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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1892-07-15 · Heft 19 (15.7.1892) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 19 (15.7.1892)
Date
1892-07-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Gesterreichisch-ungarische Lantoren-Zeitung. von selbst zusammen. Die gegebene Notiz über die Quelle der Berachja'schen Fabeln, verbunden mit dem Umstande, dass Elia Hanakdan sich am Fuße eines von ihm im Jahre 1333 copirten Pentateuch-Codex einen Enkel Berachja Hanakdans׳) nennt, genügt wohl vollständig, um die Schwankungen in dm Ansichten der Litteraturhistoriker über das Zeitalter Berachjas zu beseitigen. Er schrieb um die Aktie des 13. Jahrh., womit übereinstimmt, was Dukes am Ende eines Maimonidischen Jad Hackasaka-Exemplares gefunden. In demselben theilt vielmehr der Copist Crispia Hanakdan mit, dass er ihm im 2. Jahre des 6. Jahrtausendes, also 1242 abgeschrieben^). (Fortsetzung folgt.) Korach. Eine Schrifterklärung. Von Dr. M. H. Friedländer. In dem letzten Wochenabschnitte wurde uns erzählt, dass Korach aus dem Stamme Levi, ein naher Anverwandter des Moses und Ahron sehnlichst wünschte, an die Spitze der Gemeinde gesetzt zu werden, um die Führerschaft des Volkes Israel übernehmen und Moses und Ahron stürzen zu können. Er vereinigte sich .daher mit 250 Gesinnungsgmosien und zettelte gegen dieses hochverdiente, gottbegnadete Brüderpaar, eine Verschwörung an, unter dem Vorwände, dass es sich die Herrschaft des Volkes eigenmächtig anmaße, ohne von Gott hiezu berufen worden zu sein. In Folge dessen entstand eine Revolution im Volke, das Feuer der Zwietracht und Zerklüftung flackerte lichterloh empor und drohte das ganze, schöne, prachtvolle Religionsgebäude in seinen Grundfesten zu erschüttem und gänzlich zu vernichten. Kaw loehem bene ') La France Jsraelite S. 38. — s) Wolf Biblioth. hebr. II., p. 166. — s) Ozar Nechmad II., p. 102. ״In der schönen, Men Maiennacht." Eine wahrhafte und erbauliche Geistergeschichte. Von Ernst Rübenstein.*) (Fortsetzung).. ״Als Nachtheil wird ferner heryorgehoben, dass der Orgelton die Gesangstimmen erdrücke, dass sie nur den Gesang und die Orchester unterstütze und zu diesem Zwecke auch an der Oper eingeführt worden ist! ״Da haben wir schon wieder die mconsequente und, ich kann es ihm offen sagen — jüdische Phrase, welche eine Behauptung aufstellt, um sich schließlich selbst zu widersprechen. Einmal, soll die Orgel die Gesangstimmen erdrücken, dann wieder sie unterstützen. Das gcht denn doch über die Heimburg und Marlit. Das tollste Wortgeklingel! Vergisst denn der Mann, dass er schließlich damit der Orgel in der jüdischen Synagoge erst recht dm Platz einräumt? Dmn wenn sie, wie es im Aufsatze heißt, zur Unterstützung, zur Verstärkung der Chorstimmm diente, so wäre das nur ein Grund mchr, sie uns als Stütze der meist primitiven Synagogenchöre an die Seite zu stellm. Es wäre denn, dass der Herr Verfasser gegen den Chorgesang im Tempel überhaupt wäre. Auch dafür fände sich Rath; nur müsste der Antragsteller seine Ansichtm einem pfychiatrischm Concilium vorlegm, welches vorerst über die Zulässigkeit dessAben votirte. * Die Stelle im Feuilleton von Nr. 18 (von Bedos de Celles: über die Orgeltasten) soll richtig heißen: ״Les premiers claviers kla main, qm naovient que depuis 9 touches jusquk 13 etoient de cinq pieds 8ix pouces de longueur, chaque touche ayantcinqksixpouces de largueur. — Ebenso ist der Name Ladegast (irrthumlich B a d e g a st) richtig zu stellen. Nr. 19. Lewi ״Ihr maßet euch zu viel an, ihre Söhne Levi", riefen die Aufwiegler dem Brüderpaare zu, ״die ganze Gemeinde besteht aus lauter Heiligen, denn der Ewige ist unter ihnen; warum erhebt ihr euch über die Versammlung des Ewigen?" Als Moses dieses hörte, fiel er auf sein Angesicht und war so erregt und erbittert, dass er sich in seiner höchsten Entrüstung veranlasst sah, die völlige Vernichtung/dieser Rotte vom Himmel zu erflehen. Welch' ein Räthsel ohne Lösung! Moses, die personificirte Demuth und Sanftmuth, Moses, der alle die ihm zugefügten Kränkungen und Beleidigungen mit unvergleichlicher Geduld und philosophischer Ruhe zu ertragen verstanden, ohne in Verzweiflung zu gerathen, ohne seiner Entrüstung Ausdruck zu verleihm, der gar oft für seine erbittersten Feinde eingestanden und ihr Heil und und Wohl vom Himmel erflehte, der selbst bei der Gelegenheit der Auskundschafter es gewagt, der erzürnten Gottheit zuzurufen: Selach no leawaun hoom käse ״So verzeihe doch die Missethat dieses Volkes nach deiner großen Gnade, und wie du von Mizrajim aus bis jetztschon so oft Nachsicht mit dieser Nation gehabt", und nicht eher zu beten aufhörte bis die göttliche Stimme ihm zugerufen: Solachti kidworecho ״Ich verzeihe, wie du gesagt hast", erscheint hier bei Korach als unversöhnlicher, wuthentbrannter Feind. Und war denn das Verbrechen des Korach und ״seiner" Gemeinde gar so groß, dass es den Zorn des bescheidensten und geduldigsten Menschen auf Erden so furchtbar zu erregen vermochte? Was beabsichtigte denn eigentlich der Korach zu erstreben und zu erzielen? Er wünschte sehnlichst, an die Spitze der Gemeinde gestellt zu werden, um sich ebenfalls an der Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten derselben betheiligen zu können. Verdient aber ein solches Streben gemißbilligt und exemplarisch ״Auf das Gebiet der ״Oper" kann ich seinem Musikforscher nicht folgen. Wahrscheinlich wird derselbe in der Lage sein, seine Herrn Collegm aufzuklärm, in welcher Oper ״die Orgel im Opernchor mitwirkt, damit er eben, durch das volle Orchester nicht gedämpft und verdunkelt erscheine." . ״Ja, so heißt's in der ״Cantoren-Zeitung". Ich kenne eben nur ein paar miserable Opern, in denen die Orgel zur Anwendung kommt: Gounod's ״Faust", Massenet's ״Herodias", Goldmarck's ״Königin von Saba", Rubinstein's ״Maccabäer", Aberts ״Astorga", Mascagni's ״Cavalleria" —und brauchte keine Note von einer Telegrafenstange unterscheiden zu können, um nicht einzusehen, dass der Orgel in der. Oper die Stelle angewiesen wurde, um kirchliche Effecte zu erzielen, dass dies vom Componisten eben zu diesem Zwecke und mit vollem Bewusstsein geschehen ist!" ״Wie es übrigens mit dem Gottesdienste ohne uns ausschaut", meinte hier das Harmonium, ״davon kann ich ein Liedlein singen. Ehe nämlich unser Chor zurechtgedrillt war, wurde ich beim. Gottesdienst nicht benützt. Während dieser Zeit lemte ich die Bedeutung der Redensart: ״Es geht hier zu wie in einer Judenschule!" vollinhaltlich verstehen. Einer trachtete dem Anderen an Unanständigkeit den Rang abzulaufen. Es ist unbedingt mein Verdienst, dem Unfug die Spitze abgebrochen und Ruhe geschaffenzu haben. Auch auf die Kinder, die entweder gänzlich vom Gottesdienste weggeblieben waren, oder durch Unfug ■— getreu dem Beispiele der Eltern — störten, war diese Neuemng von gutem Einfluss. Sie lernten Anstand und Ruhe im Gotteshause und durch Betheiligung beim Chorgesange wohl auch ihre Gebete kennen. Wenn -somit die Orgel positive Vottheile bringt, so ist doch der Stteit, ob die alten Juden Orgeln I besaßen oder nicht, überflüssig. Die alten Juden sind längst todt,

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