzo? Andere Saiten freilich berührt seine größte, die F dur-Ballade. In Brahms vermählt sich die Muse Beethovens und Schumanns. Ich erinnere an seine H moll- Rhapsodie op. 79. So nimmt ein Held den Kampf mit dem Schicksal auf, so (Takt 53 fg.) kömpft er ihn durch. Aus diesen Beispielen ersieht man die zahlreichen Nüancen der schmerzathmenden Musik. . .. . - Und sind die Nüancen des Freudigen in der Musik weniger charakteristisch? Werwollte die kindliche Heiterkeit, einer Haydnschen Symphonje . verkennen,-, wer Mozarts schmeichelnde- Anmuth.kalt aufnehmen? Und selbst da, wo dieser Meister größere Formen zu