Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 40 (14.12.1888)
- Date
- 1888-12-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/1304829-3453130-3453170--2711-3456990- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Oe&terreie|1||ehungarische יז::;ימ•׳ ^kräuumerali-nspreis : ««? ׳#«d(|jA$tig; st. v — HslbjLhrig . st. ZäO Pi.rrkljShrig fl. 1.25 GonjjAhrtg fl. 6.— HalbjAhrig . fl. 3.— BierteljAhrlg . fl. i.«0 •iiiii v«1iw»‘ »yrt« (; st.>— ,0 ««litt •in 5 Rubel. ' Sr s ch - i » t «j# « 1j;t « « K - g. B e g r ü nd e ^btztcaWv L»»»^' HLedactio» und Administration W i t II , Rovarazaffe We, 27 Inserate werden biUigft berechnet. Manuskripte werden nicht rerournirr. Abonnementsn. Zasertipusbetrage stab in Wie» ״ »ahlbar. m Nr 40. Wie». 1888. 8. Jahrgang. mm T Wm -ieMqtwiWng -es Synagoge»» ״../ von. Hosef G i n g e r in Mm. > יי II. ׳Serie:; '’ f x^vhi. Die Orgekpräludieü^. utzfD^s verehrten College« DeutM. §n im' Äljemeinm . Sinne eine solch. AWrssende Würdigung, dass wir sicherlich dem , etwaigen Vorwurfe eines geg-<i nerischen Standpunktes mit Beruhigung entgegensehen dürfen^ Nichtdestoweniger können und dürfen wir es uns nicht versagen, diese Präludien vom.Gesichtspunkte der , ״Tonarten des traditionellen Gynagögengesästges" ' zü ׳betrachten und den Meritor ischen Inhalt zu perzeichnen, welcher das Ergebnis dieses Studiums ausmacht. : Deutsch erklärt in der kleinen aber bemeikenswerthen Vorrede zu den Präludien: ^Vorliegende Präludien sind zunächst für die Orgel bestimmt. Ich habe ihnen alte, typischgewordene Synagogen- Intonationen zu Grunde gelegt --. Möchte es ihnen geüngen, eine innigere religiösere Verbindung der Orgel mit unserem Gottesdienste anzubahnen und die noch scheuen Gemüther so mancher unserer frommen Glaubensgenossen durch die alten lieben Klänge mit ihr zu versöhnen". — Solche Worte dürfen nicht gedankenlos gelesen, müsien vielmehr ihrem ganzen Inhalte nach erschöpfend gewürdigt werden. Wie allgemein bekannt, theistn wir voll und ganz den Standpunkt, für die Synagoge, wo es nur einigermaßen möglich, alte Cynagogkn-Zntonationen zu verwenden, und begrüßen es als bedeutungsvolle That, dieselbe auch für Orgelpräludien angewendet zu sehen, allein zwischen den beiden Bezeichnungen Intonation und Präludium liegt eine unabsehbare Kluft, die durch einen einfachen Gedankenflug der Phantasie nicht auszufüllen, durch eine, wenn auch musikalisch gediegene Verarbeitung und Verquickung so leichthin keineswegs. zu überbrücken ist. Während bei der Intonation der Schwerpunkt in der EinstimMigke i t zu suchen ist, liegt derselbe beim Präludium selbstredend in der M e h r st i m m i gkeit, und wenn die Bedinguugen, welche die wesentlichen Merkmale der alten Synagogen- Intonationen ausmächen, bei der erweiterten Bearbeitung für mehrere Kennzeichen deL Antike» «mfweiA •' ־ ■■ -־-! ־״•*-•i*״״ Glimmen, also beim PHludiuM^ äptzer' Acht gelassen erscheine^ so kaust doch.fiche!l^^oy^4hH0^sMktsaWen VerschmekzungverschiedengrtiM. P^iygHlgen/«iHtsäyh>erch. Äs ein Resultat zu erwarten ftnß wMeS M Wgernej^ viWcht genügen, den beobachtenden. Forscher jedoch keineswegs befriedigen kann. Steht nun .College DeMH-ayf> HiU.-'chie Me Melodie, die alle fö Wchthin mit einer modernen ^vqsttzren,^ich«. vermeinte ezfM^dqsK M hq 'ällgemein übliche Ltt» bramung einer alten Melodie mit modernen brillanten Akkorden etwa gar einen Gewinn derselben ausmache? . Wirmüffen esverzeichnen — und bekunden dieL mit hoher Befriedigung, — dass Beides bei Deutsch nicht der Fall ist. Schon beim ersten Präludium für Sabbath sehen wir -ihn bei der Berzeichnung der Tonart im Conftikte mit. den sich ergebenden,' ja sich aufdrängenden Intervallen; das Tonstück ist mit drei B, also entweder für Es dur oder C moll verzeichnet, da jedoch die einleitenden Basstöne . mit G. H. beginnen,.. so wären wir mit Rücksicht auf den Septakkord in C moll G. H. D. F. geneigt, eher an C moll als Es dur zu denken; . allein auch von einer selbständigen C moll-Harmonie ist im ganzen Tonstück nicht die Rede und erscheint eine solche nur fragmentarisch im 6., 22. und 27. Takte, gleichsam als modulatorische Vermittlung durchgehendso dass wir von der C moll- Tonart vollständig Umgang zu nehmen und der zweiten vorgezeich neten Tonart Es dur unser Augenmerk zuzuwenden uns veranlasst sehen; doch auch eine Es dur-Harmonie ist im Ganzen, 46 Takte umfassenden Tonstücke, mit alleiniger Ausnahme einer einzigen Stelle vom 32. zum 33. Takte nicht auffindbar. Wohin sollen wir nun unser Augenmerk richten, um in diesem abnormen Verhältniße einen Ausweg zu gewinnen? Uns kann der Hinweis, dass in einzelnen Fällen bei Bachschen Chorälen ähnliche Ausnahmen Vorkommen, nicht genügen, weil wir den Standpunkt der Kirchentonarten nicht theilen und im vorliegenden Falle auch für die Vertreter der Kirchentonarten dieser Hinweis nicht stichhältig erscheint.. Deshalb suchen wir zuvörderst nach der Tonartbasis, welche diesem ersten Deutschschen Präludium zu Grunde liegt und bemerken mit Befriedigung, dass dasselbe mit G. H. beginnt und mit dem reinen G dur-Dreiklang schließt, das Tonstück