Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 23 (15.9.1892)
- Date
- 1892-09-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Oesterreichisch-ungarische Pränumerakions-Prris. FürCantoren u.Cultusbeamte in Oesterreich-Ungarn Gan »jährig.fl. 4.— Halbjährig . .... fl. 2.— FürCantoren n.Cultnsbeamte in! Ausland Ganzjährig.8 Mark oder 4 Rubel. Für Private »nd .Justitnte Ganrjäl2£. .'. 1׳ ״\\ fl. 6 — Central-Organ für die Interrffen der Cantoren und Cultusbramten. Erscheint jeden zehnten Tag. Begründer: Obercantor Jacob Bauer. Wedactiorr und Administration Wien II. Novaragasse Nr. 27. Inserate werden billigst berechnet. Marmscripte werden nicht retournirt. Abonnements» u. JnsertionS» betrüge sind in Wie« zahlbar. Wie«» 15. September 1892. 18. Jahrgang. Indem wir aus Anlass des mitnächster Nummex beginnenden IV. Quartals die geehrten Herren Abonnenten zur Erneuerung des Abonnements auf die ,Heßerreichisch-mgarische Har!tsrm-Seiflmg" ergebenst einladen, ersuchen wir um pünktliche Einsendung des Pränumerations-Betrages. Wir hoffen, dass jeder Eollege in den nächsten Tagen seine Oflicht dem -^achblatte gegenüber erfüllen wird. Die Administration der österreich.-Ungar. Eantoren-Zeitung. Mrrstk- ««d Theater-ArrsstrUimg m Wien. ״Es ist doch eigenthümlich", sagte jüngst ein Besucher der Ausstellung zu mir, als Ich vor dem Pulte ״Judaica" stand, ״dass die jüdische ׳ Musik und speciell der jüdische Synagogen-Gesang so mangelhaft in der Ausstellung vertreten ist, trotzdem seit Jahr- Hunderten schon eine ganze Berufsclasse mit der Pflege desselben sich beschäftigt und auch Hervorragendes auf diesem Gebiete geleistet haben soll." Ich konnte diese zutreffende Bemerkung leider nur bestätigen, und als der Fremde, der für die ausgestellten Objecte sehr viel Verständnis und Interesse zeigte, sich empfohlen hatte, blieb ich noch lange in Gedanken versunken stehen und suchte der Ursache ^dieser traurigen Thatsache auf den Grund zu kommen. Tausende von Cantoren und kaum ein halbes Dutzend Aussteller! Welch' schöne Gelegenheit wäre hier geboten gewesen, an der Hand des reichen geschichtlichen Materiales, das bisher in Bibliotheken und Archiven begraben lag und nunmehr Jedermann zur Verfügung stand, einen anregenden Ideenaustausch über manche strittige ׳ Frage herbeizuführen und Aufklärung und Belehrung nicht nur in die engeren Kreise unseres eigenen Standes, sondern auch in weitere musikalische Kreise zu tragen. Aber leider der Sinn für gemeinsame Interessen, für gemeinsames Streben und Wirken ist in unserem Berufe noch lange nicht rege genug, um sich zu einer solchen, wahrhaft denkwürdigen That aufraffen zu können. Allein diese Reflexionen haben für jetzt keinen praktischen Werth mehr, und es bleibt uns somit nichts anderes übrig, als unsere Leser mit demjenigen bekannt zu machen, was wir factisch in der Ausstellung von jüdischem Gesänge vorfinden. In erster Reihe sei die k. k. Hofbibliothek in Wien genannt, die zwei Objecte ausgestellt hat und zwar 1. Nofsi, Synagygale Gesänge mit.Mensuralnoten .(Mezzosopran), Gedruckt hr Venedig 1623. Hebräisch und chaldäisch. 2. Ein neueres Werk: Prager, I. S. Tempelgesänge. Prag 1867. Weiteres finden wir im Pulte I ״Judaica" (Raum II Südtransept): Synagogengesänge der türkisch - sephardischen Gemeinde in Wien, Papier-Handschr. von Obercantor I. Bauer und Chordirigent I. Löwit; Kleinodien althebräischer liturgischer Gesänge von D. Rubin, Prag 1891; an anderer Stelle: Hebräische und deutsche Synagogengesänge von Obercantor Waller st ein in Prag; Beitrag zur Geschichte der Musik. Synag.gale Gesänge. Von Obercantor B. Singer, Jungbunzlau, nebst Vorwort von Dr. M. Grünwald. Von ganz besonderem Interesse ist die von Obercantor Birnbaum in Königsberg ausgestellte Collection, die einige höchst werthvolle und seltene Stücke enthält. Um den Leser bei einem eventuellen Besuche besser zu orientiren, wollen wir die Nnmmern und Ueberschriften des Kataloges beibehalten. 1. Rosst, Synagogale Gesänge mit Mesuralnoteti (Tenor). Gedruckt in Venedig 1623. Hebräisch und chaldäisch; 3. Necchi, Emanuel. Zwei alte Melodien für ein Sabbath- und ein Festlied. Druck Amsterdam 1731. Der hebräische Text ist hier von links nach rechts gesetzt und es verlangt darum das Lesen desselben besondere Hebung, noch schwieriger gestaltet sich jedoch das Ablesen der Noten, wenn dieselben von rechts nach links dem Texte folgen, wie es bei einem anderen Objecte der Fall ist. 4. Caceres, Abraham. Liturgische Gesänge für das Fest der Thorasreude. Handschr. Amsterdam 1739. Text mit hebräischen Lettern auf Pergament, transscribirt mit lateinischen Lettern auf Papier. Es sind dies Gesänge für Chatan-Thora, Chatan-Bereschit rc. 5. Wolf, I. Lob. Sammlung von Synagogengesängen. Papier-