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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-12-14 · Heft 40 (14.12.1888) · p. Seite 2

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 40 (14.12.1888)
Date
1888-12-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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daher auf der G-Basts aufgÄaut erscheint., Lassen wir uns weiters Mn der £epi MHhunM" uÄ MMuHMchm niHt Hei«W WsiMchHRM Meß stMÄrf eineMysrMä(HndeubeN! so ^Mt M M^LDstDmßaÜWDWHaW der Componist der am Anfangedes Stückes drei 8 vorzeichnet, nur in 9 Fällen, wo dasselbe ebenfalls nicht nöthig wäre, das B belässt, jedoch in 25 Fällen dasselbe nach 'H zu erhöhen sich veranlasst sieht; ein gleiches Resultat ergiebt die Untersuchung des drittvorgezeichneten As, indem das Toustück 25 As und nur 12 A aufweist; nicht anders ist das Verhältnis 'י bei dem an zweiter Stelle vorgezeichneten Es, dasselbe ist an 25 Stellen unangetastet belassen und nur zehnmal nach E verändert! Stellen wir nun die gewonnenen Resultate zusammen : 25 N ----- 9 8; 25 Es 10 E; 25 As 12 A, so kann M sicherlich Niemand in Abrede stellen, dass die in größerer Anzahl vorhandenen ZÄervalle für die zu bestimmende Tonbasis maßgebender sein müfsm, als die der Minderheit, deumach H, Es uüd As älS dominirend erscheinen. Ziehen wir nun die bereits festgcstellte Thütsache Ln dtti Kreis unsern- Beachtung, dass das Stück auf der G-Basts aufg «Laut erscheint, so gelangen wir zu dem interessanten Ergehniße, dass dieses Präludium ganz zweifellos nach der Tonfolge G. As. H. C D. Es. F. G. gearbeitet ist, u. zw. nach jener Skala, die ׳ in Len ״Tonarten des traditionellen Synagogengesanges" als für die! Jischtabach Steiger-Skala angeführt wurde. Nehmen wir uns nun die Mühe, dieses Präludium mit Anwendung der leitereigenen Töne dw Skala G. As. H. C. D. Es. F. G. zu spielenß wobei nm unwesentliche Veränderurtgen in der Harmonie vorzünchmen wäreA! 10 geWgen wir zu der; wte^mtra i an syuagogaler Färbüng Meytlich gewinnt, js miffmiip modernen oder Kirchmpräludium verwechselt werden könnte. Wmn nun, so hören wir fragen, die Deutsch'schen Präludien, wie bereits erörtert, gediegen gearbeitet sind, weshalb dieses ängstliche Suchm und Forschen, dieses unablässige Hindeuten auf leiterfremM «rhöhw und verminderte Töne? Möge doch das Tonstück iu seiner trestlichw Bearbeitung belasten und so verwmdet werden, wie es vom Tkttor hingestellt erscheine Die Antwort hierauf darf den ge׳ ehrten Lesern nicht vorenthatten werden, weil gerade diese Stelle den Markstein trägt, an welchem unsere Anschauungen von denen des verehrten Herrn College« Deutsch in so prägnanter Weise abzweigen- DuEch huldigt nämlich der Anschauung, dass der jüdische Traditiousgesang den Charakter der Kirchentonarten an sich trägt, zu welcher Ansicht wir uns leider nicht Lekennm; wir sagen leider, indem es uns sonst gegönnt wäre, ohne viel nach Intervallen 2c. zu, suchen, diesen Präludien unsere volle Sympathie zuzuwenden^. Wie ist es doch möglich, dass ein jüdischer Musiker altjüdische Gesänge als nach den Gesetzen der Kirchentonarten gearbeitet annehmen kann, da diese Tonarten so ganz aus der Wesenheit der Kirche resp. des Chnstenthumes entstammen, dass beispielsweise ein C. Billert von ihnen erMrt: ״Acht Tonarten erinnerten daran, dass acht Tage nach der Geburt Christus dem Vater geweiht worden, a ch t Tage nach der Kreuzigung auferstanden sei, und achtfach die Freuden der Seligkeit seien". — Allein zugestanden, wir huldigten gleichfalls der Kirchentonart- Theorie, so ist es ja sattsam bekannt, dass die Entwickelung der Kirchentonartharmonie bis zu jenem Punkte, wohin die allgemeine Musikharmonie am Anfänge unseres Jahrhundertcs gelangt war, eine allmälige Umwandümg erfuhr, -und dass die Feststellung nur eines Halbtones ein Kampfobjekt von Jahrzehnten und die erbittertste Bekämpfung der bedeutendstm Mustkhexoen der Vergangen- Heit bildeten, bis die Ansichten nach und nach geklärt und eine abermals den Kampf umdie . weitere ENtrvickelüng aufzunehmen. W nunMeus^ME GHAtS-! ImnU LS' Kw^ntonarten verkitt, so HMDseMWeMß^vpflauf Rel^ wenn! er die EWnge^af^HdiesWEntnM^gd^^ mit ihrm erlaubten Halbtönen rMaüch für sich 'iF Änspruch Nimm^ und ebenso Recht hätte auch ein moderner Musiker, der irgend eine alte Kirchenmelodie in moderner Weise, ja vielleicht mit den Merkmalen Richard Wagnerischer Musik verarbeitete. Wir jedochsind noch lange nicht so weit; unsere: altehrwürdigen Gesänge fayden ja bekanntlich keine künstlerische Pflege, würden sogar von maßgebenden Persönlichk esten als die Mißgeburt der Judenschule verachtet und in den Hintergrund gedrängt und sind erst in den letzten Jahren durch die Geistesarbeit einiger muthiger und zielbewusster Vorkämpfer Gegenstand der allgemeinen Beachtung geworden. Haben' null wir zeitgenössischen Vertreter des Synagogengesanges ein Anrecht, die Arb eits erfolge anderer Kreisefürunsund unsere Zwecke verwenden zu dürfen oder, sind wir nicht vielmehr verpflichtet, soweitesthunlich/biszumAusgangspunkte unseres traditionellen Gesanges zurückzükehren,!zu suchen,! zu . forschen/- fest, zustellen und uns zu einigen, was erlaubt und was. verpönt, um endlich auch dorthin zu gelangen, wohin Andere durch ihre mühevolle - Arbeiten gelangten?^! '׳. i;! ׳. i; .7; % %d l .?Ä, Wenn wir bei unserer gemeinsamen Arbeit den Entwicklungsweg unserer künstlerisch verwandten Vorarbeiter zur Richtschnur nehmen, so partizipiren wir schon in hohem Mäße an ihrem weltbewegenden Erfolge, indem wir.iy kürzester Zeit dasjenige vollbringen, wozu jene Jahrhunderte braüchten. Um eine solche ״Geistesqrbei^ ayzuregen,ß werdenund^ dürfen, wir niemalsermüden, . ngch Hnterbäflen A fvrM' M!WuM! Ms!nU luDrer Anschaumig erlaubt und verböten sei. (Fortsetzung folgt.) 1M Wer Mische Cantirr als Sch'liach Mbur. Vffl. . . ׳ Die anderen Theile dieses Merkchens enthalten agadische Sen- Lenzen, theils vom Verfaster selbst, theils solch e, die er von seinen Lehrern vernommen. Er beginnt mit dem Spruche des Rabbi Löwi : ״Wer von dem Bethause in das Lehrhaus sich begibt, wird vom Geiste Gottes beseelt", denn es heißt: :»Jelchu M6chajil el Chajil etc. (Moed Katan, 28.)« Ich habe mich bisher mit dem Bethause beschästiget, jetzt übertrete ich in das Lehrhaus und will meinen College« mehrere Qüduschim mittheilen. Es liegt durchaus nicht in unserer Absicht, alle diese exegetischen, Produkte aufzutischen, wir wollen nur eine kleine Blumenlese halten, um mehr den Scharfsinn des Verfafsers zu kennzeichnen, und seine umfassende Kenntnis auf dem Gebiete der talmudischen Litteratur hervorheben. 1: In der Thora (3. M 25.) wird uns ein Gesetz vorgeführt über das siebente Erlassjahr (ScK’mito). Der' Grundgedanke dieses Gesetzes besteht darin, dass Israel zwei Monate im Jahre, Nissan und Tischri, vom Thorastudium abgehalten war, weil diese zwei Monate, an denen Aussaat und Ernte stattgefunden, ganz der Arbeit gewidmet waren. So heißt es auch im Talmud! Rabbi Jehuda sprach zu seinen Schülern: ״In den Tagen des Nissan und Tischri kommt nicht zu mir, da habt ihr Ferien". In dem Erlassjahre nun, in welchem keine Feldarbeit stattfindet! sind die fehlenden zwölf Monate, an denen keine Thorastudium stattgefünden, ersetzt' worden. Und der Autor fragt: ״Wenn das Zck'mitojjähr, welches aus zwölf Monaten besteht, als Ersatz für die sechs Jahre dienen soll, wo ist

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