Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 8 (1888)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1888)
- Date
- 1888-01-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Breite schwingen zu machen. Bei den Tenoristen ist cs gewöhnlich der Ton e ober fis, welcher piano angeblasen, von stlbü als Falset auftritt. — Wir sagten, dass, wenn nur der Alheu!!«inner gleich schwach bleibe, sich die natürliche Grenze des Falsets von selbst hcrausstclle; eben damit ist auch der Schlüssel, wie ein Sanger an! leichtesten von der Brustzur Falset-Stiunne übergehen kann, und wie er somit diesen Uebergang zu studiren hat, gegeben: dieser Schlüssel liegt nämlich in nichts Anderem, als in der streugen Beibehaltung eines ganz gleichen, schivachen Athems, einer ganz gleichen, piano gehaltenen Scala. Und dies gilt auch dann, wenn auf ein und demselben Ton die Brust- und Falset-Stimine in einander übergehen sollen in Einem Athen!, wie wir dies schon Leim, einzelnen Ton hinlänglich erörtert haben. Zst nun aber die Beibehaltung eines gleich schwachen Athems das einzige natürliche und sichere Mittel zum gehörigen Uebergang von Brustzur Falset-Stimine, so folgt daraus aufs Neue, dass nur auf dem von uns eingeschlagcnen Wege eine an Stärke ganz gleiche Reihe aller Töne einer Stimme möglich ist; sie ist nnmöglich überall da, wo nicht zugleich der Uebergang von Brustzur Falset-Stimme mitgegeben ist: wenn wir aber auf dieselbe Weise, wie wir die Töne der Bruststimme hinsichtlich der Stärke gleich machen, auch noch den Uebergang zur Falsetstimme erreichen, dann erst ist die ganze Scala hinsichtlich der Stärke gleich geworden. Und wodurch? einfach durch die Beibehaltung eines ganz gleich schwachen Athems, ja desjenigen Minimums von Athem, welches wir zur Ton-Erzeugung überhaupt durchaus brauchen. — Im Weiteren jedoch kommt es nur darauf an, dass ein Sänger die ganze Reihe seiner Töne (Brust- und Falset-Töne) in Einem schwachen Ausathmen nach einander, im Zusammenhang gleich piano an einander rechen lerne. Von selbst macht sich hier ganz besonders die Forderung geltend, den Athem weislich zu sparen, d. h. ihn so ein- Heilen, dass er für die ganze Reihe ausreicht, ihn nach der Größe der ganzen Reche zu vertheilen: und wie weit man es hierin bringen kann, davon geben uns schon viele Sänger aus.alt-italienischer Schule, obgleich diese stets nur epirisch zur Werke gehen konnte, großartige, oft staunenswerthe Beweise. — Schließlich aber möge 1ms noch einmal erlaubt sein, daran zu erinnern, dass bei dieser UMrng, bei Herstellung der ganzen, möglichst piano gehaltenen, gleichen Scala, durchaus die naturgemäße Grenze zwischen Brust- und Fistelstimme streng eingehalten werden muß, und dass nicht blos bei der aufsteigenden, sondern auch bei der absteigenden Scala, also beim Uebergang von der Falsetzur Bruststimme ebenso, wie beim Uebergang von der Falsetzur Bruststimme dieselbe Ruhe und Sparsamkeit des ausstießenden Athems immer in gleicher Weise zu beobachten ist; man begnüge sich deshalb anfangs damit, die aufsteigende Scala in einem Athem zu machen, und ebenso die absteigende; und erst wenn jede von diesen für sich allein ganz sicher steht und ganz gleich geworden ist, ohne für die Lungen eine Anstrengung bewirkt zu haben, erst dann vereinige man beide in Einem Athem. Was wir bis jetzt durch Herstellung einer gleichen, möglichst piano gehaltenen Scala erreicht haben, ist nicht mehr und nicht weuiger, als die gleich!näßige Vertheilnng der ganzen in den Lungen vorhandenen Luftmasse über alle Töne einer Stimme, oder mit anderen Worten: eine Ausfließung der Luft, welche bei jedem Tone dieselbe ist, bei keinem mehr und bei keinem weniger, es sei nun ein Brust- oder ein Falset-Ton. Welch' ein großer Schritt in der Gesangskunst aber schon damit gethan ist, leuchtet ganz besonders aus der Vergleichung mit Natursängern ein, welche nie i«n Stande sein werden, alle ihre Töue in gleicher Stärke hervorzurufen: ihre Töne -werden sogleich durch den großen Abstand, in-welchem sie hinsichtlich des Stärkegrades zu eiun'üder stehen, oder,' was dasselbe ist, durch ein Mißverhältnis der Athen,!!! affe als bloße Naturiänc dem Ohie sich anküudigen; sei es nun,'dass sie in: der oberen Lage mehr Luft verbrauchen, oder ii! der untere!! oder miltlereu; gewöhnlich in der mittleren Lage, in ivelchcr, weil sie die bequemste ist, solche Natursängcr die Töne unverhältnismäßig so zu sagen hervorschießen lassen, und dadurch das Ebenmaß, welches die Töne zn allen übrigen haben sollen, verlieren. Offenbar rührt dieser Fehler daher, dass sie noch nicht dazu vorgerückt sind, den Ton!!!cht blos als als einzctnei! für sich, sdndern immer auch im Verhältnis zu allen übrigen Tönen der Stimme zu betrachten; und doch ist in der Mnstk ein Ton für sich allein gleich Nnll, nur im Zusammenhang und Verhältnis zu allen anderen Tönen hat jeder einzelne seinen Werth und Bedeutung. Und gilt dies in der Musik überhaupt, so gilt es auch bei den Tönen der menschlichen Stimme im Gesang. Daraus folg! aber eine weitere wichtige Aufgabe für uns: nämlich die Bestimmniig des Volumens des Athems für jeden eiuzelucn Ton aus der Athemmasse der ganzen Scala. Wir wissen, die ganze Reihe aller Töne einer Stimme ist nur dann ganz gleich möglich, wenn sie alle gleich piano können erzeugt werden; welches aber der Grad dieses piano, welches dieses Minimum der Luft ist, bei ivelchem alle Töne sich ganz gleich hinsichtlich ihrer Stärke Hervorrufen lassen, das ergibt sich uns nur aus den Versuchen, die ganze Scala in Einem Athem gleich piano zu produciren; sind z. B. die Töne der tieferen und der mittleren Lage noch zu stark, (zu voll, zu kräftig,) als dass sich die von Natur immer schwächere'Falsetstimme ebenso stark daran anreihen ließe, so muß, um Alles gleich zu haben, um somit auch die beiden Register' hinsichtlich der Stärke auszugleichen, offenbar von der Größe der Luftmasse, welche bei den Brusttönen , angewendet wurde, noch etwas weggenoimnen werden, und das natürliche, angeborene Gehör ist hier der einzige sichere Maßstab, in welchem Grade des piano alle Töne ganz gleich erscheinen können. Weil die volle Gleichheit, besonders wegen des Uebergangs ins Falset nur im piano zu erreichen ist, sind wir vor Allein vom piano ausgegangen; den Grad dieses piano für jeden einzelnen Sänger auf dem Papier bestiininen zu wollen, wäre ein Unsinn, denn die Natur ist mannigfaltig, und keine Stimme ist ganz gleich der anderen. Die Athemmasse, welche ein Sänger nach seiner Individualität zur Gleichmachung seiner ganzen Scala hinsichtlich der Starke bedarf, ist also nicht voraus zu bestimmen, sondern ist immer Sache der individuellen Naturbestimmtheit und daher relativ. (Fortsetzung folgt). Jarobh-am oder die Nheilung des Reiches. Gm Beitrag zur jüd Geschichte u. Atterthums Kunde. Von M. Fried mann, Lectoram Bet-Ha-Midrasch zu Wien. (Fortsetzung.) Der Standpunkt ermähnter Theologen ist, dass ein Bild nichts als eine andere Form des Schriftwortes sei; eines sei ebenso Zeichen wie das andere. Wie durch das Schriftwort Idee und Begriff zum Bewusstsein gebracht werden, geschieht dies ebenso durch das Bild. Das Bild ist eine hieroglyphische Schrift, nur hat das Gesetz diese Form des Zeichens als unstatthaft erklärt und verboten. Bei Anfertigung eines solchen Bildes also wurde allerdings das Gesetz übertreten, keinesfalls könne man aber von Götzendienst reden. Dass aber dreitausend Israeliten durch die Leviten gelobtet wurden, geschah, weil diese wenigen in dem Bilde .wirklich ein