Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 11 (25.3.1888)
- Date
- 1888-03-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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_ •..Wi3s»*dB/aS“.d«V. - a8a — b---- er dasfekbe vom Grnrchtsnzur. 2<^.. bis,.-.zvr^ Seeunde und zwar immer sö^. dass^Hd.^M^LntWyöste.MrW b.e-, stimmt uumitikÄkr uach dem Gxundtone auftritt.,Und.endlich:-singe.: er vom Grundtsne dis zur §)ctave,ja von..seinem. tiessstn Ton.bis zum höchsten Ln ganz derselben Wejje, sodass olle.Einschnittedes Schildkriorpels oder—wie wir nun im Allgemeinen - uns ausdrücken, können —der Kehle recht klar, bestimmtund entschieden zum Vorschein, kommen, dass also zwischen den zu singenden Tönen.gar. nichts Anderes hörbar wird, sondern immer nur diese Töne selbst , ganz in sich bestimmt und fest abgegränzt gegen alle andern auftrcten. Durch diese Art des bestimmten Einschncidens der Kehle erreichen wir so auch ganz bestimmte Töne, und die Kehle selbst gewöhnt sich immer mehr an ihre gesetzmäßige, bestimmte Thätigkeit, d. h. die rechte Art der Muskelthätigkeit kommt dadurch immer mehr in unsere Gewalt.. Natürlich ist auch bei den angegebenen Sprüngen vom Grnndton zur Octave oder überhaupt bei jedem Sprung zu einem entfernten Ton, sei es auf- oder abwärts, alles Hochathmen, alles Stoßen mit dem Athe.m verboten; nur das Flankenathmen und das damit gegebene Herausziehen der Töne ist ruhig und leicht und stört die Muskelthätigkeit nicht, die dem inneren Tonsinn sogleich gehorchen muß und will. Damit aber die gedachten Töne nach der geschehenen Muskelzusammenziehung frei nach außen treten können, muß der Mund stets offen sein; es haben nämlich gewöhnlich die Natursänger bei solchen Sprüngen zu entfernten Tönen die Neigung, zwischen beiden zu verbindenden Tönen den Mund wieder zusammenzuziehen und ihn dann für den entfernteren höher oder tiefer liegenden Ton wieder zu öffnen: dies stört aber dm viel einfacheren Proceß und ändert den Klang, wenn auch nur auf kurze Zeit. Der Mund muß ohne Aenderung vom ersten Ton aus auch für den zweiten offen bleiben, seien es nun nur zwei zu verbindende Töne oder alle Töne der Scala in ihrer Aneinanderreihuug; nur so können die Töne schnell und leicht dem Ohre hörbar werden. — Endlich müssen natürlich alle Töne erst innerlich, bestimmt und rein, schnell gedacht sein, damit der Tonsinn ebenso bestimmt und schnell vermittelst der Nerven aus die stets dienstfertigen Muskeln einwirken kann und die Töne nicht zu tief oder zu hoch zum Vorschein kommen. Ja das Detoniren vieler Sänger kommt von nichts Anderem her, als weil sie sich nicht gewöhnt haben, die Töne zuerst fest und sicher zu denken, wodurch die Muskeln sich sogleich von selbst zusammenziehen würden, und es gleicht das Singen von Natursängern daher eher einem unbestimmten Hin- und Hersuchen, als einem festen Ergreifen der Töne; solche Leute quetschen und schnau- Len lieber, als dass sie denken. (Fortsetzung folgt.) Juda Ha-Lewi und Äbraham aben Esra. In diesen geschätzten Blättern Nr. 7, unter der Rubrik ״Eingesendet", ersucht ein gewisser Herr Allenberg um Aufschluss einer dunkeln Stelle Ln Abraham aben Esras Schriften mit folgenden Worten: ״Bekanntlich schreibt aben Esra an der Spitze seines Eommentars zu jedem wöchentlichen Abschnitte ein Motto. Sein Motto zu Jitro ist vermöge seiner gedrängten Kürze ganz unverstündlich." Indem Herr Allenberg, wie er bemerkt, von mehreren Gelehrten keinen richtigen Aufschluss über diese dunkle Stelle erhalten konnte, wendet er sich an die Mitarbeiter dieser Wochenschrift. In der That ist diese Stelle im Ausdrücke, wie im Zusammenhange räthselhaft. Wir glauben den Schlüssel in einer Geschichte gefunden zu Haben, die wohl Dr. Abraham Geiger in seinen nachgelassenen Schriften 3. Band, S. 231, als Sage uns vorführt, derwohl.:doch emegeschichtliche Thatsache zu Grunde liegt. Um be--!nannte,dunkle Stelle za..erklären, müssen wir jene: Erzählung, die- 1 a;1 und; für..sich' Interesse hat, vorausschicken. Und da nicht Jeder ׳ * einen Pentateuch -mit dem Connneutar aben Esras besitzt, so werden wir am Schluffe dieses Artikels den hebräischen Text des benannlernMytto aysühren und unsere Übersetzung beifügen, zur allgcmeinen Verständigung. Geiger. in. seinen angeführten Schriften erzahlt uns Folgendes: Juda Ha-Lewi war vertieft in Studien, lauschte den. Eingebungen seiner Muse und dachte nicht daran, seine einzige Tochter einem Gatten zu freien, obgleich es ihm an den nöthigen Glücksgütern dazu nicht fehlte. Darüber war sein Weib bekümmert und bestürmte.ihn mit Bitten, doch der Tochter den würdigen Mann zu wählen. Juda war ungeduldig und that eines- Morgens das Gelübde, den ersten Mann, welcher an diesem Tage das Haus betreten werde, zu seinem Schwiegersöhne zu erwählen. Ein Bettler nat ein, und zum Schrecken von Mutter und Tochter wurde dieser nun als dererwählte Bräutigam vorgestellt. Auch. Juda, war bekümmert über das Ergebnis seines voreiligen Gelüb- ׳ des; denn der, den er sich zum Schwiegersöhne bestimmt, war nicht blos arm, sondern zeigte sich auch als durchaus unwissend. Jedoch׳, es war geschehen, und Juda beruhigte sich und die Seinigen damit,, dass er ihn selbst in die Lehre nehmen und das Versäumte bei ihm . möglichst nachholen werde. Unterdessen arbeitete Juda an einem berühmt gewordenen Pnrimliede, das er uach alphabetisch geordneten. Versanhängen dichtere. Au dem Buchstaben Nesch (1) angelangt,. fand er unbesiegbare Schwierigkeiten, und die Strophe wollte ihm nicht gelingen. Eines Tages arbeitete er bis tief in die Nacht hinein, und als auch 'dies fruchtlos blieb, legte er sich unmuthig nieder. Der zum Eidam Bestimmte hatte das späte Licht in Judas. Zimmer bemerkt. Neugierig schlich er, nachdem er sich von dessen Entfernung überzeugt, von seinem Lager in das Zimmer, und als. er die vielen angefangenen Versuche zur Herstellung der Strophebemerkte, entdeckte er den Quell des Unmuthes und mit glücklichem Griff schrieb er den passenden Vers ein. Darauf schlich er wieder zu seinem Lager zurück. Am anderen Morgen eilte Juda alsbald wieder zu seiner Arbeit. Aber wie war er erstaunt, als er das, worüber er so lange vergeblich gesonnen, von fremder Hand trefflich vollendet vor sich sah! ״Das hat ein Engel geschrieben, o Abraham aben Esra," rief er aus. ״kein anderer ist dazu fähig." Das Geheimnis ward nun entdeckt. Abraham aben Esra hatte eine Bußfahrt unternommen; dazu gehörte, dass er als unerkanitter Bettler die Schmach eines Unwissenden über sich nehmen musste. In diesem Zustande war er in Judas Haus getreten, und er musste auch vor ihm als Idiot erscheinen. Die Muse jedoch, mächtiger, als der Vorsatz, entwand ihm die Verhüllung. Die Betrübnis wegen des voreiligen Beschlußes wandelte sich nun in Freude um; der berühmte Vater hatte sich unbewusst den gleich berühmten Sohn erwählt. Juda ließ Abrahams Strophe in dem Pnrimliede, dennoch dichtete er nun auch eine eigene, und so enthält dasselbe zwei verschiedene mit dem Buchstaben Resch anfangende Strophen." Entfernen wir die sagenhafte Umklctdung, so mag die wahre Begebenheit folgende sein: Abraham warb um die Hand der einzigen Tochter des vornehmen, gelehrten und reichen Juda, ja er mag sogar schon in Liebe für sie entbrannt sein. Juda, der Vater, hatte wohl gegen solch' einen Schwiegersohn nichtZ einzuwenden, stellte -jedoch als Preis die benannte passende Strophe auf, die ihm nicht gelingen wollte. Abraham trug den Preis davon, und sein Herzenswünsch ging in Erfüllung. Und nur znm besseren Verständnis noch folgende Bemerkungen: Abraham nennt sich. in seinem Motto "״ /׳'אסיר תקוריder hoffende Verbannte," ein Ausdruck für jeden Js-