Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 32 (1.12.1890)
- Date
- 1890-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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dieses iuhalt- und lehrreiche Buch auch äußerlich schon auSzustatten, tmi er verdient eS in hohem Maße, dass er unterstützt werde, damit sich au ihm bewähre לפים צע1יא אגרא Aron Roth, Bezirks-Rabbiner. KeörLisches SxrachVuch. Im Verlage von Wendelin Stein- Hauser in Pilsen erschien soeben: N2P ש&ת, Hebräisches L>prachbuch füt die isracl. Schuljugend beiderlei Geschlechtes. I- Lunte. Prakiischer Lehrgang von L. Klein. Preis brochirt 25 kr-, kartouirt 3V kr. — Mit diesem Sprachbuche soll dem fühlbaren Mangel eines praktischen Lehrmittels zum Unterrichte in der für Israeliten rücksichllich ihrer religiösen und syuagogaleu Verhältniße unentbehrlichen Sprache abgeholfen werden. Auf Grund der deutschen Sprache soll der Schüler durch unmittelbare Anschauung, stete Vergleichung der beiderseitigen Sprachformeu und allmälige Aneignung des WortvoriatheS in leichter, anregender und das Denkvermögen bildender Weise in den Geist und den Bau der zu erlernenden Sprache eingeführt und dess-n Lernlust erweckt werden. Der Lehrstoff ist in den 5 rasch nacheinander er« scheinenden Heften auf die einzelne» Schuljahre concentrisch verrbeilt und schließt sich dem für die betreffenden Altersstufen bestimmten Lehrstoffe der deutschen Sprache vollkommen an. Durch die planmäßig׳.׳ Einrichtung ist für der! häuslichen Fleiß sowohl, alS auch für ein ZtreMicheS Mittel zur stillen Selbstbeschäftigung der Kinder beim Religionsunterrichte an einclassigen Schulen oder an Classen mit mehreren Abtheilunge» vortrefflich gesorgt und gestaltet sich der ganze Unterrricht derart, dass beim mosaischen Religionsunterrichte an Volksj schulen auch bezüglich der hebr. Sprache nicht nur das angestredte! Ziel erreicht, sondern auch den in die Mittelschule übertretenden Knaben eine stchere und gleichförmige Basis für ihre weitere Fortbildung gegeben werden kann, ohne die Schuljugend wie bisher mit Unterrichtsstunden unnöthig überbürden zu müssen. Ein Theil deS Reinertrages ist der Kaiser Franz Josef-Jubiläumsstistuug (Pensionsverein für israelitische Lehrer) gewidmet. Neue Wnsik-Zeituug. Die Pflege-edler Hausmusik und die volkSthümliche. Unterweisung in allem, was daS Gcsammtgebiet der 'Tonkunst betrifft, das ist daSZiei der ,Neuen Musik-Zeitung' (Stuttgart, Grüninger), welches in den Nummern 19 bis 21, die uns soeben zugehen, seine Bestätigung findet. Eine Reihe belehrender und unterhaltender Aufsätze verbreiten sich, in einer auch dem Laien verständlichen Form, sowohl über wichtige musikalische Grundfragen, wie über das Musikleben der Gegenwart. Namhafte Componisten, wie empörst cebende .Opernkräfte werden biographisch und kritisch beleuchtet, und zwar stets mit ruhiger Sachlichkeit und ohne aufdringliche Reklame. Unter den Novellen zeichnen sich Zl Conte Roccapalumba von C. v. Zell und Lieder aus Goethes Leben von Ad. Gründler als kleine KabinetSstücks aus. Die musikalischen Beilage«, darunter ein Klavierstück und ein Lied von K. Rosenhain, sowie die Klavierstücke ,Im Abenddämmerschein^, ein ״Ländler' und daS Lied ״Gute Nacht" können als sehr gehaltvoll bezeichnet werden. Jas goldene Auch der LandnudForstwirthschast in Oesterreich׳ Ungarn. — Der unter dem Namen ,Das goldene Buch der Land- und Forstwilbhschast in Oesterreich-Ungarn' erscheinende Generalbericht der letzten Ausstellung erregt in den Fachkreisen ganz besondere Aulmerk« samkeit. Die Erherzoge Karl Ludwig. Franz Ferdinand d'Este. Otto Friedrich, Leopold Salvator, Albrecht, Wilhelm, Rainer, sowie die Ministerien für Ackerbau, Unterricht und Handel, ferner Fürst Johann von und zu Lichtensteiu, Fürst Schwarzenberg re. rc. haben diese» Werl zumeist in einer größeren Anzahl von Exemplaren subscribirt. Nachdem nun die in Aussicht gestellten Beiträge zu diesem Werke aus der Feder von Dr. Ritter von Weinzierl, Baron Pirquet, Pros. Braungardr, Prof. Dr. Bayer. R. MarkowSky, Gutsbesitzer Prrko, Banqnir B. Molliug, Fabriksbesitzer Wüste LandeS-Seeretär Dr. Thomas rc. eingelaufen sind, wurde mit der Drucklegung dieses Buches begonnen. Die Redactiou wurde von der Rotunde nunmehr nach dem Bureau des Sriftstellers Dr. Leopold Pribyl, Wieden, Waaggasse 4, verlegt, wohin eventuelle Anfragen zu richten sind. An die Redaction laufen täglich zahlreiche Anfragen und Bestellungen auS Frankreich, Schweden, Russland und Deutschland, sowie aus Oesterreich-Ungarn ein. Wien, 24. November. Bei der gestern stattgefundenen Wahl in den israelitischen Eultusvorstand wurden die Herren: Max Fleischer, Architect, Dr. Joses Grüuseld, Universitäts-Dozent. Dr. Gustav Kohn, Hof- und Gerichtsadvokat, Gustav Simon, Gemeinderath der Stadt Wien, Dr.- Alfred Stern. Gemeinderath der Stadt Wien, wiedergewählt.. Als neugewählt erschienen die Herren: Dr Adolf Politzer UiiiversitätS- Professor und Moritz Leinkaus, k. k. Commereialralh, General-Secretär der Frucht« und Mehlbötse. Die Wabl erfolgte von 8 Uhr Vormittags bis 2 Uhr Nachmittags; an derselben betheiligten sich etwa 900 Wähler^ während im Vorjahre m׳br als 2200 Stimmen abgegeben wurden. Sämtliche Candidaten wurden mit ungeheurer Majorität gewählt, denn jeder erhielt mehr als 800 Stimmen. Das Scrutininm war um 5 llhr Nachmittags beendet. Wien. Am 8. Dezember findet die ErgänzungSwahl deS Vor« standes der türki'chen Jsraeliten-Gemeinde in Wien statt. Wie wir vernehmen, soll an Stelle deS erkrankten, verdienstvollen zweiten. Vorstehers. Herrn I. E s k e n a s y, Herr Lieco I. A d u t candidirt werden. Derselbe ist seit vielen Jahren Vorstand des Armenvereines und der Chewra Kadisch.i und. hat ch in diesem Humanitären Wirkungskreise mannigfache Verdienste erworben. Die Acqnisition einev solch tüchtigen Kraft im Vorstande, an der S«ite des unermüdlich thätigen Präs s, Herrn Marcus M. R u s s o. der mit den Gemeindegeschäften zu sehr überbürdet ist. wird sicherlich in der ganzen Gemeinde beifällig ausgenommen werd u. Herr Adut ist der Sohn des seligenHerrn Jehuta A d u t, welcher als ebenso frommer wie wohlthätiger Mann in allen Wr ner Kreisen in hohem Ansehen stand. Zahlreiche wobllhätige Stiftungen wurden von Letzerem ins Leben gerufen und verherrlichen das Andenken dieses wahrhaft gotkessürchtigeii Mannes. Eine weitere junge Kraft für den Vorstand wird in der Person des Großhändlers. Herrn Rudolf M. Mazliach als Beirar candidirt. Die übrigen Fnnctionäre, die Herren Gabriel H. Adnt und Scuomon D. Asriel, beide tüchtige und erprobte Männer, verbleiben auch ferner im Vorstande. H.'ffentlich wird es den vereinten Bestrebungen des neugewählteu. Vorstandes gelingen, die Ehre und daß Ansehen der altehrwürdigen türkischen Israeliten- Gemeinde in Wien, die als eine Zierde jüdischen Gemeinwesens bisher gegolten hat, in ungetrüvtem Glanze auch fernerhin zu erhalten. Wien. Der ,Sonn- und Montagszeitung' kommt folgende höchst interessante Mittheilung zu: ,Es dürfte allgemein interessiren, dass sich der entlasiene Hoipr.׳diger Stöcker mit dem Ersuchen hieher gewendet hat, ihm die Chefredacteur-Stelle. die der kürzlich verstorbene Freiherr von Vogelfang bekleidete, zu verleihen. Stöcker beruft sich auf seine bisherige Wirksamkeit und namentlich auf seine Thäligkeit zur Förderung der christlichsocialen Reform.-Stöcker will sich verpflichten, bas clericale Blatt im Sinne des Verstorbenen weiter zn führen, und hofft dass sein gegenwältigeS Glaubensbekenntnis kein Hinternis bilden werde, ja er sei sogar der Meinung, da er die gleichen Doctrinen wie Vogelfang vertreten werde, Lass gerade wegen seines evangelischen GlaubensbekenntnißeS das ,Vaterland' bei den gläubigen Katholiken an Anhang noch gewinnen Müsste, llebrings sei ihm bekannt, dass Vogelsang bei dem Nebertritte nach Oesterreich auch Protestant war.(Das scheint ein zarter Wink des gewesenen HospredigerS zn sein, eventuell gleichfalls religiöser Convertit werden zn können, was sich beim .zweiten Luther', wie sich Stöcker gern nennen hört, gewiss recht hübsch machen würde. Ä um. d. Red.) Das Scheiben Stocker's, das mit der Bitte schließt, falls man aus sein Anerbieten nicht reflectiren sollte, strengstes Stillschweigen zu beobachten, wurde in Wien von einem Vertrauensmanne überreicht. Die Offerte machte Sensation! Es fanden sofort eingehende Berathungen stait, welche Antwort zu ertheilen sei. Fürst Lichtensteiu war für das sofortige Engagement einer solchen eminenten Arbeitskraft -— anders aber Gras Bloome! ,Man müsse' sagte dieser ,die Sache reiflich überlegen, Slöcker sei nicht viel zu trauen, er genieße keinen guten Ruf, sei ein Demagoge gefährlicher Art, fei wegen leichtfertigen EideS vor Gericht moralisch gerichtet, vor der förmlichen Vernrtheiluug habe ihn nur seine damalige Stellung geschützt, sein schlechter Leumund sei weit gedrungen, man müsse daher genau überlegen, ob es rathiam sei, einen solchen Menschen in'» Land zn ziehe», und man müsse sich fragen, ob daß Lesepublicum zu einem solchen Manne Vertrauen gewinnen werte. Meiner Ansicht nach', so schloss Graf Bloome, ,würde da» Misstrauen gegen Slöcker in Wien nicht weniger intensiv als in Berlin sein.' Zum Schlüsse einigte man sich dahin, den Fürsterzbischof Dr. Gruscha um seine Meinung zu befragen und die Antwort an Slöcker vorläufig zu vertagen. Budapest. In der jüngst im ungarischen Abgeordnetenhause stattgefnndenen Debatte über die ,Wegtaufcn' that einer der Hervor- ' ragendsteu und gebildetsten Abgeordneten der gemäßigten - Opposition, Bela v. Grünwald, dessen Name schon öfter unter den Candidaten für vacante Ministerportesells genannt wurde, folgenden bemerkenSwerten Ausspruch: ,Wir Alle sind Antisemiten in -Leut Sinne, dass