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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-08-09 · Heft 26 (9.8.1888) · p. Seite 6

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 26 (9.8.1888)
Date
1888-08-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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— S — Herr H. Lirvin ist auch eine imponierende Erscheinung, jovial und besitzt eine echt jüdische -Intelligenz, so dass er dem Gemeinde-Beamtenstande alle Ehre macht. Nach Beendigung des Gottesdienstes eilten viele Gemeindemitglieder dem schätzbaren Gaste ihre Anerkennung .zum Ausdrucke zu bringen und wurde ihm auch seitens des Vorstandes und der Chevra Kadischa eine wohlverdiente Ovation dargebracht Der löblichen Förtschrittsgemeinde zu Groß-Wardein Wunen wir zu ihrem fachkundigen Cantor nur gratulieren. 'M. ^nhatschowiH 20. Juli. Gestern fand hier eine selbst in größeren Gemeinden sehr seltene Feier statt, die Einweihung einer neuen Leker l'ttora, deren Anschaffung schon vor zwei Jahren von den Herren Josef Hirsch aus Kostl und David Eisinger aus Floridsdorf angeregt und durch die Opferwilligkeit der hier weilenden jüdischen Curgäste ermöglicht wurdet Das mit Blumen verzierte Leber wurde unter Absingung des Wajehi binsoa aus der Wohnung des Vorstehers, Herrn Josef Hirsch, abgeholt und unter einem schönen Baldachin in Begleitung aller hier weilenden jüdischen Curgäste in den für die Feier entsprechend ausgestatteten Tempel getragen. Nach Abstngung des Ma towu, der Volkshymne und des Ge- -Letes für unfern erlauchten Kaiser und das ganze Herrscherhaus, hielt-Herr Baneth aus Miäva eine wohlgelungene Festrede, in wel- - cher er den Segen Gottes auf das Haupt unseres geliebten Monarchen herabfleh e, unter deffen glorreichem Szepter es den Juden möglich gemacht wurde, ihre Religion frei und unbehelligt auszuübcu. Mit dem Minchagebete schloß die erhebende Feier, und alle Anwesenden entfernten sich mit dem freudigen- Bewusstsein,einer seltenen LimckaL schel Mizwah beigewohnt zu haben. Cantor S. Weiß aus Ung. Brod Hai den. gesanglichen Theil der Function sehr wirkungsvoll ausgeführt. Besondere Verdienste um t ie Beischaffung der Kosten, wie um . das Festarran gement haben sich die Herren Salomon Bauer, Lederhändler aus Wien und Joses Hirsch, David Eisinger und Philipp Herczog erworben, denen auch von den Curgästen der wohlverdiente Dank abgestattet würde. Klinik. Vor mehr als Jahresfrist starb hier ein um die Gemeinde- und Geschastsverhaltniße des Ortes überaus verdienstvoller Mann, Herr Moriz Nowak, der es gleich seinem gesinnungs- Verwandten Bruder Herrn Samt Nowak verstand, sich sowohl durch Arbeitsamkeit und geschäftliche Gewandtheit, als auch durch Frömrnigkeit und Wöhlthätigkeit allgemeine Anerkennung zu verschaffen. 'Diese Beliebtheit fand auch gelegentlich der erfolgten Enthüllung des prachtvollen Denkmales für den verewigten Herrn Moriz Nowak ihren' vollen Ausdruck. Nachdem Herr Cantor Israel Singer die üblichen Gebete wirkungsvoll gesungen, hielt der zufällig anwesende erste Prediger der israelitischen Gemeinde in Hamburg, Herr Dr. Leimdörfer, eine zündende und formvollendete Ansprache an das zahlreich versammelte Publikum und brachte in geradezu meister- Hafter Weise die Stimmung des Moments zur schönsten Geltung. Hierauf waltete Herr Samt Nowak als Senior der Familie seines Amtes, indem der Stein von seiner Hülle befreit wurde, bei dessen Anblick kein Auge tränenleer blieb. Unter den zalreichen Anwesenden bemerkten wir den Herrn Ignaz Popper, Bruder des verewigten Freiherrn Leopold v. Popper, Herrn E. Langfelder, Verwalter der v. Popper'schen Dampfsäge, Herrn Flax u. A. — Möge es Herrn Sami Nowak, dem Schwiegervater des Herrn Dr. Leimdörfer, ge gönnt sein, noch viele, viele Jahre im Geiste seines srühverewigten Bruders zum Heile und Wohle unserer Gemeinde wirken zu können. 3 .... Kründungs- und Aereinsöeiiräge. S. Rotter, Polna halbjähriger Beitrag; M. Schlesinger Wien, Vierteljahr. Beitr.; F. Fettsch, Stockerau halbjähr. Beitr.; I. Blau, Effcg ganzjähr. Beitr.; S. Jellinek, Mistelbach Halbjahr Beitr.; A. Löwy, Böhm. Neustadtl, vierteljähr. Beitr.; D. Köhn, Rakovitz 2 fl. 50 fr.; Th. Weck, Wien halbjähr. Beitr. 7 A. Lederer, Flöhau dreiv'erteljahr. Beitr.;. I. Stransky Trautenau Halbjahr. Beitr.; A. Grünhut, Klosterneuburg vierteljähr.' Beitr.; D. Dentler, Auscha halbjähr. Beitr.; I. Schlesinger, Mislitz halbjähr. Beitr.; I. Daller, Breitenbrunn 1 st. 50 kr.; L. Blum. Cchlan Vierteljahr. Beitr.; I. Singer, Neubidschov halbjähr. Beitr.; M. Rosenseld, Pifek halbjähr. Beitr.; Neumann, Oberhollabrunn 1 st. 50 kr. Rosenberger S. Komotau vierteljähr. Beitr.; Stern Leop. Fünfhaus halbjähr. Beitr.; Schischa S. Kirchberg am Wagram 1 st. 50 kr.; Bentler D. Auscha ganzjähr. Beitr.; Bergman H. Böhnu Leipa verteljähr. Beitr.; Friedman S. Parabuty 2 st. 50 kr.; Freisinger A. Pilsen halbjähr. Beitr.; Winterberg L. Außig halbjähr. Beitr.; Gruschka S. Mähr. Krumau vierteljähr. Beitr.; Pollak Sig. Wläsim halbjähr. Beitr.; Petersilka M. Währing halbjähr. Beitr.; Kraus M. Prag halbjähr. Beitr.; Nähnadel A. Tachau halbjähr. Beitr.; Kraus L. Veröse vierteljähr. Beitr.; Friedländer L.- Szilas Balhas vierteljähr. Beitr.; Kohn D׳ Lundenburg ganzjähr. Beitr.; Wodak M. Floridsdorf vierteljähr. Beitr.; Schlesinger M. Ottakring Vierteljahr. Beitr.; Rosenfeld Güssing ganzjähr. Beitr.; Pflicht- Beiträge für Schrecker: Nußbaum S. Holeschau HO kr., Bentler D. Auscha 50 kr., Schlesinger I. L. Mislitz I st., Salomon Wien 50 kr., Löwy Abr. L. Neustadtl 50 kr. Grünberger M. Prerau 50 kr., Herz. I. Prerau 50 kr., Rosenfeld M., Güssing 50 kr. Auf mehrseitiges Anfragen erlaube ich mir zur gefälligen Kentnisnähme zu bringen, dass der jährliche Vereinsbeitrag 4 fl: beträgt und im Vorhinein zu entrichten ist. M. Blatt, Cassier,. (II. Tempelgasse 3.) Der Baal-Tephilla. Von M. I. Ra bb inow it sch. Aus dem Russischen von A. Levin -Sa'g an. (Autorisute Uebersetzung.) (Nachdruck verboten.) (13. Forschung.) Sie seufzte dabei schwer.und sprach die Hoffnung zu Gott aus, dass ihr Arele — so nannte sie mich — auf Abwege nicht gerathen werde . . . Arme Frau! Was wäre aus. ihr. geworden, wenn sie erfahren hätte, wo ich den gestrigen Abend zugebracht! Nachdem ich' die so sehnlich erwarteten Hosen aus' dunkel-- grauem, kleingemustertem Englischtuch erhalten, trug ich sie nach Hause und eilte zu Reb Awnern, da wir noch Einiges repetiren. mussten für. den morgigen Tag. Er saß hinter einem Tisch in der Männerschull, da in der Frauenschul' von einem russischen Weibe gerade gescheuert wurde. Wir gierigen an's Werk, .während Reb׳ Barke die geputzten Kandelaber und Armleuchter an ihre Plätze hieng, die Leuchter aüf dem Betpult zurechtstellte, überall Lichter hineinsteckte, den ״Schulchan" bedeckte und ähnliche Arbeiten verrichtete. Im Laufe dieses ganzen Tages sprach Reb Awner weder mit mir noch mit Reb Barken ein Wort, verharrte in demselben unheimlich düsteren Schweigen, wie in den beiden letzten Tagen undbedeckte fast beständig das Gesicht mit den Händen. Unsere Fragen, beantwortete er leise, kaum vernehmbar, zerstreut. Dafür gab er sich dem Gesänge noch immer mit großer Leidenschaft hin, und schon bei der Repetttion belebte er ffch ungewöhnlich und wurde wärmer. Besonders heftig ward seine Erregung bei unserer letzten Wiederholung, die eine bis anderthalb Stunden dauerte. Mir war Morgens ganz unverhofft der wunderbare Chor der Mönche, mit dem: der fünfte Akt von ״Robert der Teufel" beginnt, eingefallen, und Reb Awner beschloss, ihm einen hebräischen Text unterzulegen, rlämlich das Gebet ״Kewabora5". Und nun war diese Procedur bei der letzten Wiederholung vollzogen, und das Resultat war ein sehr beftiedigendes, denn in der That, dieses düstere, . ergreifende Motiv, eignet sich bedeutend besser für die innigen Worte eines Gebetes, als für die nichtigen Verse eines Operntextes. Ich schlug nun noch vor, auch der. Römance Alicens einen passenden hebräischm Text unterzulegen, allein Reb Awner wies diese Combination ans unbekannten Gründen beharrlich zurück. Dafür sangen wir das entzückende Duett zwischen Raimbeau und Bertram auf ״Ln kiz’wo״,. das dem oben genannten Gebete folgt. Die'Repetition war nun beendet. Ich eilte nach Hause, mich, umzukleiden, das heißt meine neuen Hosen anzuziehen, denn in allen übrigen Theilen musste mein Costüm unverändert bleiben, mit

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