Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 29 (1.11.1890)
- Date
- 1890-11-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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regte zu geiftPcOem AnStauscd pcii Toasten an; und in dieser Aehodeuen Stiwmtu g yievg man ankeinauder, um den Festtag frödlick zu beschließt!׳. Zrizwitcken fanden fick in der Bebauiung dcS OdercantorS zabtreiche Gratulanten ein. darunter der Tempelvorstand, um llemfelbeu den g bübrenden Tribut der Ehrenbezeugung zu zollen. Stböne, mitunter auch wcribvolle Ängedinde begleiteten diese Besuche, und der Biunn «spenden gab es gar in großer Fülle. Auch vom Zn- und Auklanee laugten Glückwun'cl.-Telegramme, Zuschriften, sinnige Gedichte in deutscher und bebräisckcr Sprache, ein, von denen niedrere veröffentlicht zu werden verdienen. Der Chor brachte seinem Gründer und Pflegevater seine Huldigung Lurch eine Serenade dar. die den Zubltar auf's Angenehmste überralchte. Am baranfsotgiuden Tage erhielt Herr Obercautor Honigmaun ein eigenban iges. lebr schmeichelhaftes Schreiben von Frau Adelaide v. Neu»chetz dem ein, 1000-Lei-Note deigelegt war, mit dem ausdrückliche« Wunsch-, sich h.esür ein Ehre! gescheut als Andenken a« eieitN schönen Tag nach eigener Wahl üuzu'chassLu. Es bleibt uns »m ,׳och übtig, der etwaigen Verwunderung - zu begegnen, weshalb eine Grotzgemeinde wie Jassy keinen I Prediger besitz״. Mtt wenigen Worten ist das beantwortet. Vor einem Vierteljahrbtttldert, che der Tempel erbaut war, konnte man an einen Prediger wodlweislich nicht denken. Unmutelbar nach ErNeduug des modernen Gotteshauses und ZnstaULrung eines Cauiors und Edores in demselben machte sich dreier Mangel süblda;. Die Berufung des trefflichen Grandrabbin Antoine Lewy «um Prediger von Zassy erfolgte bald genug, doch stieß seine Ernennung bei der orthodox! n Partei auf nicht zu J beseitigende Schwierigkeit, und er zog eS vor, Rumänien mit Frankreich zu vertauschen. Mir tiefem Bedauern sah man ihn uach dreijährigem, segensreichem Wirken von hier scheiden. Sechzehn Zadre sind versiossen, ohne einen würdigen Nachfolger auksit'dlg zu machen, als plötzlich ein zugereister Nabdiner, wie ein Leus ex machiua, hier erschien und auf den vacaulen Prediger- Posten reffekrirend, diesen ohne viel Skrupel auch erhielt. Wohl stellte sich die Neue ob diesen unbedachten Schritt früh genug ein, allein die Anstellung währte dennoch vier Zahre lang. Nun ist der gute Mann seit Monaten nicht mehr hier, wechselte indesß während dieser kurzen Zeit bereits zweimal seinen Posten, da er ein Nebenfach mit Glück betreibt, daS sich schwer mit der Predigerwürde veremdart. So übte denn unser Obercantor volle 18 Zahre hindurch in der hiesigen Gemeinde die Alleinherrschaft aus, allzeit seinen Mann stellend und den Beweis erbringend,, dass jeder Andere, nur nicht der Cantor, das fünfte Rad am jüdischen Culruskarren sei. Als ehemaliger Zögling des Lemberger Couiervatoriums unter Mikuli, und mit vielseitig fachlichem Wlffen ausgestallet, veremigt unser Zubilar die Eigeulchatt eines brillanten Clavierfpielers, dem dre Quellen der klaffiichen Musiklttteratur erschlossen waren. UeberdtcS dcuf es vielen Leiern Zbres geich. Blattes wol ernineiltch sein, welch' fruchtbare Thätigkeit unser Obercantor ehcdlM schon in der Wiener ,Neuzeit, im Lemberger ,Israelis rc. entwickelte, gal! eS für die gefährdeten Jutcreffeu seiner rumänttcheu Brüder eine Lanze eiuzulegen. Erwähnen wir nur noch zum Schluffe der Tbatsachen, dass Herr Honigmann in den diesigen Bojarenkreiseu auf dem Gebiete des Clavier- und G! ׳angsumerrichtes ein Nenomme sich gründete, worauf seine ruinaui'chen Eollegen nickt ohne Neid blicken. und es ihm ehedem sn׳o^ gelang, von den betreffenden Bebörden als jüdischer Euitusoeamur, rcfp. Geistlichei anerkannt, und gleich jenen der christlichen Kirche, von jeglicher Steuerpflicht enthoben zu weiden. Diese Errungenschaften sind dazu augetban, die Achtung die unser Zubilar genießt, nur noch wesentlicher zu erhöben. Möge cs ihm somit gegönnt sein, auf der betretenen Bahn noch recht lange fortzuwandeln und seinem Amte wie bisher in ungebrochener j physischer und geistiger Kraft und Frische in Ehren vorzustehen; zum eigenen, wie zum Ruhme, und Heile seines Standes und feiner ihn verehrenden Gemeinde. Kleine Chronik. Mell. Der Vorstand der Wiener Cultusgemeinde hat, wie wir vernehmen, nunmehr den endgiltigen Beschluss gefasst, den Unterrichtdes Hebräischen beim ReligivuSunterrichte in den Mittelschulen wieder einzuführen. Wien. (Wahlen in den israelitischen Cultusvorstand.) DaS׳ Statut der Wiener israelitischen Cultusgemeinde bestimmt, dass die Ergänzungswahle» in den Gemeindevorstand alljährlich im November stattulfinden haben. Die Reihe des Austrittes trifft in diesem Jahre die Herren: Max Fleischer, Dr. Zosef Grünfeld, Dr. Gustav Kehn, Gustav Simon und Dr. Alfred Stern. Weiters find mit Rücksicht aus die von dem Präses der Cultusgemeinde, Herrn, kaiserlichen Rath׳ Armiuio Cohn, abgegebene Erklärung, wegen vorgeschrittenen Alters׳ mit Ende dieses JahreS auS dem Vorstände treten zu muffen, und in Folge der bereits früher erfolgten Resignation des Herrn Philipp Tborsch für die Dauer von zwei Zähren Ersatzwahlen zu treffen. Es sind demnach fünf Vorstandsmitglieder für eine vierjährige und zwei Vorstands- Mitglieder für eine zweijährige Amtsdauer zu wählen. Die fünf Herren, auf welche sich die meisten Stimmen vereinigen, werden für eine vierj jährige und die ihnen in der Stimmenzahl Nächststehenden werden für eine zweijährige Amtsdauer gewählt erscheinen. Bei Stimmengleickheit entscheidet daS LoS. Die Abgabe der Stimmzettel findet persönlich statt: Sonntag dev 23. November d. I.. von 9—2 Uhr im GemeindtHause. Stadt, Seitenstettengaffe Nr. 4 in den ebenerdigen- Hocalitäten. Mit der Leitung des Wahlactes ist ein Comitä, bestehend aus den Herren Präses-Stellvertreter kaiserlicher Rath Heinrich Klinger, Michael Biach, k. k. Baurath Ritter von Goldschmidt, Moriz Karpeles und k. k. Baurath Wilhelm Stiaßni, betraut. Eine Wahlbesprechung findet Samstag den 15. November d. I., um 6 Uhr Abends im alten Sitzungssaale des Gemeinderathes der Stadt Wien (I. Wipplingerstraße Nr. 8, II. Stock) statt, zu welcher die p. t. Wahlberechtigten ihren LegilimationSschein mitbringen und recht zahlreich sich einfiuden wollen. Das Ergebnis der Wahl wird in der kaiserlichen ^Wiener Zeitung V und an den Portalen der beiden Tempel kundgemacht werden.- Gevahrrmgs-Ausweis der israelitischen Kuttusgeureinde pro 1889. 1. Badhaus ...... -fl. Einnahmen. — st- Ausgaben- 1.900 — 2—4. Bethäuser ...... . ה * 39.117-22 " 39.718 99 5. Jugend-GotteSdienst. . . מ 737-90 " 2.809-10 6. Fleischbank . . ... . מ ״ —'2.900 2.621-70 7. Häuseradminislrat. . . . מ י ״ 17.065-60 7.828-18 8. Rabbiner und Prediger . מ מ 8-02 15.296-22^ 9. Mohelim ..... . מ * מ “ —׳198 10. Bibliothek. מ ־ מ 611-39 11. Unterrichtsanstalten . . מ ״ 54 1.757 33.817-86 12. Central-Friedbof . . . מ. * 52.748 67 " 46.497-42 12a. Grabstätten und Grüfte ״ —-27.836 3.717*27 13. Alle Friedhöfe . . . . מ * 1'- " 540-58 14. Rituell. Verköstigung . מ 47*495 " 670 64 15. Siechenversorgung . . . מ ״1.893-400 7.089-30 16. Spitalverwaltung . . . מ " 25.325*65 " 47.73-2 01 17. UnterstützuugSbeitr. . . מ ״ 9.001-81 26.942 50 , 18. Cultusbeiträge ... מ .״ —131.310 —' ' 19. EiukausSgebühren . . .׳ מ ״ —3.110 — 20. Gemeindeverwaitg. . . מ * ״ 71-27 28.867 39 21. Marrikslamt . . . . ״ 67 2.226 .4.838-35 22. Pensionszulagen und Gnadengaben . ... . . . מ ־ מ 13.569-43