Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 39 (5.12.1888)
- Date
- 1888-12-05
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— ־4 — rings um den Penis dicht ausgedrückt und dann am Mundstück gesogen in derselben Weise, wie es bisher an der Beschneidungsstelle ׳ direkt geschah. Nach drm Akte der Beschneidung wird die Wunde antiseptisch behandelt, gerade so, als wenn man direct mit dem Munde gesaugt hätte. Das Mezizah-Röhrchen wird alldänn ganz rein ausgewaschen von außen und von innen getrocknet und für den weiteren Gebrauch in einen paffenden Behälter aufbewahrt. Sollen zwei oder mehrere Beschneidungen bald nach einander vorgenommen werden, so dass zwischen einer Beschneidung und der andern nicht Zeit genug bleibt, das Mezizah-Röhrchen genügend zu reinigen und zu desinfiziren, so halte man für jede der vornehwenden Beschneidungen ein besonderes Mezizah-Röhrchen in' gereinigtem und desinfizirtem Zustande vorräthig. Ebenso, wie dieses GLasröhrchen, müssen auch die anderen bei der Befchneidung gebrauchten Instrumente (Meffer, Zünglein) und die Hände des Beschneiders, ganz besonders die Nägel desselben, jedesmal umnittelbar vor der Beschneidung auf das Gründlichste gereinigt und desinfizirt werden. Die Desinfizirung der Instrumente geschieht nach dem allgemein feststehenden Urtheil der Fachgelehrten mit Sublimat, in der oben für das Mezizah-Röhrchen angegebenen Weise. Die Hände und besonders die Nägel sollen mit lauwarmen Wasser und Seife und mit der Nagelbürste eine Minute lang gründlich gewaschen und gebürstet, dann eine Minute lang mit gewöhnlichem Brennspiritus und endlich eine Minute lang mit Sublimat desinfizirt werden. Geheimrath Profeffor Dr. von Pettenkofer.; Geheimrath Profeffor Dr. von Nußbaum i Wie alle Desinfektionsmittel ist auch das hier angerathene «ur äußerlich anzuwenden undwenn rmterlrch genommen, schädli chF Es ist daher gerathcn, da ss dasselbe von.dem Beschneider mitgebracht und Wieder mit sortgenommen unfd das etwa nach Len Gebrauch Uebriggebliebene so beseittgt wird, Lasses nicht in Benutzung komme. Zur ersten Einführung des Mezizah-Röhrchens haben wir eine entsprechende Anzahl desselben nebst Etuis anferligen lassen und stellen dieselben, soweit der Vorrath reicht, den Herren Mohelim unentgeltlich zur Verfügung. Dieselben wollen sich dieserhalb an den Herrn M. L. Schwab, Glas- und Porzellanwaaren-Niedertage, Neue Zell 16 dahier, wenden. — Jedem Glasröhrchen liegt eine -kurzgefaßte klare Gebrauchsanweisung bei. Franffurt a. M., Oktober 1888. Der geschäftssührende Ausschuß der freien Vereinigung sür die Jntereffen des orthodoxen Judenthums. Rabbiner Hirsch, Vorfitzender. Rechenschaftsbericht der Wiener israelitischeu Cultusgememde. Herr Cultusvorsteher Architect Max Fleischer, brachte als Vorfitzender Ln der Wählerversammlung vom 18. November nachstehenden Bericht zur Verlesung: Indem ich zur Tagesordnung übergehe, habe ich Ihnen zunächst über die wichtigsten Vorkommniße in der Gemeinde, zu berichten und will dieses enffprechend der Geschastseintheilung des Vorstandes thun. l Bezüglich der Bethäuser interessirt hauptsächlich diese Angelegen.«! hell in der Bewegung während der hohen Feiertage. Hier kommt zu j bemerken, jbüf§ zu dm 18 ständig,n Bethäusern noch 37 temporäre Betlocalitäten in Verwendung kamen. Diese 55 Localitätcn ergaben. Raum für 15.000 Personen. Im Einvernehmen mit der-Gemeinde wachten die Behörden darüber, dass, allen sanitären und Sicherheitsmaßregeln während des großen Andranges an den Feiertagen entsprachen werde und wird auch von dem Vorstande Bedacht genommen, dass nur solche Localitäten zugelassen werden, die der Würde nicht abträglich sind. Von der Seite des Vorstandes wurde zur Aus- Hilfe, wie alljährlich so auch in diesem Jahre, der große Musikoerreinssaal für den Gotresdienst während der hohen Feiertage eingerichtet. Ein dem Raume und der Würde des Gottesdienst entsprechendes Oraun hakodesch zu besitzen, war ein längst gehegter Wunsch des Vorstandes. Dieses zu befriedigen, sowie das Andenken ihrer beim Theaterbrande in Paris im Mai 1887 verunglückten' Kinder JSa und Emil Dessauec (der Herr habe sie selig) zu verewigen, haben sich unser geschätzter Coll ege, Herr Michael Biach und dessen Frau, veranlasst gefunden, ein hiezu paffendes, reich gesticktes Parauchcs zn spenden. Für die k. k. Soldaten israelitischer Confesston wurde durch die Bereitwilligkeit der k. k. Militärbehörden, wie in den früheren Jahren so auch Heuer in der Rudolfskaserne der Gottesdienst an den hohen Festtagen abgehalten. Den Bethäusern, welche in den einzelnen Bezirken Wiens durch die Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen erhalten werden, wurden im abgelaufenen Jahre Subventionen nach Möglichkeit und Bedarf votirt. Zum Baue des Bethauses im neunten Bezirke, das bereits unter Dach gebracht und wahrscheinlich auch zu den nächsten hohen Feiertagen der Benützung wird übergeben werden können, hat die CultusgemeiM.eine. ansehnliche Subvention bewilligt und zum großten Theile ausbezahlt. Um den Bethausvorstand zu comptetiren und zu verstärken, wurden "die Herren Michael Biachk Anton - ScheH jumumdDik Alfred Stern berufen und haben die genannten Herren dieser Bernsung gütigst Folge geleistet. Leider hat das langjährige, sehr eifrige und thätige Mitglied dieser Corporation, Herr Josef Blau, auf seine Stelle - wegen Domicilwechsel restgniren müssen. Wir. gedenken hier dankbar seiner ersprießlichen Th ätigkeit.. ", ל ' In Betreff des Koscher-Fleifches, das wohl als solches bezeichnet wird und oft unbefugt und den rituellen Vorschriften nicht entsprechend ausgeschrottet wird, hat sich der Vorstand an die competenten Behörden gewendet und um geeignete Verfügungen wegen Abstel» lung dieses Mißbrauches gebeten. Diese Angelegenheit beschäftigt auch die Behörden in eingehender Weise und haben wir Aussicht, dass dieselbe zur Zufriedenheit der Gemeindemitglieder erledigt werde« wird. Im abgelaufenen Schuljahre haben an den Volks- und Bürgerschulen 110.91 jüdische Schulkinder den Religionsunterricht genossen . Davon entfielen 4067 Knaben und 4692 Mädchen aus die Volks- und 913 Knaben und 1619 Mädchen auf die Bürgerschulen. Der Unterricht wurde von 29 Religionslehrern ertheilt. An den Mittelschulen nahmen 2106 Schülern an dem israelitischen Religions-Unterricht theil. An diesen Anstalten wirkten 9 Religionlehrer. Zu den angeführten Zahlen der den israelitischen Religionsunterricht genießenden Schuljugend gesellten sich noch jene, welche sich daraus ergeben, dass auch viele Schüler an Privat-Anstalteu oder i!n elteclichen Hause den Religionsunterricht erhalten. Diese legen ihre Prüsung am Schluffe eines .jeden Semesters bei den hiezu bestellten Religionslehrern ab. Die im ersten und zweiten Bezirke befindlichen! Sprach- und Bibelschulen wurden von 267 Schülern besucht. Für! eine Abtheilung der Sprach- und Bibelschule. wurde der seit dem! Bestehen dieses Institutes beschäftigte Herr Josef Breier dauernd I angestellt. Der Unterricht in Bibel, Talmud und Comurenta re