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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1890-09-11 · Heft 24 (11.9.1890) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 24 (11.9.1890)
Date
1890-09-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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3 י— 2. Im Falle der -Abänderung, empfehlen Sie das Mehr oder Weniger? 3. Empfeblen Sie die Ausdehnung des Hebräischen auf bie III. und IV. Miitelichulclasse? 4. Empfeblen Sie die Ausdehnung des Hebräischen successivc auf die V. bis VIII. Miitelichulclasse? 5. Empfehlen Sie die Einbeziehung einiger anSgewählter Stellen aus dem ksntatsuoll in den Hebräisch.Unte׳׳ricbt der V. Volksichulclasft, der Bürgerschule und der I. bis IV. Mittelfchulclasse? Als Sachverständige waren zu dieser Enquete geladen: Prediger Dr. Güdema n n, Professor H a m m e r s ch l a g, Neligione-Schnlinspccror Dr. G. Wolf, Professor Dr. I. Wolf, Dr. Langfelder, Jonas I e l l i n e k, Ä n s ch e r l und B r e i e r. Prediger Dr. I e l l i n e k batte ein schriftliches Botum zu Gunsten einer vermehrten Pstege des hebräischen Unterrichtes abgegeben. Professor H a m m e r s ch l a g lehnte es ab, sich mit der Revision des Lehrplanes zu befassen, insolange eine Vermehrung der Lehrstunden nicht in Aussicht genommen werden könne. Alle anderen Experten sprachen sich einstimmig dahin aus, dass der bisherige Lehrplan sich nicht dazu eigne, die Schuljugend zur Theilnahme am Gottesdienste zu befähigen, dass dieser Lehrplan durch Außerachtlassung des Urtextes der Bibel eines unentbehrlichen Momentes cntrathe und dass eine Abändernng des Lehrplanes im Sinne der obgedachten Vorschläge dringlichst, zu empfehlen sei, umsomehr als durch die geplan'.e Abänderung in der Schule die Anregung zu der Wiederaufnahme des häuslichen Unterrichtes im Hebräischen überhaupt und in der Bibel im Urtexte insbesondere gegeben werden wird. Die Experten äußerten ihre Meinung dahin, dass ansehnliche Mehrkenntniße im Hebräischen geschaffen werden könnten, ohne dadurch eine Ueberbürdung der Schuljugend zu veranlassen. In Anbetracht der geschilderten Verhältniße, nach reiflichen Studien und Erwägungen, nach gepflogenem Einvernehmen mit sämmtlichen Neligionslehrern, anderen Sachverständigen und mit den beiden Predigern beehrt sich die II. Section folgende Anträge zu stellen: 1. Es sei der Unterricht im Hebräischen vom Schuljahre 1890/91 an auf die III. und IV. Mittelschulclasie und vom Schuljahre 1891/92 an alljährlich aus eine nächsthöhere Gymnasialclasse auszudehnen. 2. Von der V. sVolksschulclasse aufwärts shabe sich der Unterricht auf die Bekanntmachung der Bibel im Urtexte zu erstrecken. 3. In Ausführung dieser Beschlüsse sei der durch die zweite Section amendirte Lehrplan für die Volks- und Bürgerschulen, dann für die I. bis IV. Classe der Mittelschulen anzuordnen, während eine Aenderung des Lehrplanes für die oberen Elasten der Mittelschulen Vorbehalten bleibt.' Das Moschal. Nach seiner Bedeutung und Anwendung in biblischen und nachbiblischen Schriften. IX. Die Thierwelt mit ihren bunten Gestalten, mit dem Dienste, die sie dem Menschen leistete, mit den Gefahren und den Schäden, die sie ihm bereitet, hat die dichterische Anschauung mit dem ausgiebigsten Bilderschmucke versehen, der um so reicher ist, je inniger und mannigfacher die Beziehungen zwischen Menschen und Thieren sind, und welcher das auf Viehzucht und Ackerbau beruhende Leben des Volkes am getreuesten wiederspiegelt. Seine Hausthiere, die ihn, den Besitzer, nähren und kleiden, die ihn tragen nnd für ihn arbeiten, sind im vollen Sinne Beftandtheile des Hauswesens, der Familie des Hebräers. ,Meine Kinder unb־ meine Heerden' sind die unzertrennlichen Gegenstände der Sorgfall des Hausvaters. Das mosaische Gesetz vergisst auch nicht, eine milde Behandlung der Thiere zu empfehlen, und der Spruche dichter nennt Denjenigen, der für seinen Viehstand sorgt, einen Frommen und Gerechten, ״jodea zadik nefesch b’hemto“, .der Gerechte schont seines VrebeS.' (Lpr. 12, 10). Dankbarer als der Sprachgebrauch moderner Völker wendet die biblische Redeweise keines nützlichen Thieres Namen, weder Ochs noch Esel, Schaf, Pferd oder Kameel. als Schimpfwort au. Das must sich nur der Hund gefallen lassen, der noch heute im Oriente sich herrenlos herumtreibt. Aber auch mit den Thieren des Feldes möchte der Dichter gern in friedlicher Weise verkehren (Hiob 5. 13), und der Prophet Jesais schmückt das ideale Ziel sittlicher Vollkommenheit mit der Schilderung wilder und zahmer Thiere: »Der Wolf weilt bei dem Lamme, und der Panther lagert bei dem Zicklein.' (Jes. 11,6). Daher kam es, dass die Bibel häufig in ihrer Bildersprache Parabel und Gleichniße aus der Thierwelt entlehnte. Dichter und Propheten wissen mit großer Naturtreue nnd einfach sinnlicher Auffastung die Eigeuthümlichkeiten der Thiere für ihre Zwecke zu verwenden. Das Bild ertragreichen Fleißes bietet ihm der Ochse: ,Wo keine Rinder sind, ist der Futterstall leer, aber eine Hülle, von Ernte ist in der Kraft des Stieres. * (Spr. 14, 1). Das ungehorsame Israel gleicht einer nngeberdigen Kuh. (Hos. 4, 16). Der Prophet Amos redet die üppigen, ihre Männer zu Schandthaten verlockenden Weiber Samarias an: .Höret mich ihr Kühe Baschans.' (Amos 4, 1). Dazu bemerkt der Midrasch (Ialkut z. St.): .Wie die Weiber von Mechusa, die nur essen und nicht arbeiten.' Dieses Gleichnis ist sehr zutreffend. Kühe werden nicht zur Arbeit verwendet, man nährt sie wegen der Milch und der Kälber, die sie zur Welt bringen; das kann aber nicht die Aufgabe eines Menschen sein. Das Weib in seiner Thätigkeit wird treffend geschildert in den Sprüchen Salamons, Cap. 31. Der Dummkopf lässt sich von der Verführerin mitnehmen, ,wie ein Ochs zur Schlachtbank geht', (Spr. 7, 22), ,hingegen der unschuldig Leidende gleicht einem Lamme, das man zum Schlachten führt, still wie ein Schaf, dass unter der Hand eines Scheerers verstummt.' (Jes. 53, 7). Moses bittet Gott noch bei seinen Lebzeiten, ihm einen Nachfolger zu ernennen, ,auf dass die Gemeinde Gottes nicht sei. wie Schafe, die keine Hirten haben.' (4 M. 27, 17). Die häufige Vergleichung des Herrscher- und Lehramtes mit dem des Hirten, die besonders vom Propheten Ezechiel (Cap. 34) ausführlich behandelt wird, hat bekanntlich eine über den biblischen Sprachgebrauch hinausgehende Verbreitung gewonnen. In die Reihe der Hausthiere gehört nur uneigentlich das Schwein, dessen bekannte Eigenschaft der Spruchdichter anwendet: ,Ein goldener Ring an den Rüste! eines Schweines ist ein schönes Weib ohne Verstand.' (Spr. 11, 22). Von den wilden Thieren ist es vor allen der Löwe, dessen Stärke und majestätische Wildheit zu furchtbar schönen Bildern Gelegenheit gab, um so mehr als Palästina im Alterthum stark von Löwen heimgesucht war, während sie jetzt fast verschwunden sind. Schon seine Stimme verbreitet Schrecken. »Ein Löwe brüllt, wer wird nicht fürchten, Gott, der Herr spricht, wer wird nicht weissagen.' (Amos 3, 8). Der heranzieheude Feind ist »ein Löwe, der aus seinem Dickicht hervorbricht' (Jes. 4, 7), ,wie auch der Bösewicht im Verborgenen lauert, wie ein Löwe im Dickicht', ,um den

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