Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Journal
- Österreichisch-ungarische Cantoren-Zeitung
- Volume
- 7 (1887)
- Issue
- Heft 42 (28.12.1887)
- Date
- 1887-12-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- 3 — Der Vorsitzende bringt hierauf den Antrag. Stransky, Trautenau, betreffs Berufung von Vertrauensmännern aus der Provinz auf Vereinskosten zur Ber'athung. I. Bauer bedauert, in. der vorigen Sitzung, durch Berufspflichten am Erscheinen verhindert gewesen zu seinsonst hätte er schon damals, als Liese Frage angeregt wurde, es nicht unterlassen, seine berechtigten Einwände kundzugeben. In Anbetracht dessen, dass die Generalversammlung nur ein oder zwei Stunden dauern wird, in Berücksichtigung, dass sämmtllche Mitglieder darüber unterrichtet sind und noch weiter genau informirt werden, .worüber die G eneralversammlung zu berathen hat, in fernerer Erwägung, dass die vorzunehmende Aenderung rein formeller Natur sei und dass in den Statuten gar nichts geändert würde, was den am letzten Cantorentag zu Tage getretenen Intentionen widersprechen könnte, hält er es in diesem Fall für gar nicht opportun, der Vereinscasse durch Berufung von Mitgliedern aus der Provinz auf Vereinskosten nicht unbedeutende Spesen awzuladen. Redner müsse seinen Einwänden umsomehr Nachdruck verleihen, als. ja . ohnehin der Vorstand gezwungen sein werde, von den nicht anwesenden Mitgliedern die Zustimmung auf schriftlichem Wege einzuholeu. Etwaige Meinungsdifferenzen können immerhin noch vor der Generalversammlung durch Diskussion' in der Cantorenzeitung behoben werden י M. Blatt schlägt vor, dass für den Fall, als der Antrag Stransty durchginge, nicht der Vorstand, sondern die Mitglieder der betreffenden Provinz die Vertrauensmänner wählen sollten. Der Vorsitzende macht daraus aufmerksam, dass zunächst beschlossen werden müsse, ob Vertrauensmänner berufen werden oder nicht, daun erst könne über den Modus der Wahl berathen werden. D. L. Rotter schließt sich den Ausführungen Bauers an. L. Stern weist darauf hin, dass Herr I. Etransky der vom Vorstände für das laufende Vereinsjahr ׳ projectirten Erhöhung des Vereinsbetrages, im Sinne der neuen Statuten, mit der Motivirung entgegengetreten sei, dass die neuen Statuten noch nicht die behördliche Genehmigung hätten. Sein vorliegender Antrag basire aber ebenfalls auf den neuen Statuten, und aus demselben Grunde, welchen Herr I. Stransky gegen die-Erhöhung angeführt, sei der Vorstand nicht berechtigt, die Berufung von Vertrauensmännern auf Vereinskosten zu beschließend Zn Folge dieser Ausführungen wird die Berufung von Bertrauensmännern auf Vereinskosten zur außerordentlichen Generalversammlung abgelehnt. I. Bauer bringt hierauf den Antrag ein, der Vorstand des österreichisch-ungarischen Cantorenvereines möge in gleicher Weise, wie cs in Berlin geschah, ein geistliches Concert zu Gunsten des Cantorenvereines veranstalten, er hoffe, dass auf diese. Weise eine beträchtliche Summe der Vereinscasse zugeführt werden könne. Nach längerer. Debatte wird ein sechsgliedriges Comitö gewählt, welches Erhebungen zu pflegen hat, ob mit einiger Aussicht auf Erfolg ein solches Concert veranstaltet werden könne, und hierüber dem Vorstände berichten wird. Das Comite, durch das Los gewählt, besteht aus'-den Herren : I. Bauer, M. Blatt, Zos. Goldstein, D. L. Rotter, I. Schiller, M. Schlesinger. Hierauf wird die Sitzung geschlossen. ' . * H *׳ - H Die P. JT. Vereinsmitglieder werden im Sinne des Vorstandsbeschlnfscs vom 21. Dezember 1887 hiemit dringlichst ersucht, ihre Pflichtbeiträge füx. die Witwe Blum binnen der in den Statuten festgeschtcn Frist von dreißig Tagen, vom Tage der Bekanntmachung, d. i. vom 8. Dezember 1887, ׳ an die Vereinscasse einzusenden. Zn gleicher Weise werden jene Mitglieder, welche den Pflichtbeitrag für das berufsunfähig gewordene Vereinsmitglied Weiß in Simontornya noch nicht entrichtet haben oder mit dem Vereinsbeitrage über ein halbes Jahr im Rückstände sind,*aufgo» fordert, ihre Rückstände, binnen 14 Tagen zu begleichen, widrigen«? falls der Vorstand gezwungen wäre/' den Ausschluss der betreffendem Mitglieder nach § 12 zu beschließen. * H Die Cultusgemeinde Komotau hat, laut Zuschrift des löblichen Vorstandes vom 23. November a. c. auf Veranlassung des dortigen Cantors, Herrn Sigmund Rosenberger, dem österreichischungarischen Cantoren-Verein eine jährliche Spende von 10 fl. b. W. bewilligt. ’ ... ׳ Aus der Cultusgemeinde Tobitschau sind durch das Vereins- Mitglied, Herrn Cantor Z. Weiß, nachfolgende Jahresspenden ein« gelaufen: Gemeindecasse 3 fl.. Zedakah (Armenfond) 2 ״ Chewra Kadischa 2 ״ Frauenverein 2 ״ Herr Cultusvorsteher Carl Steinschneider 1 ״ Herr Solomon Steinschneider 1 ״ Herr Löw Adolf 1 ״ Summa ö. W. 12 fl. Pen löblichen ßnttrtsgerneirrden, sowie den verehrte« Korporationen und Spendern hatte» wir hiemit nnferem tiefgefühlten Pank ab. Der Vorstand des österr.-ungar. Cantorenvereines. Für die Witwe des verstorbenen Vereinsmikgliedes Z Blnut, Troppau, sind von den Vereinsmitgliedern nachfolgende Pflichtbeitrüge (je 1 fl.) eingekaufen: M. Peterselka, Wien; I. Klei», Budweis; I. Schäfers Baden; D. Beutler, Auscha; I. Kraus, Prag; S. Gruschka, M.-Kromau; S. Schrecker, Zungbunzlau; W. Stein, Postelberg; I. Körner, Smrchow; R. Kohn, Kobersdorf; M. Rofenfeld, Pisek; I. Popper, Kohljanowitz; S. Popper, Eger; A. Lederer, Eger; S. Schischa, Kirchberg; S. Salomon Wien; M. Reiser, Neuern; I. Stransky, Trautenau; I. Neumann, St.-Pölten; A. Kohn, Kanitz; L. Kraus, Veröcze; G. Rosenfeld, Ungereiden; B. Guttmann, Andrichau; I. Singer Wien; L. Winterberg, Aussig; S. Hirsch, Wie»; H. Pimsenstein, Weitentrebetitfch; B. Tritsch, Döllitschen; I. Herz, Prerau; M. Grünberger, Prerau; H. Bermann, B.-Leipa; I. Saller, Breitenbrunn; I. Schiller, Wien; D. L. Rotter, Wien; L. Eiern, Wien; M. Schlesinger, Wien; I. Bauer, Wien; I. Wittmann, Wien; A. Rotter, Wien; F. Teltsch, Stockerau; S. Streicher, Veröcze; M. Blatt, Wien; A. Fischer, Wien; A. Hahn, Teschen; A. Lederer Flöhau. — Summa ö. W. fl. 45. M. Blatt, stellvertr. Cassier. ~ Der synagogate Dichter Mair von Rothenburg. ״Von Dr. Abraham Loewy, Bezirks-Rabbiner in Butschowitz. (Schluss). ׳ Vermöge seiner Autorität gelang es ihm, viele Minhagim in Israel einzuführen und auch abzuschaffen; er richtete auch ftin Augenmerk aus die Gebete und bemühte sich, in den Gebetbücher« einen correcten Text herzustellen. (Siehe Taschbaz Kp. 119 und 131). Nun wenden wir uns wieder seinem Lebensschicksale zu. Der ungünstige, rauhe, politische Hauch, der in Deutschland für die Juden wehte, die Chikanen und Unbilden, die sie von de«