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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1892-07-01 · Heft 18 (1.7.1892) · p. Seite 4

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 18 (1.7.1892)
Date
1892-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. Mesterreichisch-ungarische (Lantoren-Zeitung. Nr. 18. Sicher aber hat Mozart damals in Frankfurt nur ein Concert gegeben; dieses genügte ihm, um ihn eine traurige Erfahrung mehr erleben zu lassen. Das Concert brachte ihm viel Ehre, aber wenig Geld ein, und doch war er des letzteren wegen mit seinen! Schwager Hofer nach Frankftlrt gereist. Seine Frau bereitet er in zwei (bekannten) Briefen auf die getäuschte Hoffnung guter Einnahme vor in einen! kürzlich erst aufgefundenen dritten Brief, datirt von Frankfurt, sagt er geradezu: ״übrigens sind die Leute hier noch mehr Pfennigfuchser als in Wien." Aber werfen wir, unsere Vorfahren ein wenig entschuldigend, die Frage auf: konnte deren durch die Festlichkeiten einer Kaiserkrönung aufgeregter Sinn auf ein nur dem ruhigen, kunstempfindenden Gemüth gewidmetes Concert gerichtet sein, und wenn es selbst das eines Mozart war? Weber die Fadel bei de« Jude« nebst einigen Uebersetzungen der LLsobls Schualim, Fabeln der Füchse, des Rabbi Berachja bar Natrony Hanakdan. Von A. Stein, Taus. (Fortsetzung.) So ansprechend uns auch Hitzig's Vermuthung von dem ehemaligen Vorhandensein eines Salomo zugeschriebenen Fabelbuches, das von Palästina nach Griechenland gebracht und dort ״Mythen", das ist ״Sprüche des Aesop" genannt worden sei, erscheint, so glaube ich doch nicht, dass dieses Buch ursprünglich den Titel des ״Mischle Esob" ״Sprüche von Asop" geführt habe. Dmn diesen Namen dadurch zu motiviren, dass in der letzten Fabel jener hebräischen Sammlung der Mop irgend eine Nolle gespielt habe und dass die Griechen daher das ganze Buch nach dieser letzten Fabel benannt hätten, scheint uns eine zu kühne Hypothese zu sein. Unserers Erachtens dürfte vielmehr der Titel jenes Buches ״Mischle Asaph" in Asopos oder Aisopos umgewandelt worden sein. Der Name Asaph, von ״asaph sammeln", abgeleitet, wäre aber mit dem Namen Koheleth, der von ״Nahal" im Hiphil: ״versammeln" stammt, ganz identisch, d. h. beide Namen bedeuten ihrer Etymologie nach ״der Sammler", wenn sie auch lautlich von einander verschieden sind. Diese Identität und gleichzeitige Verschiedenheit mochte gerade zur Wahl dieses Namens beigetragen haben, weil dadurch eine Verwechslung im Titel mit dem Buche Koheleth und ebenso mit dem 861110010 211861116״" verhütet, dennoch aber auf denselben Verfasser hingedeutet war. Noch größere Wahrscheinlichkeit gewinnt diese Ansicht, wenn man bedenkt, dass die alten Rabbinen wie neuere Commentatoren in dem Agur der Proverbien 30, 1, ebenfalls eine Identität mit Koheleth vermuthen, weil ״agar sammeln", die Wurzel dieses Namens ist.') Freilich konnte durch diesen Namen das Fabelbuch fälschlich dem levitischen Sänger Asaph zugeschrieben werde!?); dies befürchtete nian jedoch weniger, weil iticht von diesem, sondern von Salomo-Koheleth berichtet und bekannt war, dass er viele Meschalim verfertigt hatte. Von diesem Fabelbuche findet sich allerdings in der hebräischen Sprache eben so wenig eine Spur vor, als von den 1005 Liedern'), wenn wir von denselben das hohe Lied abziehen, beide Sannnlungen mögen jedoch mit anderen hebräischen Litteraturschätzen in späteren Jahrhunderten verloren gegangen sein?) Dass aber überhaupt hebräische Fabelsammlungen existirt haben, lässt sich aus einem Berichte des Talmud schließen, welcher mittheilt, dass R. Jochanan ben Sackaj") nichts aus seinem Studienkreise ausgeschlossen habe, selbst nicht die ״Nischls Kobesim" und die ״Mischle Schualim", d. h. die Fabeln der der Wäscher und die Fabeln der Füchse.^ ') Midr. Jalkut und Raschi zur betreff.--St. und Gesenms Wörterbuch 8. V. A.g11r, -) Vcrgl. Fabeln des Sophos S. OX^'—OXVI. 3) 1. Kön. 5, 12.; ף Vrgl. Fabeln des Sophos S. CXV—CXYI. J) Lebte 40 v. Ehr., 80 n. Ehr. s) Succa 28a. Baba bathra 184a. Vergl. Traktat Sopherim 16, 8. ״A« der schönen, stillen Maiennacht." Eine wahrhafte und erbauliche Geistergeschichte. Von Ernst Rübenstein. (Fortsetzung). Ich konnte der überzeugenden Weisheit der Orgel nichts erwidern und berichtete weiter: ״Nr. 9 und 10 fehlen mir; aber wahrscheinlich enthalten sie historische Daten über den Gebrauch und die Beschaffenheit der Orgeln im Tempel zu Jerusalem. Recht überzeugend heißt es dann, dass der Orgelklang den Gesang überrausche und übertone und den Gesang schleppend mache." ״Das kann wohl nur auf alte Instrumente Anwendung finden, auf Orgeln, deren Claves 5—6 Zoll breit waren, geschlagen wurden und den Gesang unterstützen, das ist bei den homophonen Chorälen im Gemeindegefange u. s. w., wie es wohl in dem Auffatz heißt.. So berichtet uns über alte Claviaturen Bedos de Celles (in dessen ״Facteur d’orgue, quatriemea partie“, preface Kr. XXXYI): ״Les premiers claviers, a 1a main, qui n’avoient que depuis 9 touehes jusqu’ä 13 etoient de cinq pieds six ponees de largue etc. “ Praetonus*) berichtet in feinem ״Syntagma", Cap. V über die alten Claviaturen und Claves ״also dass man dieselben mit einer vollen und zugethanen Faust hat Niederdrücken müssen." Auch b.e- *) Michael Praetorius, curfürstlich Sächsischer und herzoglich Braunschweigischer Eapellmeister, geb. am 15. Februar 1571, starb am 15. Februar 1621. züglich des ״Überrauschen" und ״Übertönen" des Gesanges ist dieses nur von alten Orgeln zu sagen, die feilte Registratur in unserem Sinne besaßen. Es öffnete nämlich die Taste sämmtliche auf der Lade aufsitzenden Pfeifen, so dass sie stets eine Mixtur*)) (Sub- Principal 32', Principal 16׳, Aequal-Octave 8׳, Octave 4׳, Quinte 3׳, Superoctave 22 ׳c.) ertönen ließ und nicht modulationsfähig war. Rechnen wir noch hinzu das Kreischen voll oft 15 Schmiedebälgen, so dürfte die auf der damaligen Orgeltechnik basirende Talnrftdstelle erklärt sein. Dasselbe gilt von dem Satze, dass die Orgel ״Heu Gesang schleppend und schwerfällig macht." Selbst das Pedal gestattet heute die raschesten Passagen und wo ein ״schleppender Gesang" eingerissen hat,'trägt der Chorleiter die Schuld!" Der Verfasser wendet femer ein, dass der Ton der Orgel seit Jahrhunderten starr und unbeugsam geblieben sei und sich nur auf die ״Entfaltung" in ״lang gehaltenett Accorden" oder auf ״die Figuralformen" beschränkt. Was er da in einem Athen! Unüberlegtes zusammenspricht! Er und sein Reporter haben ja keine Idee von den Fortschritten der Orgelbaukunst. Aus welchem Jahrhundert hat dann dieser liebe Mann seine Erfahrungen gesammelt, dass er nicht einmal weiß, dass ״die Cultur, die alle Welt beleckt auch auf die Orgel sich erstreckt?" Das hat ja ganz den Anschein, als ob es eben nur geschrieben worden wäre, um Papier und Tinte zu vertilgen. Der berichtet über uns, ohne uns zu kennen. Weiß nichts vom ״Schweller" und ף Durch die Erfindung der Schleif- und Springlade (lö.Jahrhl) wurden erst die einzelnen Stimmen geschieden.

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