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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1891-08-01 · Heft 20 (1.8.1891) · p. Seite 7

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
11 (1891)
Issue
Heft 20 (1.8.1891)
Date
1891-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Haus der Braut klagte er über fürchterliches Seitenstechen, das I er sich, wie er selbst sagte, während seiner zm ü ckczelegten dreistündigen Fußparrie im raschen Schritte non seinem Orte bis zur Bahnstation u. zw. i» der drückendsten heißen Tageszeit zugezogen habeil soll. De! rasch herbeigeholie Arzt constatirte eine hochgrndige Lungenentzündung. Bei zunehmender Gefahr wurde der Vater an das Krankenbett berufen, der aber seinen Sohn schon als Leiche antras. Gestern gaben wir dem wackeren jungen Manne ein standesgemäßes Trauergeleite. Er war ein edler Charakter, da er erklärte, er suche keine Mitgift, vielmehr nur religiöse und häusliche Tugend. Und so verwandelte der grausame Würgengel eine glückliche und fröhliche Verlobungsfeier in tiefste Leichentrauer. Die Vorsehung hatte also die Andacht des jungen Cantors im lau omus ki ectije nicht erhört. Friede seiner Asche! Losoncz Der Obercantor der hiesigen Neligionsgemeittde, Herr Simon Merson, erfreut sich nicht nur in Folge seiner cantoralen Wirksamkeit einer außerordentlichen Beliebtheit, sondern ist auch als Mnsiktehrer in den vornehmsten Häusern unserer Stadt gesucht. Der Graf und die beiden Comtessen Czebrian nahmen jüngst Anlass, einer Musik-Unterrichtsstunde im Hause des Herrn Dr. Komeny beizuwohncn und zollten dem Herrn Vier so n sehr schmeichelhafte Anerkennung. Wnnztau (Schlesien). Herr Sauitätsthierarzt Dr. Bohlen hielt bei der Versammlung der schlesischen Thierärzte am 5 Juli a. c. einen Vortrag über die Tödtnngsarten des Schlachtviehes und kam am Ende zu dem Resultate, dass das ,,Schächten" die beste Methode sei Es heißt in seiner A-- Handlung: ״Ich erlaube mir noch ein sehr altes Verfahren beim Tödten derThiere anzugeben; das ist die Schlachtweise bei den Israeliten. Die Vorbereitungen zum Schächten, das Niederlegen des Schlachtviehes können, wenn sie ordentlich ansgesührt melden, nicht als T h i e r q n äl e r e i angesehen werden, denn das ,.mosaische Gesetz" verlangt durchaus sorgsame u ׳.׳. d h u maitc B e h an d l u 11 g des zu schlichtenden Thieres. Die Vorbereitungen zum Niederlegen desselben dauern zwei bis drei Minuten, das Niederlegen sieht, selbst wenn es correck ausgeführt wird, schlimmer aus, als es ist, aber es liegt vollständig in der Gewalt des ״Schl'chtenden", der bei vorsichtigem Gebaren die Tödtnng mit größter Sicherheit vollziehen und UnglücksfäUe, wie sie durch Losreißeu des Schlachtthieres wohl leider noch oft Vorkommen, verhüten kann. Wenn das Thier sanft und rasch in die Rückenlage gebracht wird, was kaum länger vorschriftsmäßig als zwei Minuten in Anspruch nimmt, so ist gegen diese Prozedur kaum etwas einzuwenden, in keinem Falle kann dabei von einer Lhierqnälerei die Rede sein, um so weniger, da die Tödtnng mit einen haarscharfen 14 cm. langen und 2 cm. breiten Schlachtmesser mit großer Fertigkeit in zwei, resp. drei unmittelbar rasch aufeinander folgenden Zügen am Halse durch sämmtliche gespannte Weichgebilde bis auf die Halswirbel ausgesührt wird. Die Blutung dauert im Ganzen gegen zwei Minuten, anfänglich sehr stark, später schwächer; während dieser Zeit liegt das Thier ziemlich ruhig, nach drei׳ Minuten hört gewöhnlich das Athmen auf, es stellen sich heftige Konvulsionen über den ganzen Körper ein und mit Ende der vierten Minute ist das Thier vollständig todt. In Folge des Halsschnittes strömt sofort das Blut in bedeutenden Massen aus den vier großen Kops- und Halsgesäßen hervor und da die Blutzustrümnng zum Gehirn unterbrochen, der Abfluß derselben naturgemäß schnell erfolgt, so tritt nach wenigen Secnndeu vollständige Blutleere des Gehirnes ein, welche Ohnmacht, Bewusstlosigkeit und Empfindungslosigkeit herbeiführt. Nach dem Schächten nimmt man gewöhnlich ein gurgelndes Geräusch wahr, welches zu dem Glauben veranlasst, dass es Schmerzenslaute seien; dieses ist aber durchaus nicht der Fall, sondern es entsteht durch Eindringen von Lust und Blut in die durchschnittene Luftröhre. Vergleichen wir jetzt die Tödtungsarten hinsichtlich der Schnelligkeit, mit welchen der wirkliche Tod eintritt, so geht aus dem Gesagten hinlänglich hervor, dass das auf den Kopf geschlagene Thier kein todtes, sondern einfach nur ein gelähmtes Thier ist; erst die Verblutung bereitet dem Thiere genau denselben Tod, wie es bei dem ״Schächten" der Fall ist. Die Ansicht über die Vorzüge der verschiedenen Schlachtverfahren gehen in Wirklichkeit noch so weit auseinander, dass an die Einführung einer einheitlichen Tödtungsart gar nicht gedacht werden kann. Es wird aber ״das Schächten" unstreitig — wegen des raschen Verblutens des Thieres und der damit in Verbindung stehenden ,.s ehr gUten" Fleischqnalität — eine bevorzugte Stelle unter den sämmtlichen Schlachtmethoden einnehmen". Slelkenverärrdecungen. Eantor Weiß von Ung.-Brod nach Neusohl, Cantor Kurzweil von Friedland nach Mähr.-Weißkirchen. Cantor Grünhut von Klosterneuburg nach Gran. Me KLörogim-Krage.) Wie Rabbiner Dr. Plato aus Cöln dem ״Hamagid" mittheilt, warnt der Ober-Rabbiner von Korfu, Alexander da Fano, vor dem Verbote der Corsner Ethrogim aus zwei Gründen. Erstens könnte dieses Verbot die Gehässigkeit der Corfioten noch steigern und zweitens würde den corsischen Juden ein Schade erwachsen, nachdem einer alten Ge-׳ pflogenheit gemäß die israel. Gemeinde von Korfu eine Abgabe von den griechischen Ethrogim bezieht, welche sie zu Armenzwecken verwendet. Der ״Hamagid" behauptet mit Recht die Unstichhältigkeit dieser Warnung. Was die Feindseligkeit der Corfioten betrifft, so könne diese nicht mehr wachsen und fei ohnehin so groß, dass die Juden diese Insel unbedingt werden verlassen müssen. Der Wegfall der erwähnten Abgabe aber könne nicht berücksichtigt werden, da der Bezug der Ethrogim aus Palästina nach dem Urtheile von Fachmännern von unberechenbarer Bedeutung für die ganze Colonisationssache sei, vor dem Interesse de!׳ Allgemeinheit aber das Einzelinteresse znrücktreten müsse. Uebrigens ließen sich ja leicht Mittel finden, um die Armen von Korfu zu entschädigen, einfach schon dadurch, dass die bisherige Abgabe auch von den palästinischen Ethrogim den corsischen Inden zugewendet wird. — Betreffs des Bezuges der Ethrogim aus Palästina führt die in Jerusalem erscheinende ״Habazeleth" ans, dass die Cotonien vorläufig blos ein Drittel des Bedarfs decken konnten, freilich aber schon den ganzen Bedarf hätten d.cken können, wenn ihre Bemühungen, Absatz für Ethrogim zu finden, erfolgreich gewesen und sie mit der Pflanzung derselben sich befasst hätten. Aber die Inden Europas würden, meint das Jerusalemer Blatt ironisch, erst dann Zionsfreunde, wenn sie die Verhältniße dazu zwingen, nie ans eigenem Antriebe. Wenn die in der ״Habazeleth" geäußerte Meinung bezüglich der in Palästina gegenwärtig aufzubringenden Onantität von Ethrogim richtig ist, so müsste für einige Jahre das Manco aus türkischen Gegenden gedeckt werden. Knstitnt für Hrzengniße lnuagogaler Vedarfsartikek. Unser rühriger College Herr Adolf Türk, dessen Jahrzeitsgedenkblätter — hierin ist er der größte Erzeuger am Continent -- allen Collegen bekannt ist, hat sein Gaschäft durch Aufstellung von Pressen und ׳;Maschinen in der Weise erweitert, dass er alle nur vorkommenden Gegenstände für den synagogalen Gebrauch erzeugt, beziehungsweise liefert. Interessant find Semaneh Hatfilaus mit beweglichen Zeigern und Zifferblättern in vielfach verschönerter Neuauflage, seine Kerem-Kasemestat'eln. Sidratakeln, zur ׳Anzeige der allwöchentlichen Sidra in der Synagoge, und Einlegebücher. Seine Gedenkblätter, die er auch zur Erinnerung an die Vermählung, silberne und goldene Hochzeit, Verlobung und Confirmation anfertigt, sind für diese Fälle ein reizendes, künstlerisch ausgeführtes Geschenk. Seine Jahrzeitsgedenkblätter neuester Emission enthalten auch die Umrechnung eingedruckt, weshalb er diese äußerst billig den Collegen abzugeben vermag. Wir wünschen Herrn Türk zu seinem Unternehmen viel'Glück und können dasselbe den Collegen wärmstens empfehlen. tzorrespottdenz der Hleöaciiorr. K. in Fr. a. M., 8. in T. Besprechung folgt in nächster Nummer. 8t. in T. Bitten um umgehende Einsendung der Fortsetzung. Die geehrten Herren Abonnenten im Auslande werden dringendst ersucht, den fälligen Abonnementsbetrag pünktlich einzusenden. Mein Werk ״Hadras Kodesch.“ hat sich schnell hei den Kollegen des In- und Auslandes eingebürgert. Dasselbe enthält, wie bekannt, leichte melodiöse Chöre, Solis, Rezitativs für den Kantor, Lieder und Gebete, liturgische Notizen etc., also den ganzen Kultus nebst Kasualien. , - Gegen Einsendung von 5 fl. ö. "W. oder Nachnahme zu beziehen vom Herausgeber _ M. Tiutner, Kantor und Lehrer iu Bunzlau (Schlesien, Preussen). Kollegen in kleinen Gemeinden gewähre gern eine Erraässigung.

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