Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 10 (17.3.1888)
- Date
- 1888-03-17
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/1304829-3453130-3453140--2443-3456692- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
gekämpft (rote). Ohne M tt r r e u erträgt der Dulder den Schmerz (Weise, Altsschließung). Man schlug ihn z u m Krüppel (roie, nicht Zweck). Nicht nach d e m S ch e i n e soll gerichtet werden. (Nach Lehmann wie). Aus Liebe zu den Jungen bewacht der Vogel sein Nest (Nach Lehm. Sachgrund, ich glaube Beweggrund.) Wir besitzen die Hände z u m Arbeiten (Grund, Zweck). I m Falle eines Brandes rette meine Habseligkeiten (Bedingung, nicht wann). Trotz seiner Flügel kann der Strauß nicht fliegen (adversativer Grund, Einräumung). Der Feind siegte durch List (Mittel, Grund). Mit den Ohren hören wir (Grund, Werkzeug). Mancher streitet für sein gutes R e ch t (Ziel oder Verhältnisobject.?) Ich glaube Ziel. Der Soldat kämpft für's Vaterland (Beweggr.). Dagegen : Sor ׳ e nicht f ü r den andern Morgen (Verhobs.). B e int Eigensinn ist kein Gewinn (Bedingung, nicht, wo oder wann). B e i allem R e i ch t h u m ist der Geizige nicht glücklich (Einräumung, Grund). Zur Lösung großer Aufgaben ist Ausdauer nöthig (Ziel). B e i anhaltendem F l e i ß e wirst du das Ziel erreichen (Beding.). Das Glück macht ü b c r - m ü t h i g (Obj. nicht Weise). Mancher sieht sich in seinen Hoffrtungeu g e t ä u s ch t (Obj., in Hoffnungen glaube Sachgrund). Wer sich stoßt.an ein Stroh, wird des Lebens nicht froh (Obj. oder Umst.?) Ucbe dich in der S e l b st b e h e r r s ch u n g (Verhobj.) Bitte Gott um Gesundheit (Vhobj). Begnüge dich mit dem, was Gott dir gab und sehne dich nicht nach dem, was er dir vcrsagte (Vhobj.). Der Richter entscheidet kraft seiner Gewalt über Tod und Leben (Sachgr.) Griechen und Römer-hatten anstatt der Spiegel geschliffene Metallplatten (Grund, Gegensatz nicht Obj.). Die Hitze hat das Wasser in Dampf verwandelt (Obj.), Das hungrige Kind greift nach Brod (Ziel, nicht wohin). Wir begnügen uns , mit Wen ig em (Grund, Gegens.). Von inem Streich fällt keine Eich (Sachgr.). Die Locomotive wird durch die Kraust des Dampfes getrieben (Mittel; den Dampf ist Ursache). Das Schiff scheint zu stehen (Copula). Nechtthun lässt sauft ruhn (Cop.). Der Armut wegen braucht man sich nicht z u s ch ä m e n (Obj.). Hartherzige Menschen reichen , dem Hungrigen Steine für Brot (Grund. Gegens.). Der Knabe weint sich die Augen roth (Erg.). Kinder find ihren Eltern z u D a.n k verpflichtet (wie). Oft bleibt dem Kaufmann die Waare liegen (Copula). Ich habe die Hände im Schoß liegen (Erg.). Eine kleine Gabe ist oft mehr wert als große Summe.n (wie, Vergl.)׳ Wir beurtheileu die Menschen nicht nach Worten (Erkenntnisgruud). Der Lehrer ersieht die Fortschritte der Schüler a us den! schriftlichen Arbeiten (Etkenntnisgr.) ׳ Mit dem Hut in der Hand (Beding.). Der Greis ist reich an Jahren (Erg.). Leises Reden nennt mau Flüstern (2 Erg.). Heiß' mich Reden (Erg.). Er lcht sich schlafen (Erg.). Wir gehen spazieren! (Erg). .! Die Objecte haben den Ton im Satze, weil daraus das! Hauptgewicht des Gedankens liegt. Sie haben daher gleich nach dem' Prädicate ihre Stellung. Nur bet künstlicher Stellung und Betonung ist dies anders. Der Umstand bestimmt das Prädicat näher, das Object auch die Beifügung z. B. der von Kummer gebeugte Vater weinte (Verhob..). Der Umft. d. Gr. erscheint nach Wrany auch als Folge, während nach Lehmann der U. d. W. die Folge enthält, .z. B. Der Nachen des Walfisches ist tief, gespalten, s o d a s.s e r - kl. e i.n e T h i e r e ver sch l i u g t (nach Wrany Grund, scheint nicht richtig). Sonderbar und .überlebt,erscheint Bauers, (neuhochdeutsche Grammatik). Bemerkung: Die Ortsbezeichnungen sind adverbiale Bestimmungen; Vhobj. sind sie aber bei den Verbis, die selbst ein Ortsverhältnis mit einer räumlichen Richtung ansdrücken. In solchem Falle haben die Ortsbestimmungetr mit Präpositionen die dem Objecte zukommende Stellung. Wir wohnen in einem neuen Haus e. Man sandte ihn nach Straßbürg. (Nach Bauer Vhobj.). Der Umst. hat eine unabhängige Stellung. Die Verhobj. vertreten die Stelle der einfachen.Casus, wo di? Sprache nicht ausreicht, durch dieselben, alle Verhältniße zu bezeichnen. Im Dikduk sind angesichts unserer mangelhaften Kenntnis der hebräischett Sprache die behandelten Satzglieder weit einfacher und werden die Umstände durch die verschiedenen Jichussim (Be- Ziehungen, Verhältni ße) bezeichnet. Hierüber kann ich mich heute nicht weiter auslassen. Was ich aber nicht zu unterdrücken vermag, obzwar ephemer und mit dem Gegenstartde nicht eng verknüpft, ivill ich zum Schluffe vom Stapel lassen, weil mir dieses Ding oder Uitding hübsch lange in den Ohren summt. Wie liest man (ich glaube beim Vorlesen aus der Thora) schtajim oder eschtajim? Hiemit hat's folgende Bewandtnis. Das Dogosch int Taf hat keine Berechtigung, denn was soll's sein? Ch050k muß ein Vocal vorhergehen, Lai kann nur am Anfänge des Wortes oder nach einem Schhvo nach sein. Beides ist hier nicht der Fall. Darum heißt's, man lese es wie eschtajim. — Gestützt auf diese Argumentation, leint mancher fortwährend bekol rom und immer schtajim. Ich halte dieses Benehmen für uncorrect und denke, matt lese sch’tajim, sch’te 3c., wie es steht. Zur Beruhigung sehe mau's wie eschtajim an, während das Dogosch ganz einfach eine A u s u a h m e nt a ch t. Wäre das Taf רפה, kämen doch zwei Zischlaute zusammen, die der Aussprache Schwierigkeiten bereiten; ferner muß erwogen werden, dass es eigentlich sche’nossajim heißen sollte, mithin das ausgefallene Nun durch Dogosch ersetzt wird. Am unerquicklichsten klingt u’eschtajim, u’eschte 3c. Warum nicht we’eschtajim, wenn man schon ändern will? Dann must man sich nach der allgemeinen Observanz, nach dem seststehenden Usus richten. In der praktischen Behandlung der Grammatik ist Vorsicht geboten, und jedes Plus kann leicht ein Fehler werden. Methodik -er Gesangskunst. xxß Es ist ganz richtig, dass ^der Kehlkopf, als die Spitze der Luftröhre bildend, welche einer Ausdehnung und Znsammenziehung fähig ist, mit dieser und durch diese Hald höher, bald tiefer zu stehen kommen kann, wie dies bei der V ewegung des Schluckens ganz, deutlich zu erkennen ist; da jedoch beim Singen die ganze Funktion der Luftröhre keine andere ist, als die, die Ltlft ungehindert und ruhig ausströmen zu lassen, so muß sowohl sie, als auch ihre Spitze, der Kehlkopf, eine ruhige, feste Stellung einnehmen. Der Kehlkopf muß beim Singen, also trotz seiner innerlichen Thätigkeit, doch iinmer auf seiner Stelle bleiben, es mögen nun hohe oder tiefe Töne zu erzeugen sein; er darf von unten aus, von der Luftröhre, nicht nach oben gedrückt, noch nach unten gezogen werden, sondern muß dabei dieselbe natürliche ungezwungene Haltung stets behalten, welche er in ruhendem Zustande bei ruhigem Athmen einnimmt. Dass die Ausdehnung und Zusammenziehuug der Luftröhre zur Erzeugung eines Tones nicht dient, sehen wir ja klar aus unseren Untersuchungen, am todten Kehlkopf, bei welchen wir die Stelle der. Luftröhre durch eine hölzerne, also nicht dehnbare Röhre ersetzen und dennoch, also bei ganz gleicher fester Stellung des Kehlkopfes, alle Töne hervorbrachten. Dagegen sehen wir oft genug bei Naturfän-