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Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung · 1888-02-06 · Heft 5 (6.2.1888) · p. Seite 3

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Journal
Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
Volume
8 (1888)
Issue
Heft 5 (6.2.1888)
Date
1888-02-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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noch erzeugen lassen. Von selbst versteht es sich, dass man von! einem solchen hohen, starken Brustton, z. B. g, erst dann zu einem noch höheren Brustton, 3.: B. as, übergehen dars, wenn jenes g sich in dieser Weise schon befestigt hat, ebenso von as zu a 2c. erst dann, wenn wieder jenes as sich sicher und ohne Anstrengung ergeben hatd. h. nur allmählig, und zwar sehr allmählig, wage man einen solchen noch höheren, starken Brustton, ja es ist nicht 31t viel, wenn man Wochen darüber hingehen lässt, bis man von einem derartigen neu errungenen Ton zu einem weiteren, auch nur einen halben Ton höher liegenden sortschreitet. Besonders aber vergesse man dabei nicht, immer einige Töne tiefer, beider Mitteltage anzufangen, und bestrebe sich so zuerst, einen solchen höheren Brustton immer nur im Zusammenhang mit den niederer liegenden Brusttönen zu gewinnen durch gleiche Anreihung. Die Beibehaltung der gleichen Athemstürke ist auch hier das einzige Mittel, um altes Schreien oder Stoßen und jedes daraus folgende Uebermaß der Anstrengung, was immer schädlich ist, zu vermeiden. Auch in der starken Scala müssen die Töne durchaus immer gezogen, nie gestoßen sein. Hat man aber solche höhere starke Brusttöne in der fortlaufenden Scala errungen und durch den richtigen Athemzug sicher in die Gewalt bekommen, dann mag man es wagen, vom Grundton zur Octave, zur Terz, Quinte, Septime, Quarte 2c. zu springen; jedoch muß dieselbe Stärke des Athems beibehalten werden, wie bei der zusammenhängenden Scala; der Ton muß dann auch als einzelner geradeso stark auftreten, wie er in der Scala, als Glied der ganzen Reihe, erschien; so dass also der Grundton ebenso stark ist, wie die Octave, Terze, Quinte, Septime, Quarte, Non 2c. Mit dieser Uebung zur Feststellung höherer starker Brusttöne muß man aber sehr vorsichtig sein, und der Lehrer kann nicht genug vor jeder Anstrengung warnen; das Beste ist darum, man bleibt so lange bei einem tieferen starken Brustton, bis dieser ganz und gar fest errungen ist tind schon dem Sänger leicht geworden ist: erst wenn dieser Fall eiugetreten ist, wage man in derselben Weise einen höheren halben Ton u. s. w. Aber wie steht es dann nun hier — diese Frage dürfen wir nicht umgehen — mit der Falsetstimme und ihrer Gleichmachung mit den hohen starken Brusttönen? Schon bei der mittelstarken Scala haben wir ja erfahren, daß der Uebergang in's Falset schwerer wird, weil nämlich die Falsetstimme an sich eine zarte Stimmgattung ist, wobei nur die inneren zarten Ränder der Stimmbänder schwingen. Ist dies schon bei der mittelstarken Scala der Fall, so hat es bei der starken Scala noch mehr Schwierigkeit, ja so große Schwierigkeit, dass fast alle Sänger, mit welchen der Verfasser über diesen Gegenstand sich unterhielt, geradezu die Unmöglichkeit der Aneinanderreihung beider Register in dieser Stärke behaupten. Dennoch ist es die Aufgabe des Sängers, auch die Falsettöne zu stärken, was nur dadurch geschehen kann, dass er auch bei ihnen allmälig eine größere Luftmasse anwendet. Dass sich aber mich hierin viel erreichen lässt, beweisen uns wiederum die Versuche am ausgeschnittenen Kehlkopf: indem wir nämlich durch stärkeres Einblasen nicht blos ebenfalls noch höhere starke Brusttöne (g, a, b) erlangten, sondern auch des Weiteren die Falsettöne bei demselben stärkeren Blasen eintraten und einen ebenso starken, aber allerdings oft widerwärtig schrillenden, schneidenden Ton gabn. Hinsichtlich der Stärke also fanden wir bei unseren Versuchen am ausgeschnittenen Kehlkopf auch bei der gleichen starken Scala keinen erheblichen Unterschied, wohl aber hinsichtlich des Klanges: bei der schwachen Scala war nicht blos die Starke, sondern auch der Klang beider Register sich ähnlicher. Dieses bei der starken Scala hervortretende Schrillende, Schneidende der Falsettöne ist uns aber eben ein Beweis, dass auch dieses Register in der starken Scala seine Anreihung finden kann; nur kommt es daraus an, dass dieses Schneidende, Spitzige des Klanges durch das Ansatzrohr modificirt werde: gerade in diesem Schneidenden liegt ja die Kraft, und wenn. es in der Mundhöhle seine volle Resonanz erhält (wobei besonders jeder Nasenklang zu vermeiden ist), so lässt sich das Widerwärtige dieser hohen starken Falsettöne mehr und mehr beseitigen. Wir geben auch gerne zu, dass dieses Schneidende in den starken Falsettönen der Kraftfülle der höheren starken Brusttöne nicht ganz adäquat ist; aber gerade hier, bei dem Gebrauch der beiden Register in ihrer höchsten Potenz, im forte, zeigt sich eben ihre eigenthümliche, natürliche Beschaffenheit: bei den Brusttönen schwingen die ganzen Stimmbänder nach ihrer ganzen Breite und Länge in großen, schnellen Excursionen; bei den Falsettönen dagegen schwingen nur die inneren Ränder dieser Bänder, also nur ein Theil ihrer Breite, in den schnellsten und feinsten Excursionen; der Ton aber, welcher durch eine dünnere, zarte Seite in schnellen, feinen Schwingungen erzeugt wird, ist immer schneidender, spitziger (ja gerade im forte am spitzigsten),, als der Ton, welcher durch eine stärkere, dickere Saite in größeren Excursionen zum Vorschein kommt. (Fortsetzung folgt.) Jarobh-am oder die Theilung -es Reiches. Kirr Weitrag zur jüd Geschichte «. Alterthumskunde. Von M. Fr'iedmann, Lector am Bet-Ha-Midrasch zu Wien. (Fortsetzung.) In Bezug auf die Priesterschaft Zarobh-am's wird berichtet: ״Er machte das Haus der Bamoth (Höhenaltäre) und bestellte Priester von manchen aus dem Volke, die nicht von den Söhnen; Levis waren. Die Bezeichnung ״Bamoth" gebraucht der Geschichtsschreiber gewiss in verächtlichem Sinne. In Amos kommt für diesen Bau die Bezeichnung ״Königstempel" oder ״Regierungsharrs" vor. Diese Bezeichnung entspricht den Thatsachen, denn der König war zugleich der oberste Priester. Ueber Zarobh-am wird ausdrücklich berichtet, dass er persönlich den Priesterdienst verrichtet hat. Das Pontificat wurde ein Attribut des Königsthums. Die Chronik erzählt: Die Priester und Leviten, die in ganz Israel waren, stellten sich ein zu ihm (R'chabham), denn es verließen die Leviten ihre Triften und ihren Besitz und gingen nach I'hudah und Ieruschalajim, da Jarobh-am und seine Söhne sie sie verdrängten vom Dienste des Ewigen. Auch wird eine Rede des Königs Abijah angeführt, wo er den Israeliten zuruft: Habt ihr nicht verstoßen die Priester des Ewigen, die Söhne Aharons und die Leviten und euch Priester eingesetzt wie die Völker anderer Länder? Demnach sind die Priester und Leviten verdrängt worden, nicht aber, dass sie sich freiwillig entschlossen hätten, im Tempel Jarobham's keinen Dienst zu leisten. Dieses Vorgehen Iarobh-am's ist begreiflich. Einerseits traute er den Aharoniden und Leviten nicht, denn abgesehen davon, dass viele derselben im Verwandtschaftsverhälmiße zu Iudäern gestanden sein mochten, lag es in der Natur der Sache, dass diese Priester nach Jerusalem gravitirten; andererseits musste er, wenn er das Pontificat innehaben wollte, principiell die Erblichkeit einer Priester- und Levitenkaste aufheben. Dieses Vorgehen stand aber auch nicht mit der Rechtsanschauung des Volkes in Widerspruch. Tatsächlich hatte die altsemitische Institution, wonach jeder Erstgeborene Haus- Priester war, sich im Volke noch erhalten und usuell sortgedanert. 1 Bis zur Regierung Chiskijas opferte das Volk auch in I'hudah

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